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Jura kurios: Wem gehört eigentlich der Kölner Dom?
Er zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands - aber wer ist eigentlich der Eigentümer des Kölner Doms? Die Anwälte Christian Rauda und Jochen Zenthöfer sind den kuriosen Besitzverhältnissen auf den Grund gegangen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,725153,00.html
- #40 06.12.2010 10:00 von
Höhere Zwecke und ausgepresste Bauern
Ich antworte mal allgemein, denn der Kölner Dom ist aufgrund seiner jahrhundertelangen Ruinösität ein Extrembeispiel.
Der Kirchenbau in früheren Jahrhunderten diente zum einen dem "höheren" Zweck der Gottesverehrung. Die gotischen Kathedralen waren so hoch gebaut, weil sie so wirken sollten, als würden sie in den Himmel reichen. Ich weiß, dass dieser Glaube heute von vielen Menschen als unsinnig empfunden wird, aber er existierte damals.
Zweitens gab es aber auch sehr weltliche Gründe. Große Kirchenbauten, unterstützt von weltlichen Herrschern, verschafften Respekt und Ansehen. Wer große Kirchen bauen konnte, war mächtig. Das galt für weltliche wie auch für geistliche Fürsten.
Drittens ist es nicht so, dass die Bevölkerung grundsätzlich und vollkommen automatisch unter so einem Kirchenbau gelitten hat. Ein Kirchenbau lockte auch viele Handwerker an, diese wiederum Händler, diese wiederum Investoren und so weiter und so fort. Später kamen Pilger zu einer Kirche, insbesondere wenn eine Reliquie ihr Eigentum war, und diese ließen wieder Geld im Ort. Nicht nur die Kirche profitierte davon, sondern auch viele der Anwohner im Umkreis. Damit ist nicht zu sagen, dass es keine Auspresserei der Bevölkerung gegeben hat, aber bei weitem nicht immer waren die Bauern die Verlierer eines Kirchenbaus! Manchmal sogar im Gegenteil. - #41 06.12.2010 10:10 von Dunedin
Abenteuerlich
"So wurde das berühmte, wie ein farbenfrohes Mosaik aussehende und von dem bekannten deutschen Künstler Gerhard Richter 2007 erstellte Südquerhausfenster vom Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner heftig abgelehnt. Dass das Fenster trotzdem in den Dom eingebaut wurde, hat damit zu tun, dass er nicht Eigentümer des Doms ist"
Bedeutet im Umkehrschluss das jeder im Dom eine Veränderung vornehmen kann und niemand wiird es so schnell verbieten können. Wenn ich in eine Ecke des Doms uriniere könnte moch demnach niemand der Tür verweise. Denn derjenige der das Hausrecht besitzt ist mit Sicherheit nicht anwesend.
Die Story hört sich ein wenig unglaubwürdig an, ich werde das mit dem urinieren , mal ausprobieren... - #42 06.12.2010 10:23 von
- #43 06.12.2010 10:27 von
- #44 06.12.2010 10:42 von
- #45 06.12.2010 11:08 von conny2
Fragen über Fragen
Formal gehört der Dom, genauer gesagt das Domgrundstück, demjenigen, der als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, wobei ich mal unterstelle, dass das Domkapitel Träger von Rechten und Pflichten sein kann, also eigene Rechtspersönlichkeit hat. Damit ist freilich nichts dazu gesagt, wer warum dazu gekommen ist, diesem Kapitel das Grundstück mit dem Dom als Eigentum zuzuordnen.
Die o.a. Formulierung "da sich sonst niemand dafür zuständig fühlte" lässt vermuten, dass es evtl. "herrenlos" gewesen sein könnte, mit der Folge, dass jedermann in der Lage gewesen wäre, sich das Grundstück anzueignen. Das kann aber nicht sein, da es sich ja um ein Gotteshaus handelt, in welchem bekanntlich der Herr wohnt, der folglich Eigentümer ist. Die Frage wird sich aber vermutlich in naher Zukunft erneut stellen, wenn dieser, wegen des Schweigens der Lämmer keinen Bock mehr auf das Grundstück hat und sein Eigentum aufgibt. - #46 06.12.2010 11:11 von rheinlaender
Einspruch
Deren Respekt geht mir am Allerwertesten vorbei, wohin soll das denn führen? Dann könnte ein Klo kommen, irgendeinen Scheiß von Respekt erzählen und dann soll dem auch der Dom gehören? Am Ende kommt der noch auf die Idee irgendwo im Sand ein Schloßimitat hinsetzen zu wollen. Weil es ja uns allen gehört, wird dann gleich eine Spende abgebucht. Abgelehnt.
In der Tat ein Kardinalfehler, hat aber auch eine Tradition und ist mittlerweile Teil des Lokalkolorits. Was den Namen der Republik angeht: Wie wäre es mit HRR? - #47 06.12.2010 17:38 von
Preußen
Lieber Herr Rheinländer, Sie gefallen mir. "Ein Schlossimitat im Sand", wirklich hübsch formuliert. Ich nehme an, Sie meinen hier den märkischen Sand?
Was den Kardinalfehler angeht: Er hat eine Tradition, eine sehr, sehr lange sogar - das ist wohl wahr. Es gab allerdings auch Ausnahmen, das muss man fairerweise schon zugeben, oder? Gut, die berühmteste Ausnahme war natürlich selbst Rheinländer .... anyway, warten wir einmal ab, wer so nach dem Kanalmeister kommt.
Weiterhin: Die Idee zu einer Rheinischen Republik ist ja nicht soo neu, sicher sind Sie informiert über die "Cisrhenanische Republik", die es ja doch leider nie gegeben hat. Schön wär's ja, aber irjenswie lassen die anderen uns ja nie in Ruhe. Sieht man ja auch an den Beiträgen hier. Preußen .... bringen es einfach nicht fertig, sich mal um ihren eigenen Kram zu kümmern. Und andere Leute einfach zufrieden zu lassen. *Ausschalten des Polemikmodus*
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