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Was ist Heimat?: Wo man mich versteht

ddpSein, wer man sein will, Gleichgesinnte finden, sich am richtigen Platz fühlen: Das kann man überall auf der Welt. In Berlin, in der bayerischen Provinz oder auch in Buenos Aires. Denn Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...826008,00.html
  1. #30

    meinung

    Zitat von kaka12 Beitrag anzeigen
    Interessantes Thema! Dem Begriff eine allgemeingültige Bedeutung abgewinnen zu wollen, halte ich für schwierig. Es gibt aber ganz sicher ein gemeinsames Level, dem sich jeder wird anschließen können. So etwas wie Geborgenheit, Akzeptanz, Wertschätzung. Neulich habe ich ein sehr gutes Buch zu dem Thema gelesen: "So you are free ... Zuhause ankommen". Die Autorin befasst sich intensiv mit dem Thema und zeigt in Interviews die Sicht verschiedener Ausgewanderter und was diese als Heimat für sich definieren würden. Ich finde durch Lesen solcher Bücher kommt man dem Begriff immer noch am nächsten.
    Ich war in DE geboren, es war meine Geburtsheimat.
    Ich hatte mit dieser Wahl nichts zu tun. Meine Eltern entschieden das.

    Meine Wahlheimat ist Australien. Nach einigen Jahren Aufenthalt habe
    ich mich dafuer entschieden. Ich habe darueber nachgedacht und das
    positive and negative eingeschaetzt und dann meine Entscheidung
    getroffen.

    Ich wohne in Sydney und habe mich dort immer wohl gefuehlt.

    Ich habe viele Laender auf allen Erdteilen besucht aber ich war immer
    froh wenn ich wieder zu Hause ankam.

    In 44 Jahren habe ich DE dreimal besucht . Ich habe dort noch
    Freunde und einige Familienmitglieder.

    Ich erinnerte mich noch an vieles und war auch in Orten wo ich
    frueher wohnte.

    Mein Gefuehl war das ist deine Vergangenheit. Wo ich jetzt lebe ist dieGegenwart und die Zukunft.

    Heimat ist fuer mich wo ich mich wohl fuehle und zufrieden bin.

    Meine Wahl.
  2. #31

    Heimat - ist dort

    wo man geliebt wird.
  3. #32

    Zitat von donnerfalke Beitrag anzeigen
    Je älter man wird desto bewußter wird es einem: das ist unter anderem der Grund warum viele Auswanderer im hohen Alter zurückkehren.
    Dabei darf nicht vergessen werden : Viele würden auch gerne in jüngeren Jahren zurückziehen bzw. gar nicht erst weggehen, aber die Arbeitsplatzsituation in manchen Ecken der Republik läßt oftmals leider nichts anderes zu.
  4. #33

    Ihre Meinung?

    Da hat das Zeilengeld geklappert.
  5. #34

    Und es ist doch ein Gefühl!

    Zitat von kleinzack Beitrag anzeigen
    Olfaktorische Sinneseindrücke (z.B. der Duft von Mama Ginas Gemüsesuppe) eignet sich nicht für die Heranbildung bzw. den Abruf von Heimatgefühlen. Das hat die Heimatforschung herausgefunden. Gleiches gilt auch für andere Sinneseindrücke, auch wenn sie in der Gefühlswelt eines Menschen traumatischen Ausmaßes sein mögen (z.B. der erswte Kuss, Koitus, o. ä.) Auch das Verstehen der Menschen untereinander ist ziemlich irrelevant.
    Den "Forschern" muss ich leider widersprechen. Ich weiß nicht, auf welche Weise sie zu ihrem Ergebnis gelangt sind, ich weiß nur, dass ich eine Verbindung zu Heimat auf die von mir beschriebene Art "fühle". Das hat nichts mit einer traumatischen Erfahrung o.ä. zu tun.

    Den BEGRIFF "Heimat" gibt es nicht in allen Ländern der Welt, aber das "Gefühl" gibt es! Ist doch egal, wie man es nennt. Zumindest in den Ländern (Frankreich, Italien, Kroatien) in denen ich mehr als nur Urlaub machte, durfte ich das beobachten und erfahren.

    Wenn man mit Menschen redet, die - wenn überhaupt - von Heimat sprechen, wenn sie über ihre Kindheit in einem verloren gegangenen Land (z.B. Ostpreußen) reden, dann klingt da mehr die Trauer um Erlebtes, um sich "aufgehoben" fühlen u.ä. als um eine Stadt oder ein Haus heraus.

    Ich behaupte nicht, ich könne den Begriff Heimat zweifelsfrei beschreiben. Aber es ist dennoch mehr als ein Ort an dem man irgendwann begraben sein möchte.
  6. #35

    Heimat ist wie Vishnu, es gibt sie in vielen Manifestationen ...

    [QUOTE=Heitgitsche;9976326]
    Zitat von kira1615 Beitrag anzeigen
    Heimat ist vertraute Erde unter den Füßen. Die Verbindung zu den Ahnen, Kultur, Geschichte,Dialekt, Familienbeziehungen, lebenslängliche Freunde, das Essen, die Häuser und vorallem die unzerstörbare Natur
    Wäre es nicht so, hätten nicht viele jüdische Exilanten in Amerika Selbstmord begangen, wären Vertriebene so glücklich wie Bauern im bayrischen Oberland.
    Ist Heimat ein Gattungsbegriff wie Schnee, von dem es keine Pluralform gibt? – Oder gibt es Heimaten?

    Im Deutschen sagt man, Heimat ist, wo man daheim ist. Die pragmatischen Engländer sagen, home is, where the washing machine is. Also wo man derangierte Dinge wieder ins Lot bringen kann. Auch sich selber.

    Heimat ist also ein virtueller Ort der Sicherheit, oft in der Kindheit und im Jugendalter auf bestimmte Erscheinungsformen manifestiert.
    Vielleicht hilft auch die hinduistische Betrachtungsweise: Heimat ist wie der Gott Vishnu, der sich in vielen Avatar-Formen (= ursprüngliche Wortbedeutung) manifestieren kann.

    Mit Heimat geht man pfleglich um, wie mit eigenem Besitz, man nutzt sie nachhaltig – weil man sie immer für die eigene Balance braucht. Erst im Zeitalter der Industrienomaden, wo Nutzungsreche mehr zählen als Besitzrechte, ist sie mit Hilfe unkritischer Medien in Verruf geraten. Denn mit der Heimat ist es wie mit der Gesundheit: man weiß erst, was man an ihr hatte, wenn man sie verloren hat.

    Deshalb hat „heimatlos“ sehr viel mit der Gestalt des Gordon Gekko im Film Wallstreet zu tun: wer keine Heimat hat, muss den Mangel mit der Gier der Nutzungsrechte betäuben. Es gibt keine Heimaten, nur eine. Für jeden persönlich.
  7. #36

    Zitat von thunderhand Beitrag anzeigen
    ist da, wo man am Lagerfeuer ein Buch lesen,Pilze sammeln und Wildnis erleben kann, dort, wo man nicht täglich Menschen begegnet-in Schweden, ganz weit abseits gibt es das- ein Gefühl von Ruhe und ein Zelt oder Wohnmobil auf Wegen, die in keiner Karte stehen, und das, wenn die Sonne nicht untergeht und die Zeit stehenbleibt. Das nenne ich Heimat.
    Ja, auch das ist ein "Gefühl" wie ich es kenne. Das kann sogar in einem Waldstück abseits der üblichen Wanderwege im Schwarzwald entstehen.
  8. #37

    +1

    Zitat von amarildo Beitrag anzeigen
    In 44 Jahren habe ich DE dreimal besucht . Ich habe dort noch
    Freunde und einige Familienmitglieder.

    Ich erinnerte mich noch an vieles und war auch in Orten wo ich
    frueher wohnte.

    Mein Gefuehl war das ist deine Vergangenheit. Wo ich jetzt lebe ist die Gegenwart und die Zukunft.

    Heimat ist fuer mich wo ich mich wohl fuehle und zufrieden bin.

    Meine Wahl.
    Dieses Statement unterschreibe ich sofort.

    Herzlichen Gruss an die "West Island" aus Auckland. ;-)
  9. #38

    Schleswig-Holstein

    Heimat ist für mich, wenn ich über die A7 nördlich von Hamburg das Schild "Schleswig-Holstein" sehe und hineinfahre in mein Glück. Endlich zu Hause! Egal wo im "Land zwischen den Meeren"; ich fühle mich überall zuhause. Ich verstehe Leute und Sprache besser als anderswo.


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