Investorensuche bei Schlecker: "Es könnte alles den Bach runtergehen"

DPAWaren die Opfer der Schlecker-Mitarbeiter umsonst? Ein Investor für den maroden Drogerie-Konzern ist nicht in Sicht, tausende Angestellte bangen um ihre Jobs. Selbst wenn sich ein Käufer findet - darüber, was die Interessenten im Schilde führen, schweigt sich der Insolvenzverwalter aus.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...832723,00.html
  1. #10

    Zitat von St.McK. Beitrag anzeigen
    Ähm mal im ernst, auch an den Insolvenzverwalter.
    Die breite meinung über den Niedriglohnsektor bzw. das prekariat in der BRD ist ohnehin fragwürdig.
    Den meisten geht trotz arbeit weit schlechter als man denkt, die kommende GEZ-Zwangsabgabe dürfte bei vielen Existenzbdrohend sein.
    Die Leute werden weit schlechter behandelt als viele annehmen...

    Hat sich der Insolvenzverwalter mal darüber gedanken gemacht, das Leute die jetzt schon keinen Monat mehr warmes essen haben(und, nein, es wird nicht für Unterhaltung, Alkohol, Drogen oder sonsten Konservativendünschiss ausgegeben) überhaupt keine 15% mehr hergeben können?
    Bei Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, schwör ich jedem Leser, ohne bei Schlecker zu arbeiten "nackend in die Hand" das dies bis auf leitende Angestellte seid Jahren keiner bei Schlekcer gesehen hat(wie eigentlich überall im Niedriglohnsektor).
    Auch ist davon auszugehen das diese Damen & Herren ohenhin schon schlechter darstehen als bei Hartz4(wegen der anfallenden Kosten zum aufrechterhalten der arbeit - Verkehr, Friseur usw.) und arbeiten wollen, auch wenn sie ohne arbeit besser darstehen würden.

    Es aber nichts mehr herzugeben gibt, ohne zu verhungern?

    Die verhältnisse sind weit schlechter als sich viele "Mittelständler" auch nur annähernd vorstellen können.

    Es gibt nichts mehr zu holen "da unten", selbst wenn man wollte.
    Prinzipiell teile ich Ihre Kritik am Niedriglohnsektor, prinzipiell teile ich Ihre Kritik an den teils miesen Arbeitsbedingung bei Schlecker.
    Jedoch: warum immer dermaßen übertreiben?
    Ich wüsste nicht, dass auf Grund Geldmangels irgendein Mensch in den letzten 50 Jahren in Deutschland "verhungert" wäre. Auch die Schlecker-Mitarbeiter werden dies nicht tun, egal wie es weitergeht.
    Viele von ihnen werden einen neuen Arbeitsplatz finden, einige nicht. Dies ist unbestreitbar sehr bedauerlich. "Verhungern" wird jedoch mit 100% Sicherheit niemand.
    Und wo Sie nun einen Zusammenhang zwischen der Schlecker-Pleite und den GEZ-Gebühren ableiten, ist mir unklar. Diese betragen knapp 18 € je Monat. Wegen diesen 18 € gerät mit Sicherheit niemand in Existenznot.
    Ebenso gut können Sie einen Zusammenhang mit so ziemlich jeder anderen regelmäßig wiederkehrenden Zahlung herstellen. Die monatlichen Kosten für Internet, Strom, Benzin, KFZ, Miete... dürften wesentlich über den genannten 18 € liegen.
  2. #11

    Wissen oder vermuten?

    Zitat von St.McK. Beitrag anzeigen
    ...
    Bei Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, schwör ich jedem Leser, ohne bei Schlecker zu arbeiten "nackend in die Hand" das dies bis auf leitende Angestellte seid Jahren keiner bei Schlekcer gesehen hat(wie eigentlich überall im Niedriglohnsektor)...
    "Nach etlichen Skandalen schlägt sich Schlecker bis heute mit dem Image des Ausbeuters herum, auch wenn Gewerkschafter sagen, das habe sich fundamental geändert." (SZ, 12/2011)

    ... wie war das mit der nackerten Hand?
  3. #12

    Über die Rolle der Insolvenzverwalter ...

    sollten sich die Kritiker mal Gedanken machen.
    Wer bekommt den Zuschlag z.B. für Schlecker?
    Der am meisten zahlt oder der ein gutes Konzept hat für die Zukunft und die restlichen Mitarbeiter ?
    ... und was noch mal bekommt der Insolvenzverwalter für seinen Einsatz? ... und wie lange bekommt er noch mal Geld?
    Alles Gedanken unabhängig von der Rolle von Fam. Schlecker oder Verdi.
  4. #13

    Ausbeuter??

    Also als Ausbeuter würd ich Schlecker jetzt nicht empfinden.im Gegenteil....Schaut euch doch mal um im Einzelhandel was da bezahlt wird.Ich war 15 Jahre bei Schlecker u. hab jeden Cent der mir zustand bekommen.Bin 2 Minuten vor Arbeitsbeginn in den Laden rein u. pünktlich auf die Minute raus!Aldi zahlt in etwa so gut wie Schlecker ,mit dem Unterschied das man bei einem 20 Std.-Vertrag 30 arbeiten muß.Kam neulich bei Frontal o. so.Die Arbeitsbedingungen sämtlicher Discounter sind ähnlich gelagert.Ich, wie auch meine gekündigten Kolleginnen sind entsetzt was uns da so angeboten wird.Zum Glück muß man zumindest die ersten 3 Monate nicht auf 8 Euro-Jobs(die dann noch befristet sind!!)eingehen......
    Ich kann mir nicht vorstellen das ich jemals was besseres finde,ich weiß wovon ich rede,war vor Schlecker 8 Jahre bei Edeka.
    Aber mit den noch arbeitenden Kolleginnen würd ich jetzt auch nicht tauschen wollen!
  5. #14

    Sorry also ich bin immer noch Schlecker Mitarbeiterin und die genannten 15 Euro sind doch etwas hochgegriffen. Wir haben aber im Gegensatz zu anderen unseren Tariflohn immer bekommen. Ebeso Weihnachts-und Urlaubsgeld. Ich finde nicht, dass es das beste wäre wenn sich der Vorhang schliesst. Ich persönlich und meine Kolleginnen arbeiten gerne in unserer Filliale und hören immer wieder wie sehr sich unsere Kundschaft freut, dass es bei uns auch möglich ist mal einen kurzen Plausch zu halten und ihnen auch geholfen wird wenn sie irgendwas suchen oder Rat brauchen. Geht doch mal zu anderen Unternehmen der Drogeriemarktbranche und versucht Hilfe zu erhalten. Wird aber etwas schwierig sein. Der Slogan fit fo you und der gute Nachbar Schlecker ist gar nicht mal so verkehrt.
  6. #15

    Zitat von spon-facebook-10000143364 Beitrag anzeigen
    Sorry also ich bin immer noch Schlecker Mitarbeiterin und die genannten 15 Euro sind doch etwas hochgegriffen. Wir haben aber im Gegensatz zu anderen unseren Tariflohn immer bekommen. Ebeso Weihnachts-und Urlaubsgeld. Ich finde nicht, dass es das beste wäre wenn sich der Vorhang schliesst. Ich persönlich und meine Kolleginnen arbeiten gerne in unserer Filliale und hören immer wieder wie sehr sich unsere Kundschaft freut, dass es bei uns auch möglich ist mal einen kurzen Plausch zu halten und ihnen auch geholfen wird wenn sie irgendwas suchen oder Rat brauchen. Geht doch mal zu anderen Unternehmen der Drogeriemarktbranche und versucht Hilfe zu erhalten. Wird aber etwas schwierig sein. Der Slogan fit fo you und der gute Nachbar Schlecker ist gar nicht mal so verkehrt.
    Das mag in Ihrer Filiale so gewesen sein. Ich habe sehr Jahren nicht mehr bei Schlecker eingekauft, weil die Filiale ziemlich "muffig" wirkte, das Sortiment wirklich sehr begrenzt und die Mitarbeiter ganz gewaltig patzig.
    Und- teuer wars ohnehin auch noch.
  7. #16

    Schlecker war ein guter Arbeitsgeber

    Ich habe über zehn Jahre bei Schlecker gearbeitet in Vollzeit. Mir ging es sehr gut dort und wurde nach Tarif bezahlt. Jetzt fehlen mir 500 Euro netto im Monat weil im Einzelhandel fast überall schlecht bezahlt wird. Das muss man sich mal vorstellen 500 Euro netto. Kein Wunder das das viele so klagen. Aldi Lidl Rossmann DM bekommen jetzt tausende Bewerbungen von Schleckerfrauen kein Wunder das man absagen bekommt und für 9 Euro statt 15 Euro arbeiten muss.