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Kampf der Prestige-Gier: Der Dr. als Titel muss weg
In den USA wurde Fritz Strack für seinen "Prof. Dr." ausgelacht - und macht sich angesichts der Skandal-Doktorarbeiten von Guttenberg und Co. Gedanken übers deutsche Recht. Mit einer kleinen Änderungen, sagt der Wissenschaftler, ließen sich Eitelkeits- und Karriere-Promotionen leicht ausbremsen.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...770186,00.html
- #10 24.06.2011 13:55 von
Dann aber auch...
Arm und Reich: Da nicht klar ist, ob jedes Vermögen rechtmäßig erworben wurde müssen alle Vermögenden soviel Geld an den Staat abgeben, bis sie nur noch soviel haben, wie ein Bundestagsabgeordneter... dann herrscht Gerechtigkeit (und der Anreiz für Korruption unter Politikern wäre auch kleiner).
Also nee... selten solch eine Quatsch gelesen, wie von Ihnen. IMHO.
Eine Bande von faulen Politikern erschleicht sich Titel und als einzige Konsequenz fällt Ihnen ein, daß man dann am besten die Titel abschafft?
Der Doktor ist ein Zeichen für eine erworbene Qualifikation, die man mit Stolz tragen kann. Und so mache ich das auch. Da lasse ich mir von Ihnen nicht ein gutmenschliches Buckeln vor einer Konsens-Gleichmachergesellschaft vorschreiben.
Daß sich einige bis ins Mark verrottete Politikersubjekte mit falschen Auszeichnungen schmücken wollen, ist ein Fall für den Staatsanwalt -- mehr aber auch nicht.
Aber daß diese Bande von Politikern solche Titel abschafft -- wenn sie schon selbst keine rechtmäßig zu tragen imstande sind -- könnte wahrscheinlich problemlos durch den Bundestag gehen.
P.S.: Einen ordentlichen Dr. erarbeitet man sich über viele Jahre mit großen Entbehrungen in 80 Stundenwochen bei kargem Lohn ohne Urlaub. Und daß man damit hinterher besser verdient, das halte ich für ein Gerücht. - #11 24.06.2011 13:57 von
...
Irgendwie erinnert mich das "they call you Professor Doctor?" an "Helmut? Your name ist Helmut? Haha, that's like calling your kid 'lamp shade'" aus "Night on Earth". Vermutlich war das einfach nur eine Dumpfbratze, wie es sie recht häufig im Personal auf Flughäfen gibt...
Ich verstehe aber nicht, warum allein die Frage, ob der Dr.-Titel im Perso eintragbar ist oder nicht, solche Auswirkungen haben sollte. Dem Eitlen würden auch so noch genügend Gelegenheiten gegeben werden, um den Doktor-Titel ins rechte Licht zu rücken. Immerhin wird derlei ja in vielen Formularen wie z.B. bei der Eröffnung eines Bankkontos einfach abgefragt (die Bank freut sich ja schließlich auch über jede freiwillige Angabe, die die Kreditwürdigkeit des Kontoinhabers einzuschätzen hilft...). Auch auf Wahlplakate und Visitenkarten könnten die drei Buchstaben jederzeit erscheinen. Wo ist da die Verbesserung? Dass man bei der Grenzkontrolle oder bei der Alkoholkontrolle als "Herr Doktor" angeredet würde, nur, weil das so im Perso steht, habe ich jedenfalls noch nicht erlebt... - #12 24.06.2011 14:00 von
das Problem....
....ist ja nicht der Titel, sondern seine gesellschaftliche Interpretation und das damit hierarchische Überlegenheitsdenken.
Das wird sich auch wieder breit machen, sollte man dem o.g. Vorschlag folgen: Dann werden eben die ganz Eitlen auch noch zusätzlich ihren phil Dr. machen mit noch mehr geschwellter Brust...
So lange der Mensch das unreflektierte Obrigkeitsdenken nicht aufgibt, wird es immer gleiche Effekte geben.
Die USA denken da vielleicht von Anfang an demokratischer. - #13 24.06.2011 14:00 von
Auf Thema geantwortet
Aha. Einen promovierten und habilitierten Wissenschaftler berührt es peinlich, wenn eine Saftschubse mit dem IQ des von ihr feilgebotenen Tomatensafts sich über seine Titel lustig macht ... das ist ja allerhand.
Für mich ist das allein ein Zeichen dafür, dass der Autor dringend eine Therapie benötigt, denn offensichlich haben auch seine Titel nicht zur Überwindung seiner Minderwertigkeitskomplexe beigetragen.
Let's face ist, Prof. Dr. Strack:
Ein Doktortitel besagt nicht mehr oder weniger, dass
- der Titelinhaber Akademiker ist;
- seine Leistungen im Studium so gut waren, dass ihn ein Doktorvater promovieren wollte;
- er eine Dissertation geschrieben; und
- eine mündliche Prüfung bestanden hat.
Wenn die Nicht-Doktortitelträger dem die Bedeutung beimessen, der Doktortitelträger sein quasi Gottgleich und könne über Wasser wandeln, dann ist das doch nicht das Problem des Doktortitelträgers.
Und was soll der Unfug mit der Änderung des Personalausweisgesetzes? Dann sage ich meiner Bank, meinem Arbeitgeber, meiner Versicherung und meiner Putzfrau eben selbst, dass ich promoviert bin - sollte ich das Gefühl haben, das würde irgendjemanden interessieren. - #14 24.06.2011 14:02 von Lady Wanda
Schon Goethe wusste...
um den Unsinn mit dem Doktortitel. "Ein Titel muss sie erst vertraulich machen, dass Eure Kunst viel Künste übersteigt. Zum Willkomm tappt Ihr dann nach allen Sieben Sachen um die ein andrer viele Jahre streicht. Versteht das Pülslein klug zu drücken und greift mit feurig-schlauen Blicken ihr um die schlanke Hüfte frei - zu sehn wie fest geschnürt sie sei..."
(Faust I, Schülerszene)
Lieber Herr Strack... sie haben ja sooo recht. Ich kann nur sagen: "gut gebrüllt Löwe..." und der Sturm im Wasserglas den Sie bei etlichen Vorpostern ausgelöst haben kann frau schon zum Schmunzeln bringen. - #15 24.06.2011 14:04 von
...
Naja ob medizinische Doktorarbeiten so das wahre sind, moechte ich mal bezweifeln und auch ihren wissenschaftlichen impact. Viel mehr soloten Mediziner fuer ihre abgeschlossene Facharzt Ausbildung ihren Dr. erhalten und nicht dafuer das man sich z.b ein paar Monate mit der statistischen Auswertung von operationsmethoden beschaeftigt und dann ein paar Seiten (wobei ich ihnen recht gebe masse ist nicht gleich Klasse, ich kenne z.B. einen Fall wo jemandem die besondere Auszeichnug seiner Doktorarbeit verwehrt wurde, da er/sie einfach zuviel und zu Prosa Artig geschriebenhat) dazu schreibt.
Daher finde ich die amerikanische Bezeichnung MD und PhD eiggentlich sehr gut und etwas aeuqivalentes wuerde sich in Dt. gut machen oder einfach gleich die amerikanischen Bezeichung uebernehmen, zumindest fuer den PhD da man eh im Kontakt mit vielen Nationalitaeten kommt und der PhD den meisten gelaeufieger ist als der dt. Dr. - #16 24.06.2011 14:06 von brain_in_a_tank
...
Im Grunde ist die Handhabung doch schon laengst so. Ein Dr. med. hat lange nicht den Wert eines Dr.rer.nat. Und die Bedeutung eines Dr. jur, Dr. phil. usw. kann man auch gerne diskutieren. Das Problem besteht darin, dass der Allgemeinheit alles als Dr. verkauf und somit gleichgemacht wird.Zitat von Fritz Strack
Generell sind Leute ja suspekt, die ueberall Wert auf diesen Dr- Zusatz legen. Sie koennen anscheinend nicht durch ihre Persoenlichkeit ueberzeugen, und meussen deshalb deutlich auf ihren Grad hinweisen.
Der Vorschlag im Artikel haette zur Folge, dass der Anreiz verloren geht, seine akademische Ausbildung durch eine Promotion zu beenden, da dieser Abschluss ja entsprechend entwertet wird. Aber gerade im Rahem einer Promotion macht man noch einige wichtige Erfahrungen (sofern sie einem nicht geschenkt wird), und das sollte durchaus mit einem Vorteil bei der Karriere belohnt werden. Ansonsten wuerden ja egtl nur noch diejenigen eine Promotion anstreben, die in der Wissenschaft bleiben wollen, und wenn sich dabei herausstellt, dass es nichts ist, haben sie einige Jahre verschenkt. Andersherum gibt es durchaus einige, die eine Promotion des Titels wegen angefangen haben, dann aber doch vom wissenschaftlichen Eifer erfasst wurden und weitergemacht haben.
Das Problem liegt woanders, naemlich bei den Professoren (wie der Autor), die es nicht schaffen, eine angemessene Promotion zu gewaehrleisten, die den Anforderungen gerecht wird. Das erlaubt dann solche schwarzen Schafe in der Politik, die das ganze System aushebeln. Wueerden die Professoren die Arbeit richtig machen, ordentlich betreuen und begutachten, und nicht so stark auf Vetternwirtschaft setzen, dann haette das System nicht so viele Schwachstellen und alles waere in Ordnung. Mich deucht daher, dass der Autor als Prof. Dr. von seiner Verantwortung ablenken will, um so als Opfer des Systems dazustehen. Denn in der ganzen diskussion um Plagiate sind ja die Professoren auch immer wieder in die kritik geraten... - #17 24.06.2011 14:07 von
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Jemand der sich die Mühe macht und jahrelang für eine Doktorarbeit ehrlich und gewissenhaft arbeitet, der darf sich danach natürlich auch mit einem Titel schmücken. Das hebt diese Person ja auf kein anderes Level. Er weis ggf. eine Menge aus seinem Fachgebiet und bei anderen Dingen scheitert er kläglich. So what. Schlimm wird es doch dann nur, wenn diese Personen durch ihren Titel etwas erwarten oder etwas bestimmtes erreichen wollen wie z. B. automatische Ehrfurcht von anderen ihm gegenüber. Aber so ist das in Deutschland. Gibt es mit irgendwas ein Problem, muss es weg. Am besten mit Verboten. Das was um die Plagiatoren geschiet, ist das super. Es wird aufgedeckt, welche Heuchler dort unterwegs waren. Es wird aufgedeckt, wie schlampig und naiv die Uni´s teilweise kontrollieren und es wird aufgedeckt, wie sehr wir uns als Bürger von so etwas blenden lassen. Besser geht es doch nicht wenn in so kurzer Zeit so viel klar wird.
- #18 24.06.2011 14:07 von
Partialkorrelation
Der Zusammenhang ist doch meistens so:
man promoviert weil man Talent hat und fleissig ist,
man macht Karriere weil man Talent hat und fleissig ist.
Man macht nicht Karriere WEIL man einen Titel hat. In der Statistik nennt man das "Partialkorrelation": die Korrelation zwischen "Titel" und "Berufserfolg" dürfte nahe bei Null sein, wenn man den Faktor "Talent & Fleiss" eliminiert. Ein dummer Doktor wird keinen Erfolg haben. - #19 24.06.2011 14:09 von
Prestige Dr. in Amerika
Bleibt bei dem schlecht recherchierten Artikel noch zu erwähnen, dass Ärzte in den USA sogar ein spezielles Nummernschild erhalten, das mit der Abkürzung MD für Medical Doctor (Arzt) beginnen. Damit dürfen Ärzte in den USA praktisch überall und kostenlos parken.
Na, das wäre doch was, hm?
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