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Islamunterricht an Grundschulen: Schulversuch erfolgreich, trotzdem Stillstand
In Niedersachsen gibt es islamischen Religionsunterricht an 42 Grundschulen. Das Experiment zeigt: Die Nachfrage ist da, Lehrer, Schüler und Eltern sind vom Fach angetan. Dennoch kommt die reguläre Einführung nicht vom Fleck - und das schon seit sieben Jahren.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...729431,00.html
- #90 18.11.2010 12:04 von
An staatlichen Schulen sollte es
- #91 18.11.2010 12:13 von Tarja13
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Tja, nur ist die Kirchensteuer keine Steuer im eigentlichen Sinne, sondern eher mit einem Mitgliedsbeitrag zu vergleichen. Von einer Steuer könnten Sie sich nämlich nicht durch Austritt befreien. Kirchensteuer zahlen Sie aber nur, solange sie Mitglied einer Kirche sind. Sie wird nur verfahrenstechnisch wie die Einkommensteuer abgewickelt, nämlich gleich vom Lohn einbehalten. Das ist aber auch alles, was sie mit einer echten Steuer gemeinsam hat.
Und was die anderen Länder angeht: Welches europäische Land nochmal leistet keine staatlichen Subventionen für eine oder mehrere Kirchen? Zumindest was den Unterhalt von Baudenkmälern angeht, und der wurde ja in diesem Thread auch schon als pöhse Subvention und Hindernis für einen säkularen Staat bezeichnet, bin ich mir ziemlich sicher, dass das alle Länder machen - weil alle Länder auch von Kulturdenkmälern wie großen Kirchen profitieren. - #92 18.11.2010 12:17 von
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Na ich hoffe, im Unterricht lernen die Grundschüler auch fleissig den Koran!
„Nicht ihr habt sie erschlagen, sondern Allah erschlug sie. Und nicht du hast geschossen, sondern Allah gab den Schuß ab; und prüfen wollte Er die Gläubigen mit einer schönen Prüfung von Ihm.“ - #93 18.11.2010 12:31 von
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Und warum auch nicht?
Wenn man sich mal klar macht dass soziale Einrichtungen in Deutschland eh fast komplett vom Staat bezahlt werden (würden die geringen kirchlichen Beiträge wegfallen könnten diese absolut problemlos durch die wegfallenden kirchlichen Subventionen ergänzt und sogar noch aufgestockt werden).
Problematisch wird es nur für gewisse kirchliche Würdenträger, die ihren Lebensstandard massiv einschränken müßten, nicht umsonst schauen z.B. frz. Geistliche neidisch nach Deutschland. - #94 18.11.2010 12:58 von Tarja13
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In einem Punkt muss ich Ihnen recht geben: Es gibt keine staatliche Rechtsaufsicht über die Kirchen, obwohl diese - teilweise sogar mit eigenem Personal - den Religionsunterricht durchführen. Das sollte unbedingt geändert werden, am besten so, dass Unterricht nur noch von staatlichem Personal erteilt wird.
In der Praxis ergibt sich daraus aber trotzdem nicht keine "Narrenfreiheit" für die Kirchen im Religionsunterricht. Die Lehrpläne für den Religionsunterricht beschließen nicht die Kirchen, sondern das Kultusministerium. Die Kirchen arbeiten zwar daran mit, aber ob deren gewünschte Inhalte auch tatsächlich übernommen werden, entscheidet allein das jeweilige Kultusministerium. An die Lehrpläne sind aber alle Lehrkräfte gebunden. Sollte im Unterricht abweichend davon irgendetwas verbreitet werden, was nicht staatskonform wäre, müsste sich der betreffende Lehrer ganz sicher vor dem MB verantworten, nicht vor einem Bischoff o.ä.. Dass das Kultusministerium sich in religiösen Fragen mit Theologen berät, dürfte selbst Ihnen einleuchten. Naturwissenschaftliche Inhalte werden ja auch von entsprechendem Fachpersonal geprüft und nicht einfach so festgelegt. An staatliche Gesetze und Verordnungen sind aber alle kirchlichen Mitarbeiter auch im Schuldienst gebunden. Etwas anderes käme ja auch gar nicht in Frage.
Ich habe Ihnen mal das Lehrplansfachprofil für evangelische Religionslehre in Bayern für das G8 verlinkt.
http://www.isb-gym8-lehrplan.de/cont...?StoryID=26354
Finden Sie darin irgendetwas, das nicht vereinbar mit unserer staatlichen Ordnung ist? Wohl kaum. Kann man das gleiche von islamischen Inhalten, um die es hier ja eigentlich geht, sagen? Leider nicht.
Werden Sie darin eine Menge Inhalte finden, deren Lehre der Staat als Staatsaufgabe ansieht (Toleranz etc)? Eindeutiges Ja. Das wurde von verschiedenen Kultusministern mehrfach klargestellt.
Gefordert wird das ja auch genau so. Ich frage mich nur: Mit welchem Recht? Die christlichen Kirchen gehören zur abendländischen Kultur und Vermittlung der eigenen Kultur ist eine Staatsaufgabe. Der Islam gehört dagegen nicht zur abendländischen Kultur, ergo ist es auch keine Staatsaufgabe, dessen Inhalte zu vermitteln - abgesehen davon, dass das im christlichen Religionsunterricht eh schon geschieht, um klar zu machen, womit man überhaupt Toleranz üben soll.
Warum sollte der Staat fremden Religionen, die noch dazu staatsfeindliche Inhalte lehren (Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit etc) Vorschub leisten? Eine Gleichbehandlung kann es sinnvollerweise nur dort geben, wo auch die Voraussetzungen gleich sind, und das ist hier einfach nicht der Fall. Ergo keine Förderung für solche Strömungen durch den Staat. Was die Leute dann im Privatbereich glauben und welche Riten sie pflegen, ist dann deren Sache, aber in den Schulen hat der Islam bei uns nichts, aber auch gar nichts verloren. - #95 18.11.2010 17:40 von
Aids: Nur mal als Zwischenruf
Ich meinte nicht Personen, die sich während eines Hilfsdienstes versehentlich mit Aids anstecken. Daher meine ich auch nicht die Krankenschwester.
Ich weise auf folgenden Widerspruch hin: Die katholische Kirche lehrt, dass Ehebruch eine schwere Sünde ist. Zur Empfängnisverhütung gib es Empfehlungen, man sollte sich nur auf die natürlichen Methoden beschränken. Also keine „Pille“, kein Kondom, usw.
Dabei gilt die Rechtslehre, der Mensch ist nur seinem Gewissen verpflichtet.
Deshalb halte ich es für lebensfremd zu meinen, dass die Menschen in Afrika zwar eine schwere Sünde (Ehebruch) begehen, aber bezüglich der Verhütung, strikt die Empfehlungen eines Papstes befolgen, (den sie meistens gar nicht kennen), und deshalb keine Kondome benutzen.
Deshalb die katholische Kirche für die Ausbreitung von Aids verantwortlich zu machen ist ungerecht. Genauso, wie für die hohe Geburtenrate in Ländern, die wahrlich nicht katholisch sind, wie Bangladesch oder Ägypten. - #96 22.11.2010 13:07 von darkzone
Islam und Christentum
Sie haben noch nicht verstanden, dass es im Religionsunterricht nicht um Vermittlung von Kultur geht, sondern um Glaubensunterweisung. Daher darf Religionsunterricht nur von der Kirche berufenen Lehrpersonen erteilt werden. Es geht NICHT um die Unterweisung in "abendländischer" Kultur, sondern um das Recht von Schülern an der öffentlichen Schule Glaubensunterweisung zu erhalten. Viele halten dieses Recht für Unsinn. Die Bundesländer halten aber am Religionsunterricht fest. Offiziell ist der Staat zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet. Wenn es nun eine wachsende Anzahl von Menschen gibt, deren Religion XXX ist, dann ist der Staat verpflichtet Religionsunterricht XXX erteilen zu lassen - und zu bezahlen.
Ich halte diesen Grundsatz für richtig, wenn der Staat sich nicht zum Steigbügelhalter einer Religion machen will (was er natürlich schon irgendwie tut).
Die einzige verfassungsgemäße Alternative wäre: gar keinen Religionsunterricht an einer öffentlichen Schule. Dann müssten wir keinen islamischen Religionsunterricht erteilen, der aus vielen Gründen problematisch sein kann. - #97 22.11.2010 13:15 von Michael Giertz
Ethikunterricht
Abgeschafft und ersetzt durch einen die Religionen gleichbehandelnden und vor Extremismus und Unmenschlichkeit warnenden Ethikunterricht trifft es eher: so hätte ich es jedenfalls gern.
Dieser Ethikunterricht sollte außerdem Hauptfach und Numerus Clausus für zur Zeit ethikfreie Studiengänge wie z.B. Jura oder Betriebswirtschaft/Volkswirtschaft werden. - #98 22.11.2010 15:09 von darkzone
- #99 22.11.2010 17:37 von Tarja13
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Das halte ich aus drei Gründen für ein gern gepflegtes Vorurteil: Erstens steht im Lehrplan das Gegenteil - und der Lehrplan ist maßgeblich für das, was unterrichtet wird. Zweitens sind die meisten Religionslehrer beim Staat angestellt bzw Beamte des Staates und eben kein Kirchenpersonal. Sie haben von daher gar keine Motivation, Werbung für eine Kirche zu machen oder die Welt so darzustellen wie die Kirchen sie sehen. Drittens habe ich selbst 13 Jahre Religionsunterricht gehabt, und es ist selbst in den Jahren, in denen der Unterricht von einem Pfarrer erteilt wurde, nicht vorgekommen, dass irgendetwas gelehrt wurde, was man als Mission verstehen könnte oder was dem Staat irgendwie zuwidergelaufen wäre. Gerade die Pfarrer hatten da nämlich einen Heidenbammel davor, weil die genau wussten, dass sie sich mit Mission nicht in einer 10. Klasse blicken lassen brauchen, wenn sie nicht einfach ausgelacht werden wollten. Hingegen wurde kulturellen Aspekten, anderen Religionen und auch Philosophien großer Raum eingeräumt.
Diese Fiktion mögen vielleicht ein paar Bischöfe offiziell aufrecht erhalten, aber mit der Praxis hat das nichts zu tun und mit dem Lehrplan ebenfalls nicht.
Das sehe ich ein bisschen differenzierter: Die Zahl der Anhänger kann nicht das einzige Kriterium sein, sondern es muss auch um die Inhalte gehen, die in dem jeweiligen Unterricht vermittelt werden. Der Staat darf auf gar keinen Fall seine eigene Unterwanderung/Abschaffung dadurch fördern, dass er eine Religion fördert, die nicht alle Grundrechte oder andere Fundamente des Staates und der Gesellschaft mitträgt - und in dieser Hinsicht sehe ich beim Christentum kein Problem und fordere Sie nochmals dazu auf, das Gegenteil zu begründen, wenn Sie das anders sehen. Der Islam hingegen kollidiert schon ganz grundsätzlich mit unserer Rechtsordnung, da er die Grundrechte der Gleichheit vor dem Gesetz, der Gleichberechtigung von Mann und Frau, diverse Diskriminierungsverbote und generell die Trennung von Kirche und Staat nicht anerkennt. Es ist schlichtweg nicht möglich, einen staatskonformen Lehrplan zu verfassen, der nicht wesentliche Inhalte des Islam leugnen oder weglassen würde. Deshalb hat diese Religion an staatlichen Schulen in D einfach nichts zu suchen und kann sich auch nicht auf eine Gleichbehandlung mit dem Christentum berufen, da dieses zumindest in seiner hiesigen Ausprägung keine derartigen Konflikte mit der staatlichen Ordnung kennt.
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