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Jahrestag des Dresden-Bombardements: In Trauer entzweit
DPAZum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg planen Neonazis einen Aufmarsch. In der Bevölkerung regt sich Widerstand. Doch ein Streit über den Umgang mit der Vergangenheit blockiert ein geschlossenes Vorgehen gegen die Rechtsextremen.
Jahrestag des Dresden-Bombardements: In Trauer entzweit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
- #150 12.02.2012 21:29 von
??
Nun, eine Mode ist dieses nun wahrlich nicht. Sie stellen es so hin, als wäre es "En Vogue", seiner eigenen Toten zwecks "Aufrechnung" zu gedenken. Alleine dass die Menschen endlich anfangen, eines der natürlichsten Rechte in Anspruch zu nehmen, nämlich ihren verstorbenen Angehörigen zu gedenken, läßt diese in Ihren Augen unter Generalverdacht erscheinen und diese mit verächtlichen Bemerkungen wie "wie schrecklich das alles war" zu verhöhnen. Meine Oma gehörte zu diesem Flüchtlingstrack, der aus dem Osten floh. Ansehen zu müssen, wie Flieger wahllos in die Flüchtlingsmenge reinschossen und Menschen zerfetzten (schon mal die Wirkung von großkalibrigen Projektilen auf Menschen gesehen?), ist in der Tat schrecklich. Genauso schrecklich war es, Kinder und andere Menschen im Löschwasser kochen zu sehen. Das ist nämlich eines der Resultate, wenn üppig Bomben auf Städte geworfen werden. Allein der Versuch von Ihnen, gegnerische Opfer gegen die eigenen zu vergleichen, dient nur dazu, das Recht der eigenen Trauer abzusprechen.
- #151 12.02.2012 21:34 von
- #152 12.02.2012 21:53 von
"Ein Schöner Artikel, da werden parallelen zwischen paar von Verfassungsschutz finanzierten Mördern zum Bombardement gezogen. Gespickt mit irgendeiner Oma Geschichte. Ich bin zwar kein Historiker, aber der gesunde Menschenverstand sagt mir das paar Monate vor der offiziellen Kapitulation man besseres zu tun hatte als die Öfen zu heizen. Besonders wie solch eine Befehlskette aussehen sollte, bei der Technik. Ich bin mir sicher das bei einer genauren Analyse noch mehr schmutzige Details ans Tageslicht kommen, zum Märtyrer werden die Opfer dadurch nicht, aber so ein Artikel haben sie nun wirklich nicht verdient."
Das war der Beitrag (Hervorhebungen von mir).
Und der spricht glaube ich für sich.
Man muß schon eine gehörige Portion Ignoranz aufbringen, um Inhalt und Wortwahl nicht als herabsetzend zu empfinden, bzw. nicht zu vermuten, daß hier der Wahrheitsgehalt der Schilderung in Zweifel gezogen wird.
Was einen anscheinend nicht daran hindern muß, mit der Floskel vom "Mord an zehntausenden Zivilisten" auch ein wenig emotional zu argumentieren.
Nicht, daß ich hier jetzt selbst noch zu emotional werde, aber ich kann mir nicht verkneifen auf Beispiele hinzuweisen von Widerstandskämpfern, die voller Angst in Verstecken ausharrten, oder ganz normalen Leuten, die tatsächlich Verfolgte versteckt hielten, wärhrend die Städte bombadiert wurden - also der gleichen "Strafe" ausgesetzt waren wie Mehrheit der gläubigen Nazis, was ja nun wirklich ungerecht war. Und auch diese Leute haben die Tötung von Menschen und Zerstörung von Kulturgütern zutiefst bedauert. Nur komischerweise haben die begriffen, daß das Bombardement der Preis war, den Deutschland anscheinend bezahlen mußte, um Hitler los zu werden. Ein Preis übrigens, den Hitler bestimmt hat mit der Weigerung, rechtzeitig zu kapitulieren und sich seiner Verantwortung zu stellen.
Oder anders gesagt: Unterste Schublade ist vor allem die Larmoyanz, mit der neuerdings ständig der Opferstatus der Deutschen reklamiert wird. - #153 12.02.2012 22:06 von
Verzeihung, aber das ist perfide Rabulistik a la "Junge Freiheit", die dem Ziel dient, alle, die sich gegen rechten Gesinnungsterror und Geschichtsverfälschungen wenden, mit ebendiesen Rechten und Nazis auf eine Stufe zu stellen. Ganz im Sinne der unsäglichen Frau Steinbach, die die NSDAP eine "linke Partei" nannte. Vielleicht verstehen Sie das unter "wirklicher Aufarbeitung der Geschichte"?
Nochmals: Ohne den deutschen Angriffskrieg und Vernichtungsfeldzug wäre es zu keinem Dresden-Bombardement gekommen. Sie können es drehen und wenden, wie Sie möchten, für alle(!) Kriegsgreuel auf allen Seiten ist nur der ursächliche Aggressor verantwortlich zu machen.
Einfacher Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.
Wie Ihre "wirkliche Aufarbeitung der Geschichte" aussieht, kann ich mir lebhaft vorstellen. - #154 12.02.2012 22:29 von
- #155 12.02.2012 22:30 von
- #156 12.02.2012 22:50 von
Na, dann sind Sie ja auf der sicheren Seite. Wenn Ihre Methode, sich an die Argumente der braunen Front anzubiedern, um denen das Wasser abzugraben, nicht klappt, können Sie das ganz kommod denen in die Schuhe schieben, die Ihre Argumentation als das erkennen, was sie ist: Eine verschwurbelte Rechtfertigung für so ziemlich alles.
- #157 12.02.2012 23:09 von
Und das ist kein Großmut???
Wenns das Wort "Großmut" nicht schon gäbe, müßte man es erfinden!
Morgenthau war aber, soweit ich mich entsinne, Amerikaner?
Daß die Engländer etwas kritischer waren, hing womöglich mit der geografischen Nähe zusammen, bzw. dem Blitz - der die Amerikaner ja nun nicht getroffen hatte (was ihnen kurioserweise nicht von den Engländern, sondern, wenn man sich so manche Äußerung ansieht, eher von den Deutschen zum Vorwurf gemacht wird...)
Nun ja, das stimmt. Um den Terminus "aufpäppeln" müssen wir uns jetzt nicht streiten, der ist mir so rausgerutscht angesichts der leuchtenden Augen, die ältere Verwandte noch heute kriegen, wenn sie von der Schokolade reden, die in den Paketen aus Übersee war.
Übrigens haben mich diese "Schokolädchen" immer davon überzeugt, daß es nicht aussschließlich um strategisches Kalkül ging, sondern daß auch ein bißchen Herz beteiligt war - vom legendären "Onkel Wackelflügel" der Luftbrücke und seinen an selbst gebastelten "Fallschirmchen" aus Taschentüchern befestigten Süßigkeiten für die Berliner Kinder mal ganz abgesehen. - #158 12.02.2012 23:19 von
Kann es sein, daß Sie zu subtiler Übertreibung neigen?
Die Zerstörung Dresdens mag barbarisch gewesen sein, und die Rekonstruktion der kulturellen Substanz mit einem gewissen Aufwand verbunden - nichtsdestotrotz ist sie inzwischen gelungen. Und daß das erst jetzt gelungen ist, lag wohl eher nicht an der Zerstrung im Krieg sondern am Desinteresse der DDR-Behörden 40 Jahre lang.
Von einer "Zurückbombung in die Steinzeit" konnte allerdings nie die Rede sein.
Und daß Dresden zu der Zeit millitärisch nicht ganz so unbedeutend war, ging aus dem Artikel doch deutlich hervor, nicht? - #159 12.02.2012 23:31 von
Es macht mich traurig
wie hier einige über die Opfer in Dresden schreiben. Sie haben da sicher Recht. Als die Bomberverbände auf Dresden zuflogen, wurde im Radio gemeldet, dass diese auf Dessau zufliegen. Dort gab es das Flugzeugwerk Junkers. Es wurde also bewußt abgelenkt. Erst kurz vor Dessau wurde dann auf Dresden gedreht. Das weiß ich von jemand, der es damals selbt im Radio hörte.
Es ist gar kein Zweifel, dass die Nationalsozialisten ein schreckliches Regime führten. Und es ist verständlich, dass diese jüdische Frau froh war, als sie entrinnen konnte.
Aber es ist absolut unmenschlich, die Opfer am Ende noch als Täter darzustellen. Dresden war mit Flüchtlingen überfüllt. Es gab keine Kriegsindustrie. In der Tat war dieser Bombenterror durch nichts zu rechtfertigen. Oder haben die Bomber nur die überzeugten Nazis getötet. Nein, auch Kinder. Für mich ist es einfach nur eine schreckliche Tat.
Die Carepakete wurden übrigens meistens von Kirchengemeinden in den USA und anderen sozialen Verbänden geschickt.
Das kann man ja nun nicht aufrechnen.
Ich finde es traurig, dass ausgerechnet nur die Nazis da ihren Gedenktag feiern wollen.
Und den andern nichts einfällt, als gegen die Nazis zu demonstrieren. Ich würde sagen: laßt sie, beachtet sie gar nicht. Kein vernünftiger Menschen wird deswegen zu ihnen überlaufen.
Statt einer Gegendemo gegen die Nazis, sollte man sich zusammenschließen und in Würde der Opfer gedenken. Das haben diese verdient. Ein gutes Zeichen finde ich übrigens das Coventrykreuz in der Frauenkirche.
Eine solche Gedankversammlung sollte ja nicht Anklage sein, aber ein zeichen gegen solche schreckliche Kriegsführung. Gedenken und ermahnen: das wäre gut.
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