Forum


 

Kinder fahren schlechter Rad: Oft sind die Eltern das Problem

Obwohl sie zur Laufradgeneration gehören, fahren viele Grundschulkinder heute schlechter Rad als Ende der neunziger Jahre - nicht zuletzt, weil ängstliche Eltern sie unterschätzen. Das Projekt Radschlag will den negativen Trend jetzt stoppen.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...762885,00.html
  1. #30

    titel

    Zitat von ecua Beitrag anzeigen
    Bei mir hätte der Lehrer es nach 10 Sekunden mit ins-Wasser-stossen beendet.
    Super, hat damals auch ein Lehrer mit mir gemacht - ich wäre fast ersoffen. Die erwarteten Fähigkeiten habe ich mir viel später ganz in Ruhe selbst beigebracht.
    Das Bestreben, das auch zu können, was meine Freunde drauf hatten, hat mich mehr motiviert als die Wünsche von "Erziehungsberechtigten".
  2. #31

    Zugegeben..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Obwohl sie zur Laufradgeneration gehören, fahren viele Grundschulkinder heute schlechter Rad als Ende der neunziger Jahre - nicht zuletzt, weil ängstliche Eltern sie unterschätzen. Das Projekt Radschlag will den negativen Trend jetzt stoppen.

    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...762885,00.html
    Ich komme aus dem Osten. Dort gab es weder Fahrradhelme noch Laufräder. Aber wir haben alle früh gelernt Rad zu fahren (wohl auch weil die Autos noch nicht so grosszügig verteilt waren). Und ich kann nur sagen es war ein Höllenspass, steile Hänge herunterzufahren, ab und zu auf die Nase zu fallen, wieder aufzustehen, und das gleiche noch einmal zu machen. Der Mensch lernt durch Erfahrung. Und auch ein Kind wächst mit der Verantwortung, die ihm übertragen wird.
    Dieses krankhafte Inschutznehmen, was uns ja auch täglich durch die Werbung suggeriert wird, führt doch nur zu unsicheren und ungewandten Kindern, welche wohl eher einen ernsthaften Unfall erleiden als die, die sich früher einmal eine blutige Nase geholt haben.
  3. #32

    ...

    Zitat von ecua Beitrag anzeigen
    In den 70ern natürlich hat man Klassenausflüge mit dem Fahrrad gemacht. Da ist man dann zum See 25km weiter gefahren (obwohl einer am Orte war) und hat dort ein Picknick und Lernspiele veranstaltet und ist dann wieder zurück gefahren. Das war vor der Zeit des Fusspilzes, der sich erst ausbreitete, als es strengere Hygienevorschriften in Schwimmbädern gab (kein Witz).
    Fahrrad fahren und Schwimmen sind wohl die wichtigsten sportlichen Fähigkeiten die Kinder erlernen sollten.
    "Man"? Ich bin auch in den Siebzigern zur Schule gegangen (München) und NIE haben wir einen Radlausflug gemacht! Wir waren mal an nem See (Grundschule) und gelegentlich auf Wanderausflügen, aber nur mit der Bahn.

    Ich finde auch, vor allem Schwimmen ist die wichtigste sportliche Fähigkeit, die Kinder erlernen sollten, Radfahren nimmt man in der Regel "einfach mit". Natürlich liegt es an der Praxis, wie gut einer das kann, und die Praxis erfordert gerade in der Stadt eine gehörige Portion Selbstüberwindung (der Eltern). Ich kann diese Angst aber gut verstehen, denn wer erst mal Autofahren gelernt hat, vergisst, dass es auch Radler gibt (= gemeine Pauschalierung!).

    Meine Kinder müssen alle mit dem Rad zur Schule, daher sind sie wohl ganz gut im Radeln. Aber ehrlich, ich hab trotzdem Angst. Ich zwinge mich nur, sie das nicht merken zu lassen, weil ich selber ja auch immer und alles mit dem Rad gefahren bin.

    Neulich hab ich eine Frau gesehen, die ihr ca. vierjähriges Kind ein Bergerl hat runterfahren lassen - und das Kind konnte offensichtlich noch nicht bremsen. Es wurde immer schneller und schrie ganz verängstigt, eine sch... Situation. Ein Jogger ist dann mutig mitgerannt und hat sie an der Schulter zum Langsamerwerden gezwungen, allerdings hat es beide heftig umgehauen. Nicht sooo schlimm, aber ich kann mir gut vorstellen, dass diese Frau erst mal "geheilt" ist ...
  4. #33

    ------------------

    Zitat von fx33 Beitrag anzeigen
    So ähnlich war es bei mir auch:
    "Ich kann nicht in die Schule, ich habe Bauchweh."
    "Trink Deinen Tee, dann geht das"

    Ging es auch.
    Bis zur Blinddarm-OP im Eiltempo...
    Zum Glück wohnten wir in der Stadt, da war die Klinik so weit weg.
    Was wollten Sie uns mit Ihrem Beitrag also sagen?
    Sie wissen doch selbst, dass ich es darauf bezogen habe, dass es bei mir zuhause undenkbar war, dass bei Nieselregen, das Kind eingepackt wie Kenny vor der Schule abgeworfen wurde.
  5. #34

    .

    Zitat von ecua Beitrag anzeigen
    Derzeit erlebe ich es, wie Lehrerinnen Minutenlang auf ein Kind eingehen und darüber sprechen und blablabla und die anderen müssen darauf dann warten und fangen an zu frieren und ein Geruch von Harnstoff kommt auf...
    Meine Antworten an Sie kommen hier meist nicht durch, aber ein letzter Versuch: Das ist frei erfunden. Über Ihre Heldentaten der glorreichen Vergangenheit rede ich mal lieber nicht.

    Ärgerlich daran ist nicht Ihre Selbstbeweihräucherung, die kann man amüsant oder degoutant finden, je nach Geschmack. Ärgerlich ist, wie hier mit finsterer "Reinschubs"-"Pädagogik" über Kinder und Jugendliche und ihre Eltern hergezogen wird - nicht nur von Ihnen. Ich bin ein Freund des klaren "Nein" und "Ja" und weiß Gott nicht antiautoritär - aber die Klischees, die hier gedroschen werden, gehen auf keine Kuhhaut.

    Was Sie nicht interessiert, sind die Kinder, denen mit solchen Methoden Spaß und Freude an Sport und anderen so "gelehrten" Fähigkeiten für immer genommen wurde. Aber das ist ja auch alles nicht so wichtig - Hauptsache das Forum lauscht andächtig Ihren Erzählungen.

    Ärgerlich.

    PS: Ich bin auch ein Kinder 70er und 80er und habe nie einen Schulausflug mit dem Rad gemacht - was 'man' ja angeblich tat.
  6. #35

    Wer ist zuständig?

    Ich denke, wenn die Anzahl der bildungsfernen Elternhäuser zunimmt, dann nehmen auch die Kinder mit Defiziten in Lebensfertigkeiten zu. Wenn jemand keine Zeit oder keine Lust hat, seinen Kindern etwas vorzulesen, dann bringt er seinen Kinder auch nicht das Schwimmen bei, dann läuft er sicher auch nicht hinter einem kleinen Kind her, das seine ersten Fahrversuche auf zwei Rädern macht.

    Ich habe drei Töchter großgezogen. Es gehörte für mich dazu, ihnen die wichtigsten Lebensfertigkeiten beizubringen: als Kleinkinder Schwimmen, Fahrradfahren und Verhalten in einem Restaurant; und später dann Autofahren. Das war nicht immer einfach und hat viel Zeit gekostet, und mir ab und zu einen schmerzenden Rücken eingebracht.

    Vielleicht meinen heute immer mehr Eltern, dass für solche Leistungen jemand anderer zuständig ist: der Staat, die Lehrer, der ADAC, die Polizei, oder wer auch immer?
  7. #36

    Remscheid

    Ist doch eine gute Leistung von den Kindern, da Remscheid zum einen vollkommen bergig ist, und zum anderen vollkommen ungeeignet für Radfahrer da diese garnicht im Straßenbild vorgesehen sind.

    Man sollte auch nicht vergessen das in vielen Familien die Anschaffung von Rädern garnicht vorgesehen ist, da das städtische Umfeld es garnicht zulässt mit dem Rad unterwegs zu sein, besonders nicht Kinder. Und ein solches dann anschaffen nur für den Fall das ja mal irgendwann ein Lehrer die Idee haben könnte eine Radtour zu machen?

    Ich bin selber mitten in dieser Stadt aufgewachsen, und konnte bevor wir aufs platte Land gezogen sind ebenfalls kein Rad fahren. In meiner Kindheit kam auch niemand mit dem Rad zur Schule (es wurde allerdings auch kaum jemand von Mama gebracht). Das Radfahren habe ich dann später gelernt und fahre auch heute noch,außer bei Glatteis, zur Arbeit und zum Einkaufen mit dem Rad.
  8. #37

    ☺ ▬ ☻ ▬ ☺

    Zitat von maconaut Beitrag anzeigen
    Es heißt Puky und nicht Pucky - oder ist das eine Billig-Plagiat-Marke aus China? :-)
    dürfte wohl eher der neue Qualitätsjournalismus sein.
    Hochglobt und vielgepriesen durch das Web 2.0 (korrektes Schreiben und korrekte Nennung von Namen und Marken wird definitv überbewertet. ;-) )!

    Zitat von Artikel
    Behelmte Knirpse auf Mini-Velos ohne Pedale gehören seit Jahren zum Stadtbild deutscher Groß- und Kleinstädte.
    Haben diese Kinder den Helm auch beim Spielen und normalen Laufen auf? Da kann man auch hinfallen!
  9. #38

    ...

    "Selbst sportliche Pädagogen, die mit ihren Schülern zum Skifahren in die Berge fahren, zögern, mit der Klasse einen Fahrradausflug zu unternehmen. Sicherlich aus Angst vor Unfällen aber auch, weil sie glauben, dass ihre Schüler auf den angestrebten 40 Kilometern schlappmachen."

    Das Hauptproblem dürfte sein, daß Lehrer, wenn wirklich mal ein Unfall passiert, ganz schlechte Karten haben, weil sie dann von den Eltern verklagt werden, von keiner Versicherung den Schaden ersetzt bekommen und Glück haben, wenn sich nicht auch die eigene Schulleitung gegen sie wendet.

    Ich bin Anfang 30 und als ich in der Mittelstufe war, hatten noch eine ganze Handvoll unserer Lehrer z.B. einen Segelschein und sind mit ihren Schülern zum Segeln auf der Nordsee gefahren. Heute würde sich das niemand mehr trauen, aber nicht, weil man das den Schülern nicht mehr zutrauen würde, sondern weil niemand dieses Risiko eingehen möchte.
  10. #39

    Naja.....

    Zitat von Wookie Beitrag anzeigen
    Genau das ist das Problem. Ich seh bei meinen Kollegen mit Fassungslosigkeit, dass >90% mit dem Auto zur Arbeit kommen - und die meisten haben einen Arbeitsweg von <4km. Das sind Entfernungen die sind ideal zum Radfahren, kann man auch mal im Notfall zu Fuß zurücklegen....
    Schon richtig, auch ich bin teils mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, bei mir waren es etwas mehr als 5 km. War schon schoen, morgens einen Teil der Strecke durch den Wald zu fahren. Nicht schoen war der Schweissausbruch, der regelmaessig etwa 5-10 min nach der Ankunft ueber mich hereinbrach. Eigentlich haette ich auf Arbeit erstmal duschen muessen. Da gab es aber keine Duschen. Und wenn man dann im Buero arbeitet und schon verschwitzt ankommt, ist das auch nicht so prickelnd. Ich verstehe es folglich, wenn viele sich das nicht antun wollen.


TOP



TOP