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Kehrseite eines Traumberufs: Wilder Westen Werbebranche

Mit dem Image der anderen kennen Werbeagenturen sich aus, ihr eigenes schert sie wenig - die Bewerber stehen doch Schlange. Bald lernen viele Berufsstarter die dunkleren Schattierungen der funkelnden Reklamewelt kennen: Ackern bis zum Anschlag, miese Bezahlung, fiese Verträge.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...761788,00.html
  1. #1

    Die Werbebranche ist verlogen, teilweise kriminell

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit dem Image der anderen kennen Werbeagenturen sich aus, ihr eigenes schert sie wenig - die Bewerber stehen doch Schlange. Bald lernen viele Berufsstarter die dunkleren Schattierungen der funkelnden Reklamewelt kennen: Ackern bis zum Anschlag, miese Bezahlung, fiese Verträge.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...761788,00.html
    Sie wäre sehr oft ein Fall für die Staatsanwaltschaft, da es sehr wohl im öffentl. Interesse steht, ob so mir nichts dir nichts, vorsätzlicher Betrug von unserer blinden Politik als Lobbyismus einfach geduldet wird. Wenn jemand vorsätzlich betrügt, hat sich die Staatsanwaltschaft einzuschalten und dagegen vorzugehen. Wozu gibt es diesen Verein überhaupt, wohl nicht wegen der prominenten Bonusstrafen aus der Täter-Portokasse!!! Die Staatsanwaltschaft macht sich strafbar wegen Unterlassung!!!
  2. #2

    blabla

    vollkommen unwichtiger artikel. hab nur die überschrift und den anfang gelesen. aber bei den fotos, hätte interessant sein können, sie fühlt sich manchmal (26 J) steinalt. die soll mal arbeiten gehen. hab noch einen arbeitsplatz im strassenbau frei. nach 8 std bordsteine schleppen fühlt man sich steinalt. und das 40 jahre lang. und selbst im büro sitz man öfter bis weitweit in die nacht oder bis zum morgen, wenn etwas, angebot, rechnung fertig werden muss. armes land mit solchen luschen. aber ist ja erstmal bequem im büro.
  3. #3

    Wilder Westen vs. Omas Plüschsofa

    Ein schöner, ausgewogener Artikel, der zwar einerseits die Werbebranche nüchtern beschreibt, gleichzeitig aber auch den Blick auf eine Gewerkschaft lenkt, die sich selbst als zuständig erklärt, dabei aber seltsam aus der Zeit gefallen wirkt und abseits des Papiers in jener Branche tatsächlich kaum eine Rolle zu spielen scheint.

    So frage ich mich nach der Lektüre: Kann Ver.di überhaupt mit kreativen Berufen umgehen? Ist es für die Damen und Herren dort vorstellbar, dass Menschen Erfüllung in diesem ihrem kreativen Beruf suchen und erleben, und dass es sie daher wenig schert, ob sonst wer weniger arbeitet, mehr verdient oder in der Illusion lebt, auch in 30 Jahren noch dieselbe Tätigkeit auszuüben? Der Ausdruck "Work-Life-Balance" alleine dokumentiert durch die implizierte, künstliche Trennung von Leben und Arbeit schon, wie wenig manch einer sich mit den Früchten seiner Arbeit identifiziert.
    Deshalb möchte man Ver.di tröstend zurufen, dass Arbeit nicht ungeliebte Pflicht und zu minimalisierender Zeitaufwand sein muss. Glückliche Menschen — solche wie Moritz Dornig — lieben ihre Arbeit. Und sollte diese Liebe eines Tages erkalten, dann ist der Weg zu anderen, geregelteren Tätigkeiten ja ganz offensichtlich frei.
  4. #4

    Wer in der Blenderbranche ...

    ... für 900 Euro und 60 Stunden die Woche arbeiten will, möchte ich nicht aufhalten. Schlechter hatten es nur die Galeerensklaven.
  5. #5

    Serviceplan

    Seit wann zahlt SP 2000EUR für das Traineeship? Letzter Stand meinerseits ist, dass die Entlohnung für selbiges 800EUR/Monat beträgt, bei Dauer von 1 Jahr...
  6. #6

    Wild West Wahnsinn

    Das sage ich schon seit Jahren. Ich arbeite seit 18 Jahren im Filmgeschäft. In meinen jungen Jahren habe ich genau den gleichen Fehler gemacht: viel arbeiten, 24/7 für wenig Geld. Der Job ist natürlich super-interessant und mega-abwechselnd - wenn man Single ist oder keine Kinder hat - und man nimmt deshalb gerne die miesen Nebeneffekte in Kauf. Weil man es ja nicht merkt. Mit Ende 20 hat man den Wahnsinn auf der linken Arschbacke weggerockt. Mit Mitte 30 kamen dann die ersten Zweifel und Ermüdungserscheinungen, die man runtergeschluckt hat. Mit Anfang 40 und Burn-Out wird es dann kritisch, denn Generation "unsterbliche Superhelden im Jugend- und Dauerpartywahn" sterben ja nicht aus.

    Speziell die Werbe-, Film- und Postproduktionsbranche ist ein wildes Desperado ohne Strukturen. Die größeren Firmen können vielleicht Optionen und Perspektiven bilden. Die kleinen Firmen werden jedoch von Kreativen geführt, die keine Unternehmer mit Standing und Weitsicht sind. Den Mitarbeitern werden Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten werden. Der Markt ist wegen ständigem Dumping problematisch. Solange der Dom-GF schlechtbezahlte Sub-Mitarbeiter 24/7 zur freien Verfügung hat, ist das ja auch kein Problem. Das perverse ist, dass aufgrund der miesen Bezahlung, die vielleicht gerade mal für den Lebensunterhalt reicht, die Mitarbeiter extrem abhängig sind und sich nicht vorstellen können, woanders zu arbeiten oder einen anderen Job zu bekommen. Im Maschinenbau kann ich z.B. nicht als Praktikant starten und bin in 2 Jahren Chefingenieur. In der Werbung ist das alles möglich. Junior AD nach einem Jahr mit EUR 1.500,00 Brutto. Und das für die nächsten 10 Jahre. Geil!

    Die im Artikel angegebenen Gehälter der Trainees sind jenseits der Realität. Wenn überhaupt, dann gibt es EUR 400,00 bis 800,00. In kleinen Firmen mit arroganten GF, die glauben, sie wären eine dicke Nummer, gibt es nur Versprechungen, Druck und sonst gar nichts.

    Ich könnte einen Roman über diesen Schwachsinn schreiben. Der liest sich haaresträubend, aber deshalb realistischer, als der Spiegelartikel.
  7. #7

    Wilka Wiklaszewska beschwert sich über die Titulatur

    Zwo-drei soll "mager" sein? War selbst mal (Mitte 1990er) froh, für zwo-fünf brutto in einer kleinen Werbeagentur arbeiten zu dürfen - allerdings in Deutsche Mark… Geschuftet wurde wie bei "den Großen". Insofern kein Grund zu klagen. Von 4.500 DM als Berufseinsteiger hätte ich damals nur träumen können…
  8. #8

    not forget

    Und nicht vergessen, liebe Kreative: Nicht jeder kann Kreativ-Direktor werden und so ist mit spätestens Mitte 40 Schluss. Dann ist man als Grafiker oder Texter zu teuer und die Agenturen beuten lieber Frischfleisch aus.

    Dann bleibt nur die Selbständigkeit oder ein anderer Job. Also am besten bei Berufsstart schon den Plan B in der Tasche haben. Oder noch besser: erst gar nicht in die Werbung gehen.
  9. #9

    Strukturen

    Zitat von Langles Beitrag anzeigen
    gleichzeitig aber auch den Blick auf eine Gewerkschaft lenkt, die sich selbst als zuständig erklärt, dabei aber seltsam aus der Zeit gefallen wirkt und abseits des Papiers in jener Branche tatsächlich kaum eine Rolle zu spielen scheint.
    Wobei die Gewerkschaften dafür gar nichts können. Die Agenturlandschaft ist in der breiten Masse geprägt durch viele kleine und Kleinstfirmen bis runter zum Einzelkämpfer. Wenn eine Agentur mal mehr als 200 Mitarbeiter hat, dann ist das schon eher außergewöhnlich. In so einem Umfeld tut sich eine Gewerkschaft natürlich schwer. Selbst "die Großen" wie JvM haben weniger als 1000 Angestellte, man vergleiche das mal mit anderen Industriebranchen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Werbeag...n_1987_.5B1.5D


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