Israels Opposition zum Nahost-Konflikt: "Netanjahu will keinen Frieden"

Der Friedensprozess in Nahost stockt, mal wieder. Doch die Zeit drängt, meint*der israelische Oppositionelle Schaul*Mofas. Im Interview schlägt er ein Abkommen vor, bei dem die Palästinenser sofort einen Staat ausrufen könnten, die Siedlungen würden später aufgelöst.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...770477,00.html
  1. #1

    Der Mann hat Recht

    Allerdings berührt er die beiden Hauptprobleme nicht (gut: das ist ja seine These, dass man über die Hauptprobleme erst am Ende redet)
    Beide Seiten müssen "Scheiße fressen":
    die Palästinenser müssen akzeptieren, dass es kein Rückkehrrecht für die Flüchtlinge gibt (das würde übrigens nicht nur Israel zerstören, sondenr auch Palästina!).

    Und die Israelis müssen erkennen, dass sie den Palästinensern Ostjerusalem als Hauptstadt geben müssen (ohne die Western Wall).
    Bisher haben die Israelis gegelaubt, die Zeit spiele für sie, aber durch die arabischen Umstürze dreht sich das.
  2. #2

    war lange fällig

    Endlich mal ein Artikel, in dem ungeschminkt die Wahrheit gesagt wird.
  3. #3

    die zeit spielt nicht mehr fuer israel ...........

    Zitat von maximilianeberl Beitrag anzeigen
    Bisher haben die Israelis gegelaubt, die Zeit spiele für sie, aber durch die arabischen Umstürze dreht sich das.
    im gegenteil. langfristig koennen die israelies diesen "krieg" nicht gewinnen. israel hat ein anrecht auf die grenzen von 1967, nicht mehr aber auch nicht weniger.
  4. #4

    Friedenspflicht

    Bevor ein eventueller Palistinänser-Staat in die UNO aufgenommen werden könnte, müsste er sich erst mal an die Vorbedigung für alle neuen Staaten halten, den der Friedenpflicht - sprich der Anerkennung des israelischen Staates. So lange er das nicht tut, kann er nicht in die UNO aufgenommen werden.
  5. #5

    Demokratie

    Zitat von maximilianeberl Beitrag anzeigen
    die Palästinenser müssen akzeptieren, dass es kein Rückkehrrecht für die Flüchtlinge gibt (das würde übrigens nicht nur Israel zerstören, sondenr auch Palästina!).
    Wie wollen Sie eine Demokratie aufbauen, wenn schon beim Start undemokratische Regeln herrschen?
  6. #6

    beide seiten

    Zitat von FMK Beitrag anzeigen
    Bevor ein eventueller Palistinänser-Staat in die UNO aufgenommen werden könnte, müsste er sich erst mal an die Vorbedigung für alle neuen Staaten halten, den der Friedenpflicht - sprich der Anerkennung des israelischen Staates. So lange er das nicht tut, kann er nicht in die UNO aufgenommen werden.
    Die besagte Pflicht sowie anerkennung der UN-Menschenrechts Charta gild fuer beide Seiten!
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Friedensprozess in Nahost stockt, mal wieder. Doch die Zeit drängt, meint*der israelische Oppositionelle Schaul*Mofas. Im Interview schlägt er ein Abkommen vor, bei dem die Palästinenser sofort einen Staat ausrufen könnten, die Siedlungen würden später aufgelöst.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...770477,00.html
    Bemerkenswert, der Satz
    Netanjahu tut das, um dem Friedensprozess Hindernisse in den Weg zu legen. Er will keinen Frieden.
    Nicht dass das neu wäre, und dass das nicht jeder wüsste, aber neu ist, dass so ein Satz in der deutschen Presse erscheint.
    Habe selten eine so ehrliche Analyse der Sachlage gelesen. Natürlich ist das von Mofas vorgeschlagen Vorgehen nicht völlig ausgereift, aber gerade durch Bedenken bzgl. diverser Einzeproblemen wird der Friedensprozess ja ständig absichtlich ausgebremst. Deswegen sollte man sich endlich auf eine grobe Skizze für einen Friedensprozess einigen, und dann systematisch die Einzelprobleme lösen. Daher ist der Vorschlag vor allem kostruktiv, jedenfalls konstruktiver als alles, was bisher von Netanjahu kam.

    Einfach wird dass freilich nicht werden. Ost-Jerusalem ist sicherlich ein sehr schwerwiegendes Problem. Die Palästinenser sollten meiner Ansicht nach auch hier einen Teil zurückerhalten, und beide Seiten sollten freien Zugang zu Jerusalem, und vor allem zu den heilige Stätten garantieren. Problematisch würde auch sein, dass die Palästinenser radikale Elemente in ihren Reihen haben, die die Palästinenser gar nicht kontrollieren können. Die werden auch weiterhin mit Raketen schießen, Steinen werfen usw. Erst eine einigermaßen gefestigte palästinensische Regierung könnte sich darum kümmern. Es würde keinen Sinn machen, in dieser Hinsicht 'Waffenruhe' als Vorbedingung zu stellen.

    Der springende Punkt aber, so scheint mir ist nicht der, dass Netanjahu keinen Frieden will. Der ist nämlich nur Opportunist, und hält sich nur wegen seines sturen Verhaltens an der Macht. Es sind kleine, aber vor allem einflussreiche Teile der Bevölkerung Israels, die eigentlich keinen Frieden wollen (bei den Palästinenser umgekehrt genauso). Die müsste man erst ins politische Abseits drängen. Dass jemand wie Avigdor Lieberman in der Politik geduldet wird oder geduldet werden muss, spiegelt dieses Problem wider.
  8. #8

    ...

    Zitat von plleus Beitrag anzeigen
    Wie wollen Sie eine Demokratie aufbauen, wenn schon beim Start undemokratische Regeln herrschen?
    welchen Start meinen Sie - den der Israelis 1948 - oder den der Palästinenser?
  9. #9

    .

    Zitat von SPON-Artikel
    Israels Opposition zum Nahost-Konflikt:
    "Netanjahu will keinen Frieden"
    Bin ich froh, dass die Opposition das sagt und ich mich für dieselben Worte nicht als Antisemit beschimpfen lassen muss.

    Wann werden wir lernen, Unrecht als Unrecht zu benennen, ohne diese Brille, die soviel Unrecht und Ungerechtigkeit auf der Welt begründet hat. Wann werden unsere Regierenden die nötigen Konsequenzen ziehen und entsprechenden Druck auf Israel ausüben?