Forum


 

Karriere-Konkurrenz unter Studenten: Burnout beim Bachelor

So smart wirken sie, so zielstrebig, so leistungsorientiert. Die "Generation Bachelor" weiß, was sie will -*flott studieren und Erfolg im Beruf. Doch Psychologen warnen vor dieser Lebenslaufoptimierung: Das ständige Vergleichen unter den Studenten ist der schnellste Weg, unglücklich zu werden.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...810496,00.html
  1. #30

    Wie jedesmal bei diesem Thema gilt: Diejenigen mit den achso großen Problemen sind eine Minderheit (die sich zum Teil bevorzugt in Selbstmitleid suhlt).

    Zitat von eddybal99 Beitrag anzeigen
    Mehr als vier Jahre hat man in England und den USA auch nicht. Dazu kommen dort noch allgemeinbildende Themen. Haben die Professoren in Deutschland einmal wieder nicht ausgemistet? Glaubt man den Inhalt von sechs Jahren in vier lehren zu koennen? Meine eigene Erfahrung liegt schon ein wenig zurueck, aber schon vor der Jahrtausendwende scheiterte jede Reform an Sturheit und Egoismus der Professoren.
    Das sechs Studienjahre in vier gequetscht worden sind, ist eine Mär, verbreitet von Leuten die dem Studium einfach nicht gewachsen sind. Wenn im Bachelor wirklich ein Diplom enthalten wäre, würden a) sich die Arbeitgeber nicht zum Großteil weigern Bachelor einzustellen und b) was wird denn dann im Master unterrichtet?

    Passivist bringt es auf den Punkt:
    Zitat von Passivist Beitrag anzeigen
    Der Konkurrenzdruck ist auch so hoch, weil es immer mehr Studenten gibt. Das Studium wird mittlerweile als fast logische Fortsetzung des Abiturs, als "dritte Schulform" gesehen, so wie das Gymnasium als einzig wahre weiterführende Schule gilt. Ich habe selbst einen Master und ich zweifle daran, dass das Studieren früher angenehmer war. Es war lediglich weniger verschult und wurde wesentlich von Leuten wahrgenommen, die dazu befähigt waren, nicht von zahllosen Abiturienten, die um den Studierens Willen studieren wollen. Vielen mangelt es an Eigeninitiative, an Interesse für gesellschaftliche und politische Belange, sie sind in Friedenszeiten und für die Mehrheit der Erdbevölkerung unvorstellbarem Wohlstand groß geworden.
    Es stimmt einfach.
    Ja, auch mein Bachelor war anstrengend (im Gegensatz zum Master der Dank mehr planungsfreiheit ziemlich entspannt war), ja, ich habe mehr als einmal ans Hinschmeißen gedacht.

    Zitat von Steez Beitrag anzeigen
    Wahre Worte. Ich schreibe nächste Woche in einem tollen modularisierten Studiengang 3 von 6 Prüfungen. Für die erste am Montag hab ich allein 400 Seiten Skript, die ich mir noch reinhämmern muss.
    Drei von Sechs? Verzeihung, ich kenne Leute die in einer Woche fünf Klausuren geschrieben haben. Und diese sechs Prüfungen, sind das alle Prüfungen in diesem Semester? Da haben Sie wirklich keinen Grund sich zu beschweren.
  2. #31

    Ich wünschte, ich wäre 8 Jahre älter

    dann hätte ich wie meine Schwester auf Dipl. studieren können, an einer schönen uni, hätte mir 1,2 Semester mehr zeit gelassen und hätte auch mal auf eine WG-Party gekonnt.

    Ich bin im 2. Semester - und war bis dato auf drei Studentenfeiern unter der Woche!

    Studiengang: Wirt.Ing. an einer FH - die Vergleichbarkeit auf Grund des Bologna-Bullshits mit einer Uni ist jetzt gegeben. Höchstens die Wahlfächer machen noch etwas mehr Abwechslung

    Ich lerne pro Woche ca. 50h - habe einen Studienkredit aufgenommen und Gott sei dank vor diesem Drecks-Studiensystem eine Ausbildung zum Industriekfm gemacht mit English-Spezifizierung gemacht - ohne die Vorbildung (hatte im Abi MAthe + Elektrotechnik LK) würde ich grandios untergehen!

    Und die Masterplätze sind auch hier rar - pro Semester 25 Mann! Es werden i.d.R.120-160Mann immatrikuliert!

    Ich könnte heulen, wenn ich meine SChwester von Ihrer Studienzeit reden höre. Scheine sammeln, ob mit 4 oder 1 war egal - hauptsache du hast das ding - und dann party 1-2x die UNTER der Woche! Unvorstellbar. Heute musst du immerzu powern um ja auch einen guten Schnitt zu halten für den Master - man möchte ja vielleicht doch mal über den Tellerrand hinausschauen.

    Unsere Generation wurde um ihre Studienzeit betrogen und zu Fachidioten herangezogen. Das System ist einfach der letzte Scheißdreck - kein Prof von uns, den ich gefragt hätte, würde auf dem System studieren wollen!

    Ich bin im 2. Semester
  3. #32

    bachelor studenten haben bereits burnout syndrom?

    Das kommt davon wenn man eine gesellschaft hat wo man sich als moralisch erhabener als student fühlt, man auf nicht studierende herunterschaut als wären sie taugenichts.
    Man versucht verkrampft jeden auf die uni zu schicken, das viele jedoch nicht fuer die uni gemacht sind sieht man ja daran dass sie schon von burnout mit 22 jahren reden...
  4. #33

    ohne

    Zitat von Narn Beitrag anzeigen
    Drei von Sechs? Verzeihung, ich kenne Leute die in einer Woche fünf Klausuren geschrieben haben. Und diese sechs Prüfungen, sind das alle Prüfungen in diesem Semester? Da haben Sie wirklich keinen Grund sich zu beschweren.
    Tut mir leid, wenn das so rübergekommen ist. Die Anzahl stört mich nicht und ich bin mir bewusst, dass andere durchaus Stress haben. Vllt stört mich nur grad die Situation.

    Ein Freund von mir hat sein Studium (Powi) abgebrochen, wegen dem Druck von außen. Er hat einfach keinen Sinn im Abschluss gesehen.
    Sarkastisch dazu FSI Politik | Fachschaftsinitiative Politikwissenschaft | Uni Erlangen
  5. #34

    Zitat von _luz_ Beitrag anzeigen
    Ich bin im 2. Semester - und war bis dato auf drei Studentenfeiern unter der Woche! ...
    Aber auch für Sie: anscheinend bleibt Zeit genug um Spon zu lesen und in foren sich zu beschweren. Ich selbst bin Physikstudent im 9 Fachsemestrer (Master). Lerne weniger als 10 stunden in der woche, Praktisch überhauptnicht und gehe fast jeden tag feiern.
  6. #35

    man muss halt bißchen flexibel sein

    Wenn man mal ganz ehrlich ist, kriegt doch jeder am Ende nen Job. Man muss halt vielleicht Abstriche machen und evtl umziehen. Wem das zu viel ist, dem kann man dann halt auch nicht mehr helfen. Dann liegts aber vllt eher an einem selbst als am System.

    Und warum müssen alle nen Master machen? Ich kenne genügend Bachelor mit Bombenjobs. Unternehmen nehmen keine Bachelor? Selten so einen Quark gehört.

    Zum Thema Studium kann ich jedem Erstsemester nur raten: Chill. Es ist ne verdammt geile Zeit. Mitnehmen was man kann, Ausland etc. Danach ist der Zug abgefahren und man wacht im Reihenhaus auf und ist Mitte 40.
  7. #36

    Bachelor kein Stress - wenn man's locker nimmt.

    Zuerst einmal mein Werdegang:

    - Abitur mit 19
    - Zivildienst
    - BA-Studium im Medienbereich seit WS 08/09

    Und nein! - Ich kriege keine Panik weil ich de facto bald im 8. Hochschulsemester meinen Bachelor studiere.
    Wie habe ich die Zeit rum gebracht? Durch ein Auslandssemester in Bangkok und durch ein 6-monatiges Praktikum in einer Onlineredaktion eines der größten deutschen Unternehmen (und noch zwei Kurzpraktika während der Semesterferien). Jetzt bin ich bald 24 und werde im kommenden Sommersemester meinen Bachelor abschließen. Danach soll der Master folgen, gerne wieder mit Praxissemester und Auslandssemester.
    Schlussendlich könnte ich 26-27 Jahre alt sein wenn ich mein Studium abgeschlossen habe, kling alt, aber meiner bisherigen Erfahrung nach (v.a. während Gesprächen mit Vorgesetzten) habe ich absolut keine Bedenken, dass meine Qualifikationen im Anschluss gefragt sind und ich einen guten Einstieg im Job hinlegen kann. Mal ehrlich: Meine Personalchefs und beruflichen Kontakte waren fast durchweg der Meinung lieber die reifere und erfahrenere Person einzustellen, als den 22-jährigen Turbostudenten, der so gut wie nichts vom Leben weiß!

    Ich frage mich wieso sich offensichtlich eine ganze Generation auf eine schnelle Semesterzahl einschießt. Kommilitonen von mir miteingeschlossen -> ein Großteil hat den Bachelor in der Tasche, aber sie müssen JETZT, mit abgeschlossenem Studium, ein Praktikum absolvieren. Super, und dafür sind sie unbedingt schnell fertig geworden?
    Persönlich finde ich ein rundes Studium mit allen möglichen Erfahrung viel besser und hochwertiger, als ein Turbostudium.
    Dazu zählen auch WG-Partys und davon habe ich genug gefeiert und werde auch noch genug im Master-Studium feiern können, ohne gleich ausgebrannt zu sein. Einfach mal das Leben lockerer nehmen - nicht so versteift sein. Personaler wollen auch Persönlichkeiten und keine Maschinen.
    Natürlich kann ich nur für die Medienstudiengänge sprechen und andere Studiengänge (vor allem im technischen Bereich) erfordern bestimmt mehr Semesterwochenstunden und mehr offiziellen Workload. Ein Problem sollte es aber nicht sein - Medienschaffende müssen sich dagegen mit viel mehr Eigeninitiative wie freier Mitarbeit und Praktika herumschlagen, also Leute aus technischen Studiengängen, die meist ohne große vorherige Arbeitserfahrung nach Studienende direkt einsteigen können.
  8. #37

    ich zitiere nur einen großteil meiner dozenten, wenn ich den bachelor als "bulimiestudium" bezeichne...andererseits habe ich als altstudiengängler die erfahrung gemacht, dass den studenten, die in meinen seminaren als ba saßen, die noten oft hinterhergeschmissen bekamen. was brauchen sie? reicht ihnen ne 2,0? 1,7 wäre aber besser...gut ok!

    da hat mich immer sehr gestört, denn wir altstudiengängler haben denselben druck gehabt und bekamen oft die schlechteren noten....und selbst wenn die noten im studium gut waren, bekamen wir bei den abschlussprüfungen eine reingedrückt.....da bekam ein 2er student schnell mal eine 4 in der prüfung. wenn man sich dann beschwert hat, hieß es nur: ach, sie in den alten studiengängen kriegen doch immer nen job, egal wie schlecht sie sind...bei ihnen weiß man doch, dass sie im studium mehr geleistet haben, als auswendig lernen.....ist wie mit den abiturienten...wenn da einer mit ner 3,8 ne ausbildung machen will, hat der 2,0 - realschüler keine chance mehr....

    wenn selbst die einstellung in der hochschullehre so ist, wie sie ist und vor allen dingen so manch hochschule gegen den ba/ma wehrt, dann kann man sich das doch auch sparen.....
  9. #38

    Ich habe zum WiSE mit dem Jura-Studium angefangen und finde ehrlich gesagt der Artikel untertreibt sogar noch leicht.

    Zu Beginn war alles fantastisch, man genoss das Studentenleben so wie man es sich vorgestellt hatte. Doch als dann die Klausuren anstanden hat man teilweise seine neuen Freunde nicht mehr wiedererkannt.

    Die Hauptaktivität besteht jetzt darin, ins "Seminar" zu gehen. Dem Ort, wo sämtliche schriftlcihen Werke gesammelt sind. Dort wird gelernt, kollektiv.
    Das Seminar ist mit einer Lichtschranke wie im Kaufhaus gesichert, weil Jura das Fach mit dem höchsten Bücherschwund ist. Bücher werden geklaut, nach der Lektüre vernichtet, extra falsch eingeordnet, unter den Tischen festgeklebt und so präpariert, dass manche Passagen nicht mehr lesbar sind (ganze Textpassagen werden mit schwarzem Edding durchgestrichen, nciht nur in einem Buch, sodnern in jedem wo die Passage vorkommt)

    Beim Betreten des Seminars wird man von allen Seiten böse angesehen, an der Tür klebt ein Zettel auf dem mit Kugelschreiber geschrieben steht: "Wer die Tür knallt den bring ich um".
    Platz wird Neuankömmlingen nur ungern gemacht, dann werden Bücher unter lautem Stöhnen auf die andere Seite des Tisches geknallt und shcon wird man wieder von allen Seiten böse angesehen.
    Übermäßig in Büchern blättern ist tabu, ebenso wie das rhythmische Tippen auf dem Lapop.

    Ich hasse das Seminar, ich kann dort nicht lernen. Jeder kontrolliert jeden, von allen Seiten wird man angestarrt. Am nächsten Tag darf man sich von seinen eigenen "Freunden" anhören dass man das Seminar ja schon äußerst früh wieder verlassen hätte.

    Wenn ich jetzt sage dass ich nach der Uni nach Hause gehe lernen, werde ich belächelt. Dabei braucht man die Bücher im Seminar in den ersten Semestern gar nicht. Sie werden auch nur von höheren Semestern oder Studenten die eine Hausarbeit schreiben genutzt.

    Das Seminar dient alleine der gegenseitigen Kontrolle. Auf welcher Seite ist er? Was macht er gerade? Ist er schon so weit wie ich?

    Das Seminar wird natürlich bis Schließung um viertel vor 12 besucht, Samstags natürlich auch (!!!), wobei sich dann beschwert wird dass das Seminar nur bis zum späten Naqchmittag geöffnet hat und sonntags überhaupt nicht, was ja "unverschämt" sei.

    Hauptsthema außerhalb des Seminars sind Praktika und sonstige zusätzliche Leistungen. Die Regelstudiendauer wird schon vorausschauend um mindestens ein Jahr gekürzt, weshalb man sich ja jetzt schon um die ersten drei Praktika bewerben müsste und die Hausarbeit natürlich auch 2 Semester vorziehen sollte.


    Zum Glück ist nur noch eine Woche Uni. Ich geh zur Zeit nur noch zu den Vorlesungen und versuche mit den meisten nicht zu reden.
    Ich bin überzeugt dass ich das Studium auch baschließen kann ohne meine komplette Freizeit zu opfern. Wenn das allgemein nicht mehr möglich sein sollte, dann werde ich etwas anderes machen und jedem von einem Studium abraten.
  10. #39

    Selbstwertgefühl!

    Zitat von Xtasy178 Beitrag anzeigen
    bachelor studenten haben bereits burnout syndrom?

    Das kommt davon wenn man eine gesellschaft hat wo man sich als moralisch erhabener als student fühlt, man auf nicht studierende herunterschaut als wären sie taugenichts.
    Man versucht verkrampft jeden auf die uni zu schicken, das viele jedoch nicht fuer die uni gemacht sind sieht man ja daran dass sie schon von burnout mit 22 jahren reden...
    Hinzu kommt, dass man schon in der Grundschule all jenen Kindern systematisch das Selbstwertgefühl schreddert, die nicht mit sechs auf Englisch neugierig sind, sondern auf andere Dinge.

    Leider bekommen sie die meist nicht mehr - wo findet man nach der Schule noch Kindergruppen die gemeinsam spielen?

    Die Konditionierungsmaschine läuft auf Hochtouren, nun - glücklich jene, die schon in jungen Jahren Spaß am Lernen haben und jene, die sich Ihr Selbstbewußtsein auch mit einem Quali erhalten und eine gute Lehrstelle im Handwerk finden, später ihren Meister machen und Spaß an der unabhängigen Arbeit haben.

    Sicher gibt es auch heute noch glückliche Schüler, Studenten, arbeitende Menschen - es könnten aber genauso sicher viel mehr sein, vor allem könnten die viel Sinnvolleres arbeiten.

    Ingenieure die Ihre Geisteskraft in die Entwicklung von PKW´s investieren, welche Geschwindigkeiten im Bereich jenseits der 200 erreichen können und immer noch mehr als 5 Liter auf 100 km verwbrauchen, die Schiffe konstruieren die immer noch Reibunskoeffizienten produzieren wie zur Urzeiten und dabei mit Schweröldieseln getrieben werden - etc. etc. - die Masse plant und produziert Schwachsinn, vom Bürokratiewahn ganz abgesehen.

    Unsere Gesellschaft ist extrem arm, da sie es nicht versteht die grandiosen Chancen, die unsere Vorfahren mit Ihrem Leiden ermöglicht haben zu nutzen - so leiden wir weiter - bis irgendwann keine Chancen mehr zum grundlegenden Umbau der sozialen und wirtschaftlichen Strukturen bestehen - und erneut alles in Blut und Chaos versinkt.


TOP



TOP