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Jura-Absolventen: "Befriedigend als Note ist kein Weltuntergang"

Ein Prädikatsexamen muss es schon sein, darauf hoffen alle Jurastudenten. Persönlichkeit, Praxis, Sprachen - darauf kommt es beim Berufsstart ebenfalls an, sagt Ulrike Guckes. Die Berliner Rechtsanwältin rät jungen Juristen davon ab, sich ausschließlich aufs Examen zu fixieren.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...753086,00.html
  1. #1

    offensichtlich...

    hat die gute Frau keine große Ahnung wovon sie schreibt. Bei Juristen ist nach wie vor die Examnsnote das Ein und Alles! Zweilmal Prädikat, herzlichen Glückwunsch, sie haben die Wahl zwischen Staatsdienst oder Großkanzlei. Kein Prädikat, tut uns leid, kann man nichts machen, auch wenn sie noch so tolle Leistungen nebenbei erbracht haben...
    Wenn ich mich nicht irre war vor ein oder zwei Tagen ein Artikel auf SPON der sich genau mit jener Berufsgruppe (Juristen ohne Prädikat) beschäftigt hat. Entweder Selbständigkeit oder in einer kleinen Kanzlei mit kleinem Gehalt anfangen.
    Man muss es nicht gut finden (ich tue es nicht), aber Juristen steht die Examensnote auf der Stirn geschrieben, und ab 9.0 gehen die Türen auf, bei allem was drunter liegt bleiben sie zu!
  2. #2

    1300 EUR brutto

    ..kann man im Saarland als Einsteiger in den Anwaltsberuf verdienen; beim durchschnittlichen "4er " Examen.
    Stand es irgendwo oder hab ich es überlesen: die Zahl der Anwälte hat sich in den letzten 10 Jahren ungefähr verdoppelt.
    Nicht, weil mehr Anwälte gebraucht werden, sondern weil man mit "normalem" Examen kaum eine andere Berufsmöglichkeit hat.
    Prima Verdienstaussichten also.
  3. #3

    Option

    Zitat von heineborel Beitrag anzeigen
    Man muss es nicht gut finden (ich tue es nicht), aber Juristen steht die Examensnote auf der Stirn geschrieben, und ab 9.0 gehen die Türen auf, bei allem was drunter liegt bleiben sie zu!
    Dann kann man noch Fernsehkoch werden, wie Alfred Biolek. :-)
  4. #4

    kT

    Zitat von demophon Beitrag anzeigen
    Dann kann man noch Fernsehkoch werden, wie Alfred Biolek. :-)
    Nur hat der laut wiki im ersten Staatsexamen ein Prädikat (sogar das drittbeste in BaWü). Also Minimum 9 Punkte...
  5. #5

    wohlfühlen im niedersten standard

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Befriedigend als Note ist kein Weltuntergang
    ... und vier gewinnt.
  6. #6

    Warum Jura?

    Geneigte Leser,

    was ich nicht verstehe, ist die kramphafte Beratungsresistenz aller angehenden Juristen. Dabei sollte doch das Zuhören und Verstehen ein wichtiges Merkmal von (jungen) Juristen sein. Wie kommt es, dass derzeit noch immer tausende von angehenden Akademikern allen Warnungen zum Trotz weiterhin diesen später in der Regel schlecht bezahlten Beruf wählen und ein Studium in Kauf nehmen, welches erhebliche Mühen und Kosten verursacht.

    Ich empfehle eher bei entsprechender Neigung Medizin zu studieren. Verhältnismäßig einfaches (wenn auch fast ebenso langes) Studium, sozusagen mit Doktortitel inklusive, hohes Ansehen und ein stattliches Einkommen. Sicher, numerus clausus muss geschafft werden, aber dann reist man eben noch etwas um die Welt und kümmert sich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben und dann klappt es auch mit dem Studienplatz.
  7. #7

    Immer schon bester Grund fürs Medizinstudium...

    Zitat von Flojo Beitrag anzeigen
    Geneigte Leser,

    was ich nicht verstehe, ist die kramphafte Beratungsresistenz aller angehenden Juristen. Dabei sollte doch das Zuhören und Verstehen ein wichtiges Merkmal von (jungen) Juristen sein. Wie kommt es, dass derzeit noch .....
    Guter Kommentar. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist bei der Medizinertätigkeit die Krankenversicherung, die bewirkt, dass auch besonders teuer abrechenbare und deshalb besonders lukrative Tätigkeiten der Mediziner stets für den Versicherten praktisch kostenlos sind. Nachfrage gibt es also quasi unbegrenzt. Und die Gesellschaft gibt gerne 100 Mrd Euro/Jahr +x für diese Dienstleistungen aus. Als ob dem Menschen Gesundheit zehnmal wichtiger als Gerechtigekeit wäre. Anwälte können von diesen Zahlen nur träumen. Also- wer zum Geld verdienen neigt, sollte Medizin wählen. Dann darf man auch streiken, wenn der Erlös dieses Jahr nur um 10% steigt.
  8. #8

    Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf

    Zitat von heineborel Beitrag anzeigen
    Man muss es nicht gut finden (ich tue es nicht), aber Juristen steht die Examensnote auf der Stirn geschrieben, und ab 9.0 gehen die Türen auf, bei allem was drunter liegt bleiben sie zu!
    So ein Quatsch. Selbst im öffentlichen Dienst sind zwei Staatsexamina mit 7,0 und aufwärts ausreichend und ab 8,0 kommt fast jeder in eine Top Kanzlei oder in den Richterdienst. Und das ist auch gut so. Tendenziell wäre zu befürworten, dass man auch ein 4,5 Punkte Leute reinließe. Die Menschen brauchen keine Spinner, sondern Leute mit Lebenserfahrung.
  9. #9

    Prädikat ist nicht alles!

    Die Dame hat es auf den Punkt gebracht.

    Ich kann aus meiner Examenszeit (über 10 Jahre her) berichten. Damals war der Arbeitsmarkt für Juristen noch schlechter.

    Dennoch sind diejenigen, die sich nicht nur auf das Lernen versteift haben, gut untergekommen. Meine Frau hat sich z.B. schon im Studium auf Arbeitsrecht spezialisiert, hat damals aber auch schon Praktika bei Unternehmen und Anwaltskanzleien im In- und Ausland (z.B. London) absolviert, diverse Sprachscheine im Nebenfach erworben und ein Erasmussemester in Italien verbracht. Das Verwaltungspraktikum bzw. die Verwaltungsstage hat sie nicht in einer Stadtverwaltung abgesessen und Hundesteuerbescheide geprüft, sondern war im BMF und in der Vertretung ihres Bundeslandes in Brüssel. Daneben hat sie sich gemeinnützig engagiert und dadurch ein kleines Stipendium erhalten. Obwohl sie kein VB im 1. Examen hatte, wurde ihre Bewerbung für die Wahlstation in der Personalabteilung eines deutschen Großunternehmens eben aufgrund dieser Umstände und ihres (erlernten!) guten Auftretens angenommen und sie Bewerbern mit Prädikat und tw. Doktortitel vorgezogen. Dort hat sie sich voll reingekniet und deshalb schon vor der mündl. Prüfung im 2. Examen eine verbindliche Stellenzusage gehabt (wo sie i.ü. deutlich mehr verdient hätte als Endstufe R1).
    Dass sie das zweite Examen danach mit 9,5 Punkten bestanden hat, war plötzlich Nebensache und für ihr weiteres berufliches Auskommen weder förderlich noch hinderlich.

    Ähnliches kann ich berichten. Von der tollen Zeit während meines Praktikums in NY bei der UNO zehre ich noch heute. Dass ich auch Englisch gelernt, an Lebenserfahrung und Selbständigkeit gewonnen und meinen Lebenslauf "aufgepeppt" habe, war Nebeneffekt einer der schönsten Spannen meines Lebens. Der Umstand, dass ich später meine (anstrengende) Wahlstation in einer international ausgerichteten Wirtschaftskanzlei in der Golfregion absolviert habe, hat mir mehr Einladungen zu Vorstellungsgesprächen und Stellenangebote gebracht, als der Umstand, dass ich letzlich gerade so eben die 9-Punkte-Hürde im 2. Examen geschafft habe. Zum Schluss bin ich sogar im Justizdienst gelandet, obwohl ich im 1. Ex. keine 9 Punkte hatte.
    Ich kann tolle Karrieren von Bekannten nennen, teils auch von Leuten, die ihr Examen nur mit wenig mehr als 4 Punkten bestanden haben. Sie haben eins gemeinsam: Alle haben sich bemüht, neben Uni / Ref. bei interessanten Arbeitgebern Praxis-, zudem Sprach- und Auslandserfahrung zu sammeln, sie haben sich spätestens nach dem 1. Examen irgendwo engagiert, sich um tolle Referendarstationen bemüht und dort Gas gegeben. Lohn waren Jobs z.B. bei ZDF, EU, Verbänden, Unternehmen, Banken, namhaften, gut zahlenden (die gibt es auch!) Kanzleien. Dieses Vorgehen, das für BWLer selbstverständlich ist, ist unter den unflexiblen Juristen mit ihrer Beamtenmentalität immer noch die Ausnahme. Das ist aber für jeden stud.iur. eine Riesenchance, sich positiv von der Masse abzuheben, von der Motivationswirkung derartiger Praxisausflüge für das langweilige Studium ganz zu schweigen.

    Nach dem zweiten Examen und einem halben Jahr Arbeitslosigkeit versuchen plötzlich alle krampfhaft, sich durch zusätzliche Qualifikationen interessant zu machen (warum wohl?). Dann sind aber viele Türen verschlossen und bestimmte Dinge einfach nicht mehr finanzierbar.

    Also an alle, die draußen um Punkte kämpfen und sich Sorgen machen: Kopf hoch - aber auch A... hoch!








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