Ach wissen Sie, tatsächlich besagt der Bericht nichts neues. Die Tatsache, dass die waffenspezifischen Aktivitäten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen günstigeren Zeitpunkt verschoben sind, bezeifelt auch der Staat Israel nicht, nur die Annahme, dass es ein besseres Ergebnis geben wird, wenn man die Konsequenzen aus einer sachlichen Analyse der Lage zieht.
Daran, dass das Ziel des Regimes in Teheran am Ende die Bombe ist, zweifeln weder CIA, Regierung noch Alliierte.
Auch glaubt niemand wirklich daran, dass die Sanktionen etwas an diesem Ziel ändern werden.
Die einzige Annahme ist, dass man noch mehr Zeit habe.
Man befürchtete wohl, dass Netanyahu in ein paar Tagen den Präsidenten der Vereinigten Staaten informieren würde, dass der Staat Israel sich entschlossen hat, den Spuk zu beenden. Auf den ersten Blick ist dieses angebliche Leak natürlich der Versuch einer Blutgrätsche in den "Schuss" des Staates Israel. Das hat ja schon einmal funktioniert, warum nicht schon wieder? Damals herrschte schließlich "Funkstille."
Und da kommen wir an den Punkt, wo es kritisch wird. Hat jemand sich derart bei den Ansichten der Regierung des Staates Israel verschätzt?
Dieses Signal, welches in der Weltpresse, wie "roter Alarm" aussieht, kommt in den Anzeigen des Staates Israel wohl anders an:
"Ein Brera". "Die Vereinigten Staaten von Amerika werden nicht handeln. Der Präsident wird nur dann den Angriffsbefehl geben, wenn er unwiederlegbare Beweise für den Beginn des Baues der Atomwaffe hat. Verlasst euch darauf, dass er diese Information rechtzeitig erhält - oder handelt alleine."
Und noch ein Signal liegt in dieser Botschaft. Eines, dass sehr viel gefährlicher ist:
Netanyahu könnte natürlich seinen Besuch in den Vereinigten Staaten von Amerika unter einem Vorwand absagen, um kein "Nein" von Präsident Obama zu riskieren. Doch das ist gar nicht mehr nötig. Denn anstatt "Funkstille" zu wahren, überträgt dieses Leak die klare Botschaft, dass es "kein Nein" geben wird. Ja, ein "Nein", öffentlich und eindeutig würde wohl einen Militärschlag des Staates Israel stoppen - und den Präsidenten im politischen Washington komplett isolieren. Der einzige andere Weg wäre wohl ein klares Ultimatum oder sehr klare, auch für den Staat Israel akzeptable rote Linien, welche nachvollziehbar garantiert einen amerikanischen Eingriff auslösen würden.
Beides ist unwahrscheinlich.
All zu hart sollte man jedoch nicht urteilen: Die Vereinigten Staaten von Amerika haben guten Grund, keinen neuen, großen Konflikt zu wollen, sie haben viel geleistet, sich ins Zeug gelegt und viel erreicht. Obama ist ein sehr starker Unterstützer und Freund des Staates Israel. Auch wenn die Hoffnung, dass sich bis 2014 die Lage deutlich verbessern wird heute illusorisch erscheint (es wird immer andere, neue Krisen geben, die sagen "jetzt gerade nicht"), der Wunsch, noch bessere Bedingungen als heute vorzufinden ist natürlich. Let them "duck this one out."
Es bleibt die Frage der Machbarkeit. Diese wird sich in Zukunft höchstens noch verschlechtern. Der Staat Israel wird sehr genau prüfen müssen, was er kann.
Wenn es machbar ist, wird es wohl irgendwann getan werden. Das Ziel ist sicherlich gerade "hot." Bis dahin herrscht dann wieder Funkstille.

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