Ich habe ein Diplom in Chemie. Ich bin mittlerweile Gymnasiallehrer.
1. Die Ignoranz der Diplom-Studenten in unserem Fach gegenüber den lehramtsstudenten ist nicht gerechtfertigt. in den ersten drei Semestern studieren Lehrämter aufgrund der 2-Fächer-Belastung allein zeitlich gesehen mit etwa 150% dessen, was wir in der gleichen Zeit gemacht haben.
2. Natürlich sollte ein Lehrer über ein breiteres Fachwissen verfügen als seine zukünftigen Schüler. - aber mal im Ernst: "theoretische Chemie/computational chemistry"??? Ein Grundkursler 11 Chemie beschäftigt sich - wenn man als Lehrer Glück hat - zu schätzungsweise 40% mit dem was in der Schule passiert, dabei kommen je 10% -Punkte auf die Leistungskurse und der Rest verteilt sich auf die Grundkurse. Wir Lehrer können von Erfolg reden, wenn zum Zeitpunkt des Abiturs 80% der Schüler zumindest gerafft haben, dass links und rechts des Reaktionspfeils die gleiche Anzahl derselben Elemente stehen muss. Das wissen die meisten Studenten, das wissen die meisten profs. Aber anstatt die Studieninhalte zu ändern oder Veranstaltungen speziell für Lehrer anzubieten, werden "abgespeckte" Diplomstudiengänge angeboten und bei
Prüfungen mit zwei geschlossenen Augen durchgewunken.
3. Die Pädagogik an den meisten Unis ist ein schlechter Scherz. hier sollte der eigentliche Schwerpunkt liegen. Nicht gelehrt von Pädagogik-Professoren, sondern von an die Unis abgeordneten Studiendirektoren.
Es bringt also gar nix, auf Lehramtsstudenten rumzuhacken und zu behaupten, die müssten nix schaffen. Die schaffen. Aber unnötiges Zeug. Und daran sind die professorengremien schuld, die die Uni-Lehrpläne gestalten.