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Kampf gegen die Saatgutindustrie: Der Kartoffel-Krieger

SPIEGEL ONLINEKarsten Ellenberg kämpft gegen die Übermacht der Saatgutkonzerne. 2009 rettete der Züchter die Kartoffelsorte Linda, inzwischen gilt er als Symbolfigur einer neuen Bauernmacht. Besuch bei einem Mann, der sich mit der Bio-Nische nicht zufrieden gibt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...846403,00.html
  1. #10

    schlicht besser?

    Das Argument der Saatgutindustrie, neue Züchtungen seien schlicht besser, ist absoluter Quatsch. Was besser ist, ist immer relativ. Sind Handys besser als ein Analogtelefon, nur weil sie neuer sind. Neue Produkte sind oft anders, aber keinesfalls besser. Wer einmal von Handy zu Handy telefoniert, danach von Analog-Festnetz zu Analog-Festnetz, der wird das bestätigen.

    Alte Züchtungen haben sich bewährt, vor allem in Punkto Verträglichkeit wenn sie gegessen werden. Wer sagt denn, dass neue Züchtungen nicht in 20 Jahren unliebsame Eigenschaften offenbaren? Schon alleine aus dieser Unsicherheit heraus kann man nicht sagen, dass neue Züchtungen besser sind.
    Ich wünsche dem "Kartoffel-Krieger" weiterhin viel Durchhaltevermögen und starke Nerven.
  2. #11

    ein Held

    Mosanto und Co sind vom gleichen Schlag wie die Eurokraten, Bankster und sonstigen Blutsauger, die momentan die Völker auspressen und verhetzen
  3. #12

    Kartoffelkrieger

    Zitat von fludd Beitrag anzeigen
    Das halte ich für nur eine Seite der Medaille. Der Zeitgeist betrachtet Natur und Umwelt (leider) vermehrt als Ressource oder gar Technologiespielplatz. Abschaffung aller natürlichen Lebensräume und Umwandlung der Erde in eine riesige Plantage halte ich leider! für nicht ganz auszuschließen.
    Vielleicht ist es neben dem wachen, auf die Konzernaktivitäten gerichtetem, Auge zudem wichtig, das Bewusstsein, dass wir Menschen Wesen der Natur sind und dass wir die Natur zum gesunden Leben brauchen, zu bewahren oder gar wiederzubeleben.
    Es ist ein Unding, dass Monsato Saatgut billig oder gar umsonst an arme Bauern in Entwicklungslaendern abgibt und dann unter Strafe stellt, wenn diese Bauern einen Teil der Ernte als neues Saatgut benutzen wollen. Das ist Agrarfaschismus und muss, so schnell wie moeglich, geahndet werden. Es zwingt vieler dieser Bauern in den Ruin,weil sie das neue Saatgut von Monsato zu teuren Preisen aufen muessen. Und : das neue Saatgut ist so minderweretig, dass es Allergien und Fettleibigkeit foerdert.
  4. #13

    Kartoffelkrieger

    Zitat von pömpel Beitrag anzeigen
    Zulassungsprozesse sind einfach nur nervig ! Auch in anderen Landwirtschaftlichen Sparten wird immer wieder verhindert, dass alte Sorten wieder angebaut werden, weil es sich keiner leisten kann sie zuzulassen.
    Die Großen Züchter möchten keine bessere Qualität sondern immer impotentere Pflanzen, welche sich.....
    Muessen die "alten Zeiten" vorbei sein ? Wir sollten das nicht einfach hinnehmen.
  5. #14

    Stimmt:

    Zitat von the.memory.hole.1984 Beitrag anzeigen
    Es ist schoen, dass es Leute wie Herrn Ellenberg gibt, die sich um den Erhalt der Vielfalt bemuehen.
    Aber warten Sie's ab: Demnächst diskutieren wir wieder über Lkw-Maut oder motorisierten Individualverkehr - gewiß nicht ohne die unvermeidlichen Aufforderungen zur freiwilligen Selbstbeschränkung auf Produkte aus der näheren Umgebung: Man brauche schließlich keine -zig Joghurt-, Bier- oder oder eben auch Kartoffelsorten ;-)

    Wozu also eigentlich mit viel Aufwand eine Vielfalt pflegen, wenn man - die Buy-Local-Prediger beim Wort nehmend - dann doch wieder auf die paar Sorten zurückgeworfen wird, die die heimische Landwirtschaft anbaut...? oO
  6. #15

    Gesitiges Eigentum

    Man kann doch nicht einfach Kartoffeln Raubkopieren! ;)
  7. #16

    open source

    Keine Ahnung was so eine Wiederzulassung kostet aber warum schließen sich die Biobauerverbände nicht zusammen, lassen die Sorte zu und stellen das Ganze unter einer "open source" Lizenz allen zur verfügung?
  8. #17

    Förderungen?

    Wie ist das denn mit den EU-Förderungen?
    BESTIMMT wird doch der Kartoffelanbau von der EU gefördert... weil ja alles in der EU-Landwirtschaft gefördert wird. Das würde jedenfalls erklären, warum die Eurokraten hineinreden können, was er auf seinen EIGENEN Acker anbauen darf.

    Frage: Geht es hier nicht darum, ob er für "Linda" auch FÖRDERGELDER bekommt? Und das bei geringeren Produktionskosten? (Ich fände es übrigens nicht verwerflich, wenn die EU-Fördergelder den BAUERN zugute kämen und nicht den Saatgutkonzernen)
  9. #18

    Richtig ist, dass die Kartoffelsorte Schrott ist und sich nicht verkauft. Völlig verständlich, dass der Saatguthersteller die Kosten der aufwändigen Zertifizierung gescheut hat. Es waren die Verbnraucher, die das Produkt nicht mehr wollten.

    Zuvor hatte der Hersteller die Sorte aufwendig entwickelt, und deshalb waren seine Rechte geschützt.

    Das sollte auch so bleiben, denn sonst macht sich niemand mehr die Mühre, Zucht zu betreiben, was sehr sehr viel Geld kostet.

    Dann wird das Geschrei groß sein, wenn die Großen im Markt sich bei den kleinen bedienen, weil deren Entwicklungen nicht geschützt sind.

    Schön zu sehen, wie hier wieder eine Menge Leute (wahrscheinlich Städter) zu Themen schreiben, von denen Sie nicht den Hauch einer Ahnung haben.
  10. #19

    Zitat von OskarVernon Beitrag anzeigen
    Wozu also eigentlich mit viel Aufwand eine Vielfalt pflegen, wenn man ... dann doch wieder auf die paar Sorten zurückgeworfen wird, die die heimische Landwirtschaft anbaut...?
    Weil die Beschränkung auf "ein paar Sorten" dumm ist. Ich hab 11 Kartoffelsorten im Garten. Eine hat keinen Ertrag, einige mäßigen und einige sehr guten Ertrag gehabt. Liegt ein ganzes Stück am Wetter.
    Durch mehrere Sorten kann man Ausfälle ausgleichen, weil man ja vorher schlecht weiss, wie der Sommer wird. Hat man nur 1-2 Sorten, und die kommen mit dem Wetter nicht klar, hat man schnell einen erheblichen Ernteausfall.
    Aber das interessiert die Bauern ja nicht. Fällt die Ernte schlecht aus, wird ein bißchen gejammert und schon gibts wieder irgendwelche Ausgleichszahlungen der EU.


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