Glauben Sie mir: ich kenne kaum einen Kulturschaffenden, der nicht lieber ohne Förderung auskäme. Anträge, Wirtschaftspläne, Evaluierungen ... Es gibt schönere Dinge. Bei uns waren es massive Widerstände, gegen die wir ankämpfen mußten. U.a. eine Klage über 12.000 Euro, mit der wir auch allein gelassen wurden. Aber das führt hier zu weit ... FÜR den Jazz zu kämpfen war uns recht. Gegen all die Arrroganz, Ignoranz und Dilletanz zu kämpfen, ist dann schon eine andere Hausnummer.
Wir hatten genau aufgrund der Thematik ein durchaus gutes Projekt "Kröten für Tröten". Aber es hatte eben nicht den Hype wie "Jedem Kind ein Instrument". Und das trifft eben wieder den Punkt: die Alltagskultur - so auch ein eben unspektakulärer Jazzclub des Alltags - hat gegen all die Leuchtturmprojekte immer weniger Chancen. Das ist nicht nur im Jazz so. Es betrifft alle anderen ebenso.
Vor lauter Besonderheiten von Kultureinrichtungen wird bald vergessen, dass es eben auch ganz "normale Räume" braucht, um Kultur zu erleben. (Leerstand hingegen gibtb es genug.) Sei es ein Jazzclub, ein kleines Theater oder ein Programm-Kino. In einigen Jahren wird von all dem nicht viel über bleiben ... "hätte, wäre, könnte" - ist dann zu spät.

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