Forum


 

Kampf gegen Rezession: EU bastelt an Wachstumsprogramm

EC/Eureka SlideDie Pläne in der EU zur Ankurbelung der Wirtschaft kommen offenbar voran. Laut einem Bericht der spanischen Zeitung "El País" will Brüssel dafür bis zu 200 Milliarden Euro locker machen. Der Clou: Statt klammer Staaten sollen private Kapitalgeber Geld zuschießen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...830634,00.html
  1. #10

    Wenn man private Investoren nur anlocken kann wenn die Europäische Investitionsbank eine Bürgschaft gewährt ist sind diese "Investitionsprojekte" doch hochgradig risikobehaftet. Wären sie es nicht, würden private Anleger und risikobereite Fonds dort sofort ihr Geld investieren, auch ohne Garantie.

    Wenn EU-Institutionen den Privatbanken Bürgschaften gewähren müssen damit diese noch Geld ausleihen können sie's gleich seber machen. Warum den Privaten auch noch die Zinsen schenken, beim nächsten Crash muß sie der vor allem deutsche Steuerzahler eh' wieder freikaufen.

    Ehrlich, bei soviel finanzieller Ignoranz kommen mir die Tränen, mit genau dieser Einstellung hat uns doch die EU-Politik diese Krise erst eingebrockt.
    Mein Eindruck: Das ist noch lange nicht vorbei solange die EU für miserabel wirtschaftende Länder noch Geld aus Deutschland und anderen Staaten mit hoher Fiskaldisziplin absaugen kann. Die Gier dort ist groß.
  2. #11

    Das ist richtig. Der Bedarf besteht dringend,

    Zitat von Europa! Beitrag anzeigen
    Brennerbasistunnel, Sonnenenergie in Griechenland, Spanien, Italien und Portugal, Hochleistungstrassen für elektrische Energie, Breitbandanschlüsse für ganz Europa, Ausbau der technischen Hochschulen - es gibt viel zu tun! Packen wir's an! Europa muss zusammenwachsen!
    ...nur wer baut denn die Anlagen in Griechenland, Spanien oder Portugal? Die dort ansässigen privaten Investoren haben sich bis heute eher in Grundstückspekulation und Lebenslust hervorgetan. Der Energiesektor ist staatlich. Es gibt kaum ernstzunehmende technische Ausrüster in den Problemzonen der EU. Da wird einfach alles eingekauft.
    Also gehen die Aufträge eher an die nicht lateinischen Eu Länder. Wann sollen wir in DACH und Benelux das alles abarbeiten?
    Die EU ist zu schnell gewachsen. Ein Hobby (Griechenland) reicht vollkommen aus.
  3. #12

    Bravo! Durch den Bau von subventionierten Luftschlössern kommt die Konjuktur im Süden wieder richtig in Fahrt.
  4. #13

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    Die wirtschaftsschwachen Südstaaten brauchen Transferzahlungen
    wie Ostdeutschland nach der deutschen Wiedervereinigung.
    Auf europäischer Ebene muss der Norden für den Süden bezahlen.

    Oder die PIGS werden aus der Eurozone, dem gemeinsamenWährungsraum rausgeschnissen, so dass nur eine Nordeurozone
    übrigbleibt.
    Rausschmeißen oder zahlen: Tertium non datur. (Ein Drittes ist nicht gegeben).Das ist leider die Realität des Lebens, schnelles Entscheiden oder
    Handeln ist jetzt zwingend erforderlich!
    Meine Befürchtung ist eher, dass es zu spät ist. Wieder bzw. immer noch hat man zu viel Zeit gebraucht. Mittlerweile ist fast jedes Euro-Land um Deutschland herum in einer Rezession. Die Sparbemühungen sind überzogen. Das konnte man von vornherein wissen. Die Wirtschaft auch in den seinerzeit noch starken Nord-Ländern ist mit in die Rezession gezogen worden. Österreich dürfte nun auch offiziell in eine Rezession kommen, Frankreich ist damit ebenfalls sehr gefährdet.

    Die Sparbemühungen sollten zunächst ausgesetzt werden. Damit auch der Fiskalpakt verschoben werden. Ein paralleler Einsatz mit einem Wachstumspakt dürfte in der aktuellen Situation nicht viel bringen. Der Wachstumspakt würde wahrscheinlich nicht ausreichen, das wieder aufzubauen, was durch die Sparbemühungen auch in der Wirtschaft zerstört wurde. Die Pakte könnten sich egalisieren und würden damit auch nicht wirklich weiterhelfen.

    Gleichzeitig sollte Basel III verschoben werden und an den bereits erfolgten Massnahmen gefreezt werden, damit man mal einen Plan machen kann, wie das Bankensystem in vernünftigen Schritten reformiert werden kann, ohne den Steuerzahler hierfür bluten zu lassen. Nach einer Reform kann dann Basel weiter fortgeführt werden.

    Die Institutionen der EU (EZB, nationale Notenbanken, Target2-System) müssen ebenfalls reformiert werden. Es kann nicht sein, dass nationale Notenbanken unabhängig voneinander ihre Geldpolitik (tlw. gegeneinander) betreiben.
  5. #14

    1. Erst die Steuern für Unternehmen und Reiche senken
    Folge ist: Das Defizit steigt
    2. Sozialleistungen, Bildung etc. kürzen
    Die Konjunktur geht zurück
    3. Konjunkturprogramm auflegen, mit der die Industrie die Aufträge erhält, die die Bevölkerung ihr nicht mehr geben kann
    Folge: Verschuldung steigt wieder/weiter
    4. Voraussichtlich: Sozialleistungen weiter kürzen

    Das Geld was den Bürgern durch das Spardiktat genommen wurde, wird also direkt an die Industrie als "Konjunkturprogramm" transferiert. Wäre ja noch schöner, wenn nur die Banken mit einem warmen Geldsegen rechnen dürfen.
  6. #15

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Pläne in der EU zur Ankurbelung der Wirtschaft kommen offenbar voran. Laut einem Bericht der spanischen Zeitung "El País" will Brüssel dafür bis zu 200 Milliarden Euro locker machen. Der Clou: Statt klammer Staaten sollen private Kapitalgeber Geld zuschießen.
    ... Dasselbe hatten wir doch schonmal zwischen 2001 und 2008, aber diesesmal wird das Ergebnis sicherlich ganz anders sein ...
    "Kluge Männer pflegen nicht grundlos und zu Unrecht zu sagen, wer die Zukunft voraussehen wolle, müsse die Vergangenheit betrachten, denn alle Begebenheiten auf dieser Welt haben immer ihr Seitenstück in der Vergangenheit. Dies kommt daher, dass sie von Menschen vollbracht werden, die stets von den gleichen Leidenschaften beherrscht sind oder waren. Dieselben Ursachen müssen aber notwendigerweise dieselben Wirkungen haben."
  7. #16

    Luftschlösser

    Zitat von Attraktor1 Beitrag anzeigen
    Bravo! Durch den Bau von subventionierten Luftschlössern kommt die Konjuktur im Süden wieder richtig in Fahrt.
    Richtig! Der Bau von jeder Menge von subventionierten Luftschlössern hat die Süd-EU ja schon in die aktuelle verheerende Lage gebracht.

    Da hilft es sicher, wenn man noch ein paar Gazillionen gutes Geld dem schon Schlechten hinterherwirft.
  8. #17

    gescheiterte Rezepte

    Die fest im linken Lager verankerte Zeitung "El País" hat während der gesamten Dauer der Regierungszeit der Sozialisten genau die Wirtschaftspolitik befürwortet, die das Land nach einer Scheinblüte nachhaltig in die Rezession getrieben und die internationale Wettbewerbsfähigkeit Spaniens zerstört hat.

    Jetzt fordert "El País" das Ganze im zweiten Anlauf auf gesamteuropäischer Ebene nochmals zu probieren.

    Geht's noch?

    Um die noch verbleibenden Länder mit einer halbwegs nachhaltig funktionierenden Wirtschaft wie Deutschland auch noch zu ruinieren? Damit es dann allen gleich schlecht geht? Stimmt, das wäre dann sozial gerechter weil alle gleich arm...
  9. #18

    Na hoffentlich reagieren die Investoren nicht verschnupft!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Pläne in der EU zur Ankurbelung der Wirtschaft kommen offenbar voran. Laut einem Bericht de
    Der Kapitalschnitt in Griechenland blutet noch, da sollen private Investoren also im Süden der Währungsunion kräftig in Projekte investieren.
    Na da werden die sich aber freuen, wobei die Länder wegen der Kapitalschwemme sogar noch Glück haben könnten.
    Na schön, klingt ja erstmal prima!
    Und wer soll die Projekte planen und begleiten?
    Das Geld soll doch nicht etwa den nationalen Pleiteregierungen in die Hand gegeben werden, oder?
    Die Mafia in Italien soll ja schon erste Projekte vorgeschlagen haben! ;o)
    Die EU etwa?
    Das sind doch die Stümper, die sich beim Datenaustausch mit den Amerikanern schon so toll haben übers Ohr hauen lassen, oder bei den Handelsverträgen mit Südkorea usw. und so fort.
    Oder vielleicht die Banken in Südeuropa, die sich so bestens sanieren könnten?
    Natürlich muss ein Wachstum ganz besonders in den PIIGS angeschoben werden und es könnte sogar funktionieren.
    Das Problem das ich sehe, ist die Umsetzung und die Kontrolle.
    Ist dass nicht in vertrauenswürdigen Händen, explodieren nicht nur die Kosten, sondern große Teile der Mittel landen überall, bloß nicht bei den Projekten.
    Deutschland trägt den Löwenanteil der Kosten, da brauchen wir uns nichts vormachen.
    Aber dann soll die Kanzlerin das Geld mal nicht so vertrauensselig rüber reichen sondern den Daumen drauf halten und dafür sorgen, dass die deutsche Industrie ihren Anteil am Erfolg der Maßnahmen hat.
    Denn bis die ganzen Projekte Früchte tragen, wird es noch eine Weile dauern. Wenn Deutschland seine erwirtschafteten Gewinne aber einzig und allein ins Ausland investiert, bleibt unser Land dabei am Ende Verlierer.
    Der Süden steht mal wieder blühend da und Deutschland ist dann wieder der arme Mann Europas. Wo waren eigentlich damals die Solidarmaßnahmen der Südperipherie?
    (Ja ja, ich weiß...., aber man wird doch mal fragen dürfen! ;o)

    Soweit ich mich erinnern kann war das Einzige was kam, die Sorge um die deutschen Zahlungen in den EU-Topf als Schröder auf die Bremse trat und ein wenig Häme!

    Alles wiederholt sich, während der Süden intensiv gestützt wurde, wird Deutschland wieder alleine zu sehen können, wie es das wundgearbeitete Rückgrat wieder in Schwung bekommt.
    Denn die rund 2 Billionen offiziellen Schulden Deutschlands, die geheimen dürften auch recht erheblich sein, werden bis dahin eher wachsen, denn schrumpfen und niemand wird Deutschland bei deren Tilgung stützen.

    Und eins wird die EU bis zu einem hoffentlich erfolgreichen Ende der Maßnahmen unbedingt brauchen: Einen Arsch voll Glück!
    Kommt irgendwas dazwischen, womöglich etwas das Deutschland massiv belastet, dann ist es aus!
    Aber was solls, ohne Glück fängt die Katze auch keine Maus!
  10. #19

    Basteln ist der richtige Ausdruck

    Eigentlich sollte es sich langsam herumgesprochen haben, dass es nur ein erfolgversprechendes Rezept für ein stetiges Wachstums gibt. Hohe Konsumneigung, hervorgerufen durch gerechte Verteilung des Volkseinkommens und einer positiven Grundhaltung der Bevölkerung.

    Genau daran scheiterte das keynesianische Deficit spending immer in der Praxis. Not gibt keine Hoffnung oder um mit Luther zu sprechen: "Aus einen betrübten Arsche kommt kein fröhlicher Furz". Staatliche Einflüsse können notgedrungen nur immer Basteleien sein, Flickschusterei. Keynes hat nicht genügend Ökonomie studiert, z.B. die Schriften von François Quesnay aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts.

    Seine Kreislauftheorie ist nicht nur bestechende Logik, sondern erfolgreiche Handlungsanweisung. Wer dem volkswirtschaftlichen Kreislauf Geld für Kredite entnimmt, bremst damit gleichzeitig den Konsum aus. Das ist der Denkfehler von Keynes. Und bis heute plappern die Staatsökonomen dessen längst falsifizierte Lehre nach.

    Egal, was die EU macht, sie erzeugt mit ihren autokratischen Massnahmen nur Verdruss und noch mehr Hoffnungslosigkeit bei den Menschen. Weil die wissen, dass sie es sind, die zurückzahlen müssen. Nur bei den beglückten Politikern ist die Freude gross, wenn sie wieder einmal ihre bestimmten Freunde bedienen können.








TOP



TOP