Israel-Debatte: "Je schuldiger die Juden, desto unschuldiger die Deutschen"

Darf man als Deutscher Israel kritisieren? Und ab wann ist solche Kritik antisemitisch? Die SPIEGEL-Reporter Erich Follath und Henryk M. Broder haben sich per E-Mail-Wechsel eines heiklen deutschen Themas angenommen - als Freunde, was sie nicht daran hindert, vom Dialog zum Angriff überzugehen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...664960,00.html
  1. #300

    Wall

    Zitat von alfredoneuman Beitrag anzeigen
    Der Titel dieses Forums ist geradezu Genial, die ultimative Entlarvungs-Formel par excellence.
    :) Die beiden Chefentlarver beim Entlarven... Klärt mich mal auf, welchen "persönlichen Gewinn" das bietet? Immerhin betreibt ihr das seit bald 5 Jahren erfolglos und dennoch voller Hoffnung, unmittelbar vor dem Durchbruch zu stehen. Hat was vom Warten auf den Endsieg, Jungs.

    Versuchts doch mal mit Argumenten, zur Abwechslung
  2. #301

    .

    Zitat von Landegaard Beitrag anzeigen
    Genau. Ich bin nicht derjenige von uns beiden, der Entlastung sucht und betreibt. Johannes, es ist mehr als offenkundig. Gönn ich Ihnen, aber bitte nicht, indem Sie mir Ihre Dämonen unterstellen.
    Contenance, Landegaard, Contenance, hier der Header: Israel-Debatte: "Je schuldiger die Juden, desto unschuldiger die Deutschen"

    Und hier nochmals Ihre Worte:

    Zitat von Landegaard Beitrag anzeigen
    Wir können allerdings unsere Meinung zur israelischen Politik im Innern und im Äußeren kund tun.
    Zitat von @ Johannes Beitrag anzeigen
    Stellt sich die Frage nach dem persönlichen Gewinn.
    Zitat von Landegaard Beitrag anzeigen
    Muss Kritik von unmenschlicher Politik einen persönlichen Gewinn generieren oder ist es nicht Pflicht eines Bürgers, Verbrechen zu kritisieren? Nichts aus der deutschen Geschichte gelernt?
    Israel <-> Unmenschliche Politik, Verbrechen <-> deutsche Geschichte - ne knallharte Analogie.

    Das wars dann, gute Nacht!
  3. #302

    Danke

    Zitat von ewspapst Beitrag anzeigen
    Soll das heissen, weil Deutschland eine besondere Verantwortung gegenüber Israel hat, darf es Verbrechen nicht als Verbrechen bezeichnen. Wir haben aus "unseren" Verbrechen gelernt.
    Man will nicht " unbedingt " den Staat Israel kritisieren, sondern man kritisiert Israel wegen der Völkerrechtsverbrechen an den Palästinensern.
    Die Kritik würde sofort aufhören, wenn die Verbrechen aufhören.
    Das tut mal gut. Find ich gut, dass Sie das "unbedingt" erwähnen. So soll aus einem normalen Vorgang ein psychologisch pathologischer (selbt Schwarze Löcher werden da bemüht) werden.

    Lassen wir mal krägtig Wind wehen und den Nebel der Werfer vertreiben, steht der letzte Satz wie ein Fels: Ohne Verbrechen keine Kritik.
  4. #303

    Paradox?

    Zitat von Landegaard Beitrag anzeigen
    Es ist ein Paradox. Freikaufen geht nicht, die Qualität des Verbrechens war, ist und wird immer beispiellos sein. Das alles kann niemand bei Verstand bestreiten. Das Paradox ist, dass die Schuldigen sterben und zwar viel früher, als der Qualität des Verbrechens angemessen wäre. Das Gräuel, der Holocaust lebt ewig, die Schuldigen tuns nicht. Sehen Sie mal hin, wessen Problem das ist...
    Wo ist das Paradox? Sollten die Schuldigen ein bisschen länger, vielleicht gar "ewig" leben?

    Das Paradox ist vielmehr, dass Sie - als Nachkomme der Schuldigen - glauben, mit deren Sterben sei die Sache für Sie aus der Welt und erledigt. Und Sie könnten bei der Beurteilung der Weltlage, insbesondere der im Nahen Osten, ganz, ja, wie soll ich sagen: "unschuldig"? bei Null anfangen... Als ob die Lage dort nichts mit unserem Erbe zu tun hätte!
  5. #304

    Thema bestätigt

    Zitat von ewspapst Beitrag anzeigen
    Soll das heissen, weil Deutschland eine besondere Verantwortung gegenüber Israel hat, darf es Verbrechen nicht als Verbrechen bezeichnen. Wir haben aus "unseren" Verbrechen gelernt.
    Man will nicht " unbedingt " den Staat Israel kritisieren, sondern man kritisiert Israel wegen der Völkerrechtsverbrechen an den Palästinensern.
    Die Kritik würde sofort aufhören, wenn die Verbrechen aufhören.
    Nein, das soll es nicht heißen. Das soll heißen, dass Deutschland eine besondere Verantwortung gegenüber Israel hat. Womit ich auf die Fragen von Highfreq eingegangen bin. Ich habe nicht Verbrechen erwähnt, auch nicht auf Völkerrecht angespielt, oder gefragt, warum "man" Israel kritisiert. Ich habe lediglich Highfreq nach seinen/ihren Beweggründen gefragt.
    Ihre angegebenen Beweggründe sind die Völkerrechtsverbrechen der Juden in Israel, mit denen sie sich schuldig machen. Und dass die Deutschen aus ihren Verbrechen gelernt haben, wodurch diese also nicht mehr ganz so schuldig sind.
    So wie es auch die Strang-Überschrift aussagt.
  6. #305

    .

    Zitat von Landegaard Beitrag anzeigen
    War es das wirklich jetzt endlich?
    Tschuldige, nochn kleines PS:
    Zitat von Landegaard Beitrag anzeigen
    Lassen wir mal krägtig Wind wehen und den Nebel der Werfer vertreiben, steht der letzte Satz wie ein Fels: Ohne Verbrechen keine Kritik.
    Wovon hier eigentlich die Rede ist - Netzfundstück:

    "Deutsche Zustände"

    YEDIOTH AHRONOTH/NEWSLETTER DER ISR. BOTSCHAFT - "Die Hälfte der Deutschen sind der Meinung, dass Israel den Palästinensern das antut, was die Nazis den Juden angetan haben

    Mehr als die Hälfte aller Deutschen (52,1%) sind der Auffassung, dass sich das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern grundsätzlich nicht von dem der Nazis im Dritten Reich gegenüber den Juden unterscheidet.

    68% der Deutschen sagen, dass Israel einen „Vernichtungskrieg“ gegen die Palästinenser führt.

    Diese ernstzunehmenden Ergebnisse wurden in einer Studie (die erste dieser Art) über das Image Israels und über den Einfluss des Antisemitismus auf die deutschen Beziehungen zu Israel veröffentlicht. Die Studie wurde in Deutschland durchgeführt und wird heute im Rahmen einer Diskussion über den Kampf gegen den Antisemitismus in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Die Studie über „Kritik an Israel bzw. Antisemitismus“ wurde im Rahmen einer langjährigen Studie über die Situation des Antisemitismus und Rassismus in Deutschland mit dem Namen „deutsche Bedingungen“ unter der Leitung von Dr. Wilhelm Heitmeyer von der Universität Bielefeld (Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung) durchgeführt.

    Erstmals entschieden die Leiter der Studie, den Einfluss des Antisemitismus auf das Ansehen Israels zu untersuchen. Dies in Anbetracht der andauernden Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit über die Grenzen zwischen Antisemitismus und legitimer Kritik am Staate Israel.

    Seit Beginn der Intifada haben sich deutlich antisemitische Untertöne in die Kritik an Israel gemischt, die in politischen Kreisen, in der Presse und auch in der breiten Öffentlichkeit in Deutschland Ausdruck finden.

    Die Ergebnisse der Studie zeigen erstaunliche Details über das Ausmaß des Zusammenhangs, der zwischen dem Antisemitismus und dem negativen Verhalten in Deutschland gegenüber Israel besteht, einem Staat, der bis vor Kurzem noch als der in der Europäischen Union am engsten mit Israel befreundete Staat galt.
  7. #306

    .

    Die Mehrheit der Deutschen rechtfertigt Gefühle der Antipathie gegenüber Juden wegen der Politik Israels:

    31,7% der Personen, die an der Umfrage teilgenommen hatten, sagten, dass die Juden ihrer Meinung nach wegen der Politik Israels nicht mehr beliebt sind.

    55,6% denken, dass sich die Juden, die in Deutschland leben Israel mehr verbunden fühlen als Deutschland.

    44,4% sagten, dass es ihnen aufgrund der Politik Israels verständlich sei, warum Juden gehasst werden.

    81,9% gaben zu, dass sie Zorn empfinden, wenn sie daran denken, wie Israel mit den Palästinensern umgeht.

    86% sagten, dass es ungerecht sei, dass Israel den Palästinensern Boden wegnimmt.

    Der Großteil der Deutschen vergleicht das Verhalten Israels mit den Verbrechen der Nationalsozialisten:

    68,3% der Befragten gaben an, dass sie sich darüber ärgern, dass man die Deutschen auch heute noch wegen der Verbrechen an den Juden beschuldigt.

    62,2% sagten, dass sie es satt hätten, von den Verbrechen der Deutschen an den Juden zu hören.

    Die Verfasser der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse der Studie daraufhin weisen, dass antisemitische Einstellungen gegen Juden und gegen Israel in das Zentrum der deutschen Gesellschaft eingedrungen sind.

    Bei diesen Einstellungen gibt es keinen Unterschied zwischen verschiedenen Altersgruppen oder zwischen West- und Ostdeutschen.

    Die Verfasser der Studie definierten vier Kriterien für antisemitische Kritik an Israel:

    Aberkennen des Existenzrechts Israels oder des Rechts auf Selbstverteidigung

    Vergleich der Politik Israels gegenüber den Palästinensern mit der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten

    Doppelmoral gegenüber Israel im Vergleich mit anderen Ländern

    Vorurteile über Juden, über den Staat Israel und das Verantwortlichmachen der Juden für die Politik der israelischen Regierung
    Bundesinnenminister Otto Schily warnte vor einer Verharmlosung des Antisemitismus in Deutschland. „Wir dürfen nicht nachlassen, den virulenten Antisemitismus zu bekämpfen“, sagte Schily auf einer Veranstaltung zum 25jährigen Bestehen der Hochschule für Jüdische Studien (am Dienstag) in Heidelberg.
  8. #307

    Soso...

    Zitat von Highfreq Beitrag anzeigen
    Und wieso muss man eine Freundschaft zu Israel pflegen? wieso darf man nicht eine ablehnende Haltung einnehmen? Als 100% Deutscher habe ich für Israel genau so wenig über wie für den Iran, wo säkuläre Systeme herrschen.
    Es ist der blanke Hohn, zu behaupten, daß der Iran säkular organisiert wäre. Vom "Revolutionsrat" haben Sie offenbar noch nie etwas gehört.

    Zitat von Highfreq Beitrag anzeigen
    Ich kritisiere wen ich will, wäre ja noch schöner mich da von jemand was vorschreiben zu lassen.
    Können Sie ja machen. Aber Sie können auch niemanden daran hindern, Sie auf der Basis Ihrer Äußerungen als Antisemiten und / oder Neonazi zu kritisieren.

    Zitat von Highfreq Beitrag anzeigen
    Und wenn jemand die Nazikeule auspacke hat er sich als ernstzunehmender Diskussionspartner sowieso schon disqualifiziert.
    Das sehen Jürgen Gansel, Udo Voigt und Peter Marx wohl ganz genauso.

    Haben Sie eigentlich auch etwas Sachliches beizutragen?
  9. #308

    Aha

    Zitat von ewspapst Beitrag anzeigen
    Soll das heissen, weil Deutschland eine besondere Verantwortung gegenüber Israel hat, darf es Verbrechen nicht als Verbrechen bezeichnen. Wir haben aus "unseren" Verbrechen gelernt.
    Haben "wir"? Eher nicht.

    Zitat von ewspapst Beitrag anzeigen
    Man will nicht " unbedingt " den Staat Israel kritisieren, sondern man kritisiert Israel wegen der Völkerrechtsverbrechen an den Palästinensern.
    Die Kritik würde sofort aufhören, wenn die Verbrechen aufhören.
    Man darf die israelischen Verbrechen kritisieren, wenn man die Verbrechen der palästinensischen Araber genauso be- und verurteilt. Wer sich diesbezüglich auf Israel kapriziert, offenbart nichts weniger als negative oder postitive, also insbesondere antisemitische oder propalästinensische Rassismen und Ressentiments.

    Tatsächlich schießen palästinensisch-arabische Terroristen gezielt auf Frauen und Kinder. Tatsächlich indoktrinieren palästinensisch-arabische Terroristen sehr gezielt Kinder, um Kindersoldaten anzuwerben. Tatsächlich bezahlen palästinensisch-arabische Terroristen den Familien der Selbstmordattentäter fürstliche Renten. Tatsächlich mißbrauchen palästinensisch-arabische Terroristen ihre eigene Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde oder schlimmstenfalls als Propagandamaterial, wenn dies nicht erfolgreich war.

    Da haben Sie offenbar nichts auszusetzen, wenn einer gezielt auf Frauen, Alte und Kinder schießt und Krankenhäuser als Artilleriebasis benutzt.
  10. #309

    ...

    Zitat von der_Dee Beitrag anzeigen
    Weil Deutschland gegenüber Israel eine besondere Verantwortung hat. Wenn Sie nicht persönlich darauf kommen, dann akzeptieren Sie diesen Standpunkt als allgemein anerkannten und staatlich vertreteten. So wie Mehrwertsteuer zum Beispiel.
    Ich bin Jahrgang 1972, ich habe gegenüber Israel keine Verantwortung. So einfach ist das. Was die Geschichte erzählt ist schlimm, keine Frage. Aber das darf meine Generation und kommende nicht bis an ihr Lebensende ausbaden müssen.