Kauf von Steuerhinterzieher-CD: Schweiz ermittelt gegen deutsche Steuerfahnder

REUTERS2,5 Millionen Euro für Details zu 1100 mutmaßlicher Steuerhinterziehern: Wegen dieses Datenkaufs ermitteln Schweizer Behörden nun gegen drei Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen. Sie werfen den Fahndern Beihilfe zur "Wirtschaftsspionage" vor.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...824943,00.html
  1. #270

    Einmischung der BRD ?

    Zitat von mediator_ch Beitrag anzeigen
    und Deutschland muss zur Kenntnis nehmen, dass die deutsche Art sich in die Geschäfte anderer Staaten einzumischen auch nicht gerade dazu geschaffen ist, Vorurteile in Europa abzubauen. Die Kriegsrhetorik, die einigen dt. Politikern (grenzdebile Foristen zähl' ich nicht mit) so locker von der Zunge geht, spricht für sich.
    Gewinne jeglicher Art müssen zumindest "Grundversteuert " werden,
    in dem Staat, in dem diese generiert wurden.
    Denn dort wurde u.A die Infrastruktur genutzt. Ebenfalls zur Unternehmensgründung staatliche Unterstützung geleistet.
    Oder aber bei Krisen eben Kurzarbeit durch die BA finanziert.
    Ebenso subventionierte Arbeitsplätze alà Aufstockerlöhne.

    Es ist und MUSS völlig legitim sein, das solche Gewinne im
    Herkunftsland nach deren Gesetzen versteuert werden.

    Was danach als Anlagenrendite in einem ANDEREN Staat erwirtschftet
    wird, soll eben dort zu den dortigen Steuergesetzen versteuert werden.
    Das gleich sollte für Aktienrenditen gelten...versteuert im
    " Ursprungsland " der Renditen.
  2. #271

    .........

    Zitat von rothorn Beitrag anzeigen
    .................

    Eigentlich doch korrekt.
    Für Schweizer Verhältnisse schon.
    Es ist einfach ein völlig anderes Verständnis zwischen
    Bürger und Staat in einer Direktdemokratie.

    In Deutschland gilt der Bürger quasi als Eigentum des Staates.
    Das obrigkeitsstaatliche Verhalten ist dort immer noch
    recht stark verankert. Das sieht man z.B. an Beschlüssen
    der Politik, die beim deutschen Bürger murrend durchgehen,
    aber z.b. bei Franzosen schwerste Krawalle auf den Strassen
    auslösen würde. Das ganze System ist eher staatsfürsorglich, statt eigenverantwortlich ausgelegt.
    Hängt aber sicherlich auch von Mentalität und Geschichte ab.
  3. #272

    Zitat von guteronkel Beitrag anzeigen
    Und dann denken Sie bitte auch daran, dass nahezu die gesamte Pharmaindustrie sich in der Scheiz beheimatet hat. Warum wohl?.
    Wohl kaum nur wegen den Steuern. Da gibt es viele andere Gründe wie die schweizerische Verlässlichkeit, Sicherheit, Streiks usw.
  4. #273

    und immer auf die gute Schweiz

    Zitat von happy2010 Beitrag anzeigen
    Seltsam das alles Steueroasen solche Spitzfindigkeiten im Gesetz haben

    Wobei man wahrscheinlich festhalten muss das das Hauptproblem nicht die Steuerhinterziehung ist, sondern das legale quasi Nichtversteuern durch extra geschaffene Gesetze die diejenigen begünstigen die überwiegend nicht in der Schweiz haptisch tätig sind.

    Diese Unternehmen versteuern in der Schweiz, verursachen aber Kosten im Ausland

    Würden diese Unternehmen im Herkunftslnd versteuern wäre deren Steuerlast wahrscheinlich 10 mal so hoch
    Und diese gelder nutzt die Schweiz um die Steuern für das eigene Volk niedrig zu halten

    Als Zahlenbeispiel mal die (auch in der Schweiz mittlerweile umstrittene) Pauschalbesteuerung

    die grob 3600 Auslandsschweizer zahlen Steuern nach "Aufand", in der Regel die 5 bis 8 Fache Jahresmiete des Anwesens welches bewohnt wird

    Einnahmen für die Schweiz 2010: Grob 800 Mio Euro
    Damit kommt pro schweizer Steuerzahlerbürger (Arbeiter) eine Entlastung von grob 300 Euro zustande

    300 Euro pro Jahr, finanziert durch angelockte Wahlschweizer

    Würden diese 3600 angelockten superreichen Unternehmer jedoch pro Nase nur 10 Mio Steuern im Herkunftsland bezahlen müssen, dann wären das 36 MRD Steuereinnahmen

    Beispiele sind zum bsp Schumacher, der 2009 auf geschätzt 200 Mio Einnahmen kam-in der Schweiz aber nur 2 Mio Steuern bezhlen musste

    Oder Kamprad (Ikea) dessen Vermögen 2010 um 3,4 MRD zunahm-der sich selber aber rühmt, die mehr als 200.000 pro JAHR an Steuern zu zahlen

    Das Fazit-und die Perfidität der Steuersysteme der Steueroasen ist simpel:
    Lieber eine Ministeuer von 3600 angelockten Personen als 30% von dann nur 10 angelockten Personen
    Und selbiges gilt für: Holding Vermögensverwaltung, Beteiligungsgesellschaften.......

    Den Beweis dafür liefert die Schweiz sogar frei Haus: der Steuerwettbewerb zwischen den Kommunen
    Der geht sogar so weit, das manche Kantone eine degressive Steuer einzuführen versuchten.

    Und ganze Konzernwanderschaften geschehen regelmäßig innerhalb der kantonlandschaften
    Und dann fragen wir uns bitte, warum wir nicht -wie die DDR auch- einfach eine Mauer um die Schweiz bauen. Eine Tür, Zugang von Frankreich aus, und gut ist es. Nein, es hat schon seinen Sinn, dass die Staaten in Konkurrenz stehen. Auch wenn die Schweiz nicht immer korrekt und anständig war, es war aber immer gut, dass es sie gab.
    Und was hindert Staaten, die Beziehungen zur Schweiz abzubrechen? Die eigene Gier, die Angst, dass man selbst als das darsteht was man ist: Geld-gieriege, organisierte kriminelle Organisationen.
  5. #274

    Zitat von disatec Beitrag anzeigen
    ........ Man hatte den Eindruck, der Schweizer ist der Bauchnabel der Welt. Genauso wie Sie sich hier darstellen.
    Komisch, da fand ich die Deutschen aber wesentlich trittstärker
    an diesem Punkt. Allein das Auftreten in der EU sagt schon alles.
    Wie sagte kürzlich noch ein deutscher Politiker,
    "Jetzt wird wieder teutsch gesprochen".
  6. #275

    Was ?

    Zitat von woistmeinaccount Beitrag anzeigen
    Also dann:
    Der vollständige Text von 202a lautet (Quelle Juris / www.gesetze-im-internet.de):

    Ihre Wortwahl bzgl. "Abpressen" outet Sie als den Beschützer der Falschen. Nur Bla-Bla
    Was? Hier mal einige Steuerapressarten in Deutschland.

    Abgeltungssteuer
    Alterseinkünftegesetz
    Baulandsteuer
    Beförderungssteuer
    Biersteuer
    Börsenumsatzsteuer
    Branntweinsteuer
    Einkommensteuer
    Erbschaftsteuer
    Ergänzungsabgabe
    Essigsäuresteuer
    Feuerschutzsteuer
    Gesellschaftsteuer
    Getränkesteuer
    Gewerbesteuer
    Grunderwerbsteuer
    Grundsteuer
    Hundesteuer
    Hypothekengewinnabgabe
    Investitionssteuer
    Jagd- und Fischereisteuer
    Kaffeesteuer
    Kapitalertragsteuer
    KFZ-Steuer
    Kinosteuer
    Kirchensteuer
    Körperschaftsteuer
    Konjunkturzuschlag
    Leuchtmittelsteuer
    Lohnsteuer
    Lustbarkeitssteuer
    Mineralölsteuer
    Notopfer Berlin
    Ökosteuer - Stromsteuer
    Rennwettsteuer
    Riesterrente
    Salzsteuer
    Schankerlaubnissteuer
    Schaumweinsteuer
    Schenkungsteuer
    Sexsteuer
    Solidaritätszuschlag
    Speiseeissteuer
    Spielbankabgabe
    Spielkartensteuer
    Stabilitätszuschlag
    Steuerberatung
    Strafbefreiungserklärungsg.
    Süßstoffsteuer
    Tabaksteuer
    Tanzsteuer
    Teesteuer
    Tonnagesteuer
    Umsatzsteuer
    Vermögensabgabe
    Vermögensteuer
    Verpackungssteuer
    Versicherungssteuer
    Wechselsteuer
    Wertpapiersteuer
    Zuckersteuer
    Zündwarensteuer
    Zweitwohnungssteuer

    Und jetzt? bla Bla
  7. #276

    Bornierter Blindflug

    In Deutschland macht man sich immer gern und oft über die "weltfremden" US-Amerikaner lustig. Leute, die selbst beim Nachbarn Mexiko nur an grosse Hüte, Drogendealer und Siesta denken - und die Deutschen?

    Sind keinen Deut besser! Irgendwie scheint sich hier im Forum die "Tatsache" manifestiert zu haben, die Schweizer Wirtschaft bestehe zu 90% aus fiesen Bankinstituten, die arme kleine Ausländer zum Steuerbetrug verführen, dann noch 10% Käsereien und Schokoladenfabriken. Was gibts noch? Ah, Heidi und Uhren und langsamer und weniger als die Deutschen arbeiten sie dort selbstredend auch... Im englischen gibts dafür den schönen Begriff "Truthiness" - die "gefühlte" auf einviertel-Wissen und Klischees basierende, politisch gefärbte "Wahrheit"

    Um mal näher an die realen Verhältnisse zu kommen: Der Schweizer Finanzsektor (also von der Regiosparkasse bis zum Treuhänder) erbringt knapp 11% des BIP und gerade mal 5.5% aller Arbeitnehmer sind dort angestellt.
    Von ABB, Nestlé, Novartis und Co. scheint man nördlich des Rheins eh nichts gehört zu haben, bzw. geht davon aus, es wären wohl sowieso deutsche Firmen...
    Die Idee, die Schweiz habe sich kollektiv drauf ausgelegt der "Finanz-Hütchenspieler" der Welt zu sein, ist also schlicht lächerlich, und wohl eher ein plakatives Bild für politische Stimmungsmache.

    Dass die goldene Zeit vorbei, weiss man auch bei CH-Banken und ihren Lobbyisten in Bern. Dass man sich dagegen mit Händen und Füssen wehrt, ist wohl auch aus deren Perspektive logisch. Vorbereitungen für den Zeitenwandel hat man eh getroffen: Das international Banking HQ der Credit Suisse steht z.B. in Singapur. Einem Land, dessen Bankgeheimnis in den letzten Jahren massiv verschärft wurde, während der Finanzsektor dort von weitgehender Deregulierung profitiert. Aber Singapur scheint man in der deutschen Politik und den Medien wohl nicht auf dem "Empörungsradar" zu haben.

    Abgesehen davon: wie war das denn mit den deutschen Autobauern und den EU-Umweltregularien, hmm? Da wurde gedroht und lobbyiert, dass sich die Balken biegen. Immerhin ist es ja eine Bürgerrecht Autos mit 3.5+ Litern Hubraum zu fahren und solche der Welt zu verkaufen - auch wenn sie ressourcenfressende Dreckschleudern sind!

    Ergo, jedes Land betreibt Standortschutz mit harten Bandagen. Die deutschen Steuerfahndern taten aus ihrer Sicht das richtige, die Schweizer Behörden wenden dafür jetzt ihr geltendes Gesetz an.
    Beide Länder werden sich am Ende einigen, auch wenn sich jetzt einige Politiker mit dem Thema zu profilieren versuchen.
    Vielleicht begreift man auch in Deutschland am Ende, dass man gegenüber Nachbarn mit der "Gauleiter-Attitüde" einiger Politiker nichts konstruktives erreicht.
  8. #277

    kriminelle Methoden des Staates

    Zitat von heinz-fassbender Beitrag anzeigen
    Finde ich gut, dass die so genannten deutschen Steuerzahlsaubermänner nicht überall auf dieser Welt für Datenspionage belobigt werden und dies als kriminell bezeichnet wird. In Deutschland wurde ja schon immer Denunziation von Staat belohnt und gefördert. Unter Denunziation – laut wikipedia - (lat. denuntiare, „absprechend berichten, Anzeige/Meldung machen“; denuntiatio, „Ankündigung, Androhung“) versteht man die – häufig anonyme und/oder öffentliche – Beschuldigung oder Anzeige einer Person oder Gruppe aus nicht selten niedrigen persönlichen oder oft politischen Beweggründen, von deren Ergebnis der Denunziant sich selbst oder den durch ihn vertretenen Interessen einen Vorteil verspricht. Und das sind die Datendiebe im Auftrag des Staates…..
    Dass Deutschland kein Muster-Rechtsstaat ist, wissen wir spätestens seit der Spiegel-Affäre. Auch die Tatsache, dass die Gespräche der inhaftierten Terroristen mit ihren Anwälten abgehört wurden, ist bekannt und zeigt die Rechtsstaatlichkeit dieses Staates und seiner Diener.
    Jetzt muss die Schweiz nur noch ein paar Leute aus dem Dunstkreis dieser Finanzbeamten im Ausland festsetzen lassen, und schon besteht die Möglichkeit den Aufenthaltsort der Verräter (Verkäufer der Bankdaten-CD´s) in Erfahrung zu bringen.
    Eine gewisse Schadenfreude kann ich nicht unterdrücken. Auch hinsichtlich der Nachricht, dass der Ex-Bundespräsident Wulff nicht nur den Ehrensold bekommt, sondern auch 3 Büros und Fahrzeug mit Fahrer. Das Bundespräsidialamt gehört auch zu den Leuten, die die Schweiz auf die Fahndungsliste setzen solle.
  9. #278

    Zitat von DerKritische Beitrag anzeigen
    Für Schweizer Verhältnisse schon.
    Es ist einfach ein völlig anderes Verständnis zwischen
    Bürger und Staat in einer Direktdemokratie.

    In Deutschland gilt der Bürger quasi als Eigentum des Staates.
    Das obrigkeitsstaatliche Verhalten ist dort immer noch
    recht stark verankert. Das sieht man z.B. an Beschlüssen
    der Politik, die beim deutschen Bürger murrend durchgehen,
    aber z.b. bei Franzosen schwerste Krawalle auf den Strassen
    auslösen würde. Das ganze System ist eher staatsfürsorglich, statt eigenverantwortlich ausgelegt.
    Hängt aber sicherlich auch von Mentalität und Geschichte ab.
    Sie bringen es aber ganz genau auf den Punkt.

    Aus diesen Gründen wird die Mehrheit der Schweizer Bürger wohl noch lange der EU nicht beitreten.
  10. #279

    ....

    Zitat von biobanane Beitrag anzeigen
    Man muss auch ehrlicherweise sagen, dass es in der Schweiz wohl ein Unrechtbewustsein gibt, so eindeutig von anderen Ländern zu leben. Es ist eben eine Balance zwischen "Haupsache uns geht es gut" und dem Scham immer mit dubiosen Steueroasen in der Südsee oder sonstwo genannt zu werden. Bisher hat sich aber der Calvinistische Gedanke die Überhand, dass es schon gottgefällig sein, Geld zu verdienen. Aber vielleich schaffen es auch die Eidgenossen einmal, zu einem solidarischen Europa zu gehören. immerhin kann man ja immer noch den Rest der Welt ausbeuten.
    Ehrlicherweise muss man auch sagen, das Deutschland
    es nicht anders macht. Deutschland ist Aufrund
    seiner Geschichte jedoch gezwungen,
    manche Interessen nicht direkt, sondern etwas
    korsettierter, also etwas netter und verklausulierter
    darzustellen.
    Kenne doch unsere alten deutschen Tricks, sich selbst
    als Strahlemann hinzustellen und dann mit dem Finger auf
    andere zu zeigen:-)

    Die endlosen Summen für Rettungsschirme und kommenden
    ESM sind selbstverschuldete Dummheit und Ratlosigkeit,
    und haben nichts mehr mit Solidarität zu tuen.
    Einem solchen Bankroteursystem anzugehören,
    muss nun wirklich nicht sein.