Forum


 

"Jahrhundertsänger": Dietrich Fischer-Dieskau ist tot

DPASeine Interpretation von Schuberts "Winterreise" gilt bis heute als Standard: Dietrich Fischer-Dieskau war einer der großen klassischen Sänger des 20. Jahrhunderts. Im Alter von 86 Jahren ist der Bariton nun in Bayern gestorben.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...833828,00.html
  1. #1

    Fritz Wunderlich darf nicht hinter Dieskau vergessen werden

    Mich persönlich stört es seit Jahren, dass Dieskau als "DER Schubertsänger" geführt wurde, dies umso verbindlicher, je länger der seinerseits unübertroffene Schubert-Lieder-Sänger Fritz Wunderlich (gest. 1966 mit 35, 1 Woche vor seinem Engagement in Covent Garden)tot war.

    Dieskau betreffend war es möglich, dass ein Rundfunkmoderator einmal thematisierte, ob "Dieskau überhaupt singen könne" - bei Wunderlich wäre niemand auf diese Idee gekommen. Denn bei Wunderlich waren alle Register, inkl. Kopfstimme, sehr ausgewogen. Und seine dargebrachten Gefühle waren "rein" und "authentisch".

    Dieser Beitrag soll keineswegs die Gesangsleistung von Dieskau schmälern - allenfalls diese monopolisierende/hegemonisierende Allokation von Dieskau relativieren, insb. was die Schubert- (Schumann-)Lieder angeht
  2. #2

    An Sylvia

    In gewisser Weise tut es mir leid, dieses Forum anlässlich des Tods von Dieskau mit einem Verweis an Wunderlich zu beginnen (im Beitragsfortlaufe hätte es besser gepasst)

    Ich kann aber zu meinem vorherigen Beitrag auch darauf verweisen, dass sich die Leute selbst einen Eindruck verschaffen. Von Dieskau (und Wunderlich) ist viel auf Youtube zu hören

    Hier ein Beispiel: Das Lied "An Sylvia" von Schubert D891

    1) gesungen vom Bariton Dieskau:
    Schubert D 891 An Silvia - YouTube

    2) gesungen vom Tenor Fritz Wunderlich:
    FRITZ WUNDERLICH--SCHUBERT-An Sylvia (Gesang) op106no4d891 - YouTube
  3. #3

    Thema verfehlt

    Zitat von vincentius Beitrag anzeigen
    Mich persönlich stört es seit Jahren, dass Dieskau als "DER Schubertsänger" geführt wurde, dies umso verbindlicher, je länger der seinerseits unübertroffene Schubert-Lieder-Sänger Fritz Wunderlich (gest. 1966 mit 35, 1 Woche vor seinem Engagement in Covent Garden)tot war.

    Dieskau betreffend war es möglich, dass ein Rundfunkmoderator einmal thematisierte, ob "Dieskau überhaupt singen könne" - bei Wunderlich wäre niemand auf diese Idee gekommen. Denn bei Wunderlich waren alle Register, inkl. Kopfstimme, sehr ausgewogen. Und seine dargebrachten Gefühle waren "rein" und "authentisch".

    Dieser Beitrag soll keineswegs die Gesangsleistung von Dieskau schmälern - allenfalls diese monopolisierende/hegemonisierende Allokation von Dieskau relativieren, insb. was die Schubert- (Schumann-)Lieder angeht
    Dieser Kommentar ist aus Anlaß der Todesnachricht völlig deplaziert. Im übrigen sehr seltsam einen Tenor mit einem Bariton zu vergleichen.
  4. #4

    Zitat von vincentius Beitrag anzeigen
    Mich persönlich stört es seit Jahren, dass Dieskau als "DER Schubertsänger" geführt wurde, dies umso verbindlicher, je länger der seinerseits unübertroffene Schubert-Lieder-Sänger Fritz Wunderlich (gest. 1966 mit 35, 1 Woche vor seinem Engagement in Covent Garden)tot war.

    Dieskau betreffend war es möglich, dass ein Rundfunkmoderator einmal thematisierte, ob "Dieskau überhaupt singen könne" - bei Wunderlich wäre niemand auf diese Idee gekommen. Denn bei Wunderlich waren alle Register, inkl. Kopfstimme, sehr ausgewogen. Und seine dargebrachten Gefühle waren "rein" und "authentisch".

    Dieser Beitrag soll keineswegs die Gesangsleistung von Dieskau schmälern - allenfalls diese monopolisierende/hegemonisierende Allokation von Dieskau relativieren, insb. was die Schubert- (Schumann-)Lieder angeht
    Selbstverständlich ist FiDis Winterreise richtungsweisend gewesen (vor allem die Einspielung mit Jörg Demus am Klavier) und seine erste Dichterliebe ist herzzerreißend.
    Es gab wohl kaum einen Bariton, der so nah an der tiefen Empfindung der Deutschen Romantik war wie FiDi.

    Letztlich ist er der Erbe des großen Hans Hotters gewesen, so wie sein Erbe wohl Matthias Goerne sein wird. (Und das schmälert selbstredend nicht die Leistungen Wunderlichs).
  5. #5

    Tieftraurig in Amerika

    Ich bin Musikbibliothekarin in New Jersey. Ich bin tieftraurig und kann kaum arbeiten. Fischer-Dieskau hat meinen Berufslaufbahn und mein Studium stark beinflusst. Er war die Inspirationsquelle und die Ursache von meiner Liebe an Lied und Oper.
  6. #6

    deplaziert

    die ersten beiden beiträge völlig deplaziert und auch noch falsch:
    fritz wunderlich hätte sein debut an der "met" gehabt
    und nicht in "covent garden".
    *
    ich entsinne mich mit wehmut der premiere von
    "cosi fan tutte" im kleinen festspielhaus in salzburg
    mit prey, schreier, janowitz, fassbaender reri grist.
    dirigent war karl böhm.
    Fischer-Dieskau gab einen köstlichen don alfonso.
  7. #7

    Beiträge Wunderlich

    Auch ich finde die Beiträge über Fritz Wunderlich in Zusammenhang mit dem Tod von DFD völlig daneben und taktlos. BEIDE waren großartige Sänger, jeder auf seine Weise - der eine Tenor, der andere Bariton. Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, wie es in einem Sprichwort heißt ...


TOP



TOP