Und sowas gibt es in allen Berufen, ausgenommen vielleicht Mediziner und Juristen, die umfangreiche Vorbereitungsdienste zu absolvieren haben.
Auch z.B. Ingenieure erleben, je nach Mentalität und Belastbarket unterschiedlich heftig, den Praxisschock. Auch sie arbeiten gerade in den ersten Jahren vergleichbar viele Stunden. (Wobei die Arbeitsdauer wenig über die Intensität und das Ergebnis aussagt.)
Nur sind Ingenieure wesentlich höhere Studienbelastungen gewöhnt und daher vom Arbeitsaufwand weniger erschreckt.
Erstaunlich am Praxisschock der Lehrer ist m.E., dass man den "Betrieb" in den man eintritt, 13 Jahre aus nächster Nähe beobachtet hat. Man sollte also sehr genau wissen, worauf man sich einlässt, genauer jedenfalls als in jedem anderen Beruf.
Doch vielleicht sollte man sich auch ansehen, wer und aus welcher Motivation ein Lehramtsstudium aufnimmt. Aus meinem Abijahrgang vor rund 25 Jahren waren das nicht gerade die belastbarsten, arbeitssamsten und besten Schüler, eher der untere Durchschnitt. Ich habe mich bei Einigen gefragt, warum sie weiter in die Schule wollen, wo sie doch schon bisher dort viele Probleme hatten. Besonders bei den Schüchternen, Stillen hatte ich Bedenken.
Der Weg sollte klar sein: Frühzeitig Pflichtpraktika mit möglichst weitgehender Einbindung (incl. Verantwortung, Arbeitsdruck, Stress) in den Lehrbetrieb, damit die Studenten rechtzeitig merken, ob sie den für sie richtigen Beruf anstreben.
Denn wenn Ungeeignete Lehrer werden, schadet das den Ungeeigneten und den Schülern.
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