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Jupiter Jones über das Musikgeschäft: Rocken auch fürs Bankkonto

SPIEGEL ONLINEGeld wie Heu, Autos, jede Menge Groupies: Im Musikbusiness winken Ruhm und ewiger Wohlstand? Ein Märchen - davon kann die Band Jupiter Jones ein Lied singen. Gitarrist Sascha Eigner erklärt, wovon er lebt. Und zürnt über die Attacken ahnungsloser Piraten aufs Urheberrecht.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...831150,00.html
  1. #10

    Eigner ist ein Raubkopierer!

    Das "geistige Eigentum" scheint Herrn Eigner nur dann zu interessieren, wenn dadurch Geld fuer ihn herausspringt. Herr Eigner, welche Tantiemen zahlen Sie an den Erfinder des Namens "Jupiter Jones"?
  2. #11

    Zitat von Shlabotnik Beitrag anzeigen
    Liebe JJs,

    wie wär´s denn mal mit üben und vorbereiten, dann braucht ihr keine 40 Tage Studiomiete. Lasst Euch mal von Sessionprofis in L.A. erzählen, wie schnell dort ein Album eingespielt und postproduced wird. Seht es mal so herum: der Produktionsvorschuss, den Columbia euch gibt, macht Euch abhängig.

    Ein weiterer bedenkenswerter Aspekt: lässt sich Musik nicht ohne Video verkaufen? Irgendwie traurig, oder? Der "Mittelklassewagen" könnte euch gehören, wenn es nicht Leute gäbe, die predigen, ohne Video ginge nichts (seltsamerweise genau die Leute, die am Video verdienen) und euch damit an der Nadel halten.
    Das, was unter Popkultur subsummiert wird, ist von Marktwirtschaft (dem schlimmen »Kapitalismus«) nicht zu trennen. Popmusik erst recht nicht. Sie ist reiner Markt, basiert auf Begehrlichkeiten auf beiden Seiten: Der Fan will die Musik hören und besitzen, der Musiker berühmt sein, möglichst viele Mädels vernaschen und – Kohle, Kohle, Kohle. Aus keinem anderen Grund werden Bands gegründet und Karrieren angestrebt, auch, wenn auf der Bühne der Che vom T-Shirt prangt und die Weltrevolution in die populäre Botschaft eingeflochten ist. Schon Hannes Wader war damals berühmt und berüchtigt dafür, bei Gagenverhandlungen keine Kompromisse zu machen, auch nicht bei seinen Cowboy-Stiefeln: Unter 1.500,- DM, so erzählte man sich, ging da gar nichts.

    Wenn Kunst und Kommerz irgendwo zusammenhängen, dann doch wohl im Rock'n'Roll. Wie sexy, aufrüttelnd oder tanzbar die Botschaft auch immer sein mag: Sie muss produziert und unter die Leute gebracht werden, was Geld kostet. Seit die Beatles in den 1960er Jahren die ersten Playback-Filmchen drehten (aus schnödem Terminmangel, sie konnten nicht überall gleichzeitig sein), ist Popmusik unwiderruflich mit dem bewegten Bild gekoppelt. Musik lässt sich nicht ohne Video (in größerem Umfang) verkaufen. End of story.

    Und selbstverständlich will eine Plattenfirma für das Geld, das sie in einen Künstler investiert, auch etwas zurückhaben. Dafür gibt es Verträge, die, jawohl, auch mal unfair und ausbeuterisch sind, aber wenn's gut läuft, hat die Major Gewinn gemacht und der Künstler ist wohlhabend bis stinkreich.

    Ist nunmal so: Es gibt keine antikommerzielle Popmusik. Sascha Eigner hat das ganz gut erkannt. Vernünftiger Mann ...
  3. #12

    Da sieht man mal wieder...

    Zitat von fordp Beitrag anzeigen
    ...vielleicht mal arbeiten gehen. dieses sehr verbreitete anspruchsdenken dieser "künstler" auf geld für ihr hobby ist einfach nur lächerlich.

    kein mensch braucht so viel geld für eine veröffentlichung einer guten platte. das problem ist nur, das die eben nicht so gut sind und daher mit viel geld in den markt geprügelt werden müssen.
    weg mit solchen jammerlappen.
    weg mit dieser art von urheberrecht.
    ...was für Schwätzer sich hier tummeln. Sind Sie etwa auch ein Ingenieur, der sich einbildet, jeden Tag die Welt zu retten?
  4. #13

    Zitat von lecon Beitrag anzeigen
    ...was für Schwätzer sich hier tummeln. Sind Sie etwa auch ein Ingenieur, der sich einbildet, jeden Tag die Welt zu retten?
    Den Widerspruch in der Argumentationskette "Musik muss teuer sein, weil die PR so teuer ist, und ohne die PR wuerde die Musik ja keiner kaufen" sehen Sie nicht?

    Musik, die die Menschen nur deswegen hoeren, weil ihnen irgendwelche Werbefuzzis einreden, dass man dadurch cool und hip wird, brauche ich zumindest nicht.
  5. #14

    Kickstarter und Co

    Herr Eigner könnte sich mal ein Beispiel an Amanda Palmer nehmen. Die hat Anfang der Woche ihr neues Album als Projekt bei kickstarter eingestellt, um das Geld für die Produktion zusammen zu bekommen. Heute, nach gerade mal 4 Tagen, hat sie so schon über 400.000 Dollar zusammen. Da kaufen Leute ihre Musik sogar noch bevor sie im Studio aufgenommen wurde. Und das alles ohne großes Studio oder sonstwas.
  6. #15

    Es...

    Zitat von hagionpneuma Beitrag anzeigen
    Den Widerspruch in der Argumentationskette "Musik muss teuer sein, weil die PR so teuer ist, und ohne die PR wuerde die Musik ja keiner kaufen" sehen Sie nicht?

    Musik, die die Menschen nur deswegen hoeren, weil ihnen irgendwelche Werbefuzzis einreden, dass man dadurch cool und hip wird, brauche ich zumindest nicht.
    ...geht doch vielmehr darum, dass der von mir zitierte Forist offenbar keinerlei künstlerische Leistung anerkennen möchte und alles als Hobby abtut. Selbstredend gibt es in der PR-Maschinerie Stellschrauben. Die gibt es aber überall. Kostenlos wird Kunst dadurch jedoch nicht.
  7. #16

    neue wege

    geschichte, meinte marx, wiederholt sich nicht, und wenn dann als farce... hatten wir diese ganze diskussion nicht schon einmal vor gut einem monat, als sven regener in seiner 'wutrede' in deutlich fundierterer form das thema aufgenommen hat? aus der debatte, die sich damals daraufhin entsponnen hat, lege ich mal diesen blogbeitrag bokelbergs ans herz (http://www.qlod.org/weltfrieden/?p=1832) - vielleicht ist das böse, böse internet doch nicht ganz so böse, böse.

    im großen und ganzen scheint mir diese ganze frage doch nicht wirklich eine krise der musik/der musiker zu sein, sondern eine der musikindustrie, die die felle davonschwimmen sieht. klar, von eingefahrenen und jahrzehntelang erfolgreichen strukturen will man sich nicht so leicht verabschieden, auch für die künstler ist dieses gemachte nest natürlich attraktiv. neues zu wagen, das strukturell und inhaltlich von den bestehenden Formen abweicht, kann aber durchaus etwas bringen, vielleicht finanzielle mehrerträge (wenn nicht mehr der major-verwaltungsapparat mitgefüttert werden muss), bestimmt aber mehr unabhängigkeit. gerade das crowd-funding könnte hier in der zukunft ein ganz großes ding werden - angelika express hat das mit ihrer angelika-aktien-aktion schon vor 3, 4 jahren vorgemacht...
  8. #17

    Zitat von daoinsidhe Beitrag anzeigen
    Herr Eigner könnte sich mal ein Beispiel an Amanda Palmer nehmen. Die hat Anfang der Woche ihr neues Album als Projekt bei kickstarter eingestellt, um das Geld für die Produktion zusammen zu bekommen. Heute, nach gerade mal 4 Tagen, hat sie so schon über 400.000 Dollar zusammen. Da kaufen Leute ihre Musik sogar noch bevor sie im Studio aufgenommen wurde. Und das alles ohne großes Studio oder sonstwas.
    Das Problem bei dieser Art von Musikern ist, dass sie so "kreativ" sind das sie sich das nicht anders vorstellen können.

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Jahrelang war es der beste Weg für eine Band bei den "großen Firmen" betteln zu gehen.

    Das ändert sich gerade.

    Und ganz ehrlich? Ich halte "große" Topstars die sich ihren Swimmungpool mit Mineralwasser füllen lassen für verzichtbar... ;-)

    Wie war das nochmal? Die Musikbranche macht in D ungefähr soviel Umsatz wie Südzucker. Gab es nen netten Artikel zu...

    Nur um mal den Horizont gerade zu rücken.

    Der Mensch würde auch weiter muszieren, wenn diese Industrie kollabiert. Und der Konsum verändert sich auch ständig.

    Ich persönlich höre gelegentlich noch Radio bzw. gehe auf Konzerte. ABer CD kaufe ich keine mehr. Genug gekauft, genug im SChrank...
  9. #18

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Geld wie Heu, Autos, jede Menge Groupies: Im Musikbusiness winken Ruhm und ewiger Wohlstand? Ein Märchen - davon kann die Band Jupiter Jones ein Lied singen. Gitarrist Sascha Eigner erklärt, wovon er lebt. Und zürnt über die Attacken ahnungsloser Piraten aufs Urheberrecht.

    Jupiter Jones und Sascha Eigner über das Musikgeschäft - SPIEGEL ONLINE
    Nachdem ich ja schon ewig kein Radio und Fernsehen mehr konsumiere kannte ich das Lied ja überhaupt gar nicht und habe mir jetzt extra das verlinkte Video angeschaut. Nach dem Loblied auf die GEMA ist meine erste Frage wie da überhaupt das Lied der Band auf Youtube verlinkt werden kann und darf? Habe ich etwas verpasst und Google und GEMA haben sich jetzt doch geeinigt?

    Wie auch immer, man sieht also hier schonmal das kostenloses Musikhören im Netz dafür sorgt etwas bekannt zu machen bei Leuten die klassische Medien nicht nutzen .... was immer mehr und mehr werden.

    Trotzdem muss ich Hr. Eigner leider sagen das ich für so einen 08/15-Pop nie im Leben Geld ausgeben würde. Massenware. Kein Wunder braucht es da X-Tausend Euro um das in den Markt zu drücken.

    Wäre er doch besser Informatiker geblieben um sich seinen Lebensunterhalt + Rente zu verdienen und hätte die Musik weiter als Hobby betrieben. So wie meiner Einer der auch als Informatiker arbeitet um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren obwohl ich doch so viel lieber Geld dafür bekommen würde meinen Hobbys nachzugehen *jammer *heul ... wo bleibt der Artikel darüber das ich von meinem Hobby nicht Leben kann wegen dieser blöden Gesellschaft die sich einfach weiterentwickelt und für Hobbyphilosophen kein Geld übrig hat?
  10. #19

    Das mit den illegalen Downloads ist sicher ein Problem. Nur wird damit vollkommen falsch umgegangen, die Abmahnungen treffen zu 99,99% die falschen, die nichts runterladen oder irgendwie verbreiten. Die wahren Verbrecher sind die Labels und deren Anwälte, welche mit kriminellen Methoden massenhaft Abmahnungen verschicken und die Adressaten (ich will sie mal Opfer nennen) keine Ahnung haben, wofür die eigentlich Geld wollen. Wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt, Geld mit Musik zu verdienen, sollte vielleicht mal versucht werden, Musik zu machen, die was taugt! Das gilt auch für Jupiter Jones.


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