Polen ist ein völlig anderer Fall als Griechenland, bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Einmal kommt ein nicht geringer Teil heutigen Wohlstands dadurch zustande, daß in den 90er Jahren massenhaft junge Menschen im Ausland geschuftet haben und ihre Kinder von den Großeltern erziehen ließen - ich bewundere das, aber halte es nicht für ein wünschenswertes Wirtschaftsmodell. Zum anderen leben viele Polen objektiv unter elenden Umständen, aber begehren nicht auf, weil sie in den 80er Jahren noch mit Fleischmarken in Schlangen vor leeren Lebensmittelgeschäften standen - auf dem Rücken dieser anständigen kleinen Leute läßt sich leichter soziale Spaltung ausleben.
Neid? Wieviele Deutsche schleimen sich mit Parteibuch in den öffentlichen Dienst? und würden Steuern hinterziehen, wenn sie könnten? Wieviele Deutsche arbeiten nebenher schwarz, melden die Lebensgemeinschaft nicht beim Arbeitsamt usw.? Und will man Wahlfehlentscheidungen mit aufgezwungener Verelendung "bestrafen"? Dann sollte bei den Idioten angefangen werden, die Schröder und Fischer gewählt haben.
Siehe Argentinien. Grenzen dicht, anders bekommt das griechische Volk die Flucht der Abzocker nicht in den Griff. Aussetzung des Devisenverkehrs, Rückkehr zu einer Binnenwährung. Transparenz nach innen: es wird ein harter Weg, volle Kompensation für alle Leidtragenden ist unmöglich, die Regierung sollte sich darauf konzentrieren, jedem das Existenzminimum zu sichern. Transparenz nach außen: nicht zu stolz sein, um nach Sachhilfe und Unterstützung zu fragen. Ermutigung der Bürger zur Entwicklung eigener Wirtschaftskreisläufe. Griechen sind genauso Menschen wie Deutsche, Polen und Argentinier, die bekommen das auch genauso hin. - Was besseres fällt mir nicht ein, aber ich hoffe, daß die Leute, die dafür bezahlt werden, etwas differenzierteres entwerfen können.

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