Forum


 

Karriere bei unbekannten Firmen: Komm ins schöne Rottendorf

s.OliverIhre Produkte kennen nur wenige, ihr Firmensitz versteckt sich irgendwo im Nirgendwo: "Hidden Champions" tun sich schwer, neue Manager, Ingenieure oder Informatiker zu locken. Dabei punkten Provinzgrößen oft mit Jobs für Menschen, die mehr sein wollen als ein Rädchen im Getriebe.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...842185,00.html
  1. #1

    S. Oliver

    Ist das nicht einer der wenigen Arbeitgeber, wo bei Kündigung seitens des AN die Sperrfrist wegfällt?
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Marketing allein reicht nicht. Um Standortnachteile auszugleichen, müssen Mittelständler mehr bieten: Eigenverantwortung, flache Hierarchien, wenig Bürokratie, kurze Entscheidungswege, im Idealfall ein familiäres Miteinander. Die wertvollen Fachkräfte sollen es in Rottendorf und anderswo so schön wie möglich haben.
    Ein wichtiger Punkt wird im Artikel aber nicht genannt: Oft zahlen kleine und mittlere Unternehmen nur unterdurchschnittliche Löhne. Ich kenne einige Fälle, wo mir Mitarbeiter erst erzählt haben, dass ihre Firma Stellen nicht besetzen könne, danach wird dann kopfschüttelnd erwähnt, dass das bei dem unterdurchschnittlichen Lohn kein Wunder sei... Und auch von Vorgesetzten hab ich das aus Provinz-Unternehmen schon gehört, die ihren Mitarbeitern gegenüber dann frank und frei zugeben "Wir wissen, dass wir Sie hier für dieses Gehalt nicht langfristig halten können."
  3. #3

    Anwesenheitspflicht

    Was mir am meisten bei den ach so modernen Unternehmen fehlt, ist die bei Arbeitnehmern imm er als selbstverständlich vorausgesetzte Flexibilität...

    Als Software-Entwickler habe ich momentan nicht allzu schlechte Vorraussetzungen, einen neuen adäquaten Job zu finden (man wechselt ja auch mal gerne), aber ich habe keine Lust mehr auf diese ständige Pendelei.

    Gerade in meiner Branche, wo es wirklich kein Problem darstellt, auch von zu Hause zu arbeiten. Videokonferenzen, Handys alles möglich, aber nein, man möchte den persönlichen Zugriff ja nicht aufgeben.

    Dafür reichen meiner Meinung nach zwei Tage in der Woche völlig aus. Alles Planungssache.
  4. #4

    Das große Pendeln

    Würzburg ist mit 130.000 Einwohnern sicher keine Weltstadt, aber auch kein Kuhdorf. Rottendorf ist von Würzburg gerade einmal 7 km weg, also eine Distanz, die man abends locker nach Hause joggen kann. Das soll "Pendeln" sein? So mancher Hamburger, Berliner, Kölner "pendelt" innerhalb seiner Stadt deutlich länger (in Strecke und Zeit).
  5. #5

    Nur südlich des Weisswurst-Äquators?

    Firmen mit diesen Problemen gibt es auch an anderen Standorten - z.B. im Märkischen Kreis (Lüdenscheid/Iserlohn) knapp 50 km südlich des "Ruhrpotts"
  6. #6

    Umziehen

    Auch Unternehmen können umziehen. Die Großstädte - vor allem die vier Millionenstädte - werden immer attraktiver.

    Warum sollen eigentlich immer nur die Arbeitnehmer flexibel sein?
  7. #7

    Die selbsternannten Weltmarktführer

    in der Provinz finden nur aus einem Grund keine Leute:
    Miese Bezahlung. Wer zieht denn freiwillig in die Pampa ohne ordentliche Buschzulage? Inz. herrscht in diesen Provinzklitschen die gleiche Shareholder-Value-Denke: Gehts dem Laden ein Quartal schlecht wird gleich wieder das Personal freigesetzt. Und dann find mal was passendes in der "Region" sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, an Hausbau o.ä. nicht zu denken => hochgradig unattraktiv.
    In diesen Familienbetrieben herrscht ausserdem alles andere als modernes Unternehmertum, da täuscht der moderne Firmenneubau auch nicht drüber hinweg: Partriarchisches Gehabe quer durch alle Abteilungen, wo jeder sich was auf seine Pseudoposten einbildet das lässt man dann auch das Personal unter sich spüren, was ich da schon für Dinge bei den "Weltmarktführerern" erlebt habe, man merkt halt doch dass man in der Provinz ist.

    Viel Spass beim Weitersuche und Rumjammern über den Fachkräftemangel, das ist 100% von den Firmen selbst verschuldet.
  8. #8

    Geschmacksache:

    Zitat von fsiggi2 Beitrag anzeigen
    Die Großstädte ... werden immer attraktiver.
    Manche mögen's halt ruhiger - arbeiten und leben lieber, wo gestresste Großstädter am Wochenende hinflüchten oder gar für teures Geld Urlaub machen :-D

    Diese Freunde der ländlichen Idylle aber sollen dann schon so flexibel sein, in die ungeliebte Großstadt zu ziehen...? oO
  9. #9

    Wahrheit über Testo

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ihre Produkte kennen nur wenige, ihr Firmensitz versteckt sich irgendwo im Nirgendwo: "Hidden Champions" tun sich schwer, neue Manager, Ingenieure oder Informatiker zu locken. Dabei punkten Provinzgrößen oft mit Jobs für Menschen, die mehr sein wollen als ein Rädchen im Getriebe.

    Karriere im Mittelstand: Jobs bei unbekannten Weltmarktführern - SPIEGEL ONLINE
    Interessant finde ich, wie hier so positiv über das Unternehmen Testo geschrieben wird. Dass es für dieses Unternehmen schwierig ist, Leute zu finden, liegt nicht nur an der Abgeschiedenheit, sondern auch an viel zu hoch geschraubten Ansprüchen an Bewerber. Das Unternehmen scheint mir allzu wählerisch bei der Personalauswahl zu sein.

    Ich selbst hatte 2009 meinen Arbeitsplatz in Freiburg nebst vielen weiteren Kollegen verloren. Ich und viele andere Kollegen haben sich als Ingenieure bei Testo beworben, obwohl dieses Unternehmen trotz Krise massiv in Freiburger Medien mit Stellenanzeigen geworben hat. Von diesen Kollegen haben zwar viele eine Einladung bei Testo zum Vorstellungsgespräch (ich übrigens auch) bekommen, und das war es - Absagen. Niemand, den ich kenne, hat dort eine Stelle bekommen.

    Wenn man also so wählerisch ist, dann macht man sich den Fachkräftemangel eben selbst. Wie man übrigens dem Bewertungsportal Kununu entnehmen kann, ist bei Testo übrigens auch die Bezahlung eher mau, wenn auch das Betriebsklima wohl nicht allzu schlecht ist.

    Testo in Lenzkirch | Job, Gehalt, Betriebsklima, Ausbildung

    Und da das ganze Gerede über den Fachkräftemangel in Deutschland sowieso nur dreistes Lobbyisten-Gelüge ist (wie eben auch bei Testo), hat mich dann die Arbeitssuche in die Schweiz geführt, wo ich seit zwei Jahren sehr zufrieden lebe.


TOP



TOP