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Junglehrer: Ausgebrannt, bevor es losgeht

Marian SchäferNie zuvor hatten Referendare so wenig Zeit wie heute. Die Bundesländer verkürzen ihren Vorbereitungsdienst und Schulleiter setzen die Anfänger oft wie fertige Lehrer ein. So eine Lehrzeit traumatisiert die jungen Akademiker, warnt ein Experte.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...826861,00.html
  1. #200

    Grrrrr

    Zitat von sanhe Beitrag anzeigen
    Diese ständige Jammerei von vielen Lehrern/angehenden Lehrern nervt zunehmend. Jeder Abiturient bzw. Student ist mündig genug sich über einen Beruf ausgiebig zu informieren, zu entscheiden und dann auch die entsprechende Verantwortung zu tragen. Insofern ist Jammerei hier fehl am Platz.
    Das Hauptproblem stellt nach wie vor die durch keinen sachlichen Grund größtenteils vorgenommene Verbeamtung von Lehrern, wodurch Bewerber angelockt werden, die schlicht ungeeignet für diesen Job sind und nie wirklich für diesen Job innerlich "brennen" sondern lediglich Sicherheit bei einem sehr üppigen Netto-Einkommen suchen.
    Ja, ich habe mir diesen Beruf ausgesucht, aber nicht, weil ich verbeamtet werde oder weil ich es geil finde, durch das Referendariat gepeitscht zu werden... ich liebe diesen Beruf-ich liebe es zu sehen, wie Kinder und Jugendliche erwachsen werden und tagtäglich etwas dazulernen... Ich liebe es zu sehen, wenn meine SchülerInnen zu mir kommen, um einen Rat einzuholen und ich helfen kann... Und ich jammere, ja! Ich jammere über die Zustände meiner Ausbildung, die Willkür und die - und jetzt kommts - unsichere Zukunft! Wenn ich mein zweites Staatsexamen geschafft habe, dann habe ich nicht automatisch eine Planstelle! Dann kann ich nicht sofort ans Kindermachen gehen, wie an anderer Stelle schon angeführt wurde-ich hoffe auf eine feste Stelle-ansonsten werde ich Aushilfslehrer! Und das nicht zum Gehalt eines Beamten!!!

    DAS IST DIE REALITÄT!
  2. #201

    .

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht! Die Studenten wissen doch schon vor dem Studium was im Lehrerberuf erwartet wird. Schließlich war man 12-13 Jahre lang selbst Schüler; eine bessere Vorbereitung ist nicht möglich. Scheinbar denken viele Lehrämtler bei dem Beruf nur an Ferien und Verbeamtung.
    Wenn ich mir die Lehramtsstudenten(-innen) aus meinem Jahrgang ex post ansehe, so fällt auf, dass der Beruf zumeist (!) von ehemals schlechteren Schülern ergriffen wird, die Null Interesse am Fach haben. Da ist man natürlich schnell überfordert, wenn man Schülern den Stoff, mit dem man selbst nichts anfangen kann, nahebringen muss!
    Daneben habe ich oft bemerkt, dass Lehreramtsstudenten auffallend oft der Meinung sind, dass man den Unistoff ohnehin nie mehr braucht, was wieder auf mangelndes Interesse am Fach schließen lässt. Wenn schon Lehrer die Vorlesungen nicht brauchen können, was sollen dann die meisten anderen Absolventen denken, die z.T. fachfremd beschäftigt werden: Was macht der Physiker, der Programmierer wird; was soll der Mathematiker denken, der in einer Versicherung anfängt; was der Philosoph, der ins Marketing geht! Kein Schüler wird gezwungen Lehrer zu werden; also gibt es keinen Grund zum Jammern!
    Der typische Lehrer ist weiblich, sucht einen Traummann an der Uni (natürlich gutaussehend, sportlich, wohlhabend, eloquent, reich, ...), ist ausschließlich interessiert an Urlaub und Party, und denkt dass man mit dem Lehramtsjob reich wird und nichts mehr tun braucht und fällt schließlich aus allen Wolken, wenn doch nichts daraus wird. Das ist keine Fiktion!
  3. #202

    Haben wir!

    Zitat von ishigami_san Beitrag anzeigen
    Warum zur Hölle wehrt ihr euch nicht? Ich sehe es bei meiner Schwägerin, dass sie Unmengen zu tun hat, aber warum tut man sich nicht zusammen und sagt den Zuständen den Kampf an?

    Man muss sich nicht alles gefallen lassen.
    In Hessen ist das passiert! Wir waren auf der Straße und haben gegen die unzumutbaren Zustände der Ausbildung demonstriert! Im Übrigen mit den Ausbildern zusammen-die können nämlich hier in Hessen auch nicht mehr!
  4. #203

    Weicheier

    Zitat von Schnurz Beitrag anzeigen
    Ich musste wegen eines Schnitts von 2,0 im ersten Staatsexamen auf einen Referendariatsplatz warten und habe 16 Stunden plus zusätzliche Vertretungsstunden gehalten-ohne Beaufsichtigung und bei voller Verantwortung! Also hat sich diesbezüglich wohl nicht viel geändert. Mir wurde sogar eine volle Stelle als Klassenleitung angeboten-OHNE praktische Ausbildung! Jetzt bin ich im Referendariat und trauere dieser Zeit hinterher!
    Mir wurde im Studium gesagt "geh mach mal Tutorium, da kommen eh nur 10 Leute" und ich stand in meinem ersten Tutorium mit 120 Leuten im Hörsaal und hab praktisch eine Vorlesung gemacht.
    Ohne Lehramt ohne Vorbereitung! Wobei die Leute hier heulen das man nach 5 Jahren Lehramt "unvorbereitet" vor 20 Kindern steht.... omg welch Drama!
  5. #204

    Ich finde es sehr gut, dass es solche Menschen wie sie noch gibt. Und das meine ich ernst.
    Aber die von ihnen beschriebene Situation gibt es in jedem Berufsfeld und bei weitem in unfaireren Ausmaßen (Stichwort Leiharbeiter).Das kann man hier nun nicht als Argument geltend machen.
  6. #205

    Ach wie sind doch...

    Zitat von Schnurz Beitrag anzeigen

    Und ich jammere, ja! Ich jammere über die Zustände meiner Ausbildung, die Willkür und die - und jetzt kommts - unsichere Zukunft! Wenn ich mein zweites Staatsexamen geschafft habe, dann habe ich nicht automatisch eine Planstelle! Dann kann ich nicht sofort ans Kindermachen gehen, ...
    ... die Juristen nach dem zweiten Staatsexamen, BauingenieurInnen, die Absolventen von Kunst-/Musikakademien, BetriebswirtschaftlerInnen, wie sie alle heißen mögen, zu beneiden. Fester Job nach dem Studium und können sofort ein Kind machen/sich machen lassen...
  7. #206

    Witz des Jahrhunderts!

    Zitat von maxmehr2008 Beitrag anzeigen
    ...sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Mein Gott, kann mir doch keiner erzählen, dass 70 Wochenstunden (was sicher nur am Anfang der Fall ist) und die Kinder soooo ein großes Problem sein sollen. Ich denke eher, das Problem beim Lehrerberuf ist, das (zumindest an öffentlichen Schulen) meist nur der akademische Bodensatz Lehrer wird ... Leute, die vom Kopf her die Schule nie verlassen haben und plötzlich merken "Huch, ich muss ja arbeiten" ... wie gut, dass ich meine Kinder auf eine Privatschule schicke :))
    An den Privatschulen unterrichtet niemand freiwillig, da deutlich schlechter bezahlt. Für das Geld an der Privatschule dürften sie sich im Regelfall bessere Noten für ihre Kinder erkaufen.
  8. #207

    .

    Jaja, die Lehrer.

    In den 90ern waren das bei mir noch in großer Überzahl alternative und links(radikale) Alt-68er, die mich leider negativ geprägt und auch unfair behandelt haben.

    Während meines Studiums habe ich dann festgestellt, daß die meisten Lehramststudenten an meiner Uni heutzutage eher konservative Dorfbewohner und CDU-Wähler sind, die in ihrer Naivität glaubten, als Lehrer irgendwelche Autoritäten ausüben zu können. Die werden sich später aber gewundert haben... ;-))

    Im Laufe der Zeit habe ich jedenfalls den Eindruck gewonnen, daß es lediglich zwei Gruppen von Menschen gibt, die sich für den Lehrerberuf entscheiden. Die einen möchten sich auf Staats- und Steuerzahlerkosten ein schönens Leben mit viel Urlaub und halben Arbeitstagen machen. Und die andere Gruppe besteht aus Menschen, die psychisch angeschlagen, vielleicht sogar krank sind, weil sie in diesem Beruf ihr Helfersyndrom befriedigen möchten.

    Kann sein, daß ich mich im Bezug auf die Kategorisierungen täusche. Ich mag Lehrer aber trotzdem nicht.
  9. #208

    Stimmt!

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    ...
    Der Lehrerberuf ist ein Handwerk, keine Wissenschaft. Wer wissen will, wie's laufen soll, schaue sich bei einem erfolgreichen älteren(!) Lehrer ohne Weltverbesserungsambitionen den Unterricht an und mache ihn genauso...
    Sie haben völlig recht! Als ich in den 80ern in S-H mein Referendariat (damals noch zwei Jahre) gemacht habe, musste ich sofort mehrere Stunden eigenverantwortlich unterrichten. Beaufsichtigte Stunden gab es so gut wie keine, nur Unterrichtsbesuche, wo dann das ganze Seminar zuschaut und hinterher klug schnackte.

    Das Problem dabei war, dass ich keine Ahnung von Klassenmanagement (Handwerk!) und Aufbereitung des Stoffs in kleine Häppchen so dass die Schüler es verstehen (ebenfalls Handwerk) und möglichst auch noch fasziniert sind (gelingt nicht in jeder Stunde, aber ist sozusagen das Optimum) hatte. Und dass der Stoff an der Hochschule sich komplett von dem unterschied den ich unterrichten musste (wie ging noch mal der Dreisatz?) ich da also auch eine Einarbeitungszeit brauchte.

    Das BESTE was ich in dieser Ausbildung erfahren habe war ein Ausbilder, der Videos von mir gemacht hat die ich mir selbst angeschaut habe - dadurch lernt man mehr als von allen Unterrichtsanalysen zusammen!

    Damals gab es aber dieses ganze pädagogische Gewese noch nicht, mit denen man Lehrern und Eltern und der Gesellschaft weiss machen will, dass man es schaffen kann, das alle zur gleichen Zeit das gleiche Ziel (die Abschlüsse) erreichen können wenn sie in eigenem Tempo individuell lernen, obwohl das ein Widerspruch in sich ist.

    Und damals gab es auch noch nicht die Situation, dass an die Lehrer wie heute an den Gesamtschulen der Anspruch gestellt wird, in einer (!) Klasse mit 25 Schülern gleichzeitig (!) Unterricht auf Haupt-, Realschul-, und Gymnasialniveau zu halten wie früher in der Dorfschule.
    Was vielleicht noch möglich wäre, wenn alle Schüler brav das tun würden was der Lehrer sagt, aber so ist es ja nun nicht.

    Ich habe mich damals gleich aus dem Beruf verabschiedet, und mir tun mir die Lehrer von heute echt leid!
  10. #209

    Thema Privatschulen

    Zitat von tlogor Beitrag anzeigen
    An den Privatschulen unterrichtet niemand freiwillig, da deutlich schlechter bezahlt. Für das Geld an der Privatschule dürften sie sich im Regelfall bessere Noten für ihre Kinder erkaufen.
    Dem kann ich zustimmen! Habe selbst an einer Privatschule unterrichtet. An einer sehr teuren noch dazu! Schulgeld 1000 Euro pro Monat! Durch Spenden der reichen Eltern finanziert! Ergo: Noten wurden erkauft! Ich halte nichts von einem privaten Schulsystem, sondern vielmehr von einer durchgreifenden Schulreform in Deutschland! Weg mit der Länderhoheit der Bildung, hin zu einem einheitlichen deutschen Bildungssystem mit europäischer Ausrichtung, das ist zielführend!! Grundlagenbildung darf nicht ökonomisiert werden!!!








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