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Jagd auf Rebellenchef : Aktivisten starten Kampagne gegen den Schlächter von Uganda

APSeit mehr als 20 Jahren leben die Menschen in Zentralafrika in Angst vor Joseph Kony. Der Rebell ließ Tausende Kinder für seine "Widerstandsarmee des Herrn" entführen, er ließ morden, verstümmeln, vergewaltigen - und entkam immer. Nun macht eine US-Aktivistengruppe mit einer Web-Kampagne mobil.

Jagd auf Rebellenchef Kony: Aktivisten starten Kampagne gegen den Schlächter von Uganda - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
  1. #70

    Zitat von pane_et_circenses Beitrag anzeigen
    (...)n zu gewinnen.

    Joseph Kony ist nie das Problem gewesen. Er ist ein Produkt seiner Umgebung.
    Joseph Kony ist vielleicht nicht Ihr Problem gewesen - aber die Menschen, die unter ihm bis zum heutigen Tag zu leiden haben sehen das möglicherweise etwas anders.
  2. #71

    Zitat von plin Beitrag anzeigen
    (...)Die gesamte Masche ist ganz großartiges Kino, wovon sich noch so einige Marketingexperten eine Scheibe abschneiden können. Die Filmemacher haben sich auf jeden Fall gesund gestoßen und spielen ab heute, so denke ich, im Millionärs Club mit. Die gesamte Inszenierung ist so pathtisch, kitschig und emotional aufreißend, dass es mir schwerfiel nicht zu schmunzeln als ich das gesehen habe.
    Es hindert Sie natürlich niemand, angesichts der Kindersoldaten zu schmunzeln, die Kony in den Jahrzehnten seiner SChreckensherrschaft rekrutiert hat. Um Sie so richtig zum Schmunzeln zu bringen empfehle ich Ihnen, sich mal die entsprechenden Berichte auf BBC anzusehen. In Zeiten des Internets ist das ganz problemlos möglich, und wenn man sich erstmal entschlossen hat, die eigenen Denkkonserven mal aufs Haltbarkeitsdatum zu überprüfen, könnte einem das Schmunzeln dabei veilleicht vergehen.

    Zitat von plin Beitrag anzeigen
    (...)Die moralische Beurteilung der Sache spare ich mir an dieser Stelle, aber der bittere Beigeschmack Menschen für ihr Mitgefühl abzukassieren steht für sich alleine. Ganz ehrlich, da sind mir die Leute lieber die aus ihrem Gewinnstreben kein Hehl machen und das Kind beim Namen nennen.
    Mir ist an Stelle eines selbsterklärten Moralisten - besonders wenn er sich erkärtermaßen jeden Kommentar "erspart" und damit leider schon immer dem Verdacht ausgesetzt hat, außer der eigenen Verlogenheit nix zum Thema beitragen zu können - auch jeder ehrliche Zyniker lieber.
    Auch wenn Sie das möglicherweise ähnlich formuliert aber etwas anders, um nicht zu sagen ausgesprochen selbstrefentierell (nicht)vestanden haben.
  3. #72

    Zitat von julietta86 Beitrag anzeigen
    Es könnte endlich der Anfang sein mehr über die Probleme Afrikas zu sprechen!!!
    Three exclamation marks, ... aber: JA, das könnte endlich "der Anfang" sein. Ich schreibe "der Anfang" absichtlich in Anführungsstrichen, denn tatsächlich hat es das schon längst gegeben, dass über die Probleme Afrikas gesprochen wurde. Während meiner Schulzeit in den Achtzigern kam kaum eine Stunde Erdkundeunterricht ohne Betrachtung dieser Probleme aus, und an jeder Ecke sprangen einen die "Weltläden" und Ähnliches nur so an -- die Probleme Afrikas waren in aller Munde, und zwar häufig sogar buchstäblich.

    Milliarden an Entwicklungshilfe sind nach Afrika geflossen, nur genutzt hat es leider nicht viel. Wenn das Geld -- leider war das eher die Ausnahme -- wirklich mal bei den Menschen ankam, hat es die Probleme leider sehr selten gelöst, sondern sie meistens nur kurzfristig abgemildert und auf längere Sicht verschleppt, oder, noch schlimmer: lokale Produzenten und Märkte zerstört, Abhängigkeit perpetuiert und Eigeninitiative verhindert.

    Regelmäßig sind die Gelder aus der Entwicklungshilfe aber in den Taschen der lokalen, regionalen und nationalen Machthaber verschwunden. Diese kamen durch die Entwicklungshilfe an immer mehr Geld und waren damit gar nicht mehr darauf angewiesen, eine lokale Wirtschaft zu fördern, die aus ihrer Sicht eine Machtkonkurrenz hätte darstellen können.

    Afrika hat viele Probleme, und die kleinsten davon sind ökonomischer Natur. Damit ein Land -- oder ein Kontinent -- sich entwickeln kann, bedarf es zunächst einmal elementarer Voraussetzungen: Frieden, Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, zunächst mal.

    Ökonomisch betrachtet, ist Afrika sehr lukrativ. In vielen afrikanischen Ländern könnten unter entsprechenden Bedingungen jahre-, sogar möglicherweise jahrzehntelang Wachstumsraten größer zehn Prozent erzielt werden -- schon alleine deswegen, weil das Wohlstands- und Entwicklungsniveau so niedrig ist. Aber würden Sie Ihre Altersvorsorge einem Unternehmen in Simbabwe oder Elfenbeinküste anvertrauen?

    Und diese beiden sind nur zwei besonders prägnante Beispiele, quasi die Spitze des Eisbergs. Afrikas Kernproblem ist nicht zu viel, sondern viel zu wenig Kapitalismus. Der benötigt nämlich mindestens die oben erwähnten Voraussetzungen: Frieden, Sicherheit, und Rechtsstaat, und alleine damit wäre, ich würde fast sagen: den meisten Menschen in Afrika bereits prima geholfen. Tipp: hören Sie sich doch einfach mal an, was die afrikanischen Ökonomen dazu sagen.

    Zitat von julietta86 Beitrag anzeigen
    Afrika hat viele Probleme und natürlich ist die Welt nicht besser wenn Kony gefasst wird.
    Dem widerspreche ich vehement. Die Welt ist ohne diesen Herrn und seine Truppen eine bedeutend bessere.
  4. #73

    Zitat von cevra Beitrag anzeigen
    Sie wissen aber schon, dass das aufrüsten dieser mit macht, geld und waffen teil der ausbeutung ist?
    Ja. Natürlich. Deswegen kritisiere ich das ja. Meine Güte.

    Zitat von cevra Beitrag anzeigen
    und weshalb macht das die regierung? um die konsummärkte im westen zu bedienen? oder nur, weil sie grad nichts anderes zu tun haben?
    Sagen Sie doch mal. Vielleicht ist es ja derzeit wirklich das Beste für China, Konsummärkte im Westen zu bedienen und dabei die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln?

    Zitat von cevra Beitrag anzeigen
    natürlich, wenn man nicht sofort spendet ist man ganz böse.
    Das unterstellen Sie. Ich habe so etwas weder gesagt noch gedacht. Mir geht es ja nicht um diese Aktion. Spenden Sie dort oder bei einer Ihnen genehmen Organisation, das ist mir völlig egal, oder spenden Sie einfach gar nichts, wenn Sie nicht möchten. Aber ich begrüße es, dass sich seit Jahren endlich wieder jemand für Afrika interessiert. Und vielleicht kann man unseren Mitbürgern sogar klarmachen, dass Afrika nicht ausbezahlt oder alimentiert, sondern wirtschaftlich entwickelt werden muss.
  5. #74

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Ja. Natürlich. Deswegen kritisiere ich das ja. Meine Güte.
    eben noch waren die schäden der ausbeutung längst beglichen, jetzt räumen Sie ein, dass die ausbeutung doch fortschreitet ... legen Sie sich mal fest.

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Sagen Sie doch mal. Vielleicht ist es ja derzeit wirklich das Beste für China, Konsummärkte im Westen zu bedienen und dabei die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln?
    sicher, ausbeutung ist das beste, was china passieren kann. man muss eben ein teil seiner bevölkerung (oder des landes) für den fortschritt opfern können.
    und später, wenn sich daraus ein bürgerkrieg ergibt, gründet man aktivistengruppen gegen die bösen männer auf beiden seiten.

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Das unterstellen Sie. Ich habe so etwas weder gesagt noch gedacht. Mir geht es ja nicht um diese Aktion. Spenden Sie dort oder bei einer Ihnen genehmen Organisation, das ist mir völlig egal, oder spenden Sie einfach gar nichts, wenn Sie nicht möchten.
    eigentlich geht es hier nur um diese aktion. haben Sie zumindest den titel des artikels gelesen?

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Aber ich begrüße es, dass sich seit Jahren endlich wieder jemand für Afrika interessiert. Und vielleicht kann man unseren Mitbürgern sogar klarmachen, dass Afrika nicht ausbezahlt oder alimentiert, sondern wirtschaftlich entwickelt werden muss.
    achso, es hat sich also zuletzt keiner für afrika interessiert? Sie sollten nicht von sich auf andere schliessen.
    aber sonst haben Sie recht, wäre es nicht besser, statt dieser dämlichen kampagne gegen kony und für die taschen einiger hipster geld für vernünftige anliegen zu sammeln?
  6. #75

    Zitat von cevra Beitrag anzeigen
    eben noch waren die schäden der ausbeutung längst beglichen, jetzt räumen Sie ein, dass die ausbeutung doch fortschreitet ... legen Sie sich mal fest.
    Entwicklungshilfe ist keine Ausbeutung, nur besser gemeint als gemacht. Wenn Sie die Komplexität der Thematik überfordert und Sie nicht aus einfachen, schwarz-weißen Kategorien herauskommen, in denen "der Westen" immer nur der böse "Ausbeuter" ist, dann tut mir das zwar leid, aber es ist wirklich nicht mein Problem.

    Zitat von cevra Beitrag anzeigen
    aber sonst haben Sie recht, wäre es nicht besser, statt dieser dämlichen kampagne gegen kony und für die taschen einiger hipster geld für vernünftige anliegen zu sammeln?
    Sie haben sich erkennbar enorme Mühe gegeben, mich: gezielt falsch zu verstehen, zu provozieren und anzupöbeln. An einer Sachdiskussion sind Sie entweder nicht interessiert, oder nicht dazu fähig. Guten Tag.
  7. #76

    Zitat von Atheist_Crusader Beitrag anzeigen
    Jaaa, die Leute daran erinnern, was ihr Lebensstil anderswo an Fallout hinterlässt. Wir bestimmt sehr beliebt. Gleich nach dem "what your garbage kills"-Rechner, der einem aus Gewicht und Zusammensetzung des Hausmülls vorrechnet, dass man diese Woche 4,37 Baby-Robben umgebracht hat.

    Afrika muss lernen, seine Probleme selbst zu lösen. Das beste was wir tun können ist, aufzuhören ihnen noch mehr zu machen. Dann haben sie auch genug Zeit und Muße, sich um ihre hausgemachten Probleme zu kümmern.
    Genau vielleicht sollte sie mal jemand daran erinnern dass wir in einer wirtschaftlich globalisierten Welt leben, und dass Konsumverhalten im Westen auswirkungen auf den Süden hat. Die Länder sind abgesehen davon von Krediten der World Bank und des IMF abhängig die sie jedoch nur nach einem structural adjustment bekommen, marktwirtschaftliche Reformen geprägt vom Neoloberalismus die schwache Staaten nicht gerade die Kraft gibt sich selbst zu helfen...sie stellen sich das wohl sehr einfach vor...
  8. #77

    Afrikas Kernproblem ist nicht zu viel, sondern viel zu wenig Kapitalismus. Der benötigt nämlich mindestens die oben erwähnten Voraussetzungen: Frieden, Sicherheit, und Rechtsstaat, und alleine damit wäre, ich würde fast sagen: den meisten Menschen in Afrika bereits prima geholfen. Tipp: hören Sie sich doch einfach mal an, was die afrikanischen Ökonomen dazu sagen.

    Mh ich sehe eine der Hauptprobleme eher in den internationalen Istitutionen, die nicht gerade fair sondern oft nur für den Gunsten des Westens operieren...damit meine ich die World Bank, die zum Beispiel Garanzien an Multinationals für "land-grabbing" gibt, was eher eine Form von Neokolonialismus ist als ein Antrieb der Entwicklung des LAndes. Und dann die structural adjustments die durchgeführt werden müssen um an Kredite zu bekommen (ich lese gerade das Buch von Stiglitz..)...Die WTO die eine lieberalisierte Weltwirtschaft anstrebt, wobei schwache Staaten in vielen hinsichten nicht konkurrenzfähig sein können, besonders wenn die Großmächte Agrarprodukte subventionieren um nicht über den TRIPS zu reden der viele Leben zum Profit der Farmaindustrie kostet...Auch wenn viel Geld in diese Länder geflossen ist dann wurde auf der anderen Seite eine globale Markt geschaffen dessen Regeln nicht vorteilhaft für die Schwachen Länder ist (und damit meine ich nicht die Schwellenländer...sondern die "vierte Welt Länder"). Auf der anderen Seite sind die Gelder oft in unnütze Projekte geflossen - dazu ist es interessant was viele Antropologen schreiben..Ich bin auch der Meinung das Frieden, Sicherheit und REchtsstaat das wichtigste ist bevor man überhaupt an eine wirtschaftliches Wachtum denken kann und dafür ist es wesentlich dass Rebellenfürhrer wie Kony geschnappt und verurteilt werden!!!
  9. #78

    @F.X.Fischer

    Ihr Kommentar verdeutlicht viel mehr, dass Afrika mit den "Nachwehen der Kolonialzeit" zu kämpfen hat. Alles, was Sie von Afrika zu berichten wissen, betrifft Hexerei, Polygamie, Korruption und Gewalt. Bei der immernoch oft einseitigen Bericherstattung über Afrika kann man es Ihnen eigentlich nicht verdenken.

    Aber wenn afrikanische Staatsgrenzen oft nur auf dem Papier bestehen, wie Sie behaupten, ist dies eher ein Argument dafür, wie willkürlich die Grenzen gezogen wurden.

    Auch die Behauptung:
    Zitat von F.X.Fischer Beitrag anzeigen
    ... in kaum einen Land gibt es keine Rebellenorganisation, die nicht weite Teile des Landes beherrschen...
    ist schlichtweg falsch. Gegenbeispiele: Ghana, Südafrika, Kamerun, Burkina Faso, Benin, Namibia.

    Zu 3) Hexenglauben: Ja, in weiten Teilen Afrikas glauben die Menschen an übernatürliche Kräfte und auch an Hexen. Wenn die Menschen die Möglichkeit haben gehen Sie aber auch zu einem Schulmediziner. Wenn der nicht hilft oder einfach um sicher zu gehen, nehmen viele auch Dienste von Medizinmännern in Anspruch. Von den Hexenmorden in Tansania auf ganz Afrika zu schließen, halte ich für ziemlich unverschämt.

    Zu 4) Industrialisierung: Was das Anbetrifft kann ich kein wirkliches Interesse der sogenannten "westlichen" Nationen erkennen, ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern. Wie soll eine afrikanische Nation mit der spärlichen Entwicklungshilfe die eigene Indusrialisierung vorantreiben, während der heimische Markt mit Fertigprodukten aus Europa, den USA und China überflutet wird? Gleichzeitig sind die Regierungen dazu genötigt den Industrienationen die Ausfuhr von Rohstoffen zu erlauben, während europäische Schleppnetze vor den afrikanischen Küsten die Meere leer fischen. Dass einige MNU bei ihren Geschäften in Afrika auch schwere Verluste hinnehmen müssen, lässt meine Augen angesichts dessen trocken.

    Afrika hat die Folgen der Kolonisation leider noch lange nicht überwunden. Viel schlimmer noch, ist der Neokolonialsimus voll im Gange. Der besteht übrigens nicht nur in der wirtschaftlichen Ausbeutung des Kontinents. Sondern ebenso in der einseitigen Berichterstattung über Bürgerkriege, Korruption, Aberglaube usw. Es hat manchmal den Anschein als müsse Afrika als negatives Gegenbild zu einer "modernen" Welt herhalten, damit deren Bewohner sich zivilisiert fühlen und mildtätig zeigen können.

    Zwei Dinge noch: Darfur liegt nicht in Westafrika! Und ich glaube kaum, dass Sie ein Experte für die vorkoloniale Geschichte Afrikas sind. Die Zustände heute sind mit denen damals nämlich kaum zu vergleichen – erst recht nicht für den gesamten Koninent.
  10. #79

    Zitat von julietta86 Beitrag anzeigen
    (...) (ich lese gerade das Buch von Stiglitz..)...(...)
    Vermutlich ist genau das das Problem. Ich weiß ja: Stiglitz sagt, was viele gerne hören möchten. Sicherlich ist das der Grund, warum er immer noch gehört und gelesen wird, obwohl er in den letzten zwanzig Jahren mit fast jeder seiner Voraussagen daneben gelegen hat. Dieses Problem teilt er mit vielen anderen Ökonomen, die wie er eine ganz eigene politische Agenda verfolgen. Probieren Sie es doch bitte mit einem seriösen Ökonomen -- insbesondere seien hier afrikanische Ökonomen genannt, die die Probleme vor Ort aus eigener Anschauung kennen.








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