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Jupiter Jones über das Musikgeschäft: Rocken auch fürs Bankkonto
SPIEGEL ONLINEGeld wie Heu, Autos, jede Menge Groupies: Im Musikbusiness winken Ruhm und ewiger Wohlstand? Ein Märchen - davon kann die Band Jupiter Jones ein Lied singen. Gitarrist Sascha Eigner erklärt, wovon er lebt. Und zürnt über die Attacken ahnungsloser Piraten aufs Urheberrecht.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...831150,00.html
- #270 06.05.2012 22:24 von
Na ja, das ist der Kreativen-Bonus. Gibt's in der Werbung auch. Darüber darf man sich nicht aufregen., das gehört glaube ich einfach dazu. Was auch verständlich ist. Wenn ich meine Ideen verliere und meine Abteilung nix mehr neues entwickelt, dann werde ich wahrscheinlich abgelöst, aber ich behalte im Großen und Ganzen meine Bezüge. Ein Komponist ohne Ideen ist schlicht weg vom Fenster.
Mal abgesehen davon dass von den 0.99€ 30% für den Plattformanbieter draufgehen, dann noch Steuern und die Investitionen ja auch noch rauskommen müssen. Am Ende bleibt da deutlich weniger hängen.
Aber letztlich ist das Ganze ein Zusammenstoß von Befindlichkeiten.
Die Content-Anbieter sehen einen Umsatzrückgang, den sie - sicher zu Recht - mit Kopien verbinden. Aber ob der aus zulässigen Privatkopien oder Raubkopien resultiert, das wurde m.W. nie untersucht. Braucht man auch nicht, mit den vorhandenen Daten kann man Politiker beeindrucken und blinden Aktionismus hervorrufen. Hauptsache, man tut was.
Die Musiker sehen sich nicht wertgeschätzt, wenn ihre Musik illegal heruntergeladen wird. Das "Dein Kram ist mir nichts wert" kratzt womöglich mehr am Ego als das Geld, das ihnen vielleicht dadurch entgeht.
Die Downloader gehören wohl meistens zur Gruppe der Jäger und Sammler. Die suchen Entschuldigungen für ihr Tun und finden Begründungen in Worten wie "Content-Mafia", "Freiheit für die von mir gekaufte Musik" oder ähnlichem.
Auf der anderen Seite stehen völlig weltfremde Vorschriften. Schauen Sie sich einfach mal das Merkblatt der VG Musikedition zum Kopieren von Noten an. Da werden dann zur Abwechslung mal die Musiker kriminalisiert. Und die nehmen das genauso wenig ernst wie die illegalen Downloader.
Das Problem hat keine abschließende Lösung. Trotzdem muss man natürlich Ansätze suchen, die momentane Situation wird ja offenbar als unbefriedigend empfunden. Zum Anfang würde es ja vielleicht mal reichen, das Urheberrecht klarer verständlich zu formulieren. Oder können Sie aus UrhG §53 herauslesen, was Sie als Privatkopierer dürfen und was nicht? - #271 07.05.2012 05:47 von
Ein sehr beliebtes Argument: Es war nur Durchschnitt und weil das so ist, nehme ich mir das Recht es unentgeltlich zu nutzen. Die sollen doch erst mal richtig gute Musik machen, dann bezahle ich auch dafür. Tztztztz.
Sowohl für die Produktion als auch für die Vermarktung brauchen Sie Profis. Und wenn Sie meinen Profis sind zu teuer, dann haben Sie noch nie mit Amateuren gearbeitet.
Ich tippe mal, Sie gehen auch zu Ihrem Autohändler und rechnen dem vor, dass der neue Golf maximal Rohteile im Wert von 5.000 Euro hat und Sie ja gar nicht einsehen, dafür 25.000 zu zahlen. Gleiche Logik. - #272 07.05.2012 08:04 von
- #273 07.05.2012 08:14 von
[QUOTE=Antiautor;10138371]Ich habe mir das Werk der Band angehört. Das millionste Betroffenheits/ Herzschmerz- Geheule, instrumental wie stimmlich ohne nennenswerte Einsätze, poetisch absoluter Durchschnitt.[QUOTE]
Was hat Ihr Musikgeschmack jetzt mit der Diskussion über das Bezahlen zu tun? Nichts, oder?
[QUOTE=Antiautor;10138371]Wer wirklich was kann, braucht ein Laptop, ein paar Mikrofone, ein Mischpult für 300 Euro. Gute Musik findet immer ihren Markt, und wer dafür ein Video braucht, bitte. Eine einfache Kamera kostet nen Hunderter, ein Video- Bearbeitungsprogramm auch nicht mehr.[QUOTE]
Sagen Sie das mal James Cameron. Der hätte "Titanic" doch für 366,70 Euro produzieren können.
Eine Freundin von mir ist Produzentin und hat sich einen neuen Produktions-Mac gekauft. Kostenpunkt inklusive Software: 17.600 Euro. Und das ist _ein_ Teil, das Sie benötigen.
Wozu brauchen Sie an Ihrem Laptop eigentlich ein Mischpult? Mein Cubase hat einen eingebauten Mixer ...
Ihnen ist schon klar, wo der Knackpunkt liegt? "Wer wirklich was kann", wird sich nicht durch Primitiv-Produktionsmethoden einschränken lassen wollen.
Selbst ich habe zuhause Produktionskram im Wert von knapp zehntausend Euro stehen. Und das ist nichts Besonderes. Ohne Instrumente, die kommen noch dazu. Allein ein ordentliches Multi-Effektgerät kostet einen Tausender.
[QUOTE=Antiautor;10138371]Wer Kreativität zukaufen muss um sein Produkt los zu werden, soll nicht auf nachhaltigen Erfolg hoffen. Und Musik, die man in MP3 hören kann ohne einen Unterschied zu bemerken, ist eh nichts wert. [QUOTE]
Ja, klar. Vor allem bei der 9,95-Euro-Produktion, die Sie hier ja propagieren. - #274 07.05.2012 08:15 von
- #275 07.05.2012 08:26 von
Letzendlich ist das heute sogar noch "schlimmer" geworden. Früher musste ich mir das ganze Album kaufen, also die schlechteren Songs in Kauf nehmen um die Guten zu bekommen. Heute kann ich mir in iTunes die Rosinen herauspicken. Also braucht man einen guten Producer, der mit seinen Ideen auch die schwächeren Titel noch etwas aufhübscht.
Ich kenne Berechnungen, wonach die Finanierung einer Musikproduktion durch einen Kredit wegen des relativ hohen Ausfallrisikos 32% Zinsen erhoben werden müssten. Und die sind schon ziemlich alt.
Ich hoffe man hört es auch ;-). Aber genau so ist es. Klar, wenn die Band aus Profis mit 30 Jahren Erfahrung besteht, dann geht das recht flott, Aber das ist gerade bei jungen Bands, deren Musiker ja oft keine formale Ausbildung hatten, eben nicht so. Hören sie sich mal alte Aufnahmen der Beatles an (und man darf sich ruhig die Frage stellen, was aus denen ohne George Martin geworden wäre).
Bitte nicht, davon gibts schon genug (nicht dass es nicht auch schechte teuer produzierte Musik gäbe ...).
Nota bene: was die Technik betrifft, da gibt es heute erstaunlich gute Möglichkeiten für kleines Geld. Das ist nicht das Problem (wobei gute Mikros und Studiomonitore immer noch teuer sind und auch bleiben werden). Selbst mit "Garage Band" kann man recht brauchbare Sachen machen. Abhängig davon, wer das Zeug bedient, unterscheiden sich die Ergebnisse allerdings um Größenordnungen. Bei einem Geigenanfänger klingt die Stradvari auch nicht besser als die Chinafiedel für 100€. - #276 07.05.2012 08:35 von
Ich sag's Ihnen. Das hat Ewigkeiten gedauert, bis ich aus dem Cubase was vorzeigbares rausquetschen konnte. Mastern muss ich auch heute noch machen lassen.
Um selbst ein paar Demos zu basteln, gibt's heute in der Tat kostengünstiges. Wobei ich "GarageBand" nicht empfehlen würde. Da steckt zwar eine Menge drin, schränkt aber viel zu sehr ein, da können Sie auch die Sequencer benutzen, die in jedem Heimkeyboard sind.
Sie brauchen ja auch nicht nur die Mikros und Monitore. Sie brauchen auch einen entsprechend abgeschirmten Raum usw. Unser Freund hier glaubt zwar, das könne man alles mit einem Laptop, aber ...
Aber wenn Sie was verkaufen wollen, kommt man doch nicht umhin ... - #277 07.05.2012 09:46 von
- #278 07.05.2012 10:14 von
- #279 08.05.2012 17:13 von
Missverständnis / Unwissenheit
"Dort sei große Ahnungslosigkeit verbreitet;" -> Ich glaub DER sollte sich erstma informieren^^ -> http://www.piratenpartei.de/politik/wissensgesellschaft/urheberrecht/
Schlimmer als das einige den Piraten irgendwelche braune Geschichten anhängen möchten ist das sehr viele offenbar eine ganz falsche Vorstellung davon haben wie sich die Piraten eine Reform des Urherberrechts vorstellen. Ich zitier mal kurz aus dem Abschnitt "Freies Kopieren und freie Nutzung": "Wir sind der Überzeugung, dass die *nichtkommerzielle* Vervielfältigung und Nutzung von Werken als natürlich betrachtet werden sollte und die Interessen der meisten Urheber entgegen anders lautender Behauptungen von bestimmten Interessengruppen nicht negativ tangiert." (Hervorhebung nur hier)
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