Zitat von
ollux
Im Gegensatz zum Autor war ich nicht "live" anwesend. Ich kenne aber recht genau die CD Rio. Es ist wohl offensichtlich, dass eine Live-Performance ein eigenes Aura entwickelt. Diese wird bei der CD nicht transportiert.
Zeilen wie:
.......Keith Jarretts Solokonzerte sind zu hundert Prozent improvisiert, sie sind ein Abenteuer mit offenem Ausgang. Sie enden als Flop - oder sie beschwören einen jener raren Momente der Einheit von spiritueller Wahrheit, die selbst Atheisten als göttlich bezeichnen würden. "
treffen aber kaum den Punkt. Vergleiche zu dem legendären " Köln Concert" , ein unwiederholbarer einmaliger Meilenstein und Höhepunkt des Pianisten Jarrett sind jedoch zu weit gefasst und deutlich übersetzt. Auf der unendlichen Suche scheint der Meister zwar angestrengt inspiriert, aber dennoch seltsam müde, verbraucht und leer. Das Spiel ist unbedeutend.
Bei der Kommentierung scheint einem begeisterten Fan einfach die Zügel durch gegangen zu sein. Rio ist letztlich mehr Richtung Durchschnitt. Manchem Teilnehmer oder gar Absolventen eines Meisterkurses sollte man bei dessen Improvisations---Übungen sein Gehör schenken und käme deutlich mehr auf seine Kosten.