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Junge Mexikaner: Generation Drogenkrieg
Sonja PeteranderlWaffen, Morde, Gewalt: Die Jugendlichen Mexikos wachsen auf mit dem Drogenkrieg - doch die meisten kämpfen für Karrieren jenseits der Kriminalität. Drei erzählen im SchulSPIEGEL, was sie auf sich nehmen, um als Klippenspringerin, Wrestler und Jesus-Darsteller Erfolg zu haben.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...812949,00.html
- #1 17.02.2012 11:14 von
- #2 17.02.2012 11:26 von
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- #3 17.02.2012 11:30 von
- #4 17.02.2012 11:32 von
Klar
Dass die meisten jungen Mexikaner keine Dealer, Killer oder Betrüger werden wollen ist klar. Man spricht immer nur vom Negativen und kaum vom Positiven.
Allerdings finde ich es sehr traurig, dass die meisten Menschen kaum eine Auswahl an Karrieren haben und die paar die in diesem Artikel vorgestellt wurden sind wohl kaum erstrebenswert !
Ich wünsche der mexikanischen Jugend viel Glück, Mut, Geduld und viel Resignationsvermögen, denn ihre Zukunft sieht nicht sehr rosig aus.
Mir tut vor allem der Jesusdarsteller leid.... - #5 17.02.2012 11:39 von
Usa
Solange man mit dem grössten Drogenkonsumenten (USA) der Welt, die Drogenpolitik à la USA (die auch bei uns einfach übernommen wird), als Nachbar leben muss, wird der Drogenkrieg noch Jahrzehnte andauern. Die Profite sind einfach zu riesig und so "streiten" sich alle um die Uebernahme des monumentalen Marktes, die Bullen und Staat inklusive..........
- #6 17.02.2012 12:11 von
Doppelt schuldig
Ich würde dem sogar noch einen drauf setzen, sprich die USA (der Westen) ist nicht nur schuld aufgrund der Drogenpolitik und dem damit verbundenen hohen Konsum, nein, auch die Waffenpolitik der USA führt dazu, dass die Drogenkartelle in Mexiko besser bewaffnet sind, als die Militärs. Ach und übrigens. Apropos doppelt. Mich kotzt die Doppelmoral, welche wir leben immer mehr an. Da werden die Whitney Houstons, Charlie Sheens etc. etc. dieser Welt zu Legenden erklärt, aber genau diese Koksnasen sind es ja, die für das Elend verantwortlich sind. Ich persönlich klatsche jedesmal in die Hände, wenn wieder so ein "Star" ins Gras beisst = ein Konsument weniger...
- #7 17.02.2012 13:38 von
Was auch mal ganz schön wäre:
Was auch mal ganz schön wäre: Wenn der deutschen Presse beim Thema "Mexiko" auch noch etwas anderes einfallen würde, als ein ganzes Land mit mehr als 110 Millionen Einwohnern hier wieder und wieder als reines Kuriositätenkabinett darzustellen. Wenn es schon nicht der Drogenkrieg mit seinen abgeschnittenen Köpfen ist, dann müssen es schon zumindest der Jesusdarsteller und die Klippenspringerin sein.
Dass 90% des Landes mit all solchen Dingen nichts zu tun haben, stört offenbar in der völlig eindimensionalen deutschen Berichterstattung niemanden. Der Drogenkrieg ist brutal, blutig, und eine Tragödie für das gesamte Land - ohne Frage.
Allerdings ist er auch weitgehend regional begrenzt, und die meisten Mexikaner in vielen Bundesstaaten schaffen es (irgendwie), ihr Leben normal zu leben, ohne davon besonders beeinträchtigt zu sein. Ansonsten wird hier gerne übersehen, dass Mexiko nach Brasilien die grosse Wirtschaftsmacht Lateinamerikas ist und das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen (purchasing power parity) höher ist als in Staaten wie Serbien, Bulgarien und Rumänien - und annähernd doppelt so hoch wie in China. An der Avenida Reforma in Mexiko-Stadt alleine gibt es mehr Bürofläche als im gesamten Land Kolumbien.
Auch wenn sich das Viele hierzulande offenbar nicht vorstellen können, gibt es in Mexiko durchaus eine ansehnliche und gut ausgebildete Mittelschicht. Viele junge Mexikaner haben einen Universitätsabschluss, haben oft zudem noch im Ausland studiert, und sprechen meist fliessend Englisch. Universitäten wie UNAM in Mexiko-Stadt und die TU von Monterrey gelten in Lateinamerika nicht zu unrecht als führend. In fast jeder grossen Stadt weltweit findet man heutzutage eine grosse Zahl von Exil-Mexikanern - und das sind schon lange nicht mehr nur illegale Tellerwäscher, Haushälterinnen und vielleicht die eine oder andere Spanischlehrerin: Zumehmend handelt es sich um hochqualifizierte Akademiker, die im internationalen Business tätig sind.
Auch wenn es dem einen oder anderen unglaublich vorkommen mag: Sehr viele junge Mexikaner wachsen nicht viel anders auf als wir hier: Mit Internet und iPhone, kompletter Schul- und Hochschulausbildung, amerikanschen (und sogar einigen deutschen) Fernsehserien und Fernreisen. Fliessend Wasser, ununterbrochene Stromversorgung und Autobahnen sollen dort sogar auch schon gesichtet worden sein!
Natürlich gibt es in dem Land auch viel Armut, vor allem unter der indigenen Bevölkerung und auf dem Land allgemein, und es ist für junge Leute sehr schwierig, eine gut bezahlte Stelle zu finden. Dass Kriminalität ein grosses Problem und der Drogenkrieg eine Katastrophe sind, bestreitet auch niemand.
Warum aber die Berichterstattung hierzulande sich ausschliesslich auf diese Probleme fokussiert und die moderne Lebensrealität sehr vieler Mexikaner völlig ausblendet, ist aber mir zumindest nicht ganz klar. - #8 17.02.2012 13:44 von
Mein Profil
Naja, ich weiß nicht ...
Schuld ist doch eher die dekandente und vergnügungssüchtige Gesellschaft, die ganzen Highscool-kids, die den ganzen Tag kiffen wollen, immer nur Party.
Sie meinen wohl auch, dass nach der Legalisierung plötzlich alles Friede-Freude ist ...
OK, bei Legalität käme das Marihuana dann von Nestle oder Procter und Gamble.
Die Kriminellen würden sich aber dann anderweitig betätigen, soviel ist klar.
Menschenhandel, Prostitution z. B.
Man müsste dann entsprechend den Menschenhandel legalisieren, und Mord und Totschlag gleich mit.
Am besten sowieso alles legalisieren, dann gäbe es schon per Definition nichts Böses mehr ... - #9 17.02.2012 16:34 von
+++
Hängt davon ab, wie man das umsetzt.
Das Modell der LINKEN mit den Cannabisclubs würde genau das vermeiden.
Es redet ja keiner davon, jegliche Regulierung abzuschaffen, der Staat hätte in diesem Bereich große Gestaltungsspielräume, die momentan ungenutzt bleiben und auch bei der Prävention nützlich wären.
Nebeinbei, Marihuana ist für die Kartelle bloß ein Nebengeschäft neben dem Koksschmuggel.
Da gibt es einfach zu viel Konkurrenz von Bauern aus den USA und Kanada (Humbold County,British Columbia hat wohl die höchste Dichte von Indoor-Grasplantagen weltweit)
Bei Kokain geht sowas nicht, da braucht man riesige Landstriche für gewinnbringenden Anbau.
Darum werden die Andenländer von den Kartellen seit Jahrzehnten systematisch destabilisiert, wie auch Afghanistan (Schlafmohn ist ähnlich ertragsarm wie Coca).
Koks und Heroin brauchen failed states für den Anbau in der Illegalität. Das trifft auf andere Drogen nicht zu, die lassen sich überall herstellen und werden auch global produziert.
Klar, aber es würde eine wichtige Einnahmequelle wegfallen. Sehen Sie sich an, wie die Mafia in den USA während der Alkoholprohibition gewütet hat.
Eine andere Drogenpolitik sollte nicht als Allheilmittel verkauft werden, aber sie würde vieles besser machen.
Warum kommt in jedem Thread zum Thema dieser unpassende Vergleich?
Mord und Menschenhandel sind moralisch anders zu werten als Drogenbesitz. Der Konsument würde ohne die kriminellen Strukturen, die er unterstützt, nur sich selbst schaden.
Das ist nicht mit Mord zu vergleichen. Dazu kommt, dass die moralisch fragwürdigsten Aspekte des Drogenkonsums (die sich nebenbei ähnlich beim Kauf von Mobiltelefonen stellen, s. den Krieg um Coltanminen im Kongo) gerade erst durch Verbote entstehen.
Warum muss hier immer gleich der Untergang des Abendlandes und die totale Anarchie beschworen werden?
Mal sehen, ob Spiegel den Beitrag durchgehen lässt.
Letztes mal wurde mein Beitrag mit ähnlichem Inhalt einfach zensiert.
Ich verstehe nicht wieso. Will man hier künstlich die Überzahl von Pro-Legalisierungs-Posts verringern, die dem Spiegel nicht in seine einseitige und sensationalistische Berichterstattung über Drogen passen?
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