DPAPlagiatsjäger von VroniPlag haben sich erstmals ein Lehrbuch vorgenommen: Es sollte künftigen Juristen eigentlich erklären, wie sauberes wissenschaftliches Arbeiten funktioniert. Doch die Autoren haben selbst nicht sauber gearbeitet. Der Verlag nahm das Buch vom Markt.
http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...841039,00.html
Die Juristerei ist eine Wissenschaft wie jede andere auch und hat ihre Berechtigung neben allen anderen wissenschaftlichen Disziplinen, sonst würde sie nicht schon seit Jahrhunderten an der Universität gelehrt sondern bliebe den Fachhochschulen überlassen. Nur weil hier kein greifbares "Produkt" erfunden wird, heisst dies noch lange nicht, dass rechtswissenschaftliche Gutachten für die Rechtsgestaltung - und fortbildung in unserem Land nicht von großer Bedeutung sind. Es ist äußerst kurzsichtig hier nur aus dem eigenen akademischen Horizont zu argumentieren und die Errungenschaften der gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Disizplinen derart zu diskreditieren. Eine etwas differenzierte Betrachtungsweise wäre in jedem Fall angebracht.-
Dies ändert natürlich nichts an dem schwerwiegenden Vorwurf des Plagiats, dessen Maßstäbe für Lehrbücher wie für Dissertationen gleichermaßen gelten sollten. Allerdings bestehen für Monographien keinerlei entsprechende Sanktionsmöglichkeiten wie bei Dissertationen.
Auch bei anderen hochdotierten Beamten sollte genauer geprüft werden. Ich kenne allein 5 Figuren, die es sich auf ihrem Doktortitel gutgehen lassen und dabei A 16 kassieren. Die täglichen Aufgaben werden delegiert; war ja einst ein Führungsinstrument für Manager, die ihren Aufgaben nicht gewachsen waren.
Ich hoffe sehr, dass die von Ihnen prägnant herausgearbeiteten Problemlagen/Zusammenhänge/Lächerlichkeiten ("Vorwort vergessen", Mitarbeiter hätten geschrieben EHRLICH aufgeklärt werden.
Mutmaßlich aus diesem Kreis stammen die Autoren. Fraglich ist, wie die Zurechnung vorgenommen wird, d.h. ob die Schuldzuschreibung auch auf dem Rücken an sich "Unschuldiger", aber Schwächerer ausgetragen wird.
Wird es Bauernopfer geben?
Wie auch immer die nach außen gebrachte Version (welche MA waren die Plagiatoren) aussehen wird: Prof. Holznagel sieht dabei nicht gut aus.
Ein Ansatz nach dem Motto: "wenn es gut läuft (gewöhnliche Veröffentlichung), schreibe ich mir den Bonus zu, wenn es schlecht läuft, dann externalsiere ich", sollte in der Öffentlichkeit so nicht durchgehen können
Der Rechtswissenschaft die Wissenschaftlichkeit abzusprechen ist natürlich vollkommener Quatsch und erfordert auch gar keine Replik.
Bei dem vorliegenden Plagiatsfall ist sicherlich einiges falsch gelaufen. Hier jetzt allerdings dem betroffenen Prof alle möglichen Dinge zu unterstellen, zeugt nicht gerade von Fairness. Ich persönlich finde, dass ein besonderer Punkt an diesem Fall insbesondere auch der offene Umgang der Beteiligten mit diesem ist. Das sich sowohl Verlagsvertreter wie auch Autoren in der mit Sicherheit nicht gerade angenehmen Situation offen an der Debatte beteiligen (z.B. im VroniPlag-Forum) hat meines Erachtens schon Anerkennung verdient. Daneben muss natürlich im gesamtwissenschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen Interesse hinterfragt und aufgearbeitet werden, dass solche Fälle künftig ausgeschlossen werden können.