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Karriere-Konkurrenz unter Studenten: Burnout beim Bachelor
So smart wirken sie, so zielstrebig, so leistungsorientiert. Die "Generation Bachelor" weiß, was sie will -*flott studieren und Erfolg im Beruf. Doch Psychologen warnen vor dieser Lebenslaufoptimierung: Das ständige Vergleichen unter den Studenten ist der schnellste Weg, unglücklich zu werden.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...810496,00.html
- #10 23.01.2012 15:54 von
Das ist so gewollt
Der Stress geht doch schon in der 3. Grundschulklasse los, wenn der Schulwechsel in den Blick kommt und die 8jährigen für's Gymnasium fit gemacht werden müssen. Das ist in Deutschland so gewollt; alles andere wird wahlweise als Weltuntergang oder als ideologische Gleichmacherei abgeschmettert. Was an der Uni stattfindet, ist nur die logische Fortsetzung davon. Also verstehe ich das Jammern nicht.
- #11 23.01.2012 15:58 von
Warum tut man sich in Deutschland so schwer damit?
Mehr als vier Jahre hat man in England und den USA auch nicht. Dazu kommen dort noch allgemeinbildende Themen. Haben die Professoren in Deutschland einmal wieder nicht ausgemistet? Glaubt man den Inhalt von sechs Jahren in vier lehren zu koennen? Meine eigene Erfahrung liegt schon ein wenig zurueck, aber schon vor der Jahrtausendwende scheiterte jede Reform an Sturheit und Egoismus der Professoren.
- #12 23.01.2012 15:59 von
oh man
Also als erstes mal: Bachelor Abschluss ist SEHR GUT
(Ja ich bin Bachelor und ja ich bin schon fertig und ja ich habe einen gut bezahlten Job)
Schneller effizienter Abschluss und man kann sich falls man doch was anderes möchte im Master nochmal für eine (zumindest etwas) andere Richtung entscheiden, was früher nicht möglich war.
Und dann die super Beispiele hier:
Laura*, 22, Bachelorstudentin der Germanistik
Marcel Wicker, 23, ... Medienbereich
Das sind nichtmal Anspruchsvolle Studiengänge und die Leute versagen da schon? Na dann wirds ja lustig für sie, wenn sie mal arbeiten wollen ...
Ich habe ein Ingenieurstudium fertig, in Regelstudienzeit und war bei weitem nicht der einzige im Jahrgang. Also nicht weinen sondern einfach bisschen mehr lernen - #13 23.01.2012 16:01 von
Super Noten, kein Interesse
Ich höre von immer mehr Kommilitonen, dass sie überhaupt nicht wissen, warum sie das Fach studieren oder was sie damit anfangen sollen. Alle rennen drei Jahre in die Uni, studieren ihre Fächern, sitzen vor einem Arbeitgeber und können ihm nicht erklären, warum sie studiert haben und wo ihre Interessen liegen.
Durch den Bachelor und die Vielzahl der studierenden werden vor allem die belohnt, die in der Schule super waren. An den TUs rennen die ganzen Mathe Physik LKler rum, immer super Noten, exzellentes Studium, null Interesse.
Studis, die in ihrer Freizeit Motoren auseinander gebaut haben, in der Schule Mittelmaß waren, aber Interesse mitbringen, gehen trotz guter Noten unter. - #14 23.01.2012 16:10 von
was für ein gejammere...
Uni-Studium 1985-1989
Abschluss Diplom
regelmäßige Seminare, der Studienablauf war organisiert, die Prüfungen standen fest (am Ende des Semesters), und wer eine Prüfung vermasselt hatte, hatte noch zwei Chancen, diese abzulegen - dann war Schluss.
Da gab es nicht die Frage, ob das Studium "zu schaffen war", es gab nur die Frage, wer gut genug war, es bis zur letzten Prüfung zu schaffen.
So schlecht kann das Studium damals nicht gewesen sein, basiert doch darauf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands.
Gern können wir die Anforderungen noch weiter senken, den Stoff noch weiter reduzieren - irgendwann wird der Geselle mit Berufsausbildung mehr gelernt haben als ein Student mit Abschluss.
Oder werden auch da die Kenntnisse an den schlechtesten Azubi angepasst? Nur damit er "durchkommt"? - #15 23.01.2012 16:12 von
Studium = Mast
Wahre Worte. Ich schreibe nächste Woche in einem tollen modularisierten Studiengang 3 von 6 Prüfungen. Für die erste am Montag hab ich allein 400 Seiten Skript, die ich mir noch reinhämmern muss.
Wenn ich nach der Prüfung auf die Toilette gehe, weiß ich von dem ganzen Thema nichts mehr.
Aber frag mal einen Dozenten im Unterricht nach einem interessanten Thema: Keine Zeit.
Ich habe Angst von der Uni zu kommen und hinterher so viel zu wissen wie vorher. - #16 23.01.2012 16:16 von
Der gute alte Karl Marx
Dieser Leistungsdruck und die ständige Herumoptimiererei am menschlichen Tun sind nichts Anderes als moderne Instrumente der Ausbeutung. Nicht nur die Maschinen müssen rund um die Uhr laufen Wer bis spätestens Mitte 50 nicht psychisch und physisch ruiniert ist, muss ein notorischer Faulpelz sein. Diesmal sind die Boni und Karriereversprechen das Opium fürs Volk.
- #17 23.01.2012 16:17 von
...
Der Konkurrenzdruck ist auch so hoch, weil es immer mehr Studenten gibt. Das Studium wird mittlerweile als fast logische Fortsetzung des Abiturs, als "dritte Schulform" gesehen, so wie das Gymnasium als einzig wahre weiterführende Schule gilt. Ich habe selbst einen Master und ich zweifle daran, dass das Studieren früher angenehmer war. Es war lediglich weniger verschult und wurde wesentlich von Leuten wahrgenommen, die dazu befähigt waren, nicht von zahllosen Abiturienten, die um den Studierens Willen studieren wollen. Vielen mangelt es an Eigeninitiative, an Interesse für gesellschaftliche und politische Belange, sie sind in Friedenszeiten und für die Mehrheit der Erdbevölkerung unvorstellbarem Wohlstand groß geworden. Jetzt redet man ihnen ein, sie müssten "Karriere" machen und sie haben da eigentlich gar keine Lust drauf. Kein Wunder, dass ihnen ein 7-Stunden-Tag in einem Bachelorstudiengang dann viel erscheint - wer tut schon gerne Dinge, zu denen er sich gezwungen fühlt.
Ich halte das für ein ganz grundlegendes Problem dieser Generation, für das wir irgendwann einmal die Quittung erhalten. - #18 23.01.2012 16:21 von
Finger weg vom Studium
Einen tollen Job nach dem Studium zu bekommen ist kein Regelfall mehr, denn man landet in den Zeitarbeitsfirmen.
Schaut euch Ingenieure an: beinahe 40, nur Überstunden, immer noch Mietwohnung, ein Kind wenn überhaupt. Dann schaut euch Handwerker an: mehrere Kinder, eigenens Haus.
Lasst die Finger weg vom Studium: weil zu viele studieren ist es nichts mehr wert, hingegen sinkt die Anzahl der Menschen die handwerklich was machen können. - #19 23.01.2012 16:30 von
-
Vielleicht mag das ja auch da dran liegen, dass doch einige Leute an die Unis strömen, die für ein Hochschulstudium einfach nicht geeignet sind.
Abi kriegt man heute nachgeschmissen (Vater Staat will es so), und an der Uni fängt dann das große Heulen an, wenn's dann intellektuell nicht reicht...
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