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Job-Aussteiger: Irgendwas, nur bitte nicht mit Medien

Heiko BeckSie wollten irgendwas mit Medien machen. Auf After-Show-Partys tanzen. Porsche fahren. Designerkleider tragen. Der Traum ging in Erfüllung - und wurde zum Albtraum. Drei Aussteiger erzählen von Aufstieg und Abschied aus der Welt von Film, Journalismus, PR und Werbung.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...830633,00.html
  1. #1

    Berufswahl

    Keinen Bock auf Industrie?
    Du fühlst dich als Bohemien?
    Dann mach doch einfach irgendwie
    irgendwas mit Medien.

    Medien laufen wie geschmiert,
    sind echte Cash-Maschinen.
    Ein jeder, der sie konsumiert,
    kann da auch Geld verdienen.

    Als Texter oder Journalist,
    vielleicht als Edelfeder,
    zur Not auch mit dem Blogging-Mist
    ziehst du verbal vom Leder.

    Als Grafiker in einer Agentur,
    so künstlerisch und kreativ -
    machst du geile Sachen nur
    und bist irre produktiv.

    Nicht Grafik und kein Textblabla?
    Da musst du nicht verzagen,
    probiers mit Multimedia
    da kann man noch was wagen.

    Du kannst `ne Kamera bedienen?
    Wenn`s sein muss, auch im Schlaf?
    Dann kannst du richtig Geld verdienen,
    werd doch einfach Fotograf.

    Auch Video oder gar TV
    bieten Geld und Ruhm.
    Als Powermann / Powerfrau
    braucht man da nicht viel tun.

    Doch willst du einen Job wie keiner,
    mit jeder Menge Spass und Fun,
    probiers doch mal als Gamedesigner,
    weil das auch fast jeder kann

    Du bist nicht auf den Mund gefallen,
    hast nur T-Shirts und kein Hemd?
    Dann wird`s dir sicher gut gefallen
    beim Social Media Management

    Medienjobs sind unter Garantie
    sowas wie bezahlte Ferien.
    Mach auf jeden Fall irgendwie
    irgendwas mit Medien.
  2. #2

    Ich arbeite seit fast 15 Jahren in dem Bereich und diese "erfolgsstory" hört sich nach einem großen Märchen an. Der Zehn-Millionen-Auftrag, er konnte dem Druck nicht aushalten und kreieren - kommschon. Wer in der Branche arbeitet weiß dass das Blödsinn ist.
  3. #3

    merkt man irgendwann, dass man selbst ein Zahnrad ist, dass dafür sorgt, dass der überflüssige Konsum von nahezu ALLEM, was in der Werbung gezeigt wird, verantwortlich ist. Und man erkennt, dass die Umwelt dafür zerstört, Tiere gequält werden und andere Menschen bitterst darunter leiden, dass wir einen neuen Fernseher haben wollen oder so ein Smartphone, mit dem man dann auch nicht besser telefonieren kann. Was für eine bitte Wahrheit.
    Und wenn man dann sieht, dass das gesamte Gehirn ins Internet ausgelagert wurde und man nicht mal mehr sagen könnte, in welche Richtung das Nachbardorf liegt in dem man früher mal war, weil es ohne Navi nicht mehr geht, dann fühlt man sich den Primaten doch wieder eine Stufe näher gebracht. Obwohl man auch weiß, dass jeder Affe sofort die Richtung wüsste in die er muss. Denn er kennt seine Natur noch. Ihm hat man sie nicht abtrainiert.
  4. #4

    aha.....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie wollten irgendwas mit Medien machen. Auf After-Show-Partys tanzen. Porsche fahren. Designerkleider tragen. Der Traum ging in Erfüllung - und wurde zum Albtraum. Drei Aussteiger erzählen von Aufstieg und Abschied aus der Welt von Film, Journalismus, PR und Werbung.

    Job-Aussteiger: Irgendwas,*nur bitte nicht mit Medien - SPIEGEL ONLINE
    keine Lust auf Karriere, auf Quote, Aufsichtsratsposten, dass es soetwas gibt, unterschiedliche Lebensentwürfe, eigene Vorstellung vom Leben, Sehnsucht nach was weiss ich nicht alles, nur nicht auf die Tretmühlen, des Kohle machens und Konsum befriedigens! Wenn der Artikel nicht geschrieben wäre, ich bin schon lange drauf gekommen, aber etliche bezahlte Schreiber im Spon noch nicht! Da wird das Betreungsgeld als Herdprämie verunglimpft, das einzig Ziel der Frauen als Karriere definiert, Männern generell unterstellt nur f... und cash im Kopf zu haben, zudem gewaltätig und weltvernichtend unterwegs zu sein und nun dies!?!? Vielleicht ist Leben doch etwas mehr, als man/frau uns verkaufen wollen, die von Film, Journalismus, PR und Werbung! Es geschehen noch Wunder mitten im schreibenden Mainstream erscheint, zaghaft noch, ein Wirbel von Selbstkritik, es besteht also noch Hoffnung, ist doch auch schön oder ? Das Problem nur, materiellen Erfolg kann nur verachten, wer ihn hatte, alle anderen werden weiter danach streben......
  5. #5

    !

    Die Generation Schaumschläger und Luftschlossbauer...(zu der ihr ebenfalls gehöre)

    Eine Generation, die von der Arbeitskraft ihrer Eltern und Großeltern lebt, sich mit Arbeitseinteilung oder Werbung verdingt (und damit ordentlich Geld verdient)...Zum Glück hab ich von meinen Eltern gelernt,wie man einen Garten betreibt und 2 Steine aufeinandersetzt...Vielleicht wird das in meinem Leben nämlich nochmal wichtig,wenn hier die Luftschlösser platzen!!!
  6. #6

    Politik-Netzwerker? War "Lobbyist" zu schäbig?
  7. #7

    Schöner Beitrag, der zeigt, dass es auch anders geht.... Habe selbst meine lange anwaltliche Selbstständigkeit aufgegeben. Es macht für mich nicht nur keinen Sinn mehr seinen Lebensunterhalt durchs Streiten zu verdienen, sondern auch krank! Mein Hobby, das Kochen, konnte ich nun zum Beruf machen - entsprechende Erfahrung konnte zuvor durch intensives Testen des Hobbys in ehrenamtlicher Arbeit erworben werden. Dann weiß man, was man tut. Die Entscheidung für den Wechsel fiel trotzdem nicht leicht. Alles hinter sich lassen, was man erlernt und aufgebaut hatte.... Wichtig ist, und ohne ginge es nicht, dass auch die Frau hinter der Entscheidung steht. Jedf: Es war auch nicht einfach in den diversen Vorstellungsgesprächen den potentiellen Arbeitgebern klar zu machen, dass man als Anwalt das Arbeitsglück nun lieber hinter dem Herd sucht. Unverständnis überall.....also das "Wulfen" angewendet, man hat es ja im alten Job gelernt Gespräche zu lenken und nicht alles zu sagen. Und so klappte es als "ungelernter" nach Aushilfstätigkeit einen unbefristeten Vertrag zu bekommen. Es ist schön in einem guten Team mitarbeiten zu können und seinen Teil dazu beizutragen, dass der Gast sich freut und einen schönen Abend hat oder ein schönes Fest miterleben konnte. Freude bereiten ist allemal besser als anderen berufsmäßig dauernd vor das Schienbein treten zu müssen - für mich zumindest.
  8. #8

    Also ich bin seit sechzehn Jahren in einer dieser sogenannten "Kreativbranchen" tätig - richtig Geld verdient man da seit gut einer Dekade nicht mehr!
    Es heißt nur noch "schneller, höher, weiter - Hauptsache billig!".

    Junge Leute bekommen nach ihrem Studium keine Festanstellung mehr, müssen aber überleben, hangeln sich von einem Praktikum ins nächste und wenn sie dann als Freiberufler arbeiten, dann tun sie das für Gagen und Honorare, die ältere Generationen immer mehr in Bedrängnis bringen.
    Ich mach den jungen Leuten keinen Vorwurf, wie sollten sie es auch wissen? Aber Geld, Anerkennung, einen erfüllten Beruf haben - das sind Sachen und Wünsche, die kann man in vielen Branchen treffen, aber definitiv nicht mehr in den Medien, der Werbung, Presse oder Journalismus!

    Und wer jetzt sagt, das sei nicht wahr, der ist entweder blind, von Beruf Sohn oder Tochter, oder noch nicht lange genug in einer dieser Branchen tätig.

    Aber Geld kann man mit diesen Branchen nicht mehr verdienen, da das System zuviel Humankapital hat und dieses Humankapital nicht mehr angemessen und fair bezahlen will - von Können ist keine Rede, in diesen Branchen wird soviel Geld verbrannt, sie wollen die Menschen nicht mehr angemessen für ihre "Kreativarbeit" bezahlen!

    Alles für den Gewinn, den Aktionär und unseren pervertierten Profitfaschismus ...

    Aber Geld ... Honey, that made my day ...
  9. #9

    "After-Show-Partys" schon wenn ich diesen Ausdruck lese ... wie wäre es mit Feierabenfete?
    Wie kann man nur auf solche "Ausdrücke" kommen... .


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