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Junglehrer: Ausgebrannt, bevor es losgeht

Marian SchäferNie zuvor hatten Referendare so wenig Zeit wie heute. Die Bundesländer verkürzen ihren Vorbereitungsdienst und Schulleiter setzen die Anfänger oft wie fertige Lehrer ein. So eine Lehrzeit traumatisiert die jungen Akademiker, warnt ein Experte.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...826861,00.html
  1. #240

    Das nennt man Praxisschock

    Und sowas gibt es in allen Berufen, ausgenommen vielleicht Mediziner und Juristen, die umfangreiche Vorbereitungsdienste zu absolvieren haben.

    Auch z.B. Ingenieure erleben, je nach Mentalität und Belastbarket unterschiedlich heftig, den Praxisschock. Auch sie arbeiten gerade in den ersten Jahren vergleichbar viele Stunden. (Wobei die Arbeitsdauer wenig über die Intensität und das Ergebnis aussagt.)
    Nur sind Ingenieure wesentlich höhere Studienbelastungen gewöhnt und daher vom Arbeitsaufwand weniger erschreckt.

    Erstaunlich am Praxisschock der Lehrer ist m.E., dass man den "Betrieb" in den man eintritt, 13 Jahre aus nächster Nähe beobachtet hat. Man sollte also sehr genau wissen, worauf man sich einlässt, genauer jedenfalls als in jedem anderen Beruf.

    Doch vielleicht sollte man sich auch ansehen, wer und aus welcher Motivation ein Lehramtsstudium aufnimmt. Aus meinem Abijahrgang vor rund 25 Jahren waren das nicht gerade die belastbarsten, arbeitssamsten und besten Schüler, eher der untere Durchschnitt. Ich habe mich bei Einigen gefragt, warum sie weiter in die Schule wollen, wo sie doch schon bisher dort viele Probleme hatten. Besonders bei den Schüchternen, Stillen hatte ich Bedenken.

    Der Weg sollte klar sein: Frühzeitig Pflichtpraktika mit möglichst weitgehender Einbindung (incl. Verantwortung, Arbeitsdruck, Stress) in den Lehrbetrieb, damit die Studenten rechtzeitig merken, ob sie den für sie richtigen Beruf anstreben.
    Denn wenn Ungeeignete Lehrer werden, schadet das den Ungeeigneten und den Schülern.
  2. #241

    geht anderen Berufen genauso

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Darum geht es doch nicht darum, dass andere Berufe weniger Verantwortung haben.

    Es geht darum, dass in Schule die Strukturen nicht stimmen. Es gibt keinen zuständigen Oberarzt, es gibt kein andere Personal, es gibt keine Möglichkeit Aufgaben zu delegieren und es gibt eben auch nicht wie in anderen sozialen Berufen eine Supervision.

    In Schule bekommen junge Kollegen die schwierigsten Klassen. Dies ist so, da sie sich nicht wehren können und weil sie vor Dienstantritt eben auch keine Hintergrundinformationen haben.
    auch junge Assistenzärzte werden schn gleich in vielen Fällen auf sich alleine gestellt. Für eine Supervision ist einfach Perosnal da.
    Man aknn auch in diesen Bereichen wenig deligieren weil niemand da ist. In den Bereitschaftsdiensten müssen die Assistenten alleine entscheiden. Wehren können die sich auch nicht, dann dürfen sie nämlich das Haus verlassen. Verträge werden einfach nicht verlängert.
    Die Hierarchie ist in diesem Bereich sehr stark ausgeprägt.
    Wie Sie sehen geht anderen Berufen genauso nur dass die Leute noch um ihren Job fürchten müssen.
  3. #242

    Gut gemacht!

    Schön zu sehen, dass die staatliche Hetzpolitik immer ihre Anhänger findet.
    Solange man eine Berufsgruppe (oder Berufslosengruppe zB H4) hat, auf die man neidisch sein kann und auf der man herumhacken kann, geht es einem doch irgendwie besser.
    Dass es insgesamt gerade ziemlich den Bach runtergeht, vergisst man dabei für kurze Zeit.
    Statt also zu sagen: Wir haben ALLE die Schnauze voll davon, uns für 'n Appel und 'n Ei ausbeuten zu lassen, in Kurzarbeit, in unbezahlten Überstunden, in 80-Stunden-Wochen, hacken wir einfach auf denen rum, die nicht arbeiten, weil sie keine Arbeit finden, oder auf denen, die ein zehntel Ei mehr bekommen.

    Dabei begründen all die Hetzer hier übrigens genau das am besten, was sie am meisten verabscheuen: Die Verbeamtung. Die dient nämlich dazu, den Lehrer zu schützen, vor Eltern und Schülern und Druck von oben und unten. So dass er seine Arbeit machen kann, ohne Angst zu haben nach dem nächsten Elternsprechtag gefeuert zu werden, weil er etwas realistischer in der Notenvergabe war. Klar fallen da Nieten dann weich, aber Nieten gibt es überall, in jedem Beruf. Oder etwa nicht?
    Dazu muss man noch anfügen, dass es offensichtlich kein Wunder ist, dass Lehrer überarbeitet sind, die müssen sich ja nur den ganzen Tag mit IHREN Kindern herumschlagen! Wir könnten sie natürlich auch weniger bezahlen, sie sich noch weiter überarbeiten lassen, die Klassen vergrößern, die Ferien abschaffen, jeden Lehrer sofort feuern, wenn er mal Mist baut usw. usf. Aber ich denke, einige der Schreihälse hier, wären die ersten unter den Schreihälsen, die sich dann über die mangelnde Bildung ihrer Blagen beschweren würden.
  4. #243

    Ja, ja: so sehen Sie es.

    Zitat von hartholz365 Beitrag anzeigen
    Ein Bekannter von mir ist Lehrer an einem Wirtschaftsgym. Der hat eine drei-Tage-Woche.


    Jajajaja. Seltsam dass alle Lehrer die ich kenne in den Ferien immer im Ausland sind.

    Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere: Nach den Ferien waren nie die Stundenpläne fertig, immer erst nach 2-4 Wochen laufendem Schulbetrieb und das in jeder Schule. In den Ferien war nur der Hausmeister in der Schule, die Lehrerschaft im Ausland.

    Hören sie doch auf mit den 60-70 Stundenwochen die ein Leher angeblich hat. In Einzelfällen mag das sein, vielleicht auch bei den Referendaren aber insgesamt haben die einen Halbtagsjob zu Beamtenkonditionen.
    Da kann man nichts machen. Der eine Lehrer, den Sie kennen, lebt so, also wissen Sie "wie der Lehrerberuf so ist". Aber: in den Ferien sind immer Lehrer in der Schule. Das sind Funktionsträger. Aber Sie haben wirklich keine Ahnung!
    Die Verwaltung muss immer besetzt sein. Es gab eine teure Untersuchung
    mit "Pädagoichis" die elektronisch den Arbeitseinsatz zu Hause erfasste. Der schulische Aufwand konnte mit den Dienstplänen ermittelt werden. Das Ergebnis hätte Arbeitszeitverkürzung oder höhere Bezahlung bedeutet. Statt dessen wurde die Studie schnell in die Schublade gelegt und die Arbeitszeit um 2 Stunden Untericht verlängert. Es fehlten ja Lehrer. Ich bin pensioniert und habe als Ingenieur das Berufsleben hinter mir. In den letzten Dienstjahren unterrichtete ich mit Kollegen manchmal 3 Klassen parallel, dass das Hemd am Rücken klebte. Aber die Schüler mussten ja ihre Gesellenprüfung bestehen. Die Folge war: der Untericht wurde ja erteilt (betreuter Unterricht) und erschien nicht in der Statistik als Unterrichtsausfall. Als Klassenlehrer hatte ich bis zu 5 Klassen gleichzeitig. Das ganze nennt man "Selbstausbeutung"! Da hätte mal einer Amok laufen müssen: ich hätte mich um meine "Kinder" nicht ausreichend gekümmert! In diesem Forum sind erschreckend viel Narren unterwegs. Bitte schließen Sie es. Diesem Volk ist nicht zu helfen. Die Referendare wurden mit jeder Unterstützung, die man geben konnte, in dieses Geschehen einbezogen.
    Die meisten schafften es. Aber es war für sie bestimmt nicht einfach.
  5. #244

    Zitat von hartholz365 Beitrag anzeigen
    Ein Bekannter von mir ist Lehrer an einem Wirtschaftsgym. Der hat eine drei-Tage-Woche.


    Jajajaja. Seltsam dass alle Lehrer die ich kenne in den Ferien immer im Ausland sind.

    Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere: Nach den Ferien waren nie die Stundenpläne fertig, immer erst nach 2-4 Wochen laufendem Schulbetrieb und das in jeder Schule. In den Ferien war nur der Hausmeister in der Schule, die Lehrerschaft im Ausland.

    Hören sie doch auf mit den 60-70 Stundenwochen die ein Leher angeblich hat. In Einzelfällen mag das sein, vielleicht auch bei den Referendaren aber insgesamt haben die einen Halbtagsjob zu Beamtenkonditionen.
    Und wieder so eine gefährliches Halbwissen, dass auf dem unermesslichen Erfahrungsschatz begründet durch EINEN (1!!!) Bekannten und der negativen Erfahrungen als Schüler beruht und nichts anderes als Alltags-Dummheiten und Neid ausdrücken. Ich möchte nur einen der Kritiker mal für eine Woche im Schuldienst sehen: Eine Arbeit, die von 95% der Gesellschaft wie durch einen Glaskasten beobachtet werden kann, bei dem man den Eltern, den Schulleitern, den Fachleitern, den Ausbildungslehrern, den Kritikern, sich selbst und zuletzt vor allem den Kindern gerecht wird.
    Natürlich gibt es Ferien, natürlich arbeitet man nicht 10 Stunden IN der Schule. Das ist aber doch noch lange kein Grund, vom anderen Extrem auszugehen und zu behaupten, dass ein Lehrer 60 Tage Ferien im Jahr hat und pro Tag on 8-13 Uhr nur arbeitet. Das ist einfach Blödsinn und kann doch wirklich normal-denkende Leuten nicht überzeugen.

    Es wäre langsam an der Zeit, dass die ganzen Kritiker ihre eigenen Erfahrungen in der Schule (ggf. verbunden mit schulischem Versagen) nicht auf den Berufsstand des Lehrers übertragen.
  6. #245

    Zitat von hartholz365 Beitrag anzeigen
    Ein Bekannter von mir ist Lehrer an einem Wirtschaftsgym. Der hat eine drei-Tage-Woche.
    Der Glückliche!

    Jajajaja. Seltsam dass alle Lehrer die ich kenne in den Ferien immer im Ausland sind.
    In Bayern wäre auf jeden Fall besser für die Binnenwirtschaft.


    Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere: Nach den Ferien waren nie die Stundenpläne fertig, immer erst nach 2-4 Wochen laufendem Schulbetrieb und das in jeder Schule. In den Ferien war nur der Hausmeister in der Schule, die Lehrerschaft im Ausland.
    Wie oft waren Sie in ihrer Schulzeit denn so in den Ferien an der Schule? Nicht so oft? Waren sie etwa im Ausland, statt in Bayern?

    Was hätten sie für Vorschläge, was Lehrer in den Ferien an der Schule tun könnten? Ich hätte ein paar Anregungen:
    - Mal die Klassenräume streichen
    - Nasebohren
    - Erbsen zählen
    - Die Weltherrschaft an sich reißen
    - Den Ausblick genießen
    - An Asbest schnüffeln
    - ...

    Ich wäre gerne Müllmann geworden, die arbeiten irgendwie immer nur Donnerstags morgens, holen dann die Mülltonnen ab und haben den Rest der Woche frei. DAS sind mal Arbeitskonditionen!


    Hören sie doch auf mit den 60-70 Stundenwochen die ein Leher angeblich hat. In Einzelfällen mag das sein, vielleicht auch bei den Referendaren aber insgesamt haben die einen Halbtagsjob zu Beamtenkonditionen.
    Waren sie Nachmittags auch häufig an der Schule? Oder war da nur der Hausmeister? Es ist erstaunlich wie gründlich bei manchen Menschen das Prinzip "Aus den Augen aus dem Sinn" funktioniert. Wirklich erstaunlich!
  7. #246

    Zitat von hartholz365 Beitrag anzeigen
    Jajajaja. Seltsam dass alle Lehrer die ich kenne in den Ferien immer im Ausland sind.
    Noch dazu:
    Wo verbringen denn andere Arbeitnehmer ihren Urlaub? Wer den Urlaubsort als "Wert" nimmt, um zu messen, wie "wertvoll" ein Beruf ist, dem ist die Kompetenz "Urteilsbildung" in der Schule wohl nicht begegnet.
  8. #247

    @Tyrion_Lannister: toller Kommentar, als ob das entschädigt... manchmal fragt man sich echt, was einige Leute in der Birne haben...
    @Xangod: so typisch!!!! Warum meint eigentlich jeder beurteilen zu können, wieviel ein Lehrer arbeiten muss, wann und wieviel er frei hat und belastend oder nicht belastend das ist????? ich maße mir schließlich auch nicht an über andere berufe zu urteilen! ich kann nur sagen: null ahnung habt ihr.... und urteilt nur aufgrund gefährlichen halbwissens!!!
    denn sagt mir doch mal: wenn der lehrerjob der absolute traumberuf mit hammer bezahlung, nur vorteilen und ständig freizeit, freien nachmittagen und ferien ist... warum seid ihr keine lehrer??? hat doch jeder selbst in der hand! dann kann ich nur sagen: augen auf bei der berufswahl und p.P. (persönliches Pech), dass ihr nicht auch unseren tollen traumjob ergriffen habt!!!!!!!
  9. #248

    Zitat von gerdjuergen Beitrag anzeigen
    Der Weg sollte klar sein: Frühzeitig Pflichtpraktika mit möglichst weitgehender Einbindung (incl. Verantwortung, Arbeitsdruck, Stress) in den Lehrbetrieb, damit die Studenten rechtzeitig merken, ob sie den für sie richtigen Beruf anstreben.
    Denn wenn Ungeeignete Lehrer werden, schadet das den Ungeeigneten und den Schülern.
    Lieber Herr Gerdjuergen,

    genau das wollen die Studenten ja auch! Das fordern die Gewerkschaften, Lehrer, Referendare und alle anderen Menschen, die sich dafür interessieren. Zwar nicht aus so bösartigen Gründen, wie ihre es sind, aber prinzipiell geht es um das selbe: Mehr Praxis, früher mehr Praxis und noch mehr Praxis.
    Doch eine Sache muss ich noch los werden: Schüler zu sein ist kein 13-jährigens Praktikum für den Lehrerberuf. Das ist, als würden sie das Betrachten eines Büroangestellten 4 Stunden am Tag durch ein Fenster aus 50 meter Entfernung ohne Blick auf seinen PC-Bildschirm als Praktikum für den Job eines Büroangestellten bezeichnen.
    Sie machen da leider den selben Fehler, wie die meisten: Sie denken sie wüssten, was ein Lehrer tut, haben aber gerade eben an der Oberfläche gekratzt (die Analogie zum Eisberg würde sich da ebenfalls anbieten).
    Oder nehmen sie es mit meinem Vergleich mit dem Müllmann aus meinem vorherigen Post: Der arbeitet schließlich auch nicht nur Donnerstag morgens, für die Zeit in der ich ihn und sein Müllfahrzeug sehe.
  10. #249

    da isser mal wieder: der Besserwisser

    Zitat von hartholz365 Beitrag anzeigen
    Ein Bekannter von mir ist Lehrer an einem Wirtschaftsgym. Der hat eine drei-Tage-Woche.


    Jajajaja. Seltsam dass alle Lehrer die ich kenne in den Ferien immer im Ausland sind.

    Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere: Nach den Ferien waren nie die Stundenpläne fertig, immer erst nach 2-4 Wochen laufendem Schulbetrieb und das in jeder Schule. In den Ferien war nur der Hausmeister in der Schule, die Lehrerschaft im Ausland.

    Hören sie doch auf mit den 60-70 Stundenwochen die ein Leher angeblich hat. In Einzelfällen mag das sein, vielleicht auch bei den Referendaren aber insgesamt haben die einen Halbtagsjob zu Beamtenkonditionen.
    ich war mal patient in ner Arztpraxis. Die haben auch nur ne 24-Stunden Woche! zumindest schließe ich das aus den Öffnungszeiten....

    Die Realität heute: 25 Schulstunden pro Woche. Pausen dienen der Unterrichtsvorbereitung, Freistunden zur Organisation, Korrektur, Elterngespräche. 25 Schulstunden sind also real mindestens 30 Zeitstunden. 200 Klassenarbeiten und 400 Hausaufgabenüberprüfungen pro Halbjahr = im Schnitt 7 -10 Zeitstunden pro Woche (je nach Fach und freistundenzahl). Konferenzen, Elternabende, AGs, Dienstbesprechungen, Nachmittagsfortbildungen, Elterngespräche, Schülergespräche, Sondertermine für Nachschreiber, Kopierzeit: 3-5 Zeitstunden pro Woche. Erstellen neuer Unterrichtsinhalte, Ausarbeitung neuer Methoden: kommt auf das Engagement des Lehrers an, min 5 Zeitstunden pro Woche bei den"alten Hasen", 20- 30 Zeitstunden pro Woche bei den Neueinsteigern. 70 Stunden kommt da hin.

    Die Stundenpläne sind deshalb nach den Ferien nicht fertig, weil die Behörden, die die neuen Kollegen und die Vertretungskräfte an die Schulen verteilen, diese Verteilung bis zum Schuljahresbeginn nicht fertig haben.

    und zuguterletzt wüsste ich gerne, wie ich es mir mit 2700 netto leisten kann, 3 Monate im Jahr mit der gesamten Familie im Urlaub zu sein. Wahrscheinlich noch Karibik, 5 Sterne.








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