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Irrsinn Bildungsföderalismus: Sommerschlussverkauf in der Bildungsrepublik

Elitestipendien, Bafög-Geschacher, Finanztricks für einen bedrohten Studiengang: Zur Sommerpause basteln Bund und Länder hektisch am Bildungssystem. Es wird Geld hin- und hergeschoben wie auf dem Basar - wenn das die gute Seite des Föderalismus sein soll, ist er am Ende.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...705602,00.html
  1. #50

    Weniger Irrsinn

    Zitat von sebastian_stgt Beitrag anzeigen
    eben nicht wir können uns alle sehr wohl riechen und schätzen uns …
    Sicher. Da habe ich aber andere Erfahrungen. Die Liebe zwischen den Badensern und den Schwaben hält sich doch in engen Grenzen. Ich bin weder Berliner, noch eine Behörde.

    Zitat von sebastian_stgt Beitrag anzeigen
    Komischerweise sind alle dabei die zentralistische Bahn wieder zu zerschlagen.
    Die Länder dind für den Regionalverkehr zuständig und bei den Ausschreibungen des Schienenverkehrs sollten eigentlich auch andere Gesellschaften wie die ehemalige Deutsche Staatsbahn zum Zuge kommen.
    Es geht hierbei nur um den Personennahverkehr und nicht einmal um die Infrastruktur. Das Ziel ist die Verantwortung für die Bereitstellung des Nahverkehrs auf die Regionen abzuwälzen, um Kosten zu sparen. Wenn dann ein BL, wie NV die Kostenzuschüsse für die Anbindung in der Fläche stemmen darf, dann werden auch ohne viel Bohei Strecken stillgelegt.

    Zitat von sebastian_stgt Beitrag anzeigen
    Die Angleichung von Spurbreiten hat man in fast ganz Europa auch ohne Bismarck hinbekommen.
    Nicht einmal die Schienennetze zwischen Frankreich und Deutschland sind zu 100% kompatibel. Aber ich stelle mir jetzt gerade mal unseren tollen Flickenteppich aus der Kaiserzeit gepaart mit den Fähigkeiten unserer Politiker und Lokalpatrioten eine gemeinsame Politik zu betreiben.

    Zitat von sebastian_stgt Beitrag anzeigen
    Die Frage ist doch warum es manche Länder nicht schaffen, die vorher gemeinsam definierten Standards zu schaffen.
    Werden Sie mal konkret.

    Zitat von sebastian_stgt Beitrag anzeigen
    Und was heisst "Hermachen"? Weltpolitisch die Muskeln spielen lassen? Aufmärsche irgendwelcher Art?
    Nö. Eher mit fremden Federn schmücken. Wer hier auf Lokalpatriot macht, der sollte aber auch wirklich nur auf die Leistungen seiner kleinen Region zurückgreifen.

    Zitat von sebastian_stgt Beitrag anzeigen
    Und der Weg Österreichs aus dem Grossreich in ein funktionierendes und prosperierendes Gemeinwesen ist durchaus eine grosse Leistung.
    Der Weg wurde aber in keinster Weise freiwillig beschritten, sondern von außen auferlegt.

    Zitat von sebastian_stgt Beitrag anzeigen
    Und wenn Sie der Meinung sind, dass es in Europa keine gemeinsame Verteidigungs- und Aussenpolitik geben sollte, dann ist das eben auch eine Haltung - eine sehr deutschnationale eben.
    Das habe ich nicht gesagt, ich bin nur die ganzen Krötenwanderungen auf den verschiedenen Ebenen unserer Republik bis auf EU-Ebene langsam leid. Wenn es eine gemeinsame Politik auf EU-Ebene geben soll, dann sollten auch die Steuern von dort für alle Mitglieder erhoben werden. Wenige und ganz klare Transferleistungen sollte es nur noch geben. Dann muß ich mir nicht mehr das Gewäsch von Nettozahlern in LFA anhören, die bei anderen Subventionen kräftig die Hand aufhalten.
  2. #51

    Fakten Fakten Fakten

    "und was mir schleierhaft ist - seit wann schickt hessen seine schüler nach thüringen oder BaWü nach hessen?
    oder meinen sie studenten - das hat aber zunächst mal mit schulpolitik (schulen bis zum abi) weniger zu tun."

    Das ist es was ich meine! Mitdiskutieren aber die Fakten nicht kennen! Ich empfehle Ihnen sich zu belesen diesbezüglich. Dann müsste man solche Fragen nicht stellen! Und nochmal, ein einheitliches (zentralistisch hört sich nicht so schön an) Schulsystem müsste sich ebenfals in Konkurrenz behaupten. Nämlich international. Also endlich mal die nationale Brille ablegen und nicht ständig stur an einer Sache festhalten, die sich mitnichten bewährt hat. Unser Schulsystem ist so mit such selbst beschäftigt, dass unsere wichtigste Ressource (unsere jungen Menschen) nicht die optimale Förderung erhalten. Wer das noch immer nicht kapiert hat/will, dem ist, bei allem Respekt, nicht mehr zu helfen! Sorry wegen der harten Worte.

    Nach mehr als 40 Jahren "Deutsches Schulsystem" sehe ich keinen Grund mehr warum wir nicht einen wirklich neuen Anfang wagen sollten. Doch dazu gehört Mut. Ein Greuel für all die Besitzstandswahrer in "diesem unseren Lande"!

    Jemand im Forum erwähnte das ostdeutsche Schulsystem. Als Wessi muss ich zugeben das dort vieles gut war. Tolle intelligente Ansätze! Würde man dieses Schulsystem reaktivieren, den heutigen Gegebenheiten anpassen, es etwas modernisieren (ist ja schon vo ca. 20 Jahren dichtgemacht worden) würden wir, nach ein paar Jahren, ähnlich bombig dastehen wie die Skandinavier! Na klingelts? ;-) Bei den Falken sicher nicht!
  3. #52

    Kultus-Wissenschaftsminister

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Elitestipendien, Bafög-Geschacher, Finanztricks für einen bedrohten Studiengang: Zur Sommerpause basteln Bund und Länder hektisch am Bildungssystem. Es wird Geld hin- und hergeschoben wie auf dem Basar - wenn das die gute Seite des Föderalismus sein soll, ist er am Ende.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...705602,00.html
    Viele gehen von 16 Bundeländern und entsprechender Anzahl von Ministerien aus.

    Das ist mitnichten so. Die meisten Bundesländer leisten sich 2 Ministerien: Kultusministerium (Schulen)+ Wissenschaftsministerium (Hochschulen), so dass wir an die 30 Ministerien haben, die hier verantwortlich sind.

    Das Schlimme: Diese Ministerien reden nicht miteinander. So wie die Schulen durch die neuen Studiengänge an den Hochschulen überrascht wurden, so wurden die Hochschulen durch die Verkürzung der Schuldauer überrascht.

    Fachliche Abstimmung beim Übergang Schule- Hochschule: Fehlanzeige! (Im Grunde sogar unerwünscht, wegen Kompetenzüberschneidung)

    Es ist einfach traurig, was durch die Unfähigkeit unserer Laienspielerscharen in den Bundesländer für Chancen vertan wurden. Das Schlimme: Der Bürger ist in seiner Urteilsfindung restlos überfordert (es sei denn er hat gerade eigene Kinder in der Ausbildung) und applaudiert unseren Landesfürsten, Fürsten mit riesiger Macht bei nahezu Null Verantwortung, denen es sogar egal ist, wer unter ihnen den Kanzler macht.
  4. #53

    Klingelts ...

    Zitat von ibender Beitrag anzeigen
    ... Jemand im Forum erwähnte das ostdeutsche Schulsystem. Als Wessi muss ich zugeben das dort vieles gut war. Tolle intelligente Ansätze! Würde man dieses Schulsystem reaktivieren, den heutigen Gegebenheiten anpassen, es etwas modernisieren (ist ja schon vo ca. 20 Jahren dichtgemacht worden) würden wir, nach ein paar Jahren, ähnlich bombig dastehen wie die Skandinavier! Na klingelts? ;-) Bei den Falken sicher nicht!
    Bei der Wiedervereinigung ist einiges aus dem Ruder gelaufen. Das ehemalige Bildungssystem von der DDR haben sich meines Wissens u.a. Finnland zu Eigen gemacht und auf die jetzt Zeit erneuert. Ich habe mich schon damals gefragt, was in den Köpfen der politischen Entscheidungsträger los ist, dieses Bildungs- und Familienfreundliche System nicht nahtlos auf den Westen zu übertragen. Stattdessen wird der Kleinstaaterei Vorfahr gewährt, wo jeder tun kann, was er will. Sorgt somit für eine Demokratische Krise, obwohl jeder im Grunde seines Gewissens weiß, was zu tun oder zu unterlassen wäre. Da fällt mir gerade aus der Bibel ein Satz von Jakobus ein: „Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, der sündigt“. Das Schlimmste daran ist noch, dass der Prozess schon so weit fortgeschritten ist, dass sich das Volk nicht mehr wehrt bzw. verlernt hat sich entsprechend zu wehren. Und diese gezüchtete Ignoranz lässt den Menschen an Vergangenen festhalten, vernünftiges Handeln in die Zukunft verschieben und die Gegenwart verschwenden.

    Es wird sicher nicht klingeln, sonst würde ja deutlich, dass die Regierenden selbst ihre Unfähigkeit zeigen müssten. Dass sie nicht in der Lage sind, eine zukunftsfähige Reform auf den Weg zu bringen.
  5. #54

    Weg mit dem Irrsinn!

    Früher war ich als "Bundeswehrkind" selbst von diesem Irrsinn betroffen: Umzug in ein anderes Bundesland alle 2-3 Jahre. Es war schon erstaunlich und erschreckend, wie groß die Unterschiede im Niveau teilweise waren. (Bayern-NRW...)Manche Dinge habe ich zwei-dreimal hintereinander gehört, dafür hatte ich Lücken in anderen Fächern. Das ist echt großes Tennis! Ich habe mein Abi dennoch gut geschafft, da mir das Lernen gottseidank immer leicht fiel, aber schön fand ich die Schulwechsel sicher nicht. Daher meine Bitte: Bayerisches Schulsystem in ganz Deutschland, da lernen die Leute wenigstens etwas...
  6. #55

    11,6 Milliarden für Bildung....ein Witz!

    Wenn die Zahlenangaben im Artikel stimmen, dann ist das ein Witz! Alleine schon 80 Milliarden Euro werden aus Bundesmitteln an die Rentenkasse überwiesen...
    im globalen Wettbewerb ist es für eine Volkswirtschaft existenzgefährdent, Forschung und Bildung kaputt zu sparen - und durch ineffiziente Strukturen Geld zu verplempern.
  7. #56

    nt

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Ich wundere mich immer, wie man glauben kann, durch Zentralisierung wird alles besser.

    Im Gegenteil sollte Schulpolitik noch weiter dezentralisiert werden. In ländlichen Gebieten stellen sich völlig andere Probleme (geringe Schülerzahl in der Fläche fördern eher Einheitsschulkonzepte) als in Ballungszentren (ermöglicht jeder Schulen, ein individuelles Profil zu entwickeln und sich von den anderen Schulen abzusetzen)

    Wir brauchen eine bunte Schullandschaft, in der ein Wettbewerb zwischen den Schulen herrscht um die besten Konzepte, die beste Bildung. Eltern sollten die Freiheit haben, sich unbedrängt von Bildungsideologen entscheiden zu können. Die größte Last für ein erfolgreiches Bildungssystem sind die Bildungspolitiker, die Schulen zu einem Spielfeld ihrer ideologischen Neigungen machen, und zwar auf dem Rücken der Schüler.

    Zentralistischer Einheitsbrei lähmt und bürokratisiert die Schulen nur. Gleichschaltung kann keine Zukunftsperspektive für das Bildungssystem sein. Wir neigen leider dazu, alles im Gleichschritt marschieren zu lassen, keiner darf abweichen, alles zentalisiert und kontrolliert. Eine Fehlentwicklung.
    Wettbewerb? Entscheidung liegt bei den Eltern? Denken Sie, alle Eltern ziehen in ein neues Bundesland, wenn ihnen das hiesige Bildungssystem nicht gefällt?
  8. #57

    Zumindest die Standards sollten zentral geregelt werden....

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Ich wundere mich immer, wie man glauben kann, durch Zentralisierung wird alles besser.

    Im Gegenteil sollte Schulpolitik noch weiter dezentralisiert werden. In ländlichen Gebieten stellen sich völlig andere Probleme (geringe Schülerzahl in der Fläche fördern eher Einheitsschulkonzepte) als in Ballungszentren (ermöglicht jeder Schulen, ein individuelles Profil zu entwickeln und sich von den anderen Schulen abzusetzen)

    Wir brauchen eine bunte Schullandschaft, in der ein Wettbewerb zwischen den Schulen herrscht um die besten Konzepte, die beste Bildung. Eltern sollten die Freiheit haben, sich unbedrängt von Bildungsideologen entscheiden zu können. Die größte Last für ein erfolgreiches Bildungssystem sind die Bildungspolitiker, die Schulen zu einem Spielfeld ihrer ideologischen Neigungen machen, und zwar auf dem Rücken der Schüler.

    Zentralistischer Einheitsbrei lähmt und bürokratisiert die Schulen nur. Gleichschaltung kann keine Zukunftsperspektive für das Bildungssystem sein. Wir neigen leider dazu, alles im Gleichschritt marschieren zu lassen, keiner darf abweichen, alles zentalisiert und kontrolliert. Eine Fehlentwicklung.
    Stellen Sie sich mal vor, ein Kilogramm würde in Bayern weniger wiegen wie in Hessen, ein Meter wäre in NRW länger als in Berlin.

    So war das früher in Deutschland mit den Massen und Gewichten. Und Sie meinen es sei gut wenn jeder seine eigene Suppe kocht?
    Es sind die Sonderlocken, die zu einer unfassbaren Bürokratisierung führen.

    Zumindest in den Kernfächern sollte es Standards geben, die in allen Ländern über alle Schultypen gleich sind.

    Wie die Länder diese Standards erreichen wollen (Gesamtschule, dreigliedrig, Ganz/halbtags) das kann man ruhig den Ländern überlassen. Über gemeinsame Standards stellt sich dann auch ein gewisser Wettbewerb um die besseren Konzepte ein.
  9. #58

    Absurt

    Ich bin Leiter eines Prüfungsamtes einer Hochschule in Baden-Württemberg und habe auch sehr viel mit Zulassungsfragen zu tun.

    Sie werden es nicht glauben, auf wie viele verschiedene Arten man in Deutschland eine Fachhochschulreife erwerben kann. (Das wäre mal ein sehr interessantes Thema für eine Bachelorarbeit...)

    Mir ist nicht klar, warum wir in einem vereinten Europa über vereinheitlichte Standards für Bachelor- und Masterstudiengänge verhandeln, wir über eine globalisierte Welt sprechen und von jungen Leuten Weltoffenheit und Auslandserfahrung verlangen, während jeder Landesfürst diese Fragen nur für sich regelt. Noch dazu bekommen wir in regelmäßigen Abständen bescheinigt, wie schlecht unser Bildungssystem ist (OECD - Pisa-Studie).

    In meinen Augen ist das absurt.


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