APDie Lage in der afghanischen Hauptstadt Kabul bleibt angespannt. Bis zum frühen Morgen lieferten sich Sicherheitskräfte immer neue Gefechte mit den Taliban. Inzwischen sollen die Kämpfe beendet sein - es bleibt die Furcht vor der Macht der Extremisten.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...827690,00.html
Man sollte schon Gedanken machen, was mit der Machtuebernahme durch die Taliban geschieht.
Fuer Russland eregebn sich zwei Folgen:
der Narkotraffic wird verschwinden (die Talibans lehnen die Drogen kategorisch ab und sind da nicht zimperlich).
es ist schade, dass die Amis wegziehen, sonst waren ihre Haende einigermassen gebunden.
Also mal abwarten.
Mir ist nur ein Gefecht aus dem November 2009 bekannt, in dem Tle des FschJgBtl 313 im Gefecht 20 Aufständische getötet haben. Insgesamt dürfte sich die Zahl im hohen dreistelligen Bereich befinden. Diese relativ niedrige Zahl ist allerdings ausschließlich den hohen politisch auferlegten Barrieren zuzurechnen, die Bw darf eben nicht operieren wie andere Armeen, z.B. aus Norwegen oder Dänemark
Es ist schon äußerst besorgniserregend, dass es der Taliban trotz der Anwesenheit der Supermacht USA und ihrer Verbündeten gelungen ist, die afghanische Hauptstadt 18 Std. lang in Atem zu halten.
Der einstige Grund für die Afghanistan-Mission war sicherlich ein honoriger, befand sich dort doch das Zentrum der Aggession gegen die USA und andere westliche Staaten. Allerdings muss man jetzt im Rückblick feststellen, dass trotz des massiven Einsatzes von miltärischen und finanziellen Mitteln nicht viel erreicht wurde. Die Taliban sind nach wie vor stark genug, das Land zu terrorisieren. Sobald die ausländischen Truppen abziehen, werden deshalb auch die Tage des Herrn Karzay gezählt sein, der sich besser heute als morgen um ein Asyl bemühen sollte.
In Anbetracht dieser Umstände sollte man schleunigst alle Truppen abziehen. Es gibt meines Erachtens keinerlei Rechtfertigung mehr dafür, weiterhin das Leben unserer Soldaten und Entwicklungshelfer auf's Spiel zu setzen und Steuergelder zum Fenster hinauszuwerfen.
Eine verantwortungsvolle Regierung kann nur zu einem Schluss kommen: Raus aus Afghanistan und zwar sofort.
Die effektivste und unblutigste Methode der Terrorbekämpfung stellt für mich die finanzielle Austrocknung dar. Ein Terroristenführer bzw. ein ganzes Terroristennetzwerk ist ohne Finanzierung sofort handlungsunfähig. Wenn das Einkommen fehlt hilft auch der Glaube nicht mehr, die Untergebenen werden sich verabschieden. Waffenkäufe etc. sind dann auch nicht mehr möglich.
Die UN könnte feststellen welche Personen (und direkten Terrorunterstützer) betroffen sind und per Beschluss deren Konten sperren oder enteignen.
Ist deutlich effektiver als Krieg spielen und kostet auch nichts, im Gegenteil.
Ich glaube nicht, dass eine erneute Machtübernahme durch die Taliban den Drogenhandel eliminieren wird. Eher das Gegenteil wird der Fall sein. Auch wenn sie kategorisch gegen Drogen sein sollten, so heißt das nicht, dass man den Handel generell unterbindet, denn nach dem dort vorherrschenden Verständnis ist alles, das den Ungläubigen schadet, legitim. Und genau das wird meiner Einschätzung nach passieren. Dass nach der Machtübernahme durch die Taliban, die ich nach einem allgemeinen Truppenabzug für sehr wahrscheinlich halte, viele zaghafte Reformen wieder umgekehrt werden, steht für mich fest. Das Land wird wieder ins Mittelalter abgleiten, allerdings ausgestattet mit modernen Waffen. Keine guten Aussichten!
Danke! Wissen Sie zufällig auch, ob aus der Panzerhaubitze PzH 2000 in Kundus schon mal auf Talibs gefeuert wurde? Das Ding steht doch mitten im Feldlager. Film- und Tonaufnahmen von der feuernden Haubitze durch Reporter von ARD oder ZDF wären also gefahrlos möglich. Aber im Deutschen Fernsehen war da noch nie was von zu sehen.
Überhaupt habe ich noch nie das Mündungsfeuer irgend einer deutschen Waffe in Afghanistan in der Tagesschau gesehen.
Ich weiß mir da wirklich nicht zu helfen, aber wenn ich Bundeswehr in Aghanistan höre, dann verstehe ich meist Bielefeld!
Es ist eine Inszenierung des Machtpokers. Die absolut notwendigen
Verhandlungen mit den Taliban über die Zeit nach dem Abzug
wurden aufgrund des Verhaltens der USA wieder abgebrochen.
Aber ohne Einbindung der Taliban wird es keine Zukunft für AFG
geben.
Was jetzt passiert ist, ist doch lediglich der Weckruf: Wir sind noch
da. Dass diese Attacke militärisch wertlos war, weiß doch jeder.
Auch wenn es viele nicht wahr haben wollen, das ganze erinnert an
Vietnam. Auch dort haben der Einsatz von über 500.000 GIs und
massivste Flächenbombardements nichts gebracht gegen Vietcong,
die sich in Höhlensystemen bis weit nach Süd-Vietnam vorgegraben
haben und die einen gewissen Rückhalt in der Bevölkerung hatten.
Auch die haben in Saigon und anderen Städten durch Attentate
ihre Präsenz gezeigt.
Wenn die westlichen Truppen abgezogen sind, wird des der ANA
so gehen wie ehemals der ARVN.
Dieser Kriegseinsatz war und ist Volksverdummung. Ein Kriegsminister
Struck, der Deutschland am Hindukusch verteidigen wollte. Gegen
wen?
Aber nach zehn mehr oder minder erfolglosen Jahren und ca. 20
Mrd. deutscher Kosten und ca. 1 Billion Rachefeldzugkosten der
Amerikaner und tausenden toten und verletzten Soldaten wie
ungezählten zivilen Opfern dreht sich das Blatt auch in den USA.
Wir Deutschen sind ja beständig mit ca. 70 % seit Jahren gegen
diesen unsinnigen Krieg.
Aber die Regierenden wollen davon nichts wissen. Dabei wird nach
2014 der Reset-Knopf gedrückt und die Taliban und/oder Warlords
werden die Macht wieder übernehmen. Und nicht nur PSL gibt Karzai
nur eine kurze Überlebensfrist. Wenn man auf deutscher Seite konse-
quent handeln will, dann muss man tausende Afghanen beim Abzug
mitnehmen. Offenbar ein weiterer Punkt, der bei diesem unsinnigen
Vasalleneinsatz nicht bedacht wurde.
Dieses Land mit seinen Steinzeitstrukturen will nicht verwestlicht
und demokratisiert werden. Jeder weiß es, nur Angie nicht.
Absolut lesenswert:
DER SPIEGEL*36/2011 - Ein deutscher Krieg
Hier ein Auszug:
Im Kabinett wird schon über den nächsten Einsatz, Isaf, gesprochen, obwohl der erste, OEF, noch gar nicht vom Bundestag beschlossen ist. Schröder sagt zu Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Joschka Fischer, sie sollten vor der Presse klarmachen, wie es um die Lage der Menschen in Afghanistan stehe. Schily warnt: Man solle nicht so tun, als seien die bewaffneten Auseinandersetzungen schon vorbei.
Jetzt mischt sich Sachpolitik mit Parteipolitik. Die Regierungsspitze registriert: Ein Überbau muss her, eine Erzählung. Sie handelt von einem geschundenen Land am Hindukusch, dem geholfen werden muss, einem Land, in dem Frauen unterdrückt werden und Demokratie nicht stattfindet. Es ist eine sehr deutsche Erzählung, aus der ein sehr deutsches Projekt wird. "Wir sind bereit, zum Wiederaufbau des Landes nach mehr als zwei Jahrzehnten Krieg und Zerstörung beizutragen, zu einem neuen Afghanistan", lautet Fischers Maxime.
Was sich so gut und helfend anhört, ist die Selbstüberforderung. Zuerst redet die Regierung sich in einen Krieg hinein, dann beginnt sie, sich in eine unmögliche Mission von Wiederaufbau und Friedenssicherung hineinzureden.
Die Taliban werden die Macht in Afghanistan nicht wieder übernehmen. Genau so wenig wie im Irak.
Die Afghanen haben diesen Angriff selber niederschlagen können, es gelingt also die staatliche Macht zu stabilisieren.
Das dies gewissen Kreisen in Deutschland nicht passt, ist schon klar. Deren Sympathien für Terroristen hängt wohl mit der eigenen Vergangenheit zusammen.