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Junglehrer: Ausgebrannt, bevor es losgeht

Marian SchäferNie zuvor hatten Referendare so wenig Zeit wie heute. Die Bundesländer verkürzen ihren Vorbereitungsdienst und Schulleiter setzen die Anfänger oft wie fertige Lehrer ein. So eine Lehrzeit traumatisiert die jungen Akademiker, warnt ein Experte.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...826861,00.html
  1. #210

    @ Schnurz: Ja, genau, willkommen in der Realität aka unsichere Zukunft. Es ist wahrlich beneidenswert, wieviel Ungemach Sie dafür in Kauf nehmen, dass Kinder und Jugendlichen Sie um Rat fragen dürfen. Keine Arbeitsplatzgarantie! Zu wenig Geld! Keine gute Ausbildung! Kinder kriegen wäre suboptimal! Möglicherweise haben Sie sogar Stress! Au Backe! Ich hoffe, dass Sie noch verbeamtet werden, sonst wäre das wahrlich eine Katastrophe! :)
  2. #211

    Anfänger

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nie zuvor hatten Referendare so wenig Zeit wie heute. Die Bundesländer verkürzen ihren Vorbereitungsdienst und Schulleiter setzen die Anfänger oft wie fertige Lehrer ein. So eine Lehrzeit traumatisiert die jungen Akademiker, warnt ein Experte.

    Junglehrer: Ausgebrannt, bevor es losgeht - SPIEGEL ONLINE
    Hallo,

    ja und das geht doch heute bei allen jobs so ab. Da wird gefordert aber so wenig wie möglich gegeben. Man muss doch nur mal stellenangebote lesen das wird eine hilfskraft gesucht die den ganzen laden schmeißt!
  3. #212

    unqualifizierter Quark

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    ... kann man nicht mehr hören...

    Ende der siebziger hatte ich einen ein Jahr lang einen Lehrauftrag an einer Gesamtschule bei Hanau. Zwölf Wochenstunden Chemie und Physik. War damals im vierten Semester und habe das quasi nebenbei gemacht, samt Zeugniskonferenzen etc.

    Selbständig, ohne jede Beaufsichtigung.
    Wer so ein Weichei ist, dass er dem nicht gewachsen ist, sollte lieber "irgendwas mit Medien" machen...
    Und wer so blöde (autoritätsgläubig?) ist, das Geschwafel in Pädagogik und Pädagogischer Psychologie als Grundlage seines Unterrichts zu nehmen, ist sowieso verloren...

    Der Lehrerberuf ist ein Handwerk, keine Wissenschaft. Wer wissen will, wie's laufen soll, schaue sich bei einem erfolgreichen älteren(!) Lehrer ohne Weltverbesserungsambitionen den Unterricht an und mache ihn genauso...
    Aber sicher, das ist der sicherste Weg in den Lehrproben durchzufallen......
    da werden "Showstunden" allererster Güte erwartet, die der tolle Fachleiter selbst so auch nicht hält, weil in der Praxis NIEMAND Zeit hat in eine Unterrichtsstunde 10 Stunden Vorbereitung inkl ausführlichem Protokoll zu stecken.

    Referendariat ist Stress und Konkurrenzdruck pur, und was das von diversen Fachleiten (die selbst gerade mal noch ihren Leistungskurs unterrichten, wenn überhaupt) als "Unterrichtsbesprechung" abläuft würde woanders teils auch als gezieltes Mobbing bezeichnet und ist an kleinkariertheit oft schwer zu überbieten.

    Man braucht eine enorme Frustrationstoleranz um das durchzuziehen, und kein Referendar hat es nötig sich von jemand verspotten zu lassen, der vor 30 Jahren mal gemütlich ausgeholfen hat, ohne, dass er in dieser permantenten Bewertungstretmühle gesteckt hat und der es damals auch mit Schülern und Eltern zu tun hatte, die mit den heutigen nicht zu vergleichen sind.

    Mir tut jeder Ref leid, und wenn ich kann helfe ich unseren auch mit Material aus, so wie es auch mein (sehr guter!) Mentor bei mir gemacht hat.

    Zun Glück kommen solche Leute wie sie zumindest bei uns kaum mehr zum Zug, denn jemand einfach so ohne Ahnung auf Schüler loszulassen, die das dann gleichermaßen ausbaden dürfen wie die Kollegen die die Klassen dann von Ihnen übernehmen müssen ist unverantwortlich.
  4. #213

    Manchmal...

    Manchmal schlägt man sich selbst gegen den Kopf und sagt: Da hättest Du doch sofort drauf kommen können...

    Das Gejammere der unselbständigen und unbelastbaren Referendare haben wir uns selbst zuzuschreiben.

    Wo hätten sie denn in den letzten Jahrzehnten etwas anderes lernen sollen?


    In der Schule haben sie doch 13 Jahre gelernt:

    Lückentexte mit 5 Worten pro Seite ausfüllen, kein Wunder, dass sie an der Tafel und anderswo eine Sauklaue haben...

    Gruppenarbeit, und auf einmal sitzen sie alleine zu Hause und können nicht den Streber der Gruppe für sich arbeiten lassen...

    Gruppenvortrag, und dann sollen sie auf einmal alleine vor 25 Schülern stehen, die alles andere im Sinn haben, als dem komischen Kerl/der komischen Tussi da vorne zuzuhören, na ja , wenn der Ausbilder dabei sitzt, geht's...

    Fakten auswendig lernen: Nie geübt! Auf Schülerfragen dann keine passenden Antworten wissen (Standard: "Man muss nicht alles wissen, sondern nur, wo es steht")

    Nie gehört: Reiß dich mal zusammen und beiße dich da durch...

    Wenn mir mal nicht so richtig gut war, hat mich Mami auch immer zu Hause gelassen...

    Kopfrechnen brauche ich nicht zu können, es gibt ja Taschenrechner...

    Ordnung, Fleiß, Pflichtbewusstsein, Sauberkeit sind Sekundärtugenden, mit denen man auch...

    Konflikte müssen bis zum letzten ausdiskutiert werden. Autoritäre Entscheidungen sind nicht zulässig...

    Man muss jede Meinung/Verhaltensweise akzeptieren/tolerieren...

    Jeder muss zum gleichen Ziel geführt werden, koste es was es wolle...

    Alle sind gleich - warum hacken sie dann gerade auf mir herum...



    Wir haben es selbst verbockt....
  5. #214

    Zitat von thint Beitrag anzeigen
    Weil ein Staatsexamen eben kein Universitätsabschluss ist und auch noch nie war. Deswegen haben Lehrer zumeist (Ausnahmen sind die Promovierten und die mit Diplom) keinen Hochschulabschluss.
    Blödsinn.
    Schauen sie sich mal die Prüfungsordnungen an. Das sind schriftliche und mündliche Universitäre Prüfungen, und eine Zulassungsarbeit zum ersten Staatsexamen ist in der Regel sogar umfangreicher als eine Magisterarbeit.
    Aus diesem Grunde ist es genauso möglich mit einem Staatsexamen zu promovieren wie mit einen Magister/Diplom und heute dann Master. Denn für eine Promotion braucht man einen Hoschschulabschluß.
  6. #215

    Zitat von olle kalle Beitrag anzeigen
    Ich dachte, BW sei ganz vorn im Pisa-Ranking. Wie kommt es dann, dass hier Lehrer wiederspiegelt statt widerspiegelt schreibt?
    "... dass hier Lehrer wiederspiegelt statt widerspiegelt schreibt?"

    Lesen Sie nochmal und hinterfragen Sie zunächst mal Ihre eigenen grammatischen Fähigkeiten. Schon mal was von der Kongruenz von Subjekt und Verb gehört? Entweder sollte es "ein Lehrer" oder "schreiben" heißen.

    Um Ihre Frage zu beantworten: Tippfehler.
  7. #216

    Sorry, meine Damen und Herren Junglehrer (Referendare),
    sind Euch als "gebildete" Bürger nicht vorher die zukünftigen
    Arbeitsbedingungen klar???

    Ich habe selbst in der Familie eine entfernte Cousine zweiten
    Grades, Lehrerin an einer Realschule, die mehr in der Psychiatrie
    verweilt als an der Arbeitsstätte! Und das schon mit Anfang 40!

    Tja, wem habt Ihr solche Arbeitsbedingungen an den Schulen
    zu verdanken?? Den 68-ern!! Jawoll, Joschka, Cohn-Bendit etc. pp.

    Antiautoritäre Erziehung, kein Respekt mehr vor dem Alter, Egoismus
    vor Gemeinschaft....etc. und man hat bald amerikanische Verhältnisse
    hier.

    Übrigens durchaus gewollt durch eure Volksverräter und dem Bertelsmann-Konzern samt seinem RTL-Bildungsfernsehen!

    Also, viel Leid noch, ihr Junglehrer.....
  8. #217

    Lehrer mit Migrationshintergrund...

    Zitat von pauschaltourist Beitrag anzeigen
    Ich habe noch nie von einer PR-Initiative gehört oder gelesen, mittels derer Migranten, auch als Seiteneinsteiger, für den Lehrdienst angeworben werden. Statt dessen scheint das nur für Polizei und Feuerwehr gewünscht...

    Wobei gerade Lehrer mit Migrationshintergrund neben den Autoritätsbonus auch noch als direktes, alltäglich wahrnehmbares Vorbild für die persönliche berufliche Zukunft dienen könnten. Abseits der resignierenden Erfahrungen, nach der die Eltern meist nur in relativ unqualifizierten, unterbezahlten Jobs oder Hartz4 erlebt werden.

    Die resultierende schulische Motivation wäre ein Gewinn fürs Schulklima, den Arbeitsmarkt, die Kriminalitätsstatistik - kurz: für die gesamte Gesellschaft.
    Guter Beitrag (wenn er auch mit dem ursprünglichen Thema wenig zu tun hat...)!

    Ich schimpfe oft auf meine Schulleitung, aber eins hat sie gut gemacht: Sie hat gezielt Referendare mit türkischem/muslimischem Hintergrund angeworben und auch übernommen. Davon bräuchten wir mehr.

    Was meinen Sie, wie es einen türkischstämmigen Jugendlichen beeindruckt, wenn er auf einen ebenfalls türkischstämmigen Mann trifft, der eben nicht "Ey Alda" sagt, sondern Deutschunterricht (kein Witz!) erteilt!

    Gerade an den Haupt- und Gesamtschulen bräuchten wir viel mehr Lehrer mit Migrationshintergrund.

    (Ach ja, ich kenne meine muslimischen Kollegen sehr gut. Nein, keiner von denen versucht, die Schüler zum Islam zu konvertieren oder Al Quaida-Kämpfer zu rekrutieren. Das nur an die, die schon wieder Panik kriegen, nur weil ein Türke ihren Kindern Deutsch beibringen könnte...)
  9. #218

    Na , ja

    Zitat von colan Beitrag anzeigen
    ...da hätten die zukünftigen LehrerInnen vielleicht mal jemanden fragen sollen, der sich mit dem Lehrerberuf auskennt.
    Bevor ich ein Studium beginne, informiere ich mich über meine zukünftigen Job, Karrierechancen etc.......und nicht nur weil ich mal "irgendwas Pädagogisches" machen wollte.
    Der Schulhof ist nun mal kein Ponyhof...oder haben Lehramtsstudenten keine diversen schulischen Gebäude von innen gesehen, in 13 Jahren Schulzeit?

    Jammern auf hohen Niveau....

    MfG
    Ich esse seit gut 60 Jahren gut und koche gerne.
    Ich habe mal 3 Tage in einer Grossküche gearbeitet. Ich kann nachempfinden, was junge Idealisten im Referendariat durchmachen.
    Ich kenne weder von meinen eigenen Lehrern noch von denen meiner Kinder auch nur einen einzigen, der sich grosse Gedanken über seine Karrierechancen gemacht hätte.Da hatten die gar keine Zeit zu. Alle wussten: Im Schuldienst gibt es keine Karriere.
    Für die meisten galt: Einstiegsstufe ist Pensionsstufe.Nur ein paar Gymnasiallehrer hatten die Möglichkeit, eine oder zwei Stufen weiterzukommen. Aber eine Karriereleiter wie z.B. bei anderen Beamten mit 10 - 12 Karrierestufen gabs im Schuldienst eben nie.
  10. #219

    Um mal auf's Thema zurückzukommen... (wird sowieso nicht funktionieren).

    Ich möchte mal auf einige Dinge hinweisen:

    1. In dem zugrundeliegenden Artikel geht es gar nicht um Lehrer!

    Es geht um Referendare, d.h. zukünftige Lehrer oder, wenn man so will, "Auszubildende".

    Die fühlen sich "verheizt". Das kann ich nachvollziehen. Als Seiteneinsteiger habe ich zwar kein Referendariat absolviert (und damit ganz bewusst auf die damit verbundenen Chancen auf Verbeamtung und Beförderung verzichtet), kann aber die Klagen der Referendare nachvollziehen, weil ich genug regulär ausgebildete Leute kenne. Das Problem ist, dass die Uni-Ausbildung und das Referendariat zu realitätsfern sind. Drastisch ausgedrückt: Man kann darüber diskutieren, ob man im Referendariat nicht Leute Dingen aussetzt, für die sie (noch) nicht ausgebildet sind.

    2. "Jammern" Lehrer?

    Normalerweise eigentlich nicht - und wenn, dann haben sie wenig Verständnis von meiner (Lehrer-)Seite. Wir haben einen manchmal schwierigen Job, werden dafür aber gut bezahlt. Die ganze Diskussion darüber, wieviel Lehrer arbeiten und ob sie gut genug bezahlt werden, hat eigentlich gar nichts mit dem Thema zu tun, sondern kommt nur von Beiträgen wie dem zweiten (!) in diesem Thread. Ich zitiere noch einmal:

    Heult doch... immerhin kommt der Steuerzahler für Arztkosten erster Klasse und Frührente auf.
    Ein solch aggressiver (und sachlich falscher) Beitrag lässt natürlich bei jedem Lehrer die Emotionen hochkochen. Kein Wunder, dass jede derartige Diskussion aus dem Ruder läuft. Also nochmal vielen Dank für diesen Beitrag, "Tyrion_Lannister" - war sehr konstruktiv. ;-)

    3. Um es nochmal klar zu sagen: Es geht hier nicht darum, ob Lehrer zuviel oder zuwenig arbeiten oder zuviel oder zuwenig verdienen, sondern eigentlich darum, ob die derzeitige Lehrerausbildung gut ist!

    (Ist sie meiner Meinung nach nicht!)








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