Forum


 

Junglehrer: Ausgebrannt, bevor es losgeht

Marian SchäferNie zuvor hatten Referendare so wenig Zeit wie heute. Die Bundesländer verkürzen ihren Vorbereitungsdienst und Schulleiter setzen die Anfänger oft wie fertige Lehrer ein. So eine Lehrzeit traumatisiert die jungen Akademiker, warnt ein Experte.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...826861,00.html
  1. #100

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    Und zu einem anderen Foristen: Wer nach drei vier Jahren die Versuche in der Chemie nicht aus dem ff kann und sie - bis auf wenige ganz neue - jedesmal vorbereiten muss, hat seinen Beruf eben so verfehlt, wie jemand, der sein Labor nicht rationell einrichten und in Ordnung halten kann, so dass er alles griffbereit hat...
    Nach 3-4 Jahren kann Lehrer in der Tat ein recht ruhiger Beruf sein. Wenn die meisten Klassen mal unterrichtet hat, wird der Aufwand für Vorbereitungen schon deutlich geringer und man kennt sich einfach auch besser aus.

    Das Problem ist aber eben das Referendariat und die ersten Jahre danach. Aus meiner Sicht sind das die Jahre in denen viele Lehrer sich kaputtarbeiten und jegliche Motivation verlieren. Das Ergebnis sind dann die allseits geliebten Sesselfurzer, die wohl jeder aus seiner Schulzeit kennt.

    Würde man die Junglehrer in der Ausbildung und im Referendariat dagegen besser unterstützen dann wäre denke ich allen geholfen. Und ja, zur besseren Unterstützung gehört meiner Meinung auch, dass man schaut ob die Leute wirklich für den Lehrberuf geeignet sind. Denn ein Problem wird auch oft übersehen: Wenn die Leute erst im Ref merken, dass sie für den Job nicht geeignet sind, dann fehlt vielen auch schlicht die Alternative um zu sagen ich mach lieber etwas anderes.
  2. #101

    Wer hier gegen Lehrer schießt überlege doch bitte mal, was Lehrer anderweitig für Alternativen haben. Man absolviert einen Studiengang speziell für diesen Beruf. Wenn der Staat das fordert, dann soll er sich auch um diese Leute kümmern. Man kann darüber streiten, wie die Eignung zu prüfen ist, aber grundsätzlich ist der Gedanke eines verbeamteten Lehrers nachvollziehbar und da haben wir sicher andere Probleme (Versorgungsansprüche aus 4 Jahren Arbeit im Bundestag?). Außerdem bedenken Sie bitte bei Ihren Kommentaren, ob Sie wirklich beurteilen können, wie es ist, jeden Tag vor einer Horde von 30 Schülern den Unterhalter zu machen. Insbesondere Menschen ohne anstrengenden Kundenkontakt haben meiner Ansicht nach keine Vorstellung davon. Auch ich bin kein Lehrer, kenne aber genug!
  3. #102

    Titel

    Zitat von gifmemore Beitrag anzeigen
    Lehrer haben eine merkwürdige Sicht auf die Welt - denn sie meinen sich ein Urteil darüber zu erlauben, was andere leisten und vergleichen ihre eigenen Leistungen sich mit dieser Annahme - wenn man das so macht, dann wird man sich zwangsläufig immer bescheren können.
    Hmm... Und Kommentare, in denen die finanziellen Vorteile der Lehrerschaft thematisiert werden, stammen allesamt von ehemaligen Pädagogen, die somit aus eigener Erfahrung wissen, was ein Lehrer leistet? Und im Anschluss haben diese Ex-Lehrer dann was Richtiges studiert und können sich damit auch ein Urteil darüber erlauben, wie es in der richtigen Arbeitswelt aussieht?
  4. #103

    Merkwürdig.
    Ich kenne mehrere Lehrer, zwischen 35 und 40, die überhaupt keinen Stress haben.
    Sie machen ihre 3-6 Schulstunden (warum sind das noch immer nur 45 Minuten?) am Tag, lassen immer die gleichen Arbeiten schreiben, Jahr für Jahr, oder ziehen sich Vorlagen aus dem Netz, inkl. Lösungsvorlagen zum schnellen korregieren in den Pausen, und machen nach der Schule, am Wochenende sowie in den Ferien nichts für die Schule.
    Und das alles an einer Schule, nichts mit pendeln zwischen mehreren.
    Liegt wohl am ländlichen Raum hmm?
  5. #104

    Als ob nicht mittlerweile jeder weiß worauf man sich in so einem Studium einlässt und worauf es hinausläuft. Irgendwie will bei mir keinerlei Mitleid für die armen Lehrer in spe aufkommen, schließlich sind sie nicht die einzigen die ja so wahnsinnig viel zu tun haben. Schaut euch man die Naturwissenschaftler an, was da in einem Studium geleistet werden muss ist abartig (nein, da gibts keine freien Freitage oder Tage an denen man nur zwei Stunden in der Uni ist, so wie bei jedem Lehramtsstudenten den ich kenne!). Ich selbst studiere Pharmazie und allein die Zeit die ich in der Uni verbringe (Vorlesungen und Labor) beläuft sich auf 48 Stunden, da hab ich aber noch nicht gelernt für die wöchentlichen Colloquien, nach-/vorbereitet, referate o.Ä. gemacht (und zum einkaufen, duschen oder gar "Freizeit" bleibt sowieso keine Zeit). Und ich hab hier noch nie einen Artikel über arme ausgebrannte Pharmaziestudenten gelesen, also besser mal nicht soviel jammern sondern durchziehen! Und in anderen Studiengängen wird man übrigens auch nicht besser auf das Berufsleben vorbereitet..
  6. #105

    Prioritäten setzen!

    Ich bin selbst Referendar im ersten Jahr in Sachsen. Bisher sind die Anforderungen, die an mich gestellt werden, zu meistern. Allerdings hängt das ganze sehr vom jeweiligen Mentor, von den Seminarleitern, vom Fach und natürlich den eigenen Ansprüchen ab. Mir war von Anfang an bewusst, dass nicht jede Unterrichtsstunde zwei Methodenwechsel, zwei Sozialformen und dazu noch schüler- und handlungsorientiert sein KANN. Aber die Frage ist ja eigentlich: Warum eigentlich nicht? Die Antwort lautet ganz einfach: die Voraussetzungen in deutschen Schulen stimmen nicht. Die wöchentliche Stundenzahl ist zu hoch, zusätzliches Personal im pädagogischen und psychologischen Bereich ist nicht vorhanden, dazu kommen Abordnungen, Schulhauswechsel, "soziale Brennpunkte" usw. Man kann diesen Problemen ganz einfach begegnen, indem man mehr Personal einstellen würde. An der Bildung sparen heißt an der Zukunft zu sparen... das ganze ist unverantwortlich gegenüber der jungen Generation.
    BTT: Das Referendariat ist sicherlich kein Urlaub, aber wenn man sich mit den Anforderungen objektiv auseinandersetzt, strukturiert arbeitet und auch mal den Mut dazu hat, etwas auf sich zukommen zulassen und nicht übervorbereitet in jede Unterrichtsstunde geht, kann man guten Unterricht machen ohne dabei nach 2 Jahren unter Burn-Out zu leiden. Eine Sache noch: Sicherlich kommt es auch immer ein bischen auf die Fächerkombination an. Ich unterrichte die Fächer Politik und Geographie und habe damit sicherlich zwei sehr aufwändige Fächer in der Vor- und Nachbereitung (Aktualität, viele Diskussionen, keine "Abhak-Arbeiten"). Auf der anderen Seite gibt es aber auch Fächer wie Sport oder Mathematik, die zumindest in der Vorbereitung weniger aufwendig sein sollten.
  7. #106

    Post von der Dumpfbacke

    Zitat von trafozsatsfm Beitrag anzeigen
    Ich bin zwar kein Beamter, aber kann mir das Lachen trotzdem kaum verkneifen. Ein dumpfere Aneinanderreihung von Falschaussagen und Klischees kann man sich kaum vorstellen.

    Ich hoffe, Ihr Weltbild ist nicht in jeder Hinsicht so einfach gestrickt. Sonst schaudert's mich...
    Mein Weltbild mag einfach gestrickt sein, deswegen ist es noch nicht falsch. Meine Frau ist Lehrerin und sie ist schlicht und ergreifend dankbar für ihre Arbeitskonditionen, die so viel besser sind, als die anderer Arbeitnehmer (von Selbstständigen überhaupt nicht zu reden). Sie jammert nur über ihre Kollegen, die das oben beschriebene Verhalten an den Tag legen und denen häufig die Kinder, für die sie zu einem bestimmten Grad verantwortlich sind, dabei auch noch vollkommen egal sind. Und das schon an der Grundschule, wo entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt werden.
    An dem Gymnasium, das mein Sohn besuchet, fällt ständig Unterricht aus, wg. Krankheit, pädagogischer Tag, etc.
    Von meiner Tochter, die demnächst ihr Medizinstudium abschliessen wird, weiß ich, welchen zeitlichen und nervlichen Aufwand andere Studiengänge erfordern.

    Und aus eigener Erfahrung weiß ich noch sehr genau, welchen Belastungen Jungakademiker in der freien Wirtschaft ausgesetzt sind, über mehrere Jahre hinweg und, im Gegensatz zu den Referendaren, mit einer sehr ungewissen Perspektive.
    Ich stelle übrigens überhaupt nicht in Abrede, dass es engagierte und gute Lehrer gibt. Aber einen Grund über die Arbeitskonditionen zu jammern gibt es definitiv nicht. Die sind nämlich fast überall schlechter als bei Lehrern.
  8. #107

    Ich befinde mich gerade auch im Referendariat und kann die genannten Aspekte nur bestätigen. Die Einsparung des halben Jahres geht zu Lasten der Referendare und darüber zuletzt zu Lasten der Kinder. Das halbe Jahr bringt keine Vorteile und dient nur der Einsparung von Geldern.

    Das wirkliche Problem an der Sache sind die ganzen Nörgler und Miesmacher des Lehrerberufs. Die einen beschimpfen die Lehrer aus Neid heraus, die anderen haben wohl in ihrer eigenen Schulzeit schlechte Erfahrungen mit Pädagogen gemacht, auf wirklicher Kenntnis über den Beruf fundiert aber keins der kritischen Worte. Dieses gefährliche Alltags-Halbwissen ist es, was für den schlechten Stand der Lehrer in der Gesellschaft sorgt. Würden sich diese Personen mal informieren (wissenschaftl. Studien gibt es genug) und bedenken, dass es die Aufgabe der Lehrer ist, für die gute Ausbildung der Kinder dieser kritischen Eltern zu sorgen (und das geschieht besonders in den letzten Jahren mehr und mehr erfolgreich), würden einige ihre Meinung vielleicht revidieren. Wer will, kann mich gerne mal eine Zeit lang begleiten. Meine Bekannten, die meinen Job immer belächelt haben, verstehen mittlerweile jedenfalls, dass er nicht aus Pausen und Ferien besteht.
    Vielleicht wäre das Klagen und Jammern der Lehrer geringer, wenn ihrem Beruf endlich einmal die Wertschätzung zukäme, die er verdient. Aus Sicht der Schüler (unsere Zukunft) kann dies nur von Vorteil sein.
  9. #108

    jaja

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    ... meine Arbeit kann so schlecht nicht gewesen sein, wenn alle(!) Studenten, die bei mir ein Fachpraktikum gemacht haben, sich hinterher genau bei mir für das Referendariat beworben haben, von meinen 26 Schülern im letzten 10.SJ der Realschule 22 auf das Gymnasium gewechselt sind und 21 davon auch die Bewährungsphase erfolgreich bestanden....
    hört sich, zusammen mit dem vorherigen Beitrag, schon etwas an, als wollten Sie sich profilieren.

    Vielleicht haben die Studenten sich bei Ihnen für das Referendariat beworben, weil sie den Eindruck hatten, da "billig" durchzukommen? Das würden die Ihnen natürlich nicht erzählen ;)
    Und daß sich *ein* Lehrer den Wechsel seiner Schüler von Realschule aufs Gymnasium auf die Fahne schreibt... phhh. Kann durchaus sein, daß sie da einen Anteil dran hatten - ich weiß es nicht. Aber selbst ein guter Lehrer macht einen dummen Schüler nicht schlau. In erster Linie ist sowas immer der eigene Verdienst des Schülers (ich kann das sagen, ich bin auch 13 Jahre zur Schule gegangen).

    Und hier wirkt sowas nur wie eine Selbstbeweihräucherung um seine Aussagen zu untermauern.
  10. #109

    Die Konsequenz muss lauten, dass sich die Referendare nichts mehr gefallen lassen.
    Was kann schon passieren? Schlechte Noten? Die bekommt man hin oder her. Rausfliegen kann man nicht, die Übernahme in der Staatsdienst ist sowieso fraglich, egal wie gut oder schlecht man ist.
    Einfach das Ref. abhalten, so wie man denkt.

    Viele Referendare übertreiben es auch mit der Vorbereitung. Die Schüler danken es einem kaum, die Betreuer sowieso nicht.

    Ständig sollen die Schüler bespaßt werden. So viel Abwechslung wird es später nie und nimmer im 0815 Unterricht geben...

    Alles ur Show... also, macht mal halblang, liebe Referendare. Eine kollektive Arbeitsverweigerung aller Referendare wird die Veranntwortlichen schon zur Vernunft bringen.
    Referendare sind auch nur Menschen und können sich kaum
    5*60 Minuten für jede gehaltenen 45 Minuten Unterricht vorbereiten - DAS GEHT NICHT.








TOP



TOP