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Jobeinstieg bei Consultingfirmen: Was Junior-Berater wollen

CorbisFür junge Akademiker sind Unternehmensberatungen attraktive Arbeitgeber. Eine neue Studie zeigt, worauf es ankommt: Das Startgehalt ist nicht so wichtig, Neulinge werden sowieso mit Geld beworfen. Mehr zählen die Karrierechancen - und oft denken Talente schon vor dem Einstieg an den Ausstieg.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...823187,00.html
  1. #1

    Tun was man w i r k l i c h will!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für junge Akademiker sind Unternehmensberatungen attraktive Arbeitgeber. Eine neue Studie zeigt, worauf es ankommt: Das Startgehalt ist nicht so wichtig, Neulinge werden sowieso mit Geld beworfen. Mehr zählen die Karrierechancen - und oft denken Talente schon vor dem Einstieg an den Ausstieg.

    Jobeinstieg bei Consultingfirmen: Was Junior-Berater wollen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
  2. #2

    Gut geschrieben

    "Die Teilnehmer interessieren sich mit großem Abstand zuvörderst für die Arbeit in einer klassischen Strategieberatung"
    Und warum? Weil man dazu von innerbetrieblichen Vorgängen so gut wie nichts wissen muss. Der Junior muss lediglich den Anschein erwecken, er sei mit all den Themen vertraut.
    Nur ist der Kunde mittlerweile erwachsen geworden und will messbare Ergebnisse haben. Stark im Markt sind Beratungen, deren Consultants ihre Vorschläge auch direkt umsetzen, damit sich der Erfolg messen lässt und der Kunde nicht allein gelassen wird.
    Also suchen die großen Häuser mittlerweile händeringend umsetzungsstarke Consultants, da Strategiegeschwätz bei weitem nicht mehr ausreicht.

    Lustig wird es auf Recruitungveranstaltungen, dort hört man bspw. "5-4-3: Fünf Tage dem Kunden berechnen, vier Tage vor Ort, also drei Nächte im Hotel". Dass für einen Junior allerdings 80-Stunden-Wochen inkl. Kundenbespaßung beim Cartbahnrennen und Wochenendlernen normal sind, sagt keiner offen. Ein Senior verdient mit dem nötigen Handwerkszeug auch in einer 40Std-Woche sechsstellig, aber nur wenige halten es bis dahin durch und lassen sich lieber vom Kunden wegwerben. Je nach Seniorität bedeutet das dort auch Team- oder Unterabteilungsleitung oder noch mehr.
    Zum anderen "platzieren" Beratungen gezielt ihre Ex-Leute beim Kunden, damit dieser ihnen dort in kostenverantwortlicher Position später Projekte zuschanzt.

    Man kann noch viel aus der Branche plaudern... langweilig wird es nie. :o)
  3. #3

    Beratung ohne Lebenserfahrung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für junge Akademiker sind Unternehmensberatungen attraktive Arbeitgeber. Eine neue Studie zeigt, worauf es ankommt: Das Startgehalt ist nicht so wichtig, Neulinge werden sowieso mit Geld beworfen. Mehr zählen die Karrierechancen - und oft denken Talente schon vor dem Einstieg an den Ausstieg.

    Jobeinstieg bei Consultingfirmen: Was Junior-Berater wollen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Der Fleiß in Ehren, aber... ich frage mich immer wieder, warum diese Leute der Meinung sind, gut beraten zu können, während sie immer nur von A nach Z nach W nach Y und so weiter wechseln. Eine Firma, egal wie klein oder groß, hat ja zum Beispiel auch eine individuelle gewachsene Sozialstruktur, die sich nicht mit einem Blick erfassen lässt, aber für die gute Zusammenarbeit der Mitarbeiter entscheidend ist. Und manche liebgewonnene Gewohnheit mag zwar nach Zahlen betrachtet nicht die beste Lösung sein, aber was das Wohlbefinden der Mitarbeiter betrifft sehr förderlich. Ein bisschen mehr Erfahrung unde Ruhe täte der Sache, glaube ich gut - langjährige Beziehungen zwischen Beratern und Beratenen, Kooperation wischen älteren und jüngeren Mitarbeitern... Es braucht, denke ich, einfach beide Seiten - die, die den frischen Wind bringen, und die, die ihn mit ihrer Erfahrung dahin lenken, wo er am besten ankommt. Das erreicht man nicht mit einem Haufen gehetzter Berufseinsteiger!
  4. #4

    titel

    [QUOTE=Möglw.;9875434Nur ist der Kunde mittlerweile erwachsen geworden und will messbare Ergebnisse haben. Stark im Markt sind Beratungen, deren Consultants ihre Vorschläge auch direkt umsetzen, damit sich der Erfolg messen lässt und der Kunde nicht allein gelassen wird.
    Also suchen die großen Häuser mittlerweile händeringend umsetzungsstarke Consultants, da Strategiegeschwätz bei weitem nicht mehr ausreicht.[/QUOTE]

    Nur mal so am Rande: "Strategie" und "Umsetzung" ist kein Begriffspaar. Auch eine Strategie kann (und muss) man umsetzen. Was Sie meinen ist wohl "Konzeption" und "Umsetzung". Also, bevor man anderen "Geschwätz" vorwirft, erstmal selbst die Begrifflichkeiten scharf kriegen!

    Consultants setzen Vorschläge auch nicht "direkt" um, sondern sie tun dies, wenn sie dazu beauftragt wurden. In der Regel liegt aber da der Hase im Pfeffer ("Umsetzung können wir schon selbst"...).
  5. #5

    Ich für meinen Teil verstehe große Teile dieser Beraterwelt nicht. Natürlich versteh ich die Vorteile, die ein junges, unerfahrenes, mittelständisches Unternehmen haben kann, wenn sie einen ausgewiesenen Wirtschaftsexperten zur Optimierung der geschäftlichen Abläufe konsultieren. Aber da fängt es ja schon an. Ich persönlich würde mich veralbert fühlen, wenn dann ein 26-jähriges Bürschchen im 1000€-Dreiteiler auftaucht und mir die Welt erklären will, in der es selbst noch keinen Fuß vor den anderen gesetzt hat.
    Zudem hat man oft den Eindruck, dass nach der Beratung auch nur an den großen Stellschrauben (Einkaufs-, Produktions-, Personalkosten) gedreht wird. Dinge also, auf die man mit gesundem Menschenverstand auch kommt.
    Für mich ziehen diese 'Beratungs'firmen in eine ähnliche Richtung wie Investmentbanker. Arbeit zum reinen Selbstzweck zu unerhört hohen Konditionen.
    Andererseits bin ich auch ziemlich uninformiert über die Thematik und tue damit wahrscheinlich einigen Menschen unrecht. Sorry dafür. ;)
  6. #6

    naja - die Tage als Berater sind auch schon einige Zeit her - oder ?

    Zitat von Möglw. Beitrag anzeigen
    "Die Teilnehmer interessieren sich mit großem Abstand zuvörderst für die Arbeit in einer klassischen Strategieberatung"
    Und warum? Weil man dazu von innerbetrieblichen Vorgängen so gut wie nichts wissen muss. Der Junior muss lediglich den Anschein erwecken, er sei mit all den Themen vertraut.
    Nur ist der Kunde mittlerweile erwachsen geworden und will messbare Ergebnisse haben. Stark im Markt sind Beratungen, deren Consultants ihre Vorschläge auch direkt umsetzen, damit sich .......
    Das mit dem gezielt beim Kunden platzieren mag es mal gegeben haben - ich kenne das so nicht mehr.
    Ein Berater, der zum Kunden wechselt, hat einen Vertrag mit seinem neuen Arbeitgeber - er würde gegen dessen Interessen handeln, wenn er seinem Exarbeitgeber Projekte zuschanzt - in der Regel ist das inzwischen auch bei jedem mittleren Unternehemn der Einkauf, der vergibt. Die meisten früheren Berater (die ich kenne) in der Linie meiden sograr den alten AG.

    Zum zweiten kann eine U-Beratung gar nicht daran interessiert sein, gute Berater zu verlieren - die "Kundenfestigkeit" und die Kenntniss der Prozesse/Stukturen in der Unternehmensberatung selbst kosten in der Regel die UB ca. 1- 2 Jahre (100 k bis 200k), da ja immer ein Ersatz her muß.
  7. #7

    Contra

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Nur mal so am Rande: "Strategie" und "Umsetzung" ist kein Begriffspaar. Auch eine Strategie kann (und muss) man umsetzen. Was Sie meinen ist wohl "Konzeption" und "Umsetzung". Also, bevor man anderen "Geschwätz" vorwirft, erstmal selbst die Begrifflichkeiten scharf kriegen!

    Consultants setzen Vorschläge auch nicht "direkt" um, sondern sie tun dies, wenn sie dazu beauftragt wurden. In der Regel liegt aber da der Hase im Pfeffer ("Umsetzung können wir schon selbst"...).
    Ich denke, wir beiden reden über unterschiedliche Consultingansätze. Nur wer nicht schwätzt, sondern einen umsetzungsstarken Ruf im Markt hat, bekommt langfristige Mandate.

    Beispiel:
    Eine BPM-Strategie schreibe ich Ihnen in drei Tagen runter - die Umsetzung dagegen benötigt über das personelle und Release-Change Management, Lean-Umsetzungen, Organisationsanpassung inkl. aller Process Owner, SOA-Implementierung evtl. mit Near- oder Offshoring oder Cloud, neuer IT-Architektur, Modellierungen von BPMN oder EPK bis UML und abgeleiteten Excellence-Maßnahmen und, und und, und... mit zehn Beratern locker ein Jahr und mehr. Da kann ein Strategieberater keine Woche mitarbeiten, weil er keinen blassen Schimmer von der Detailarbeit hat. Wer braucht also solche Leute? Die paar KPIs und Marktaussichten kann der Kunde wirklich selber ermitteln.

    Fazit: "Umsetzung können wir selber" habe ich in zehn Jahren nicht gehört.

    Und: Consultants werden gelegentlich nur fürs Bodyleasing geholt und nicht weil sie beraten sollen. Ein Consultant für 800 Euro am Tag für x Monate ist billiger als eine Jobausschreibung, -suche inkl. Assessments und Gesprächen sowie Einarbeitung eines neuen Festangestellten.
  8. #8

    Zitat von Wagner Beitrag anzeigen
    Für mich ziehen diese 'Beratungs'firmen in eine ähnliche Richtung wie Investmentbanker. Arbeit zum reinen Selbstzweck zu unerhört hohen Konditionen.
    Andererseits bin ich auch ziemlich uninformiert über die Thematik und tue damit wahrscheinlich einigen Menschen unrecht. Sorry dafür. ;)
    Ne, Consultants sind Söldner. Wenn sie bei Bosch, Daimler, VW, Mahle, BMW und sonstwo waren, sind Ford und Citroen sehr interessiert daran, was die alles an Erfahrungen mitbringen.
    So wie Vorstände mit wichtigem Branchen-Know-how Millionen verdienen, kosten Consultants mit ihren Konkurrenzkenntnissen daher auch zurecht eine Menge.

    Hier ein paar Zahlen zur Einschätzung:
    Pierre Audoin Consultants (PAC) Preisdatenbank IT-Services 2011/12:
    ▪ Junior Consultant - 380 Euro
    ▪ Consultant - 670 Euro
    ▪ Senior Consultant - 970 Euro
    ▪ Manager - 1140 Euro
    ▪ Senior Manager - 1620 Euro
  9. #9

    dann sollten sie sich besser erstmal informieren.

    Zitat von Wagner Beitrag anzeigen
    Ich für meinen Teil verstehe große Teile dieser Beraterwelt nicht. Natürlich versteh ich die Vorteile, die ein junges, unerfahrenes, mittelständisches Unternehmen haben kann, wenn sie einen ausgewiesenen Wirtschaftsexperten zur Optimierung der geschäftlichen Abläufe konsultieren. Aber da fängt es ja schon an. Ich persönlich würde mich veralbert fühlen, wenn dann ein 26-jähriges Bürschchen im 1000€-Dreiteiler auftaucht und mir die Welt erklären will, in der es selbst noch keinen Fuß vor den anderen gesetzt hat.
    Zudem hat man oft den Eindruck, dass nach der Beratung auch nur an den großen Stellschrauben (Einkaufs-, Produktions-, Personalkosten) gedreht wird. Dinge also, auf die man mit gesundem Menschenverstand auch kommt.
    Für mich ziehen diese 'Beratungs'firmen in eine ähnliche Richtung wie Investmentbanker. Arbeit zum reinen Selbstzweck zu unerhört hohen Konditionen.
    Andererseits bin ich auch ziemlich uninformiert über die Thematik und tue damit wahrscheinlich einigen Menschen unrecht. Sorry dafür. ;)
    nur ein ganz kleiner Tip zu Anfang:

    wenn so ein Bürschchen auftaucht, dann haben sie es bestellt.
    Sie suchen sich den Berater aus (in der Regel).

    Und noch ein Tip:
    nicht die jungen unerfahrenen Mittelständler benötigen Berater - es sind die alten- oft früher sehr erfolgreichen - Mittelständler.

    Im Mittelstand ist man extrem "beratungsavers". Wenn da ein Berater auftaucht ist es oft schon oft zu spät - den holt auch selten der Unternehmer selbst.
    Es sind die Banken, die das einfordern, weil sie Angst um ihre Kredite haben.








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