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Karrieredoktoren: Promotion in eigener Sache

Der Doktor ist ein wissenschaftlicher Grad, doch für die Elite des Landes bedeutet er vor allem eines: mehr Prestige. Jeder fünfte Bundestagsabgeordnete führt den "Dr." im Namen, elf Kabinettsmitglieder und jeder zweite Spitzenmanager. Was ist der Titel noch wert?

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...746139,00.html
  1. #10

    Bla-Bla-Fächer

    Im Prinzip sind solche umfänglichen Schummel-Promotionen nur in Textllastigen Fächern möglich: Jura, BWL, Politiologie, Soziologie, Germanistik etc.pp.00WC.
    Dort kann man meist allein durch Fleiss und viel Lesen Dissertationen zusammenschreiben, von 1000 Seiten Text, die dann wie bei Guttenberg den Anschein liefern, irgendwas Neues erfunden zu haben.

    Das fällt in den exakten und technischen Wissenschaften weitaus schwerer. Da fällt der Nachweis, etwas Neues erfunden zu haben meist merklich leichter.
    Hier können zur Erleichterung nur echte Fälschungen von Messreihen o.ä. dienen, was i.a. schwerer und nicht ungefährlich ist. Dort kann es dann allerdings wie in der Mathematik auch kurios kurze Dissertationen geben, von insgesamt 3 Seiten Umfang, die trotzdem respektable Weltneuheiten präsentieren.

    Eine Zwischenstellung nehmen dann die medizinischen Promotionen ein, die oftmals nur mehr oder weniger brauchbare Messreihen mit fragwürdig angewandten mathematisch-statistischen Tests verwursteln und somit zu grossen Teilen nur das Niveau von Diplomarbeiten in technischen Fächern erreichen.

    Insofern sind allerdings die Promotionen mancher vom Volk als regelrechte Buhmänner und -frauen verschrieener VIPs
    oftmals von wirklich messbar höherem Niveau als die von Karl-Theodor:

    Ron Sommer (Mathematik), Dirk Nonnenmacher (sogar habil. Mathe) uva.
    und auch von unserem Wackelpudding im Hosenanzug, mit Ihrer respektablen Physikdissertation.
  2. #11

    Elite?

    Immer wieder dieser Begriff "Elite". Was mich betrifft, so zähle ich Gestalten wie Helmut Kohl, Guido Westerwelle und Herrn von und zu ganz bestimmt nicht zu den "Eliten" unseres Landes. Der eine ein Verteiler von Schwarzgeld, der zweite eine cholerisch veranlagte Witzfigur und der dritte ein aalglatter Selbstdarsteller, der Verfehlungen immer nur auf andere abzuwälzen versucht. Leistungsträger sind sie alle nicht - jedenfalls hat keiner von ihnen bisher etwas für unser Land geleistet (nein, die deutsche Einheit war NICHT der Verdienst Helmut Kohls sondern der von vielen Bürger, die auf die Straße gingen. Auch 95% der anderen Politiker zählen - für mich - keineswegs zur "Elite", auch wenn sie das selber vielleicht glauben - allen voran der Bundes-Hosenanzug.
    Guttenberg hat nicht nur geschummelt, sondern im Grunde auch noch Urkundenfälschung begangen, denn bei einer Doktorarbeit muß man doch meines Wissens nach die Richtigkeit mit seiner Unterschrift bestätigen.
    Die Häme und der Spott für "Herrn zu Googleberg"(so nennt ihn inzwischen die taz) sind jedenfalls voll gerechtferigt und treffen den Richtigen.
  3. #12

    Falsch

    tut mir leid aber ihr Kommentar ist eine Frechheit fuer viele die hart fuer ihre Doktarabreit gearbeitet haben. Die ichkenne (im Bereich Naturwissenschaften) arebiten taeglich 10 Stunden und mehr, oftmals auch am Wochende und das fuer ein mickriges Stipendum. Nur weil einige Professoren anscheinend leichtfertig die Titel vergeben (im Gegenzug fuer ...), gibt Ihnen das kein Recht, alle Doktorarbeiten zu diskreditieren.


    Zitat von brux Beitrag anzeigen
    Viel wert ist der Titel eigentlich schon lange nicht mehr.

    Ärzte schreiben ihre Doktorarbeit meist im 5. Semester und entsprechend dünn sind diese Werke dann auch. Aber der Durchschnittspatient geht eben eher zu einem Promovierten.

    In Deutschland mit seinen desavouierten Eliten ist der Doktor so etwas wie Monarchieersatz. Kein Wunder, dass unser Lieblings-Provinzadliger diese zusätzliche Aufwertung so dringend braucht.

    Heute sagt ein Doktortitel eigentlich nur, dass jemand den Weg aus der Uni nicht gefunden hat oder dass die Person leicht geltungssüchtig ist. Kaufen kann man den Titel natürlich auch.

    Deshalb gibt es so wenig Promovierte bei den Ingenieuren und so viele bei den Meinungswissenschaften. Ein Ingenieur kann nicht einfach etwas zusammen labern wie ein Jurist oder ein Philologe.

    Im Fall Guttenberg erwarte ich als nächstes das Auftauchen eines Ghostwriters, äh, Promotionsberaters. Niemals hat der feine Herr 400 Seiten eigenhändig verfasst.
  4. #13

    "Dr." im Namen als Anreiz

    Wenn man davon abkäme, dass der Doktortitel im Namen getragen würde, bin ich mir sicher dass sich die Zahl der Promotionen wenigstens halbieren würde.
    Ein sehr großer Beitrag zur universitären Forschung (+außeruniversitäre öffentliche Forschung) begründet sich heute auf die Arbeiten von Doktoranden. ...preiswerte udn häugig hochmotivierte wissenschaftliche Mitarbeiter...
    Fällt der Anreiz weg, dass man sich nach erfolgreichem Abschluss mit dem Titel im Namen schmücken kann, gäbe es außer für den Teil der Leute, die tatsächlich eine akademische Laufbahn anstreben, kaum noch einen Grund zur Promotion.
    Die Begutachtung der Arbeiten müsste meiner Meinung nach strenger, objektiver und sorgfältiger ausfallen. Leider wird potentiellen Gutachtern in diesen Zeiten, wo beispielsweise Salamipublikationen fast schon zum guten Ton gehören, immer mehr zu begutachtendes Material vorgelegt, weshalb eher eine gegenteilige Veränderung zu beobachten ist.
    So stellt sich mir beispielsweise auch die Frage, wie mit den gutachtern umgegangen wird, die für die Dissertation einer nachträglich aberkannten Doktorwürde eine positive Bewertung abgegeben haben.
  5. #14

    Dr

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Doktor ist ein wissenschaftlicher Grad, doch für die Elite des Landes bedeutet er vor allem eines: mehr Prestige. Jeder fünfte Bundestagsabgeordnete führt den "Dr." im Namen, elf Kabinettsmitglieder und jeder zweite Spitzenmanager. Was ist der Titel noch wert?

    http://www.spiegel.de/unispiegel/job...746139,00.html
    Ich bin selbst promoviert und habe das neben dem wissenschaftlichen Interesse an meinem Thema durchaus auch aus Eitelkeit getan.

    Doch was tut der Mensch nicht alles aus Eitelkeit? Das geht morgens beim Frisieren/Schminken los und hört den ganzen Tag nicht auf. Allein einen Spiegel zu besitzen wird in manchen budhistischen und christlichen Klostern bereits als eitel bezeichnet!

    Und wie viele Menschen machen gedanklich vor einem angeborenen, also nicht durch eigene Leistung erworbenen, Adelstitel einen Knicks?!

    Da lobe ich mir den "Dr." doch als eine durchaus sinnvolle uns leistungsorientierte Form der Eitelkeit.

    Wenn einer bei seiner Promotion betrügt, ist das im Übrigen etwas, das im Interesse aller redlich Promovierenden aufgeklärt und geahndet werden sollte.
  6. #15

    ....

    In den Laberfächern hat der Titel so oder so nie ein wert besäßen...
  7. #16

    Auszahlen

    Zitat von dango Beitrag anzeigen
    Ich bezweifle in sofern, dass ein Doktortitel sich im Endeffekt wirklich materiell auszahlt.
    Bei Ron Sommer wirklich nicht. Der promovierte respektabel mit 22 in Mathe an der Uni Wien und ging dann in den Vertrieb.
    Bei vielen anderen auch nicht, aber aus anderen Gründen.
    Aber bei manchen schon - ob gerechtfertigt oder nicht.
  8. #17

    Profs in Konzernspitzen?

    Ist das zeitlich machbar?
    Schließlich gibt es immer wieder klagen von Studenten das ihre Profs zu viel forschen und keine zeit für die Lehre haben. Und bei Profs an der FH heißt es immer das sie zu wenig forschen bzw. die dort mehr Zeit mit lehren verbringen.

    Und in der aktuellen Debatte zu Frauenquote las ich gerade einen Artikel in dem mal wieder festgestellt würde das Karriere von Führungskräften ein Vollzeitjob ist und das man öfters auch mal mehr Zeit investieren muss.

    Wie soll also eine Person zwei Vollzeitjobs erledigen, oder hat man in den Konzernspitzen nicht verstanden was eine Professur bedeutet. Es handelt sich dabei nicht um einen weiteren akademischer Grad oder einen anderen Titel, sondern es beschreibt eigentlich eine Tätigkeit und Position an einer Hochschule.

    Die höchste akademische Grad in Deutschland ist die Habilitation, bevor man aber die bekommt muss man aber ein paare Jahre investieren.

    Eine der beiden Aufgaben wird wohl auf der Strecke bleiben.
  9. #18

    Vieles richtig, aber...

    Zitat von Gottes-Gehörgang Beitrag anzeigen
    ...
    Dort kann man meist allein durch Fleiss und viel Lesen Dissertationen zusammenschreiben, von 1000 Seiten Text, die dann wie bei Guttenberg den Anschein liefern, irgendwas Neues erfunden zu haben.
    Das ist der eigentliche Kern des Problems!

    Eine Zwischenstellung nehmen dann die medizinischen Promotionen ein, die oftmals nur mehr oder weniger brauchbare Messreihen mit fragwürdig angewandten mathematisch-statistischen Tests verwursteln und somit zu grossen Teilen nur das Niveau von Diplomarbeiten in technischen Fächern erreichen.
    Als Dr. rer. nat. kenne ich viele Kollegen, die sich hierüber echauffieren. Ich finde es nur fair, ein praxisnahes und insgesamt sehr aufwendiges Studium wie das des Mediziners mit einem "einfachen" Doktor zu belohnen.

    und auch von unserem Wackelpudding im Hosenanzug, mit Ihrer respektablen Physikdissertation.
    Dieser Nebensatz ist mein eigentlicher Grund, Ihren Beitrag zu zitieren: Ist ihnen schon mal aufgefallen, dass unsere "respektable" Frau Dr. Wackelpudding schon zu Zeiten ihrer Promotion mit einem hochangesehene Wissenschaftler desselben Institutes liiert war? Die lächerlich inkompetenten Kommentare auf Fragen bezüglich der sachlichen Inhalte ihrer Dissertation, die ich bereits an mehreren Stellen lesen konnte (aber hier zu meinem Bedauern nicht zitieren kann) ließen mich bereits auf unlautere Gedanken kommen...
  10. #19

    .

    Zitat von felix_bach Beitrag anzeigen
    tut mir leid aber ihr Kommentar ist eine Frechheit fuer viele die hart fuer ihre Doktarabreit gearbeitet haben. Die ichkenne (im Bereich Naturwissenschaften) arebiten taeglich 10 Stunden und mehr, oftmals auch am Wochende und das fuer ein mickriges Stipendum. Nur weil einige Professoren anscheinend leichtfertig die Titel vergeben (im Gegenzug fuer ...), gibt Ihnen das kein Recht, alle Doktorarbeiten zu diskreditieren.
    Bitte nicht aufregen. Das ist es nicht wert. Und bitte nicht mit Unpromovierten über den Wert einer Promotion diskutieren. Das wäre genau so sinnvoll, wie mit einem Couchpotato über den Wert von sportlicher Betätigung zu diskutieren.


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