Lehrer ist kein Lehrberuf.
Die fehlende Zeit ist in der Schule das Problem. Wie soll ich denn auf die bedürfnisse der Sus individuell eingehen, wenn ich gleichzeitig die zentralen
Prüfungsinhalte für alle erreichen will?
Und in welchem Beruf wird man von Eltern noch abends um halb elf oder morgens um halb sieben angerufen?
Das, was psychisch belastend ist, ist nicht die Klassenarbeit, die mit einem Schnitt von 4,3 ausgefallen ist. Es sind die Schicksale der Schüler, die man betreuen muss. Die Kinder von hochgradig suchtgefährdeten Eltern, von Eltern in Scheidung, von Eltern mit psychosozialen Problemen, mit Opfern häuslicher Gewalt und sexuellen Missbrauches etc.
Besonders schön auch immer, wennn das Jugendamt verlautet, da könne es nichts tun und es besser sei; Schule würde den Fall betreuen, Schule sei doch näher am Kind dran.
Schwierig sind immer die Fälle, wo sich Klassenlehrer und Schulleitung mehr gedanken um ein Kind machen als dessen Erziehungsberechtigte, die dann auch noch alle Maßnahmen konterkarieren. das sind die Fälle, die einen beschäftigen oder zynisch werden lassen.