Würden die Menschen in Deutschland sich anders verhalten? Ich glaube nicht.
SPIEGEL ONLINEShoppen, schlemmen und ein bisschen aufräumen: Ein Reisebus voller Japaner rollt in die Tsunami-Zone, um dort ein Wochenende zu verbringen. Wer mitfährt, will den Überlebenden helfen. Doch Spaß soll der Ausflug auch machen.
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...816040,00.html
Würden die Menschen in Deutschland sich anders verhalten? Ich glaube nicht.
Am letzten Satz "Zumindest ihre eigenen." sieht man, wie ein einziges falsch gesetztes Wort einen ganzen Text verhunzen kann.
Die Leute haben, wenn auch kurz, mitgeholfen etwas aufzuräumen und dafür sogar Geld gezahlt.
Und vor allem: Die Leute haben Geld in die Gegend gebracht, das die Leute aus dem Erdbebengebiet dringend für den Wiederaufbau brauchen.
Wenn es also unbedingt so eines letzten Satzes bedarf, sollte er höchstens heißen:
"Auch ihre eigenen".
Entschuldigen sie bitte meine Kritik, aber während die Menschen in Japan versucht haben tapfer ihr Schicksal zu meistern und Ruhe zu bewahren hat der Spiegel auf der "Anti- Atomkraft- Welle" reitend täglich von der atomaren Wüste und vom Mega Gau geschrieben.
Es gibt auch Menschen in Japan die sich über das Internet über die Lage informieren. Da sind reißerische Schlagzeilen um die Auflage zu steigern schlicht verantwortungslos.
Als dann einige verunsicherte Deutschen dann ausgereist sind haben sie von den "Fly- Jin" geschrieben, die ihrer Meinung nach Kopflos geflüchtet sind.
So eine Berichterstattung ist pervers!
Im Unterschied zu Ihnen habe ich nicht den Eindruck, dass das Wort "falsch" gesetzt wurde, sondern im Sinne dieses zynischen Artikels mit voller Absicht, siehe: "Müll sammeln gegen das schlechte Gewissen", "... macht es wenig, dass jeder Helfer den Müll nach eigenem Gutdünken sortiert hat. Die Geste zählt", "zumindest ihre eigenen":
Nach Meinung des Artikelschreibers sind die "On The Road"-Teilnehmer offenbar Leute, deren "Hilfe" den Opfern nicht hilft, sondern bloß eine "Geste" darstellt, die dazu dient, um "ihre eigenen" Gewissensbisse zu beruhigen. Ich halte diesen Artikel für beleidigend und für eine Herabwürdigung ehrlich gemeinten Helfens. Die Hilfeleistung dieser Leute mag klein sein, aber sie erbringen eine Hilfeleistung: sowohl beim Aufräumen des Unrats als auch beim Verzehr vor Ort und bei den Einkäufen in den lokalen Souvenirläden - das alles hilft den Leuten in dieser Region!
Nicht die aufgesammelte Menge des Muells ist hier wichtig, sondern die Geste, die den zurueckgebiebenen in dieser total verwuesteten Region zeigt, dass sie nicht allein dastehen. Immer wieder fahren auch Busse mit Gruppen dahin, die den Menschen dort eine Mahlzeit zubereiten, die versuchen mit ihnen ueber ihre Sorgen und Probleme zu sprechen, einfach nur damit diese sich nicht so allein gelassen fuehlen.
Wer schreibt, dass die Teilnehmer solcher Fahrten am Ende dieser Tour "um ihr schlechtes Gewissen ... erleichtert die staubigen Handschuhe abstreifen" sich wieder auf den Heimweg machen, hat recht wenig von der japanischen Mentalitaet verstanden. Wie auch?
(Die deutsche Schule in Yokohama, an der auch die Autorin ihr Abi gemacht zu haben scheint, liegt zwar in Japan, ist aber eben doch nur eine deutsche Oase in diesem Land).
so ein geschmackloser artikel.
vielleicht hätte man mal etwas über die positive einstellung, das mitgefühl mit fremden menschen, den professionellen und sachlichen umgang mit katastrophen, konstruktives nach vorne gerichtetes denken oder den starken zusammenhalt der japanischen gesellschaft durchs ganze land und alle schichten schreiben sollen. auch von der seriösen, informativen (statt reißerischen) berichterstattung dort kann man übrigens lernen.
japan hebt sich angenehm von den westlichen gesellschaften ab und scheint mir einfach schon eine stufe weiter in der menschlichen entwicklung.
zum thema befriedigung des eigenen unschuldsbewusstseins könnte sich der autor ja mal mit der deutschen umwelt-, sozial- und außenpolitik beschäftigen
Und da sind sie auch schon wieder - die Strahlungswerte. Und wie hoch sind die - Anfang 2012 - im Seeigel? Der SPIEGEL bleibt uns diese Antwort schuldig - ist wohl nicht wichtig! Wichtig war der Redakteurin deren Erwähnung - so wird jeder Deutsche daran erinnert, daß in Japan ja eine "Atomkatastrophe" stattgefunden hat. Tote durch Strahlung wurden zwar nicht gezählt, aber doch wenigstens gefühlt!
Aber die aus dem Kraftwerk stammenden strahlenden Isotope im Meer sind längst weg - verdünnt in die Unmeßbarkeit. Der Verzehr von Meeresgetier ist absolut harmlos. Wer nicht jeden Tag mit einer Datensammlung ins Bett geht, sei daran erinnert, daß im Ozean über vier Milliarden Tonnen Uran gelöst sind, daneben etwa 66 Milliarden Tonnen radioaktives Kalium-40. Das beim Reaktorunfall freigesetzte Jod-131 dagegen ist wegen seiner kurzen Halbwertzeit längst zerfallen, und die beiden Cäsium-Isotope 134 und 137, die leicht lösliche Salze bilden, sind aus den Organismen, die sie ursprünglich aufgenommen haben mögen, längst wieder ausgeschieden.
Zur Angst vor Strahlung im Seegetier besteht also kein Anlaß: nicht für die Japaner, und für uns erst recht nicht. Agit-Prop trägt zur Fortentwicklung unserer Zivilisation nichts bei.
nun ist die atomare Apokalypse ausgeblieben, versucht man sogar hilfswillige Menschen zu diskreditieren.
Zitat aus dem durchsichtigem Artikel:
"Und auf der Rückfahrt nach Tokio können alle zufrieden einschlummern. Sie haben etwas getan, um die Qualen des 11. März zu lindern. Zumindest ihre eigenen".
Sie haben etwas Hilfe und Anteilnahme gebracht, den tsunamiegeschädigten Menschen gezeigt, dass sie nicht alleine sind.
Kein Tokioter musste seine Qualen lindern, aber viele sind bereit Qualen zu lindern, ohne immer gleich nach dem Staat zu schreien, wie es bei uns zur Regel geworden ist.
Unsere Katastrophenhelfer haben sich ja als erste aus dem Katastrophengebiet verabschiedet.
Das wäre mal eine Untersuchung wert, anstatt hilfsbereiten Menschen
unlautere Motive zu unterstellen.