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Kampf der Prestige-Gier: Der Dr. als Titel muss weg

In den USA wurde Fritz Strack für seinen "Prof. Dr." ausgelacht - und macht sich angesichts der Skandal-Doktorarbeiten von Guttenberg und Co. Gedanken übers deutsche Recht. Mit einer kleinen Änderungen, sagt der Wissenschaftler, ließen sich Eitelkeits- und Karriere-Promotionen leicht ausbremsen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...770186,00.html
  1. #170

    Prof. Dr. dumbatz

    In der Tat: Völlig unabhängig von allen Titeln muss sich Fachlichkeit jeden Tag aufs Neue beweisen. Eine Lusche mit vielen Titeln ist eher auffällig.

    Zitat von don_politicus Beitrag anzeigen
    Ich habe ehrlich gesagt Probleme damit, ein Mdizin"studium" von einer Ausbuildung unterscheiden zu können; demnächst akademisieren wir auch den Fleischer, damit die Filetproduktion weniger Abfall produziert. Und tatsächlich hat mich ein Randgebiet meines Studiums auch in die Innere Medizin verschlagen. Und da durfte das Hirn auch tatsächlich schön auf Stand-By schalten.
    Wenn diese Sätze für Sie als Sozialwissenschaftler eine Arbeitsprobe für die Öffentlichkeit darstellen, tun Sie gut daran sämtliche Titel von Ihren Visitenkarten zu löschen. SIE lösen damit in der Tat nur schallendes Gelächter aus.

    Zitat von don_politicus Beitrag anzeigen
    Soll doch jeder machen mit seinem Titel was er will - der Staat (Perso) soll diesen Mist nicht auch noch unterstützen. Bravo!
    Wissenschaftliches Denken wird nicht in jedem Studium ausreichend gelehrt. In der Medizin beispielsweise fehlt ein Seminar über Wissenschaftstheorie insbesondere über die Interpretation von wissenschaftlichen Studien. Daran orientiert sich schließlich die Bewertung von Diagnoseverfahren und Therapien. Die eigene wissenschaftliche Arbeit eröffnet da Horizonte. Man lernt am eigenen Beispiel mit wissenschaftlichen Arbeiten und deren Limitationen umzugehen. Diese Fähigkeit ist für die Berufsausübung von erheblicher Bedeutung.
    Ist die medizinische Promotion verzichtbar? Ich denke, nein. Diese zusätzliche Qualifikation kann durchaus mit Stolz dokumentiert werden.

    Wer sich vom "Italiener um die Ecke" mit Herr/Frau Prof. Dr. anreden lässt...dem ist sowieso nicht zu helfen.
  2. #171

    Der arme Dr. Strack

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In den USA wurde Fritz Strack für seinen "Prof. Dr." ausgelacht ...
    Ich glaube, es gibt kein Land dieser Erde, bei dem es mir besser Wurscht wäre, wenn sie mich für eine "Tradition" meines Landes belächeln würden.

    Die haben wahrsch. gelacht, weil sie gar nicht soviele Buchstaben und Abkürzungen auf einmal verarbeiten können -> Die neue Bildungsstudie der USA spräche dafür ;)

    Und überhaupt: Wie kommt man auf die Idee, aufgrund der Begegnung mit 2 Flughafen-Angstellten deutsche Gesetze zu ändern? Das Problem der externen Promovenden ist kein übergreifendes. Nur weil es ein paar schwarze Schafe gibt? Dafür soll man die Gelegenheit aufgeben, so viele wissenschaftlich tätige Menschen in einem Land anzusammeln? Vll ist die Erkenntnis des einzelnen ext. Pr. nicht so gigantisch, wie bei einem Wiss. MA, der rund um die Uhr Sklave des Profs ist, aber wenn die Säule weggbricht (die sicherlich auch noch viele Wiss. MA beträfe), sehe ich schon die Hilferufe nach ausländischen Fachkräften...

    Ist doch immer derselbe Käse...
  3. #172

    Vornamen sind keine Leistung

    Zitat von makromizer Beitrag anzeigen
    Sich Dr. nennen zu lassen, ist in der Tat eine ziemlich lächerliche Eigenschaft der deutschen Namenskultur. Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, in dem sich nie jemand von meinen Verwandten als Dr. hat ansprechen lassen.
    In Schweden sprachen wir selbst alle Professoren incl. Dekan nur beim Vornamen an
    Die Annahme, dass dadurch weniger Respekt ihnen gegenüber entsteht, ist einfach nur lächerlich, vielmehr respektiert man sie halt wegen ihren fachlichen und menschlichen Kompetenzen, statt wegen eines Titels, der im Grunde nicht sonderlich viel aussagt.

    Wer solche abstrakten Identifikationsmerkmale unbedingt braucht, soll dem halt nacheifern, ich werde mich jedenfalls nie dazu hinreißen, meinen Respekt dermaßen undifferenziert zu verleihen.
    Jeder Rapper auf der Straße fordert immer "Respect" nur im akademischen Leben soll das nicht gelten?
    Zu behaupten, in "lockerem" Umfeld ginge alles besser, irrt (Volvo, Saab). Ein wenig mehr akademischer Respekt täte unseren Hochschulen ganz gut, wenn man sich den Alltag in deutschen Hörsälen 2011 mal anschaut.

    Ich kann keine übertriebene Titelgeilheit im Unialltag erkennen,im Gegenteil. Wer sehen will wie sowas lächerlich ist,muss schon nach Österreich schauen.
  4. #173

    PhD

    Zitat von croo511 Beitrag anzeigen
    Ich frage mich, ob man ausgerechnet die USA als Beispiel anführen muss. Dort führt auch jeder seinen PhD hinter dem Namen und vergisst auch nicht, bei jeser Gelegenheit darauf hinzuweisen. Das scheint mir Resultat der Tatsache, dass bei der ganzen Gleichmacherei ein Kanal zur Unterscheidung geschaffen werden muss. Und unter dem beschriebenen Gesichtspunkt einer Adelung aufgrund der eigenen Leistung find ich das ganz positiv. Allerdings sollte natürlich auf Kontrolle dieser Leitung besser geachtet werden.
    Das wird wohl von der Unternehmenskultur abhängen. Bei uns war es z.B. (auch in D) nicht üblich und ich habe noch nie jemanden getroffen (werder in D noch in den USA), der in irgendeiner Form auf die Anrede hingewiesen hat.
  5. #174

    ...keine Frage

    Zitat von Montanabear Beitrag anzeigen
    Ich finde die Idee gar nicht gut. Warum soll ein Mensch verschweigen, dass er extra Arbeit und Anstrengung nicht gescheut hat ? Hier wäre die elende Gleichmacherei fehl am Platze. Das Land braucht mehr ehrliche Doktortitel.
    Die Reaktion in den USA bezog sich auf das doppelt Gemoppelte : Professor und Dr. Oder Prof. Dr. Dr., wie beim Dekan der westeuropäischen Fakultät and der Georgetown University. Er hat zwei Doktortitel, weist darauf jedoch nur hin, wenn es eine Legimitation nötig macht. Auf einen Dr. besteht er jedoch.
    Fragwürdig finde ich allerdings das Dr.h.c., Dr..h.c. Das ist pure Angabe.
    ...nee,nee! Für die hehre Wissenschaft, die wirklich schöne und erfüllende, braucht man keine Titels nich, aber zum Angeben, weil man's da doch so nötig hat. Bloß bei den Damen und Herren des horizontalen Gewerbes z.B., da zählt anderes!
    Erinnern Sie sich vielleicht noch an die Werbung für eine bestimmte und nicht schlechte Tageszeitung?:
    Kommt hinter dieser Zeitung versteckt eine Person, mit dem "Paternoster" hochgefahren in die Chefetage, wo alle Speichellecker des Chefs bereits auf den Chef am Fahrstuhl warten, der bekanntlich immer schon im Fahrstuhl diese bestimmte Tageszeitung liest, aber diesmal verbirgt sich dahinter der schabernaksche Lehrjungen-Lorbas und grinst nur, faltet die Zeitung zusammen und steckt sie ganz chefmännisch in die Jackentasche!
    Gelungener Werbetext dazu:
    "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf!"
    Überall die gleiche Eitelkeit, nur national differenziert: bei uns wirbt man mit Titeln aller Art, in den USA z.B. mit alten Sportfotos oder Sportvereinszugehörigkeiten, aber arbeiten und forschen, läßt sich's in den USA wirklich angenehmer als hier bei uns, keine Frage....!
  6. #175

    Gab's schon mal...

    2. Teil: Dr. med. Schmalspur? Es braucht einen neuen Grad für Mediziner
    In Deutschland wäre es nicht neu, Doktortitel abzuschaffen.

    Ins Klassendenken der DDR passte das nicht und deshalb hat man den Dipl.Med. den Diplommediziner eingeführt, analog zum Diplomingenieur.
  7. #176

    Frau Dr.

    Zitat von schnurzelpu Beitrag anzeigen
    Aber ansonsten finde ich dieses "Herr Dr." nur peinlich und lächerlich. Aber jeder macht sich zum Affen, wie er kann. Ich bevorzuge andere Methoden. "Frau Dr." ist ok. Das ist nicht affig, denkt sowieso jeder an Zahnarztfrau (oh das war jetzt böse und affig).
    Herr Dr. ist peinlich, aber Frau Dr. ist ok? Welcher Logik entspringt das?
  8. #177

    Der Untertan

    Der Untertan ist in diesem Fall nicht wie im gleichnamigen Buch der strebsame Akademiker, sondern, der den zeitlichen Gegebenheiten ergebene Verfasser dieses Textes.
    Amerikanische Zustaende sind fuer den modernen akademischen Untertanen das Mass aller Dinge. Wie kann ich im System der PhDs, Masters, MDs und US amerikanischen Pseudoeliteuniversitaeten Anerkennung finden? Und sei es auch nur bei der Passkontrolle.
    Da muessen erstmal die Wertvorstellungen der einfach promovierten Kollegen ueber Bord geworfen werden;. Man will ja drueber stehen, als Prof Dr. oder besser noch als globalisierter Clown.......
  9. #178

    Titel

    Zitat von unwissender3000 Beitrag anzeigen
    Der Untertan ist in diesem Fall nicht wie im gleichnamigen Buch der strebsame Akademiker, sondern, der den zeitlichen Gegebenheiten ergebene Verfasser dieses Textes.
    Amerikanische Zustaende sind fuer den modernen akademischen Untertanen das Mass aller Dinge. Wie kann ich im System der PhDs, Masters, MDs und US amerikanischen Pseudoeliteuniversitaeten Anerkennung finden? Und sei es auch nur bei der Passkontrolle.
    Da muessen erstmal die Wertvorstellungen der einfach promovierten Kollegen ueber Bord geworfen werden;. Man will ja drueber stehen, als Prof Dr. oder besser noch als globalisierter Clown.......
    Danke, aehnliches lag mir auch in den Fingern.
    "Globalisierter Clown" trifft als Bezeichnung sehr gut zu! Vielen die hier von "sichtbarer Leistung" und "sich in der Praxis bewaehren" schreiben ist wohl nicht klar, wie es in USA und UK ablaeuft. Waehrend in Deutschland die Titel "Diplom" und "Doktor" aussagekraeftig genug sind jemanden zum Vorstellungsgespraech einzulagen, muss der Angel-Sachse einen Stapel "Zertifikate" liefern und Referenzen von jedem Freund, Bekannten und ehemaligen Arbeitgeber beibringen. Das Vertrauen in die (akademische) Ausbildung ist in diesen Laendern nachhaltig zerstoert. Das ist im Grunde genommen die Ursache fuer die Guenstlingswirtschaft die dort so verbreitet ist.
  10. #179

    Der übliche Irrtum

    Zitat von Antagonist 175 Beitrag anzeigen
    Ich bin der Meinung, wer etwas kann, braucht solch einen Titel nicht.
    Das mag beim Schreiner ums Eck so sein, aber leider bekomme ich nach meinem Studium, obs mir passt oder nicht, einen Grad verliehen. Ob ich den führe oder verheimliche, ist natürlich meine Sache. Ich könnte bei Bewerbungen diesen Teil meines Lebens einfach löschen oder den Abschluss verschweigen ("nein, ich habs nicht so mit Titeln, bitte respektieren Sie das"). Die höchste Forschungsposition in Deutschland und vermutlich überall auf der Welt ist eben der Professor. Auch wenn mans nicht vor seinen Namen klebt, ist mans halt. Man kann nicht sagen, ich werd Professor, aber ich will kein Professor sein.

    Ich habe großen Respekt vor Menschen, die wirklich etwas geleistet haben unabhängig von der Tätigkeit!
    Und da kommt das nächste Klischee des Unwissenden: Nämlich die unterschwellige Behauptung, dass man ja eigentlich nichts geleistet hat, außer ein paar Schmuckurkunden anzusammeln.

    Wir leben in einer Demokratie und da gehören solche Namenszusätze eigentlich nicht dazu. Auch andere Menschen haben für ihre "Profession" hart gearbeitet und kommen ganz gut damit klar,dass sie keinen "Titel" tragen dürfen und auch größtenteils gar nicht wollen. Ich gebe aber zu der Ein oder Andere, wäre schon scharf darauf.
    Schön, dass das erwähnt wird... denn die örtlichen Handwerksmeister geben sich schon recht gern mit diesem "Titel" aus. Warum? Weil er einfach suggeriert, dass die Person was kann. Und auch wenn ich kein Meister bin und weiß, dass den Kurs viele machen, behaupte ich auch nicht, dass das nur Dünnbrettbohrer sind.

    Weil in diesem Land nun mal Titel mehr Wert sind, als Leistung.
    Ein weiterer Irrglaube: Der Glaube, dass diese "Titel" vom Himmel fallen. Diese akademischen Grade erfordern eine Menge Leistung, nicht umsonst haben sie in der Gesellschaft diesen Prestigewert. Und dass diese Leute im Anschluss daran meist erst richtig Leistung im Job bringen müssen, wird auch gern mal übersehen. Klar, hats ein Handwerker auch schwer -> körperliche Arbeit. Aber den Vergleich, was denn letztlich "anspruchsvoller" ist, wollen wir mal nicht hier ausdiskutieren...

    Wer mir gegenüber gesteigerten Wert auf derartige Anreden legt, disqualifiziert sich in meinen Augen selbst.
    Das stimmt sicherlich. Allerdings wäre ich da vorsichtiger, wenn ich was von der Person will, denn man weiß ja nie, wie eitel sie ist :)

    Ich habe nichts studiert.... aber ich habe was gelernt!
    ... ;)


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