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Job-Aussteiger: Irgendwas, nur bitte nicht mit Medien

Heiko BeckSie wollten irgendwas mit Medien machen. Auf After-Show-Partys tanzen. Porsche fahren. Designerkleider tragen. Der Traum ging in Erfüllung - und wurde zum Albtraum. Drei Aussteiger erzählen von Aufstieg und Abschied aus der Welt von Film, Journalismus, PR und Werbung.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...830633,00.html
  1. #80

    Nicht ganz

    Zitat von Lütt_Matten Beitrag anzeigen
    Weil irgend ein zynisches .rschloch mal auf die Idee gekommen ist, ungelernte Berufseinsteiger brutalst zu überfordern, auszusaugen und auszubeuten und damit die Löhne von Profis zu drücken haben wir jetzt einen kranken .rschloch Markt der sich immer mehr in Richtung Schrott-Output entwickelt - Was soll so toll daran sein?
    Nicht ganz. Was ist denn "Kreativität" in Zeiten des Webs und in einer Copy&Paste Kultur noch wert. Ich erinnere mich noch an Zeiten vor dem DTP. Da gab es ein Kundenbriefing und dann haben sich Texter und Grafiker (der natürlich auch noch gut scribbeln konnte) tagelang den Kopf zerbrochen, um quasi aus dem Nichts etwas zu schaffen.
    Dann kam die Zeit der Stockfotokataloge und von Lürzers Archiv. Da hat man dann geblättert und geblättert, bis man "Inspiration" fand eigentlich irgendetwas modifiziert/adaptiert.

    Tja und heute ist alles per Knopfdruck da. Alle Texte von allen Wettbewerbern als Grundlage für den eigenen Copy-mashup, ebenso Gestaltungsideen, leicht zu durchforstende Stockfoto-Datenbanken oder Google-Bildersuche, kostenlose, fertige Templates für Websites, die sich schnell und ohne große Kenntnisse adaptieren lassen....
    Es ist natürlich eine berechtigte Frage, ob der "Schrott-Output" nicht mehr viel wert ist, oder ob die geringen Investitionen in Kreativität zu "Schrott-Output" führen. Tatsache bleibt aber, das Kreativitäts-Business hat seinen Glamour komplett verloren. Heute sind Kreative auch nichts anderes als Handwerker wie Tischler und verdienen letztlich nicht mehr..
  2. #81

    Liebe Louisa ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Medienwelt ist bunt und reizvoll. Sie bietet uns den Steinhaufen, zu dem wir aufschauen oder auf dem wir sitzen möchten. Doch nicht jeder ist dafür gemacht.
    ... auch wenn ich deinen Artikel nach wie vor für nicht gelungen und für ein Zerrbild halte, würde ich zumindest diese Aussage von dir angesichts der zahlreichen Jammer- und "früher war alles viel besser / kreativer / glamouröser"-Beiträgen voll unterschreiben. Diese Branche scheint voll mit frustrierten Leuten, die offenbar nicht für ihre Jobs gemacht sind. Wie mein Berufsalltag zeigt, ist das aber glücklicherweise nur eine Minderheit - die noch zusätzlich daran an Bedeutung verliert, dass sie es nie in verantwortungsvolle Positionen schafft.
  3. #82

    Spekulationen

    Zitat von killerbienchen Beitrag anzeigen
    ... auch wenn ich deinen Artikel nach wie vor für nicht gelungen und für ein Zerrbild halte, würde ich zumindest diese Aussage von dir angesichts der zahlreichen Jammer- und "früher war alles viel besser / kreativer / glamouröser"-Beiträgen voll unterschreiben. Diese Branche scheint voll mit frustrierten Leuten, die offenbar nicht für ihre Jobs gemacht sind. Wie mein Berufsalltag zeigt, ist das aber glücklicherweise nur eine Minderheit - die noch zusätzlich daran an Bedeutung verliert, dass sie es nie in verantwortungsvolle Positionen schafft.
    Nichts als unqualifizierte Spekulationen. Ich z.B. hatte einige verantwortungsvolle Positionen in Zeiten als Werbung noch kein Hamsterrad war. Wohl eher ein kleines Arbeitsbienchen, was....?
  4. #83

    apropos

    Wer unbedingt als "Kreativer" in die Werbung will, der sollte sich definitiv beeilen. Denn noch gibt es sie, die machtvollkommen Dinosaurier
    alter Tage, die Creative Directors. Total geil. Du kannst anderen sagen, ob sie "kreativ" sind oder nicht, ob ihre Ideen gut sind oder kalter Kaffee. Und da brauchst da nicht mal viel zu begründen, denn du bist ja der CD. Und wenn Du es gar zum "Executive Creative Director worldwide" geschafft hast, dann kannst du weltweit DEIN persönliches Verständnis von Kreativität durchsetzen. Einfach der Hammer. Kommt direkt nach Papst.
    Aber wirklich beeilen! Denn heute finden immer Kampagnen im Web statt und da sieht man als hochdotierter CD ziemlich blöd aus, wenn die präferierte Idee überhaupt nicht performt. Denn da ist alles messbar. Die Grauzone der Werbewirkung, in der man es sich als selbstgefälliger CD bequem machen konnte, wird täglich kleiner. Bald ist der Spass vorbei.
  5. #84

    Role Model 3 hat das ach so harte Leben einer öffentlich-rechtlichen Anstalt nicht mehr ausgehalten? Da wird Kienbaum aber mittelfristig auch nicht einfach für ihn werden...
  6. #85

    Nachdem ich Medienwirtschaft fertig studiert habe und erste Einblicke in die Medienwelt hatte, studiere ich nun Medizin; die Arbeitszeiten sind zwar beschissen, aber man weiß wenigstens wofür das alles.
  7. #86

    optional

    Der Beitrag Nummer 68 trifft es doch mit am Besten. Der ursprüngliche Bericht stellte doch "nur" an Hand eines Beispieles aus der Medienbranche (es hätten auch Architekten, Ärzte oder sonst wer sein können) dar, dass es eben Berufsaussteiger oder -wechsler gibt, die in völlig andere Richtungen gehen. Ein Artikel über Menschen, die zu der Einsicht gekommen sind, dass Besitz nur dann ein solcher ist, wenn man davon nicht besessen ist und wie ein Irrer hinter der Erfüllung von Leasingraten herarbeiten MUSS. Glück kann man nicht kaufen. Der hier scheinbar bei einigen heißbegehrte "Z4" (Beispiel für allen möglichen Luxusunsinn) ist nur einen Tag neu und dann nervt der Verschleiß, der erste Kratzer, der Wertverlust, der ganze Aufwand den "Besitz" zu (er-)halten.
    Beiträge von alten Hasen hier, die seit Jahrzehnten im Job sitzen oder schon die Rente genießen helfen nicht wirklich weiter. Die in den 1950er geboren Freischaffenden sind zu einer Zeit anfang der 1970er ins Berufsleben gestartet, als alles möglich war. Wer studierte konnte sich mit großer Wahrscheinlichkeit zu den späteren "Golfspielern" rechnen. Befristet Arbeitsverträge gab es nicht. Es gab dafür Planungssicherheit, verünftige Arbeitszeiten und freie Zeit zum Lebensgenuss. Und genau diese Generation ist es, die von den Nachrückern heute völlig entrückte Arbeitszeiten, befristete Arbeitsplätze, Zufriedensein mit geringer Bezahlung u.v.m. verlangen. Wer dann aussteigt wie die Beipielskandidaten in dem Ursprungsartikel wird hier auch noch eine Pleite unterstellt, weil man sich dort mit einem 1000er im Monat eingerichtet hat. Anhaltspunkte für eine Pleite wegen der Nähe des Betrages zur Pfändungsfreigrenze finden sich jedoch an keiner Stelle im Artikel. Es scheint hier eher der Neid der vom Besitz besessenen auf diejenigen zu sein, die es geschafft haben sich ein von materiellen Dingen befreiteres Leben eingerichtet zu haben - und dann über hinreichende Mittel zum netten freien Konsum zu haben. Wer nur darauf schielt ein dickeres Auto als der Nachbar, ein höheres Einkommen als der Kollege zu haben, um sich "gut" zu fühlen, der wird in seiner materiellen Verhaftung diese Zeilen wie auch den Ursprungsartikel nicht verstehen und sich weiter im Materiellen verlieren.
  8. #87

    ....

    Zitat von mixolydisch Beitrag anzeigen
    After-Show-Party, Bedeutung:
    nach einem Konzert, einer Show o. Ä. stattfindende Party [für einen ausgewählten Kreis von Eingeladenen] Wikipedia Duden
    Jeder, der ausser Ihnen noch in diesem Thread schreibt, muss nicht erst im Duden oder bei Wikipedia nachsehen, was eine "After-Show-Party" ist. Geschweige denn, er/sie würde hier die Definition mit Copy & Paste reinsetzen.

    Zitat von mixolydisch Beitrag anzeigen
    Endlich mal jemand der das genauso sieht wie ich und zugibt.
    Wie man es nimmt. Wenn man das Nachschauen bei Wikipedia, zwecks Erklärung von "After-Show-Party", schon als "geistiges Arbeiten" empfindet, könnte körperliche Arbeit zum Broterwerb durchaus angemessen sein.
  9. #88

    Zitat von retmar Beitrag anzeigen
    Jeder, der ausser Ihnen noch in diesem Thread schreibt, muss nicht erst im Duden oder bei Wikipedia nachsehen, was eine "After-Show-Party" ist. Geschweige denn, er/sie würde hier die Definition mit Copy & Paste reinsetzen.
    Wie man es nimmt. Wenn man das Nachschauen bei Wikipedia, zwecks Erklärung von "After-Show-Party", schon als "geistiges Arbeiten" empfindet, könnte körperliche Arbeit zum Broterwerb durchaus angemessen sein.
    retmar, können Sie nicht einfach mal den Mund halten? Dieser, Ihr Beitrag, ist so was von überflüssig! Dem ich geantwortet habe, weiß schon wie ich das gemeint haben will, auf keinen Fall despektierlich, oder besserwisserisch - so bin ich nicht drauf. Sie müssen sich also gar nicht einmischen! Oder wollen Sie wie immer, nur stänkern?!
  10. #89

    Bis auf schaufeln

    Meine Erfahrungen mit Leuten aus dieser Branche sind mehr als gemischt. Ein durchgehendes Phänomen scheint mir die Selbstüberschätzung zu sein, kombiniert mit überschaubaren Fähigkeiten. Sie wissen alles besser, sie können alles bis auf schaufeln, sie sind sowieso kultivierter als der Rest der Welt, sie tun immer so cool, immer so flapsig-originell, dass man betreten weggucken muss, es sind urbane Retortenmenschen, natürlich alle younger than ever, sie fressen korsischen Ziegenkäse mit Physalis und spülen mit Selter aus den chilenischen Zentralanden nach, es sind Retuschen ihrer selbst, die Tausendsassas einer bis zum Bersten aufgeblähten Nichtshaftigkeit. Deshalb sollte man die Werbe-, die PR- und die Eventbranche strikt meiden, um nicht hoffnungslos melancholisch zu werden ob dieser Ausformung des Menschengeschlechts. Besser sieht es im Journalismus aus – da trifft man eher auf vernünftige Leute, was an den düsteren Nachrichten liegen mag, so in dem Sinne, dass viele Ärzte rauchen.








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