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Jupiter Jones über das Musikgeschäft: Rocken auch fürs Bankkonto

SPIEGEL ONLINEGeld wie Heu, Autos, jede Menge Groupies: Im Musikbusiness winken Ruhm und ewiger Wohlstand? Ein Märchen - davon kann die Band Jupiter Jones ein Lied singen. Gitarrist Sascha Eigner erklärt, wovon er lebt. Und zürnt über die Attacken ahnungsloser Piraten aufs Urheberrecht.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...831150,00.html
  1. #70

    Vergeben Mühe. Die "Alles für Lau" Kinder werdens nie verstehen.

    Zitat von oliver9997 Beitrag anzeigen
    Schon mal was von Mehrwertsteuer und Handelsmarge etc. gehört? Für eine 13,99 CD gehen erstmal 2,23 an den Finanzminister. Bleiben 11,76. Davon bekommt der Handel 25%, macht 2,94, bleiben 8,82 für das Label. Davon bekommt die GEMA, der Künstler und das Presswerk jeweils rund 1 EUR, bleiben 5,82. bei 150k cd sind das knapp 900k€ für das Label. Davon werden jetzt Marketing, Produktion, Video bezahlt, zusammen einige 100k€. Und natürlich Marketing, Produktion, Video für die Bands, die es dann nicht schaffen. Unterm Strich bleiben hier ca. 200 k€ über. Davon muss das Label seine Kosten bestreiten - genau wie die Band auch.
    Niemand von denen hat doch je irgendwo im Kulturbetrieb gearbeitet. Die zimmern sich ihre Nerd-Welt zusammen genau wie sie sich immer ihre Computer vom Nikolaus (sprich Eltern) gewünscht und bekommen haben, mit der Realität hat das alles nicht die Bohne zu tun. Aber wire können uns alle beruhigt zurücklehnen. Da sie von Politik ja ebensowenig verstehen, wissen Sie auch nicht, dass all ihr mit dem Fuß- Aufstampfen und "Ich will aber" Krakelen spätestens an der 2/3 Mehrheit im Bundestag respektive dem Bundesverfassungsericht scheitern wird. In zehn, in fünfzig und in hundert Jahren. Und danach ist es mir eh egal. Und bis dahin fang ich mal an, mir Gedanken über eine politische Kampagne zur verschärften Strafverfolgung illegaler Downloader und ähnlicher Parasiten zu machen. Anders lernen dies nicht.
  2. #71

    Musikgeschäft

    Zitat von nordschaf Beitrag anzeigen
    Offenbar bewegen Sie sich nur in Nerd-Kreisen, wo man unter sich ist. Wenn bei uns im Kindergarten von den Eltern jemand mitkriegt, dass ich Informatikerin bin, kann ich mich vor Virenentseuchungs- und Neuinstallationsanfragen kaum........
    Sehr schön auf den Punkt gebracht. Genau so ist es nämlich.
  3. #72

    Zitat von urmel1969 Beitrag anzeigen
    Aber egal, Musik wird nicht im herkömmlichen Sinne verkauft. Wenn ein Künstler sie gegen Geld weitergibt, verkauft er nur Kopien. Es ist nichts materielles, wie eben ein Brötchen. Daher entbehrt Ihr Vergleich einer notwendigen Grundlage - nämlich der Gemeinsamkeit zwischen Brötchen und Musik.
    Klar hinkt mein Vergleich. Aber man muss es mit soetwas banalem wie einem Brötchen vergleichen um die Thematik zu durchblicken.
    Ein Brötchen ist genauso wie Musik ein Konsumgut.
    Wenn ich ein Brötchen konsumiert habe, ist es weg und ich muss mir ein weiteres Brötchen kaufen, wenn ich nach wie vor Bock auf Brötchen habe.
    Wenn ich ein Lied konsumiert habe und nochmal Bock auf das Lied habe, spule ich zurück und konsumiere es erneut. Ohne weitere Kosten (also abgesehen vom Strom für die Anlage - aber davon hat der Musiker nichts).

    Für die Brötchen muss der Bäcker jeden Tag mitten in der Nacht aufstehen und diese backen. Daher bezahle ich täglich aufs neue dafür.
    Ein Musiker setzt sich einmalig hin und kreiert einen Titel. Daher bezahle ich nur einmal dafür.

    Klar - der Bäcker verkauft jedes gebackene Brötchen nur einmal. Der Künstler jeden geschriebenen Song x mal.
    Aber was gibt mir als Konsumenten dann das Recht zu sagen, ich bezahle nichts für dieses Lied, schliesslich hat ein anderer schon dafür bezahlt!?
  4. #73

    kapier ich nicht

    Zitat von soulless72 Beitrag anzeigen
    Nachdem ich ja schon ewig kein Radio und Fernsehen mehr konsumiere kannte ich das Lied ja überhaupt gar nicht und habe mir jetzt extra das verlinkte Video angeschaut. Nach dem Loblied auf die GEMA ist meine erste Frage wie da überhaupt das Lied der Band auf Youtube verlinkt werden kann und darf? Habe ich etwas verpasst und Google und GEMA haben sich jetzt .....
    Herr Eigner kann von der Musik leben Sie von Ihrem Hobby nicht deswegen gönnen sie es dem Herrn Eigner anscheinend nicht......Irgendwie haben Sie ein Problem wenn Sie mit Ihrer jetzigen Arbeit nicht so wirklich zufrieden sind und nicht der Herr Eigner oder die böse Gesellschaft....
  5. #74

    Zitat von saitenhexer Beitrag anzeigen
    Sie müssen aber auch von der Musik die ihnen gefällt erst einmal wissen, dass sie Existiiert! Ich spiele in einer Band in Frankfurt und würde mal behaupten dass wir nicht so schlecht sind. Wenn wir jetzt ein Album aufnehmen würden, was uns 10.000 bis 30.000 € kosten würde,( Bezahlt werden muss eben nicht nur die reine Aufnahmezeit, sondern auch das mitunter sehr teure Mastering-Studio, und erzählen sie mir jetzt bloß nicht das könne man auch am laptop machen, NEIN das geht definitiv nicht! was glauben......
    Hm, soweit ich das kenne, ist der normale Weg ja sich erstmal einen kleinen lokalen Fankreis zu erarbeiten, mit Konzerten auf Gemeindefesten oder in Clubs. Eine erste CD kann mit geliehenem Equipment für weniger als 1000€ im Proberaum aufgenommen werden, ein guter Drucker der auch Cover und CD label druckt und fertig ist die Demo. Diese verkauft man zum Selbstkostenpreis bei oben genannten Konzerten. Eine nette Website und ein oder zwei virale Videos und man hat die Promotion fertig. Wenn man damit soweit gekommen ist, dass man auch für größere Veranstaltungen gebucht wird, kommt auch genug Geld für größere Albenproduktionen rein. Ist halt nur ein wenig anstrengender, als sich dem Teufel /MI zu verkaufen.
    Ein schönes Beispiel ist der Barde Ranarion, der durch Auftritte auf Mittelaltermärkten genug Bekanntheit erlangt hat um durch Crowdfunding ein Album vor zu finanzieren. Der hat sich erst vor kurzem ausdrücklich von der Gema distanziert, weil er Youtube als Werbeplattform braucht.
    Bandwettbewerbe sind immer wieder ein guter Weg Bekanntheit zu erlangen oder ein Album finanziert zu bekommen. Vorausgesetzt man ist gut genug um zu gewinnen um halt aus der Masse an Bands heraus zu stechen.
  6. #75

    Zitat von nordschaf Beitrag anzeigen
    Offenbar ....
    Sorry, aber Recht am selbst produzierten geistigen Eigentum - welch Inhalts auch immer - macht Sinn.
    Was man hier immer über sein eigenes Leben zu hören bekommt nur wegen ein paar Beiträgen ist echt interessant ;)
    Auch ich kenne das Problem mit den ständigen Supportanfragen. Meine Standardantwort: "Sorry, aber umsonst nur für engste Freude und Familie, alle anderen müssen zahlen weil für mich ist das Arbeit". Und wenn dann Beschwerden kommen "Wenn Du unter der Hand Dein Auto reparieren lässt gibst Du dem auch Geld dafür, oder?" ... Es kommt dann was rüber oder sie gehen woanders hin. Einfach Konsequent sein und sich nicht ausnutzen lassen. Dafür ist jeder selbst verantwortlich.

    Genauso ist es mit dem Leben von Kunst oder Ideen. Wenn Sie der Meinung sind das ihre Roleplay-Stories so erfolgreich sind das Sie davon leben können und umsatteln ist das ihr Risiko. Das Risiko trägt jeder selber der sich selbständig macht, egal in welchem Bereich.

    Und was meine Aussagen mit dem Recht am selbst produzierten "geistigem Eigentum" haben müssen Sie mir jetzt mal genauer erklären. Das bestreitet absolut niemand. Es gibt halt allerdings kein Recht von seinem "geistigen Eigentum" leben zu können. Da müssen sie schon genug finden die Ihnen das ermöglichen. Und dabei müssen sie die Bedingungen des Marktes beachten. Wenn es auf dem Markt massenweise kostenlose Konkurrenz gibt dann können Sie nicht erwarten das Sie mit Mondpreisen Käufer finden.
  7. #76

    Zitat von verinet Beitrag anzeigen
    Herr Eigner kann von der Musik leben Sie von Ihrem Hobby nicht deswegen gönnen sie es dem Herrn Eigner anscheinend nicht......Irgendwie haben Sie ein Problem wenn Sie mit Ihrer jetzigen Arbeit nicht so wirklich zufrieden sind und nicht der Herr Eigner oder die böse Gesellschaft....
    Wo habe ich bitte schön gesagt das ich dem Hr. Eigner nicht gönne von seiner Musik zu leben? Aber er hat auch keinen Anspruch darauf das können zu dürfen.
    Ich lebe sehr gut damit das ich arbeiten muss um mir mein Hobby finanzieren zu können und ich rede mich nicht über gesellschaftliche Umstände durch neue Technologien in Rage ("Aber über die Forderung der Piratenpartei nach Entkriminalisierung von Tauschbörsennutzern im Internet kann er sich in Rage reden") ....
    nochmal weil es so gut passt:

    Home Taping Is Killing Music

    Auch Filesharing wird keine Musik killen.
  8. #77

    So ist das Leben

    Zitat von sschuste Beitrag anzeigen
    Anscheinend stellen sich einige das Leben eines Musikers ziemlich simpel vor [..] Ich kann jedem versichern, dass Musik machen Arbeit ist, und zwar viel Arbeit, wenn man es ernst meint [..] Musik machen kostet Geld, oder glaubt hier tatsächlich jemand, dass ein ordentliches Instrument für 12,50 zu bekommen ist oder der Transport einer ganzen Anlage für lau? [..]
    Wahrscheinlich glauben die Künstler, wir Internet-Entwickler klicken ein paar Module zusammen und spielen den Rest des Tages auf unseren Handys nur noch Angry Birds, während Millionen von Internet-Teilnehmern uns mit Kohle überschütten.
    Eine gute Software oder Online-Technologie zu entwickeln ist harte Arbeit, wenn man es ernst meint.

    Software und Applikationen zu entwickeln kostet Geld. Oder glaubt hier jemand, wir würden die Computer, Handys, Datenanbindungen, Laptops, Zigaretten, Pizzas oder den Kaffee umsonst bekommen?
    Und wir schaffen das ganz ohne GEMA, ohne den Schutz, dass jemand unsere Apps nachbaut, verbessert und damit Geld verdient. Viele von uns geben die Software sogar ganz umsonst ab. Einige von Euch Künstlern nutzen unsere Software - und fragen nicht 'mal nach einer Autogramm-Karte.

    Ganz ohne eine ausgebuffte Medienindustrie nutzen wir die selben Promotion-Instrumente, die den Künstler auch zur Verfügung stehen - Suchmaschinen, Soziale Netzwerke, Videoplattformen.
    Leider haben wir keine Bühnen mit Fans die uns dafür Geld geben, dass wir für 'ne Stunde 'Live' coden. Wir haben keine Radiostationen, die unseren Code dudeln und Promo-Interviews machen.

    Und trotzdem coden wir. Und machen das Internet zu dem, was es ist. Einige von uns schaffen es, damit Geld zu verdienen. Die meisten eher nicht.

    C'est la vie.

    Mein Mitleid für die 'armen' Künstler hält sich in Grenzen.

    Michaela
    Die Liberale Basis
  9. #78

    belangloses Hobby

    Zitat von urmel1969 Beitrag anzeigen
    Sie vergleichen das Bäckerhandwerk mit einem belanglosen Hobby? Wobei Sie teilweise sogar recht haben, wenn ich mich mit meiner Brotbackmaschine, die ich aus Spaß an der Freude betreibe, zwischen Schmidtmeier und Forck platziere, umd dort .....
    das ist also Ihr Stellenwert für Kunst alles klar
  10. #79

    Zitat von soulless72 Beitrag anzeigen
    Und was meine Aussagen mit dem Recht am selbst produzierten "geistigem Eigentum" haben müssen Sie mir jetzt mal genauer erklären. Das bestreitet absolut niemand. Es gibt halt allerdings kein Recht von seinem "geistigen Eigentum" leben zu können. Da müssen sie schon genug finden die Ihnen das ermöglichen. Und dabei müssen sie die Bedingungen des Marktes beachten. Wenn es auf dem Markt massenweise kostenlose Konkurrenz gibt dann können Sie nicht erwarten das Sie mit Mondpreisen Käufer finden.
    Ganz einfach: wenn die Konkurrenz kostenlos verschenkt und meine Stories deshalb nicht mehr gekauft werden: bingo, das Risiko hat zugeschlagen. Wenn jedoch meine Stories genauso gut oder besser sind und durch Kopieren oder Scannen geklaut weitergegeben werden mit dem Hinweis, dass andere ja auch nichts dafür haben wollen, dann ist das eben nicht mehr Marktrisiko, sondern Diebstahl.


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