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Irak-Krieg: Dokumente über US-Massaker auf Schrottplatz entdeckt

Der Name der Stadt Haditha steht für ein Massaker von US-Streitkräften an der irakischen Bevölkerung. 24 Zivilisten starben. Ein Reporter der "New York Times" hat jetzt Hunderte Seiten geheimer Verhördokumente des US-Militärs zu dem Fall*aufgespürt - auf einem Schrottplatz*bei Bagdad.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...803983,00.html
  1. #1

    empörend

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Name der Stadt Haditha steht für ein Massaker von US-Streitkräften an der irakischen Bevölkerung. 24 Zivilisten starben. Ein Reporter der "New York Times" hat jetzt Hunderte Seiten geheimer Verhördokumente des US-Militärs zu dem Fall*aufgespürt - auf einem Schrottplatz*bei Bagdad.
    die Empörung darüber, dass jetzt die "geheimen" Verhördokumente auf einem Schrottplatz gefunden wurden, scheint immer noch größer zu sein als über das, was US-Soldaten irakischen Zivilisten antaten.
    Die NEW YORK TIMES zog den richtigen Schluss als sie schrieb, dass es die mangelnde Bereitschaft Präsident Obamas war, Kriegsverbrecher für ihre Taten vor US-Kriegsgerichten zur Verantwortung zu ziehen oder von irakischen Gerichten zur Verantwortung ziehen zu lassen, die es dem US-Militär auf Dauer unmöglich machte, weiter im Irak zu verbleiben:
    That sense of American impunity ultimately poisoned any chance for American forces to remain in Iraq, because the Iraqis would not let them stay without being subject to Iraqi laws and courts, a condition the White House could not accept.

    Der heute bekanntgegebene Rückzug des US-Militärs ist insofern nur konsequent. Die USA haben sich im Irak keine Freunde gemacht.
  2. #2

    ...

    Die Tat ist natürlich absolut verabscheuenswürdig, wie der gesamte Irak-Krieg.

    Dennoch musste ich lachen:

    "Ein Reporter der "New York Times" entdeckte die Papiere auf einem Schrottplatz nicht weit von Iraks Hauptstadt Bagdad. Ein Mitarbeiter auf dem Areal war gerade dabei, die Unterlagen zu verbrennen, weil er mit dem Feuer Fisch für ein Essen zubereiten wollte."

    Zuerst dachte ich: klar auf dem Schrottplatz gefunden, wo sonst? Dient nur dem Quellenschutz, Bradley Manning und so.

    Aber die Story mit dem Fisch anbraten, das ist so skurril, da muss was dran sein :D Göttlich

    Grüße
  3. #3

    Wie führt man einen solchen Krieg?

    Der Einsatz der Amerikaner im Irak war ein Guerilla - Krieg. Was ist das Wesen eines solchen Krieges? Eine reguläre Armee eines souveränen Staates agiert gegen eine Gruppe von Kämpfern, die folgende Merkmale besitzen: Sie tragen keine Uniform; sie vermeiden offene Feldschlachten, kämpfen statt dessen verdeckt, aus dem Hinterhalt, mit Sprengstoffanschlägen u. ä. , um ihre militärische Unterlegenheit auszugleichen.
    Das strategische Ziel solcher Guerilla- Kämpfer ist es, die militärisch weit überlegene Armee durch zahlreiche Nadelstiche zu entmutigen, zu zersplittern, bis sie nach ein paar Jahren wieder abzieht. Dadurch, dass sie die zivile Infrastruktur als Deckung benutzt und dezentral aufgebaut ist, ist die Guerilla - Gruppe kaum zu zerschlagen.
    Wie beendet man als reguläre Armee dieses strategische Dilemma? Man geht rücksichtslos gegen jeden vor, auch gegen Zivilisten. Klar, es sterben dann viele Unschuldige, aber auch einige feindliche Kämpfer. Wenn man einen Kampf gegen eine irreguläre Armee führt und diesen gewinnen will, muss man so vorgehen.
    Israel hat, als es vor drei Jahren in den Gazastreifen einmarschiert ist, die gleiche Strategie verfolgt. Das ist auch die einzige Möglichkeit: Der Feind nutzt die zivile Infrastruktur zur Tarnung, als Versteck. Also muss man diese zerstören, um ihm diesen Vorteil wieder zu nehmen.
    Simple Logik, wenn auch grausam. Aber es ist Krieg, und Krieg ist immer grausam.
  4. #4

    Auf dem Schrott

    Zitat von timorieth Beitrag anzeigen
    Die Tat ist natürlich absolut verabscheuenswürdig, wie der gesamte Irak-Krieg.

    Dennoch musste ich lachen:

    "Ein Reporter der "New York Times" entdeckte die Papiere auf einem Schrottplatz nicht weit von Iraks Hauptstadt Bagdad. Ein Mitarbeiter auf dem Areal war gerade dabei, die Unterlagen zu verbrennen, weil er mit dem Feuer Fisch für ein Essen zubereiten wollte."

    Zuerst dachte ich: klar auf dem Schrottplatz gefunden, wo sonst? Dient nur dem Quellenschutz, Bradley Manning und so.

    Aber die Story mit dem Fisch anbraten, das ist so skurril, da muss was dran sein :D Göttlich

    Grüße
    Ja, das dachte ich auch. Der Fisch hat bestimmt gestunken, aber weniger als die US Regierung und Armeeführung. Und nun die Aburteilung von Soldaten. Zuerst zum Töten drillen, dann geht im Krieg noch die letzte Empathie verloren (notwenigerweise um nicht durchzudrehen) und dann wandern diese Jungs zu Hause in den Knast,
    weil Ihre Befehlshaber fürchten müssen, dass einige von den Soldaten ihnen das letzte Magazin reinjagen.
    Es wird auch bei uns ein neuer Krankheitsbegriff kreiert:
    Der Afghanistan Veteran kommt psychisch krank nach Hause, weil er dieses Blut nicht mehr sehen konnte - dabei ist er gesellschaftlich wünschenswert mitleidsfähig - krank sind die "Harten".
  5. #5

    Hilfslosigkeit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Name der Stadt Haditha steht für ein Massaker von US-Streitkräften an der irakischen Bevölkerung. 24 Zivilisten starben. Ein Reporter der "New York Times" hat jetzt Hunderte Seiten geheimer Verhördokumente des US-Militärs zu dem Fall*aufgespürt - auf einem Schrottplatz*bei Bagdad.

    Irak-Krieg: Dokumente über US-Massaker auf Schrottplatz entdeckt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Dass der Präsident der USA seinen Soldaten dankt, kann man verstehen. Seine Sicht der Entwicklung des Irak seit dem verbrecherischen Eingreifen der USA hat nur noch mit Realitätsverlust zu tun. Die USA befinden sich auf dem Abstieg in allen Bereichen - selbstverschuldet. Anderen gegenüber von ihren Werten zu schwärmen ist pervers. Und wenn schon Obama nur noch ein Zerrbild seiner selbst ist, wer soll da noch für einen american way of life, einem fatalen Irrweg, Sympatien haben?
  6. #6

    Der Guerillakrieg

    Zitat von dg19de Beitrag anzeigen
    Der Einsatz der Amerikaner im Irak war ein Guerilla - Krieg. Was ist das Wesen eines solchen Krieges? Eine reguläre Armee eines souveränen Staates agiert gegen eine Gruppe von Kämpfern, die folgende Merkmale besitzen: Sie tragen keine Uniform; sie vermeiden offene Feldschlachten, kämpfen statt dessen verdeckt, aus dem Hinterhalt, mit Sprengstoffanschlägen u. ä. , um ihre militärische Unterlegenheit auszugleichen.
    Das strategische Ziel solcher Guerilla- Kämpfer ist es, die militärisch weit überlegene Armee durch zahlreiche Nadelstiche zu entmutigen, zu zersplittern, bis sie nach ein paar Jahren wieder abzieht. Dadurch, dass sie die zivile Infrastruktur als Deckung benutzt und dezentral aufgebaut ist, ist die Guerilla - Gruppe kaum zu zerschlagen.
    Wie beendet man als reguläre Armee dieses strategische Dilemma? Man geht rücksichtslos gegen jeden vor, auch gegen Zivilisten. Klar, es sterben dann viele Unschuldige, aber auch einige feindliche Kämpfer. Wenn man einen Kampf gegen eine irreguläre Armee führt und diesen gewinnen will, muss man so vorgehen.
    Israel hat, als es vor drei Jahren in den Gazastreifen einmarschiert ist, die gleiche Strategie verfolgt. Das ist auch die einzige Möglichkeit: Der Feind nutzt die zivile Infrastruktur zur Tarnung, als Versteck. Also muss man diese zerstören, um ihm diesen Vorteil wieder zu nehmen.
    Simple Logik, wenn auch grausam. Aber es ist Krieg, und Krieg ist immer grausam.
    wird den unterlegenen Eingeborenen aufgezwungen und sie werden auch noch als Feiglinge umgedeutet. Dabei ist es erheblich mutiger, mit schlechter Ausrüstung und höherem Todesrisiko anzutreten, als vom Weißen Haus aus, die tapferen Drohentechniker als Helden zu verehren.
    Ihr Israel-Beispiel ist falsch; denn zunächst haben die eingewanderten Juden einen Guerillakampf (Haganah, Irgun) gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Ansässigen geführt, die nun als "Terroristen" von den Siegern noch einmal mit high tech angegriffen werden.
  7. #7

    Zitat von dg19de Beitrag anzeigen
    Der Einsatz der Amerikaner im Irak war ein Guerilla - Krieg. Was ist das Wesen eines solchen Krieges? Eine reguläre Armee eines souveränen Staates agiert gegen eine Gruppe von Kämpfern, die folgende Merkmale besitzen: Sie tragen keine Uniform; sie vermeiden offene Feldschlachten, kämpfen statt dessen verdeckt, aus dem Hinterhalt, mit Sprengstoffanschlägen u. ä. , um ihre militärische Unterlegenheit auszugleichen.
    Das strategische Ziel solcher Guerilla- Kämpfer ist es, die militärisch weit überlegene Armee durch zahlreiche Nadelstiche zu entmutigen, zu zersplittern, bis sie nach ein paar Jahren wieder abzieht. Dadurch, dass sie die zivile Infrastruktur als Deckung benutzt und dezentral aufgebaut ist, ist die Guerilla - Gruppe kaum zu zerschlagen.
    Wie beendet man als reguläre Armee dieses strategische Dilemma? Man geht rücksichtslos gegen jeden vor, auch gegen Zivilisten. Klar, es sterben dann viele Unschuldige, aber auch einige feindliche Kämpfer. Wenn man einen Kampf gegen eine irreguläre Armee führt und diesen gewinnen will, muss man so vorgehen.
    Israel hat, als es vor drei Jahren in den Gazastreifen einmarschiert ist, die gleiche Strategie verfolgt. Das ist auch die einzige Möglichkeit: Der Feind nutzt die zivile Infrastruktur zur Tarnung, als Versteck. Also muss man diese zerstören, um ihm diesen Vorteil wieder zu nehmen.
    Simple Logik, wenn auch grausam. Aber es ist Krieg, und Krieg ist immer grausam.
    Formal gibt's mag das richtig sein. Da gibt's aber noch ein paar Dinge, die Sie ausblenden. Sie fordern und relativieren hier einen absoluten Vernichtungskrieg. Denn nichts anderes ist gemeint mit Ihrem Satz "rücksichtslos vorgehen, auch gegen Zivilisten". Ausblenden tun Sie aber, dass die USA im Irak einen klassischen Angriffskrieg geführt mit erfundenem und vorgeschobenem Grund, dem Belügen der Vereinten Nationen und sogar der eigenen Verbündeten. Unter dieser Prämisse bekommt Ihr Satz "rigoros gegen Zivilisten vorgehen" nochmal eine ganz neue Bedeutung.

    Viele Grüße
  8. #8

    rücksichtslos

    Zitat von dg19de Beitrag anzeigen
    Wie beendet man als reguläre Armee dieses strategische Dilemma? Man geht rücksichtslos gegen jeden vor, auch gegen Zivilisten.
    Ja genau, genau so wie die SS in Oradour:

    Oradour-sur-Glane

    Und ich dachte immer, die USA würden nur "saubere" Kriege führen ...
    Geändert von ( um Uhr)
    Am Grunde der Moldau wandern die Steine ...
  9. #9

    Zitat von dg19de Beitrag anzeigen
    Wie beendet man als reguläre Armee dieses strategische Dilemma? Man geht rücksichtslos gegen jeden vor, auch gegen Zivilisten. Klar, es sterben dann viele Unschuldige, aber auch einige feindliche Kämpfer. Wenn man einen Kampf gegen eine irreguläre Armee führt und diesen gewinnen will, muss man so vorgehen.
    Israel hat, als es vor drei Jahren in den Gazastreifen einmarschiert ist, die gleiche Strategie verfolgt. Das ist auch die einzige Möglichkeit: Der Feind nutzt die zivile Infrastruktur zur Tarnung, als Versteck. Also muss man diese zerstören, um ihm diesen Vorteil wieder zu nehmen.
    Simple Logik, wenn auch grausam. Aber es ist Krieg, und Krieg ist immer grausam.
    Sie meinen durch das rücksichtslose vorgehen auch gegen Zivilisten beendet man solch ein Krieg?
    Wie Sie sehen können haben Sie unrecht. Vielmehr radikalisieren sich mehr Leute um gegen diese Armee zu kämpfen. Solche Kriege gewinnt man langfristig nicht durch Stärke sondern mit dem gewinnen der Menschen für seine Ziele. Das was Sie beschreiben hat zur Folge (wie man sieht in Irak/Palästina/Afghanistan) das es in einen ewig andauernden Konflikt ausartet in dem sich beide Seiten immer weiter radikalisieren.








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