Ich antworte mal allgemein, denn der Kölner Dom ist aufgrund seiner jahrhundertelangen Ruinösität ein Extrembeispiel.
Der Kirchenbau in früheren Jahrhunderten diente zum einen dem "höheren" Zweck der Gottesverehrung. Die gotischen Kathedralen waren so hoch gebaut, weil sie so wirken sollten, als würden sie in den Himmel reichen. Ich weiß, dass dieser Glaube heute von vielen Menschen als unsinnig empfunden wird, aber er existierte damals.
Zweitens gab es aber auch sehr weltliche Gründe. Große Kirchenbauten, unterstützt von weltlichen Herrschern, verschafften Respekt und Ansehen. Wer große Kirchen bauen konnte, war mächtig. Das galt für weltliche wie auch für geistliche Fürsten.
Drittens ist es nicht so, dass die Bevölkerung grundsätzlich und vollkommen automatisch unter so einem Kirchenbau gelitten hat. Ein Kirchenbau lockte auch viele Handwerker an, diese wiederum Händler, diese wiederum Investoren und so weiter und so fort. Später kamen Pilger zu einer Kirche, insbesondere wenn eine Reliquie ihr Eigentum war, und diese ließen wieder Geld im Ort. Nicht nur die Kirche profitierte davon, sondern auch viele der Anwohner im Umkreis. Damit ist nicht zu sagen, dass es keine Auspresserei der Bevölkerung gegeben hat, aber bei weitem nicht immer waren die Bauern die Verlierer eines Kirchenbaus! Manchmal sogar im Gegenteil.

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