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Junglehrer im Eignungstest: Casting für ein besseres Klassenzimmer

Markus BurkeIn Deutschlands Schulen arbeiten zu viele Lehrer, die nicht mit Kindern und Jugendlichen umgehen können. Experten fordern deswegen einen Eignungstest für angehende Lehramtsstudenten. Wie der aussehen könnte, zeigt die Uni Passau.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...838190,00.html
  1. #1

    Prozentsätze

    wieso ändert sich eigentlich der Prozentsatz der ungeeigneten Lehramtsstudendenten von 15 auf 40%, wenn sich die Anzahl der überprüften Studenten vergrößert?

    Ich hätte lieber ein paar frühe Fehlentscheidungen der Auswahljury, als hinterher 40% ungeeignete Lehrer, von denen sich vielleicht noch einige entwickeln. Um die täte es mir zwar leid, aber solange keine andere Möglichkeiten gegeben werden...
    (Anreize für engagierte Lehrer, unterschiedliche Gehälter für unterschiedlich qualifizierte Lehrer usw. - kann doch nicht sein, dass ein engagierter hervorragender Lehrer auf den Euro dasselbe verdient, wie einer, der mittags zum Baden geht und nur Minimalprinzip lebt...)
  2. #2

    Lehrer?

    Ich habe das mal für ein Jahr gemacht: Vertretungslehrer (Quereinsteiger) (Mathe, Informatik) in den Klassen 10 und 11 an einer Gesamtschule.

    Mein Fazit: Nie Wieder!
    Für den Beruf des Lehrer reicht Fachwissen nicht aus.
    Was wirklich benötigt wird, sind Drillsergeants aus der Army, um die Kids mal richtig zu schleifen! Jede Schule sollte ihren eigenen Steinbruch habe zu dem die lernrenitenten, pupertierenden Jugendlichen geschickt werden. Dort sollen sie einfach bis zum Erbrechen solange Steine klopfen, bis sie darum betteln wieder am Unterricht teilnehmen zu dürfen.
    Wenn 80% der Schüler der Ansicht sind, daß Schule der "Freizeitkiller #1" ist, dann läuft gewaltig was schief.

    Abgesehen davon halte ich unser dreigliedriges Schulsystem und die Lehrpläne für menschenverachtend, aber das ist ein anderes Thema...
  3. #3

    Zitat von seikor Beitrag anzeigen
    wieso ändert sich eigentlich der Prozentsatz der ungeeigneten Lehramtsstudendenten von 15 auf 40%, wenn sich die Anzahl der überprüften Studenten vergrößert?
    Weil der beschriebene Test freiwillig ist und nur die hingehen, die sich gewisse Chancen ausrechnen!

    Ich bin allerdings skeptisch, ob hier wirklich die entscheidenden Eigenschaften abgeprüft werden. Vielleicht sollte man lieber mehr Sozialarbeiter, Psychologen usw. einstellen und den Lehrern das Lehren überlassen - so altmodisch das klingt.
  4. #4

    Angehende Studenten gehen's an.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Deutschlands Schulen arbeiten zu viele Lehrer, die nicht mit Kindern und Jugendlichen umgehen können. Experten fordern deswegen einen Eignungstest für angehende Lehramtsstudenten. .
    Zuvorderst drängt sich die Frage auf, ob man bei angehenden LA-Stundenten, sprich Abiturienten im Alter von ca. 19 Jahren, die noch nicht einmal Erstsemester sind, schon mit hoher Sicherheit feststellen kann, wer dereinst nach abgeschlossener Hochschulausbildung Jahre später mit Kindern und Jugendlichen umgehen kann, ... und wer nicht.

    Wenn das schon vor der Einschreibung festgestellt werden kann, muss man fragen, wozu der Lehramtler jahrelang noch Pädagogik studieren muss?
    Scheinbar scheint das ja am Ende nicht viel Effekt zu haben. Oder?

    Das riecht wieder nach einer arg realitätsfernen Unternehmung, die sich irgendein Oberregierungsrat im Unterrichtsministerium ausgedacht hat.
  5. #5

    Das ist nix

    Dank G8 haben wir Lehramtsstudenten, die mit 17 in Vorlesungen sitzen und nach 8 Semestern 21 Jahre alt sind. Großartig, so jemanden in die Schule zu stellen. Keinen Plan vom Leben. Dabei hören Schüler vor allem Lehrern zu, die etwas draufhaben und gute Leute sind, die als Vorbilder taugen.
    Der Test allerdings ist auch nix, denn tatsächlich ist es gar nicht so selten, dass die Lehrer, die in der Uni nix taugen hervorragende Lehrer werden. Denen sollte man diese Möglichkeit nicht nehmen. Und was das wichtigste ist - haben die Menschen, die diesen Test erstellt haben überhaupt selber eine Ahnung davon, was gute Lehrer ausmacht?
  6. #6

    Schablonen-Menschen

    Das passt ja mal wieder zu den Schema F-Vorgehensweisen der Verantwortlichen rund um das Thema Schule. Als ob man durch eine Momentaufnahme einen Menschen, dessen Fähigkeiten und vor allem dessen Entwicklungsweg und menschliches Potenzial beurteilen könnte. Wie anmaßend! Dieses einseitige, schablonenhafte Menschenbild durchzieht das ganze Schul- und Ausbildungswesen. Kinder werden in Noten-Schablonen von 1 bis 6 gepresst, Leistungen werden durch Normtests überprüft, alles wird evaluiert, verglichen und kategorisiert. Angehende Lehrer werden gecastet und einem vorschnellen Urteil ausgesetzt... Überforderten Lehrern könnte geholfen werden, indem man ihnen während der Arbeit eine Möglichkeit gibt, sich selbst zu reflektieren. Teamteaching, Supervisionen - es gibt viele Möglichkeiten. Aber dafür ist ja kein Geld da. Zudem sollte man überlegen, Lehrer nicht mehr zu verbeamten. Dann ist die "Sicherheit" schonmal kein Auswahlkriterium mehr. Die Freude, mit Kindern umzugehen und junge Menschen zu begleiten, rückt dann mehr als Entscheidungsmerkmal in den Vordergrund.
  7. #7

    Zitat von harald0078 Beitrag anzeigen
    Dank G8 haben wir Lehramtsstudenten, die mit 17 in Vorlesungen sitzen und nach 8 Semestern 21 Jahre alt sind. Großartig, so jemanden in die Schule zu stellen. Keinen Plan vom Leben. Dabei hören Schüler vor allem Lehrern zu, die etwas draufhaben und gute Leute sind, die als Vorbilder taugen.
    Das sind schon harte Unterstellungen, wer jung ist hat keine Ahnung vom Leben.
    Andererseits sind junge Lehrer noch wesentlich näher an der Lebenswirklichkeit der Schüler, ein nicht zu verachtender Aspekt.

    Was ich mich allerdings angesichts dieser Zahlen frage: Wenn die Absolventenzahlen heute schon nicht reichen für die offenen Stellen, wo bekommen wir Lehrer her, wenn von denen, die zu studieren anfangen 40% untauglich sind?

    Vielleicht sollte die Ausbildung an der Uni auch auf solche persönlichen "Probleme" eingehen, den Umgang mit Menschen kann man bis zu einem gewissen Grad auch lernen. OK, manche lernen es nie aber niemals 40%.
  8. #8

    Anmerkung:

    Zitat von zufriedener_single Beitrag anzeigen
    Wenn 80% der Schüler der Ansicht sind, daß Schule der "Freizeitkiller #1" ist, dann läuft gewaltig was schief.

    Abgesehen davon halte ich unser dreigliedriges Schulsystem und die Lehrpläne für menschenverachtend, aber das ist ein anderes Thema...
    Jetzt sagen Sie bloß, Sie sind als Kind IMMER gerne zur Schule gegangen...? Grade die Klassen 10 und 11 am Ende der Hochphase der Pubertät sind doch schwierig, dass weiss man doch im vorhinein.
  9. #9

    Wenn man sich mit Lehrern unterhält, herrscht überwiegend bei einem Punkt Klarheit. Eine Eignungsprüfung muss her. Es geht schon allein mit der Stimme los. Nicht jeder kann bis zu 6 Stunden täglich reden. Gerade Quereinsteiger scheitern indem die Stimme versagt. Ich kenne eine Referendarin die Gehörprobleme hat, die gnadenlosen Schüler lassen die voll auflaufen, usw. usw.
    Es würde der Gesellschaft viel Geld sparen und den Jugendlichen, die Lehrer werden wollen, auch helfen, wenn man denen gleich am Anfang sagt, du bist nicht geeignet vor 28 pubertierenden Kindern zu stehen, von denen 6 Integrationsschüler sind ,dann noch 2 die ADHS haben, 2 die früh vom Sozialdienst gebracht werden usw. usw. Schule ist definitiv kein Ponyhof.


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