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Judenfeindlichkeit: Zentralrat prangert Antisemitismus in der Linkspartei an
"Pathologischer, blindwütiger Israel-Hass": Der Präsident des Zentralrats der Juden hat antisemitische Strömungen bei der Linken in harscher Form kritisiert. Ihr Versuch, sich von der Judenfeindlichkeit zu distanzieren, ist aus seiner Sicht "spektakulär missglückt".
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...769296,00.html
- #1 20.06.2011 07:16 von
- #2 20.06.2011 07:31 von
...
Ja also ich finde amerikanische TV-Formate wie 'Simpsons' oder 'South Park' sehr antisemitisch: da wurden schon des öfteren Juden auf die Schippe genommen bzw. das Gebahren des Staates Israel auf serientypische Art kritisiert; was sagt der Zentralrat dazu?
- #3 20.06.2011 07:33 von
Aha...
Dieser Satz sagt schon alles: "Der alte anti-zionistische Geist der DDR spukt noch in der Partei"
Denn aus Anti-Zionismus mal schnell Antisemitismus zu machen ist völliger Unsinn. Daran sieht man sehr deutlich, wie dieses Wort zur Abwehr von Kritik missbraucht wird. Und ehrlich gesagt geht mir das reichlich auf den Nerv. Ein richtiger Antisemit ist in der Regel ein Mensch, der aus gänzlich anderen Gründen hasserfüllt ist als ein Linker, der gegen Israel hetzt. Dass dieser Unterschied gerne verwischt wird zeigt doch nur deutlich, wie fahrlässig der Begriff "Antisemitismus" heute instrumentalisiert wird, um eine menschenverachtende Politik gegenüber den Palästinensern gegen Kritik zu immunisieren. - #4 20.06.2011 07:37 von Andreas Heil
Schönen guten Morgen
Einem Eigentor der Linkspartei, die meinte, auf ein Eigentor von BAK Shalom unbedingt antworten zu müssen, folgt ein Eigentor von Graumann im Namen des Zentralrats.
Sehr amüsant.
Zumal die ausgewählten Beispiele eher nicht eine antizionistische Attitüde aus der DDR in der Linkspartei widerspiegeln, sondern die kritiklose Übernahme der zionistischen Attitüden der mittlerweile beinahe oppositionslosen rechtsradikalen Regierung Israels.
Als Jude würde ich mich gegen eine solche Vereinnahmung heftig wehren, als Nichtjude geht mich dieser Teil schlicht nichts an. - #5 20.06.2011 07:38 von
Wo ist der Punkt?
Graumann selbst sagt:
"
Graumann unterstrich den Unterschied zwischen Kritik an Israel und Antisemitismus: "Selbstverständlich ist Israel-Kritik keineswegs per se antisemitisch...."
"
Alle im Artikel aufgeführten Kritikpunkte betreffen aber ein Verhalten, welches sich weder gegen den jüdischen Glauben noch gegen Menschen jüdischen Glaubens richtet.
Entweder ist Kritik an der Politik Israels zulässig, oder eben nicht. Meiner Ansicht nach trifft Ersteres zu.
Das Ganze kommt mir so vor, als hätte der Zentralrat Mühe, seine Existenzberechtigung nachzuweisen.
Meiner Ansicht nach muss der Zentralrat das keineswegs. Er hat seine Berechtigung schon aus der Geschichte heraus. Da muss man jetzt nicht krampfhaft antisemitische Tendenzen bei der Linken erfinden. - #6 20.06.2011 07:40 von
Studie????
Das manche in diesem Zusammenhang immer noch das Wort Studie verwenden und suggerieren hier ging es um eine Arbeit die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt ist erbärmlich. Jeder Wissenschaftler, außer Mitglieder der Antideutschen Strömumg, hat genau dies bemängelt. Exemplarisch:
http://www.taz.de/1/debatte/kommenta...mit-dem-schal/
Das SPON wenn es gegen die LInke geht immer in der ersten Reihe steht und das selbst im Tenor mit der Jungen Freiheit mag jeder selber bewerten.
Lustig, oder eher bösartig, ist die Aufzählung das manche Abgeordnete der Erklärung gegen Antisemitismus, nicht zugestimmt hätten. Das es dabei um was anderes ging weiß Graumann natürlich genau und das als Argument zu nehmen ist armselig. Das Graumann zu denen zählt die immer den rechtesten Flügel der israelischen Politik unterstützten und sich an Hetze gegen andersdenkende jüdische Mitbürger beteiligt nur mal nebenbei. Und was sitzen bleiben bei Peres Besuch mit Antisemitismus zu tun hat bleibt wohl Graumanns Geheimnis. Nett ist auch der übliche Sruch es ginge nicht darum Kritik an der israelischen Regierung zu unterdrücken. Doch genau darum geht es und dass klappt mit der Antisemitismuskeule am besten. Moshe Zuckermann hat dazu ja nun alles gesagt. - #7 20.06.2011 07:45 von ich_bins
Das ist schon immer so
Man gilt schon immer als Anti-Semit, wenn man die Regierung und die Politik des Staates Israel kritisiert. Es gibt aber einen einfachen Weg, das zu umgehen. Man fährt nach Israel und findet innerhalb kurzer Zeit einen Menge jüdischer Israelis, die ihre Regierung und deren Politik ebenfalls zum Kotzen finden.
- #8 20.06.2011 07:50 von
JETZT weiß ich, wie das funktioniert!
Die angesprochene "Studie" kann ihre Thesen überhaupt nicht faktisch untermauern; wie der Autor auch einräumen mußte.
Überhaupt gab er an, daß es sich NICHT um eine Studie handele - mit Erhebung empirischer Daten.
Ein Zitat von ihm:
"Den Vorwurf, dass wir zu stark verallgemeinern, haben wir häufiger gehört. Ich denke, dass wissenschaftliche Thesen ruhig zugespitzt werden können."
außerdem:
"Um die These richtig zu untermauern und von einer Aufzählung antisemitischer Vorfälle wegzukommen, wäre eine quantitative Erhebung nötig. Da stimme ich Ihnen völlig zu. Wir haben aber auch nie behauptet, eine Studie erstellt zu haben. Wir haben einen Artikel geschrieben und die Presse hat daraus erst eine Studie gemacht. Wir werden jetzt immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, dass unsere Ausführungen nicht den sozialwissenschaftlichen Standards genügen."
http://nachrichten.lvz-online.de/ges...n-a-93375.html
Und auf diesen "Essay" (sage ich mal) gründet sich jetzt das ganze weitere Vorgehen; inklusive des Vorwurfes des "pathologischen, blindwütigen Israelhasses"?
Ganz schön panne, das! - #9 20.06.2011 07:54 von sysiphus
Altlast
Der von Herzl und seinen Epigonen begründete Zionismus ist ein Kind des 19.Jahrhunderts, atmet den Geist des Nationalismus. Das war damals modern und normal - nur ist das lange her und die Welt weiß, welche unheilvollen Früchte der Nationalismus in Europa hervor gebracht hat.
Inzwischen gilt es als ein Gebot der Vernunft, deutschen oder französischen oder ungarischen Nationalisten entgegen zu treten, da ihre vorgestrigen Politikansätze nicht zukunftsfähig sind.
Das gleiche gilt auch für jüdische Nationalisten. Gegen deren Politik zu sein heißt selbstverständlich nicht, Antisemit zu sein. Dass der ZdJ versucht, dieses Argumentationsmuster der israelischen Rechten in Deutschland zum Mainstream zu machen, wird seiner politische Relevanz im Land noch schweren Schaden zufügen.
Ich denke, Herr Gysi hat mit seiner Erpressung der Linkspartei ein Eigentor geschossen.
Bei dieser Miniaffäre gibt es eigentlich nur Verlierer.
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