Jugend im Netz: So werden Kinder fit für Facebook

Pearson Hilfe, das Kind ist bei Facebook? Düstere Warnungen sind in Deutschland oft das Erfolgsrezept für Erziehungsratgeber mit Medienthemen. Ein Bestseller wird "Mein Kind ist bei Facebook" also vielleicht nicht: Das Buch setzt auf Pragmatismus statt Panik. Gut so.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...836779,00.html
  1. #10

    Produktabhängkeits-Kompetenz?

    Wenn es um Medienkompetenz geht, liebe Autoren von Artikel und Buch: Sechs, setzen.
    "Facebook" ist die Bezeichnung einer erfolgreichen Umsetzung eines Geschäftsmodells. Die stete Verwendung des Begriffs in Überschriften, ganz besonders von "Sachbüchern", arbeitet proaktiv für die Kundenbindung an diese Produkt. Na dann viel Spaß bei der Schadensbegrenzung. Das nenne ich "Bedarf erzeugen".
    Also ich schnäube jetzt in mein "Tempotuch", trinke ne "Coca" (oder doch leber ne "Selter"?) und pflege meinen krankhaften iFacebook-Hass.
  2. #11

    Zeitenwechsel

    Zitat von FirstFallenAngel Beitrag anzeigen
    Mal ganz ehrlich: Leuten/Eltern wie Ihnen, mit dieser 'Mir egal, was die anderen haben/machen/dürfen, das brauchst/kannst/darfst du alles nicht'-Einstellung ist es doch total egal, wenn Sie damit (Ihre) Kinder über die gesamte Schulzeit und eventuell sogar darüber hinaus zu Außenseitern machen, nicht? Aber das ist ohnehin nicht schlimm, denn das "formt den Charakter"....
    Und dafür braucht es einen Facebookzugang? 500 "Freunde" aber keiner steht um 3 Morgens auf um einen vom Bahnhof abzuholen. Ich glaube sie wollen mich provozieren aber sie halten es doch nicht ernsthaft für pädagogisch Sinnvoll wenn das Kind schon mit 13 lernt wie es auzusehen hat, damit es sich geliebt und als Mensch fühlen kann? Wir sprechen hier über Kinder und nicht über Teenager in der pupertären Phase. Das gesamte Buch schreit doch schon förmlich nach "Finanziert von Facebook" und alle tanzen mit, weil es ja sowieso alle machen. Wieso auch als Eltern gegen diesen Ausverkauf der Kindheit angehen? Es ist ja auch viel viel einfacher sich zurück zu lehen, die Supernanny im TV ein zu schalten und das Kind seine "Erfahrungen" machen lassen. Es heißt ja auch, dass am besten lernt, der auf die Schnauze fliegt...

    Zitat von FirstFallenAngel Beitrag anzeigen
    Wenn Sie glauben, dass es immer möglich ist, dass alle Eltern einen Konsens finden UND sich daran halten, hatten sie schon länger nichts mehr mit (heutigen) Eltern zu tun. Es gibt immer welche, die sich nicht in ihre Erziehungsmethoden reinreden lassen wollen und (manchmal zu recht, manchmal nicht) der Meinung sind zu wissen, was das beste für....
    Es gibt genug Beispiele an denen man klar machen kann, dass Facebook nicht die kunterbunte Zuckerwelt ist, für die sie gehalten wird. Auch Eltern können Nachrichten lesen und ja, keiner hat Lust auf eine Facebook-Party, weil die Tochter eben nicht mit Facebook klar kommt und weil das Internet eben nicht das gleiche ist wie 1985.

    Zitat von FirstFallenAngel Beitrag anzeigen
    Viel wichtiger als Verbote finde ich, mit den Kindern darüber zu sprechen, Gefahren sachlich (ohne erhobenen Zeigefinger) aufzuzeigen und eine generelle Gesprächsbereitschaft im Falle von Problemen zu signalisieren. Wenn sich das Kind wegen Fernsehverbot nachts ins Wohnzimmer geschlichen hat und dann über einen Horrorfilm gestolpert ist, muss es darüber sprechen können, warum es jetzt Alpträume hat, ohne zusätzliche Bestrafung fürchten zu müssen. Ähnliches gilt bei Problemen im Internet. "Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist..."
    Mobbing ist schon seit Jahrzehnten ein Problem, alle beißen sich daran die Zähne aus. Prügel, Arbeiten und auch das "sachliche" Ansprechen der Probleme, dass alles hat nie wirklich geholfen. Eben weil Mobbing vielschichte Gründe hat. Man kann einem Kind noch mehr oder weniger klar machen warum Mobbing nicht in Ordnung ist. Man kann einen Perspektivwechsel iniziieren aber trotzdem können sich Kinder immer noch streiten. Neu ist, dass die im Zorn erstellte Facebook-Demütigung auch noch Online bleibt, wenn der Zorn verraucht und die Reue beginnt.
    Kinder (um 13 Jahre) haben ganz einfach noch nicht die Fähigkeit ihre Taten auf lange Zeit hin ab zu schätzen. Aus diesen Grund werden Minderjährige vom Gesetzgeber anders bestraft und ja auch aus diesen Grund haben Eltern die Pflicht ihre Kinder zu beschützen und in der Anfangszeit des Internetkonsum zu leiten.
  3. #12

    Zitat von 3-plus-1 Beitrag anzeigen
    Ich habe selber 1985 mit 11 Jahren meinen ersten Computer bekommen und 1989 mein erstes Geld mit der Veröffentlichung eines Programmes von mir in einer Zeitschrift verdient. Da war ich folglich 15.....
    Bravo und dann erfolgreich 30 Jahre Entwicklung verpennt?
    Kinder unbeaufsichtigt im Internet surfen lassen, na ja, da sollte man beiso manchem Volljährigen noch 'n Auge drauf haben .
  4. #13

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hilfe, das Kind ist bei Facebook? Düstere Warnungen sind in Deutschland oft das Erfolgsrezept für Erziehungsratgeber mit Medienthemen. Ein Bestseller wird "Mein Kind ist bei Facebook" also vielleicht nicht: Das Buch setzt auf Pragmatismus statt Panik. Gut so.

    Facebook-Ratgeber für Eltern: Keine Panik - SPIEGEL ONLINE
    Kinder haben bei Facebook nichts verloren, da diese erstmal lernen müssen sich in (realen) sozialen Netzwerken zu behaupten (ja, den Begriff gibt es schon länger).
    Dazu gehört eben auch das vermeintliche Mobbing, wenn Anforderungen der Gruppe nicht erfüllt werden.
    Ein Ratgeber für Ja-Sager ist zur Bildung einer individuellen Persönlichkeit nicht hilfreich.
  5. #14

    Teil 1

    Zitat von lordas Beitrag anzeigen
    Und dafür braucht es einen Facebookzugang? 500 "Freunde" aber keiner steht um 3 Morgens auf um einen vom Bahnhof abzuholen. Ich glaube sie wollen mich provozieren aber sie halten es doch nicht ernsthaft für pädagogisch Sinnvoll wenn das Kind schon mit 13 lernt wie es auzusehen hat, damit es sich geliebt und als Mensch fühlen kann? Wir sprechen hier über Kinder...
    Nur weil ich eine andere Meinung vertrete als Sie, will ich Sie provozieren? Interessante Auffassung.
    Ihre Bemerkung über die Zahl und Zuverlässigkeit der Online-Freunde war hingegen sicher überhaupt nicht provozierend gemeint.

    Mir ist zwar nicht klar, weshalb sie denken, auf Facebook oder anderen Online-Plattformen würde einem gesagt, wie man auszusehen habe; aber um Kindern zu vermitteln 'du musst so und so aussehen, damit wir dich hübsch finden und lieb haben' braucht es keine (Online-)Netzwerke, das bekommen viele Eltern ganz von alleine hin. In diesem Bereich werden Kinder ohnehin von den Medien - teils unbewusst - geprägt, also müsste man sie von allen Zeitschriften, TV, etc abschotten, bis sie erwachsen sind.

    Heutzutage ist es aber nicht mehr möglich, Kinder vom Internet und anderen Medien fern zu halten; viele Schulen verlangen mittlerweile auch von jüngeren Schülern für Hausarbeiten und Projekte belegbare (Internet-)Recherche. Selbst wenn man zu Hause die komplette Online-Zeit seines Kindes bewachend nebendran sitzt, bleiben immer noch die meist mit keinem oder unzureichendem Kinderschutz versehenen Schulcomputer. Spätestens hier können die Kleinen ansehen was und sich anmelden wo sie wollen.
    Deshalb finde ich es wichtiger, seine Kinder erklärend an den Umgang mit sämtlichen Medien heranzuführen, als Verbote auszusprechen. Denn schließlich gibt es gerade für Kinder noch andere Netzwerke als Facebook; SchülerVZ, Knuddels, etc. Überall ist es wichtig, dass die Kinder eine gewisse Netzkompetenz aufweisen, die sie nur durch den aktiven, gerne anfangs betreuten, Umgang mit dem Internet lernen können.

    Zitat von lordas Beitrag anzeigen
    Es gibt genug Beispiele an denen man klar machen kann, dass Facebook nicht die kunterbunte Zuckerwelt ist, für die sie gehalten wird. Auch Eltern können Nachrichten lesen und ja, keiner hat Lust auf eine Facebook-Party, weil die Tochter eben nicht mit Facebook klar kommt und weil das Internet eben nicht das gleiche ist wie 1985.
    Und genau deshalb muss man seinen Kindern erklären wie alles funktioniert, wo die Gefahren liegen; egal bei welchem Online-Netzwerk sie sich anmelden. Eine versehentlich öffentliche Party-Ankündigung auf SchülerVZ hat vielleicht nicht die gleichen Folgen wie auf Facebook, kann trotzdem aber ein paar unerwünschte Gäste anlocken.
    Doch selbst wenn alle Eltern an einem Strang ziehen, sind für einige Kinder Verbote nur da, um umgangen zu werden (besonders wenn sie nicht verständlich begründet werden). Wenn die Kinder dann nicht wissen, wie sie sich online zu verhalten haben, kann es zu Problemen kommen, über die sie eventuell nicht mit den Eltern zu sprechen trauen, bis es zu spät ist.

    (Weiter in Teil 2)
  6. #15

    Teil 2

    (Fortsetzung)

    Zitat von lordas Beitrag anzeigen
    Mobbing ist schon seit Jahrzehnten ein Problem, alle beißen sich daran die Zähne aus. Prügel, Arbeiten und auch das "sachliche" Ansprechen der Probleme, dass alles hat nie wirklich geholfen. Eben weil Mobbing vielschichte Gründe hat. Man kann einem Kind noch mehr oder weniger klar machen ......
    Etwas anderes, als dass man seine Kinder (betreut) ans Internet heranführen soll, habe ich ja nicht verlangt. Ich schrieb, dass den Kindern das Internet mit allen Gefahren erklärt werden muss; dass das nicht in einer Fünf-Minuten-Einweisung erfolgen kann, sollte klar sein.
    Dass Mobbing offenbar ein wachsendes Problem darzustellen scheint, liegt - meiner Meinung nach - zum einem daran, dass inzwischen jede falsche Bemerkung und merkliche Antipathie übertriebenderweise als Mobbing bezeichnet wird und zum anderen daran, dass immer weniger Kinder eine gescheite Erziehung mit auf den Weg bekommen. Und natürlich haben die Eltern, die schon vor der Einschulung keine Zeit/Lust hatten, ihren Kindern ein Mindestmaß an Anstand beizubringen, auch keine Zeit/Lust, sie an den verantwortungsvollen Umgang mit Medien aller Art heranzuführen.

    Aber ist es wirklich der richtige Weg, deshalb den anderen Kindern das Internet/Online-Netzwerke zu verbieten? Ich durfte (musste) früher auch auf den Schulhof, egal ob da ein paar unsoziale Mitschüler waren, die ihre Komplexe an kleineren/'schwächeren' ausgelassen haben. Ich lernte damit umzugehen, genauso wie man lernen kann, mit Online-Beleidigungen umzugehen. Auch die Problematik, wenn ein Offline-Streit in die Online-Welt übertragen wird, müssen Kinder irgendwann kennenlernen, denn Erwachsene verhalten sich da leider nicht immer zivilisierter.
    Der Unterschied ist nur, dass man bei wirklich schlimmen Beleidigungen im Internet die Möglichkeit, hat die Beleidigung zu beweisen und etwas gegen den Agressor in der Hand hat. Auf dem Schulhof hat der Aufsichtslehrer natürlich nichts gehört und der Kontrahent freut sich, dass er ungeschoren davon kommt.
  7. #16

    ...

    Zitat von lordas Beitrag anzeigen
    Sorry aber ich kann dem absolut nicht zustimmen. Warum müssen unter 13 Jährige und überhaupt Kinder unter 16/17 Jahren einen Facebook Account haben? Weil es die "Peergroup" verlangt? Sind Eltern heutzutage nicht mehr in der Lage ein Nein von sich zu geben?

    Als ob das so schwierig wäre sich mit der Schule und.....
    Ich habe meinen Kids erklärt, warum ich nicht möchte, daß sie sich bei Facebook anmelden.
    Hat bis heute funktioniert.
  8. #17

    Facebook Account ,wer braucht sowas wirklich ?

    Facebook und wie sich diese sogenannten sozialen Netzwerke nennen sind für mich eine Art Geschwür, wes keiner braucht , aber einige haben. Ich denke die Nutzer solcher Netzwerke sind arme Würstchen , die im normalen Leben hinten an stehen. Wenn ich Berichte lese, was da manche unbedingt loswerden wollen , dann frage ich mich , ob diese Leute geistig voll da sind.
    Kinder in diese neu Art Klapsmühle zu intregieren müsste verboten werden.
    Facebook will an Daten kommen und da gibt es Eltern , denen scheinbar noch garnicht klar ist , was sie ihren Kindern für Schaden für die Zukunft zufügen, indem sie schon jetzt ihre Kinder gläsern machen. Kein wunder , wer sich selbst zum Affen macht , der möchte seine Familie mit in den Abgrund ziehen.
  9. #18

    Anmerkung:

    Zitat von lordas Beitrag anzeigen
    Sorry aber ich kann dem absolut nicht zustimmen. Warum müssen unter 13 Jährige und überhaupt Kinder unter 16/17 Jahren einen Facebook Account haben? Weil es die "Peergroup" verlangt? Sind Eltern heutzutage nicht mehr in der Lage ein Nein von sich zu geben?
    Und generell sollten Kinder nicht ohne Kontrolle ins Internet. Ich kann das mittlerweile nicht mehr hören, erst pflanzt man die Kitz geraderecht vor das digitale Medium und findet das "total Toll" und "voll modern", nachher geht das Geschrei wieder los, wenn die Kinder dann auf Gewalt und Pornografie stoßen.

    Tut mir wirklich leid aber bei dem Thema bekomme ich langsam echt einen Anfall. Ich bin selber Pädagoge und wenn ich sehe mit welcher Naivität manche Eltern a) den Kindern alles in die Hände drücken und b) sich für die Konsequenzen nicht verantwortlich fühlen, dann frage ich mich warum die überhaupt Kinder in die Welt setzen.
    Also, ich weiss nicht ob Sie selber Kinder haben, aber... wenn meine Eltern mich damals bei den ersten Interneterfahrungen immer begleitet und beaufsichtigt hätten, wäre mir das SEHR unangenehm gewesen.
    Und ich denke, die meisten Jugendlichen möchten auch nicht dauernd überwacht werden, nichts anderes bedeutet Ihre angesprochene "Beaufsichtigung".

    Wichtig ist, dass Eltern sich informieren und ihren Kindern -mit Hilfe des Buches was hier vorgestellt wurde beispielsweise- aufklären und Sie zu selbstbewussten, medienkompetenten Personen erziehen.
  10. #19

    Ich bemerke am Rande

    Zitat von fragel Beitrag anzeigen
    Facebook und wie sich diese sogenannten sozialen Netzwerke nennen sind für mich eine Art Geschwür, wes keiner braucht , aber einige haben. Ich denke die Nutzer solcher Netzwerke sind arme Würstchen , die im normalen Leben hinten an stehen. Wenn ich Berichte lese, was da manche unbedingt loswerden wollen , dann frage ich mich , ob diese Leute geistig voll da sind.
    Kinder in diese neu Art Klapsmühle zu intregieren müsste verboten werden.
    Facebook will an Daten kommen und da gibt es Eltern , denen scheinbar noch garnicht klar ist , was sie ihren Kindern für Schaden für die Zukunft zufügen, indem sie schon jetzt ihre Kinder gläsern machen. Kein wunder , wer sich selbst zum Affen macht , der möchte seine Familie mit in den Abgrund ziehen.
    Facebook gehört nunmal zum Zeitgeist, so wie Ende der 80ger der Gameboy, das Tamagotchi in den 90gern und das Handy in den Nullerjahren.

    Seinen jugendlichen Kindern verbieten bei Facebook angemeldet zu sein, heisst sie auszugrenzen in gewisser Weise.
    Soll nicht heissen, das man alles Misz mitmachen muss, aber ich sehe es ja selbst, viele Einladungen für Feste gehen heute über Facebook, wer nicht da ist, bekommt immer später als alle anderen was mit.