Eine Gesellschaft besteht natürlich aus Menschen, ihren Bürgern. Entscheidend ist, wie die Beziehungen zwischen den Menschen geregelt sind, also um die sozialen Verhältnisse. Dabei sind Machtgefälle und Herrschaft (institutionalisierte, auf Dauer gestellte Macht) konstituierend, zumindest in unseren heutigen Gesellschaften. Aus der Perspektive des einzelnen Bürgers erscheint die Gesellschaft wie ein eigenes Subjekt, das seine Interessen durchsetzt und dem er sich mehr oder weniger anpassen muss, will er akzeptiert und geduldet sein. Bricht er aus, so warten entsprechende Sanktionen auf ihn. Die Gesellschaft mit all ihren Institutionen ist ein grosses Gebilde aus sedimentierten, dominierenden Interessen.
Ein Kerouac ist daraus ausgebrochen, weil seine Interessen mit der vorfindlichen Gesellschaft nicht vereinnar waren - ein Phänomen, das den Impetus der ganzen Geschichte mitbestimmt, man denke nur an Jesus, Marx oder Ghandi, um nur einige, historisch besonders wirkmächtige Persönlichkeiten zu nennen. Auch Kerouac hat mit seinen Büchern einiges bewegt. Seine obige Aussage wird damit verständlich: Erlehnt zwar eine bestimmte Gesellschaftsform ab, glaubt aber an die Menschheit in ihrer Veränderungskraft - hin zum Menschlichen (siehe mein Kommentar oben).

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