Das Saab-Produktwissen war dezentral in der Gegend um Trollhaettanverteilt und ist daher ueberlebensfaehiger.
1,5 Jahre ist noch lange keine Generation und weggezogen sind nur wenige.
Saab arbeitete mit einem Haufen hochkundiger Selbststaendiger ringsum, die sich schon zur Bluetezeit von Saab selbst ausgesourced hatten und Saab in der Entwicklung und Erprobung mit einem Teil ihrer Firmen oder als Konstrukteure zuarbeiteten.
Die waren schon lange nicht mehr auf der payrole von Saab zur Pleitezeit und schlagen sich auch ohne Saab durch. Natuerlich wissen die sich auch Ford zu verkaufen, wenn da nichts anderes mehr ist.
Dieser Wissenspool ist zu grossem Teil immer noch vorhanden. In der Gegend um Untertuerkheim, Weissach, Muenchen, rund um Opel, Porsche, VW ist alles viel zentralisierter, als es jemals um Trollhaettan war. Und bei einer Pleite erheblich anfaelliger.
Der Vorteil dieser Arbeitsteilungen bei Saab waren teils genialische Entwicklungen, bis zu 15 Jahren dauerte es, bis andere Marken nachzogen.
Der Nachteil waren die Koordinatoren bei Saab, die nicht genug aufpassten, das Verzettelungen auf manche Aspekte des Autoproduktes durchschlugen. Sie wurden von den Externen gelegentlich deshalb verachtet und diese wussten oft mehr ueber das Produkt als die Saableute im Werk selber.
Beispiel:
mir riet man dringend, direkt vom Werk gekaufte Neuwagen zunaechst einer technischen Ertuechtigung zu unterziehen, bevor man damit auf deutsche Autobahnen geht.
Denn die mehrheitlich fuer die Amis produzierten Modelle hatten z. B. nicht die Standzeit bei einigen Getriebeteilen (in den USA unwichtig). Auch gabs unterschiedliche Motormanagement-Elektroniken mit entsprechend unterschiedlichen Leistungs-Bauteilen im Wagen, je nach Bestimmungsmarkt.
Ging auf Werkskosten, die Aenderung. Aber nur, weil die Externen ihre Werksverbindungen spielen liessen.
So konnte man perfekte Autos von Saab bekommen (aber nur dort, natuerlich nicht vom deutschen miesen Haendlernetz).
Gegen diese Mittelklassewagen sah die deutsche Oberklasse mit ihren Serienausreifungen dann ziemlich arm aus (weniger Leistung und viel mehr Verbrauch), kosteten zum Ausgleich aber mehr als das Doppelte.
Und man kam leichter um in ihnen bei crashs.
Voellig unmoeglich, einen vergleichbaren Kontext bei BMW z. B. oder bei anderen deutschen Herstellern zu finden.
Da ist alles zentralisiert, kontrolliert, unbeweglicher, technisch altbackener und alles weg (oder bei den neuen) im Fall einer Pleite oder Uebernahme. War schon bei Borgward so und wird wohl auch bei Opel kommen und auch bei Porsche gings fast uebergangslos so.
Saab war wirklich "das andere Auto" und durch die noch vorhanden Strukturen koennte es auch wieder neu werden. Jedenfalls ists ein interessantes Experiment.

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