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Investor für Saab: Asiaten wollen Schwedenmarke retten

REUTERSDer insolvente schwedische Autobauer Saab hat einen Käufer gefunden. Ein chinesisch-japanischer Investor übernimmt das Traditionsunternehmen - und will daraus einen reinen Elektroauto-Konzern machen.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...838687,00.html
  1. #10

    In crashs leichteres Umkommen

    Zitat von ArnoNym Beitrag anzeigen
    Wie meinen? Waren Sie mal in Trollhättan, in Untertürkheim, Weissach und München? Die Saab-Jungs, mit denen ich zu tun hatte, erschienen mir zwar als nicht unpfiffig, ...
    und zweitens hatte ich mit ähnlich pfiffigen Leuten auch in den anderen Städten zu tun. So what?

    Ihnen scheint verborgen geblieben zu sein, daß Saab seit de facto knapp 1,5 Jahren pleite ist, und die Ex-Mitarbeiter sich schon längst anderswohin orientiert haben - ...
    Wir wollten bereits, bevor's überhaupt durch die Presse ging, einigen Leute Angebote machen, aber die hatten alle schon einen neuen Arbeitsvertrag in der Tasche - meistens einen von Volvo.
    ......
    Das Saab-Produktwissen war dezentral in der Gegend um Trollhaettanverteilt und ist daher ueberlebensfaehiger.
    1,5 Jahre ist noch lange keine Generation und weggezogen sind nur wenige.
    Saab arbeitete mit einem Haufen hochkundiger Selbststaendiger ringsum, die sich schon zur Bluetezeit von Saab selbst ausgesourced hatten und Saab in der Entwicklung und Erprobung mit einem Teil ihrer Firmen oder als Konstrukteure zuarbeiteten.
    Die waren schon lange nicht mehr auf der payrole von Saab zur Pleitezeit und schlagen sich auch ohne Saab durch. Natuerlich wissen die sich auch Ford zu verkaufen, wenn da nichts anderes mehr ist.
    Dieser Wissenspool ist zu grossem Teil immer noch vorhanden. In der Gegend um Untertuerkheim, Weissach, Muenchen, rund um Opel, Porsche, VW ist alles viel zentralisierter, als es jemals um Trollhaettan war. Und bei einer Pleite erheblich anfaelliger.
    Der Vorteil dieser Arbeitsteilungen bei Saab waren teils genialische Entwicklungen, bis zu 15 Jahren dauerte es, bis andere Marken nachzogen.
    Der Nachteil waren die Koordinatoren bei Saab, die nicht genug aufpassten, das Verzettelungen auf manche Aspekte des Autoproduktes durchschlugen. Sie wurden von den Externen gelegentlich deshalb verachtet und diese wussten oft mehr ueber das Produkt als die Saableute im Werk selber.
    Beispiel:
    mir riet man dringend, direkt vom Werk gekaufte Neuwagen zunaechst einer technischen Ertuechtigung zu unterziehen, bevor man damit auf deutsche Autobahnen geht.
    Denn die mehrheitlich fuer die Amis produzierten Modelle hatten z. B. nicht die Standzeit bei einigen Getriebeteilen (in den USA unwichtig). Auch gabs unterschiedliche Motormanagement-Elektroniken mit entsprechend unterschiedlichen Leistungs-Bauteilen im Wagen, je nach Bestimmungsmarkt.
    Ging auf Werkskosten, die Aenderung. Aber nur, weil die Externen ihre Werksverbindungen spielen liessen.
    So konnte man perfekte Autos von Saab bekommen (aber nur dort, natuerlich nicht vom deutschen miesen Haendlernetz).
    Gegen diese Mittelklassewagen sah die deutsche Oberklasse mit ihren Serienausreifungen dann ziemlich arm aus (weniger Leistung und viel mehr Verbrauch), kosteten zum Ausgleich aber mehr als das Doppelte.
    Und man kam leichter um in ihnen bei crashs.
    Voellig unmoeglich, einen vergleichbaren Kontext bei BMW z. B. oder bei anderen deutschen Herstellern zu finden.
    Da ist alles zentralisiert, kontrolliert, unbeweglicher, technisch altbackener und alles weg (oder bei den neuen) im Fall einer Pleite oder Uebernahme. War schon bei Borgward so und wird wohl auch bei Opel kommen und auch bei Porsche gings fast uebergangslos so.
    Saab war wirklich "das andere Auto" und durch die noch vorhanden Strukturen koennte es auch wieder neu werden. Jedenfalls ists ein interessantes Experiment.
  2. #11

    Von den Amis kaputtgefledderd

    Zitat von Flesh-Gordon Beitrag anzeigen
    Ich habe die letzten 11 Jahre drei SAABs gefahren mit insgesamt 450.000 km und hatte ausser zwei Marderverbissen (wofür die Marke nichts kann) niemals Probleme. Seit vier Wochen fahre ich allerdings auch einen Japaner, denn neue SAABs gibt es ja nicht mehr! :-(
    Hier ein paar eigene Saab-Autodaten, ueber die man noch heute ins Traeumen kommen koennte:
    Bei 350 tsd km mit einem Motor liefen meine Saabs 900 t immer noch wie eine Naehmaschine. Verbrauch: 6 l bei fahren mit Null Turbodruck, 17 l bei 220 km/h, max. Speed 230 km/h, Aeroelektronik, Einlassluft-Vorkuehlung, Wassereinspritzung bei hohem Turbodruck serienmaessig (in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts (!), als Superbenzin noch unter 1 DM kostete und niemand Spritsparautos baute ausser Saab) und dabei jeden deutschen Sechszylinder in den Kasseler Bergen stehen lassend.
    Eine komplette Motorueberholung mit erster Kolbenueberweite und neuen Lagern in Trollhaetten (bei "ausgelagertem" Spezialisten) kostete DM 4000,- und brachte die naechsten 350 tsd km. Dann wurde die Kiste allmaehlich etwas klapprig und rostig und es kam eine neue (aus Trollhaettan direkt, natuerlich).
    2 ueble persoenliche Fahrfehler, beide mit Aufprallgeschwindigkeit 160 km/h, bei einem Unfall einfach durch das Wurzelwerk eines Baumes hindurch, der dann auf den alten Platz zurueckfiel und nachgemessener Flugdistanz, dann auf dem Dach landend, einer mit 70 m abgeraeumter Doppelleitplanke schrotteten 2 Wagen komplett.
    Die Insassen: beide Male keine Haerchen gekruemmt.
    Das waren die Saabautos.
    Dahin, von den Amis kaputtgefleddert und Aufatmen bei allen deutschen Konkurrenten!








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