Jubelfeiern in Nordkorea: Extra-Bier zum Tag des leuchtenden Sterns

APIn Nordkorea wird gefeiert. Das Regime begeht mit großem Pomp den 70. Geburtstag des verstorbenen "Geliebten Führers" Kim Jong Il. So will sich sein junger Nachfolger als Wohltäter profilieren. Im Interview erklärt Ostasien-Experte Rüdiger Frank, wie stabil das Regime noch ist.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...815500,00.html
  1. #1

    Auslandsstudent in Nordkorea?

    Ich dachte Nordkorea lässt kaum Ausländer ins Land bzw. dann nur in sehr begrenztem Rahmen? Klar muss das nicht immer so gewesen sein, aber vor 20 jahren war der kommunistische Block bereits zerfallen. Wie konnte er dann als Gaststudent in Nordkorea verweilen?
    Dies soll nicht falsch verstanden werden. Ich möchte lediglich verstehen, ob und warum die Umstände sich seitdem derart verändert haben. Der eiserne Vorhang war ja damals schon weg.

    Wäre nett, wenn mir (noch zu jung um sich an den eisernen Vorhang zu erinnern) das jemand erklären könnte.
  2. #2

    Zitat von rofltehcat Beitrag anzeigen
    Ich dachte Nordkorea lässt kaum Ausländer ins Land bzw. dann nur in sehr begrenztem Rahmen? Klar muss das nicht immer so gewesen sein, aber vor 20 jahren war der kommunistische Block bereits zerfallen. Wie konnte er dann als Gaststudent in Nordkorea verweilen?
    Die Koreanistik-Studenten der Humboldt-Universität konnten ihre Auslandssemester an der Kim Il-sung Universität in Pjöngjang absolvieren. Frei herumlaufen konnten sie dort allerdings nicht und bekamen sogar einen Aufpasser dazu gestellt, wenn sie nur jemanden in einer anderen Fakultät aufsuchen wollten. Das Austauschprogramm wurde offensichtlich auch nach dem Mauerfall noch für eine Weile aufrecht erhalten. Rüdiger Frank hatte an der Humboldt in Berlin studiert.
  3. #3

    Westen aufwachen !

    Rüdiger Frank ist voll zuzustimmen, wenn er das gewaltige wirtschaftliche Potential Nordkoreas anspricht.

    Im Westen praktisch unbekannt ist, dass die nördliche Gebirgskette einen immensen Schatz an wertvollen Rohstoffen birgt, stärker noch als z.B. in Chile oder Peru.

    Und völlig unbemerkt von westlichen Medien treibt China ein Investitionsprogramm in der nordkoreanischen Rohstoff-Gewinnung voran in Höhe vom 10 Milliarden US$. Hinzu kommen noch Investitionen in Infrastruktur, Energie-Erzeugung und zwei Sonderwirtschafts-Zonen an der Chinesisch-Nordkoreanischen Grenze.
    Indien ist auch schon aktiv vor Ort mit Wirtschaftsdelegationen.
    Nur der Westen schläft mal wieder.
  4. #4

    Zitat von rofltehcat Beitrag anzeigen
    Wie konnte er dann als Gaststudent in Nordkorea verweilen?
    In der Tat, das war auf Basis des alten Austauschabkommens zwischen Humboldt-Uni und Kim-Il-Sung-Uni, der gemäß Einigungsvertrag (Rechtsnachfolge) gültig blieb. Gefördert wurde der Aufenthalt vom DAAD. Wir waren sechs deutsche Studenten dort, für ein Semester. Einen permanenten Aufpasser haben wir übrigens nicht bekommen, jedenfalls keinen sichtbaren. Wir konnten uns innerhalb von PY relativ frei bewegen. Allerdings sind wir als Europäer dort aufgefallen wie ein bunter Hund.
  5. #5

    Zitat von r_frank Beitrag anzeigen
    Einen permanenten Aufpasser haben wir übrigens nicht bekommen, jedenfalls keinen sichtbaren. Wir konnten uns innerhalb von PY relativ frei bewegen.
    Zu DDR-Zeiten muss es restriktiver gewesen sein, das wussten Studenten der Humboldt zu berichten, die vor dem Mauerfall dort studierten.
  6. #6

    Da kann man nichts machen..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Nordkorea wird gefeiert. Das Regime begeht mit großem Pomp den 70. Geburtstag des verstorbenen "Geliebten Führers" Kim Jong Il. So will sich sein junger Nachfolger als Wohltäter profilieren. Im Interview erklärt Ostasien-Experte Rüdiger Frank, wie stabil das Regime noch ist.

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    Was für eine Bilderbuchdiktatur. Da kann man eben nichts machen. Gehört China sozusagen. Im Orient Sadam und Gaddfi absägen war gestern und auch das hat 40 Jahre gedauert.
  7. #7

    Gerne mehr...

    Ein schöner und lesenswerter Beitrag. Ich würde mir wünschen, dass Herr Frank mehr Gelegenheit hätte, uns über sein Studiensemester in Nordkorea zu berichten.