Droht uns eine Machtübernahme durch autoritäre Maschinen, die unsere wachsende Abhängigkeit von Computer und Internet ausnutzen? Frank Schirrmacher hat ein vielbeachtetes Buch mit dieser These geschrieben und damit beifälliges Nicken ausgelöst. Christian Stöcker nickt nicht.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...663296,00.html
Noch nie was von Künstlichem Leben gehört?
Noch ein paar Maschinen angeschlossen, und los geht's ;-)
Wenn gewünscht, auch mit Moral:
Ethik für Kampfroboter
Wen ich, Abi '83, damals in der Oberstufe nicht Informatik GK gehabt hätte (erster Jahrgang der sowas machen konnte, wenn auch nur BASIC-Programmierung auf einem C64 als einzigem Lehrinhalt), und ich dann nicht während meines Physikstudium einen 286er unter DOS (sauteuer damals) mir zugelegt hätte, gehörte ich rein alterstechnisch wohl auch zur Generation 0.9. lol. Zum Glück sind daher nicht alle user meines Jahrgangs (1964) absolute DAUs. Heute, mit Internet und allem Pipapo bin ich, behaupte ich mal, immernoch auf ziemlich aktuellem Stand. Meine Kiste heute läuft unter Ubuntu (9.04) und dank "virtual box" kann ich mich immernoch mit XP rumschlagen, wenn ich will. Naja, manchmal gehts nicht anders, weil meine DVB-T Software nur unter XP läuft. Zusätzlich hab ich mit Acronis noch eine vernünftige Imageverwaltung, damit könnte ich auch mein aktuelles System (z.B. viral) abschießen und danach ein gespeichertes "heiles" Image aufs System zurückspielen. Jetzt braucht man nur noch ein Hauch Selbstdisziplin bei Computeranwendungen um ein Desktopchaos, wie offensichtlich der Rechnerzustand bei Herrn Schirrmacher zu bezeichnen ist, weitestgehend zu vermeiden. Und das Internet ist, bei einigen Grundkenntnissen zur Handhabung desselben, meistens auch ganz lieb zu mir...
no worries! be happy :)
Genau.
Die Leute, welche im TV unreflektiert jeden Mist sehen, tun das auch im Internet auch. Also was soll's.
Ich empfinde die neue IT und das Internet als eine wunderbare Bereicherung. Es gibt z.B: kein wirkliches Äquivalent für Fachforen oder speziele Communitys.
Trotz einiger Schwächen sind die Wikis eine Möglichkeit, allen Informationen zukommen zu lassen, vor allem auch jenen, die sich keinen Brockhaus leisten können.
Zwischen beiden Sätzen würde ich keinen Widerspruch sehen. Das Internet stellt wegen der Unzahl seiner Seiten zu den verschiedendsten Themen und in den verschiedendsten Anbietern, Formaten und Medienformen viel höhere Anforderungen an seine Nutzung, Filterung und Strukturierung als etwa ein einzelnes Buch. In einem Buch wird in der Regel die Sicht eines einzigen Autors ausgebreitet, im Internet herrscht ein Gewirr von tausenden bis Millionen Anbietern. Das Internet ist im Prinzip kein Einzelmedium, sondern ein riesiger Medienkanal von Einzelmedien.
Zwischen Anforderungen eines Mediums bzw. Medienkanals und Fähigkeiten der Nutzer besteht selbstverständlich ein Zusammenhang und kann man die speziellen Anforderungen eines Mediums in der Betrachtung seiner Nutzung nicht aussparen. Die Nutzung des Internet-Medienkanals mit seinen unzähligen Seiten erfordert m.M. ein regelrechtes Medienmanagement, z.B. bessere Möglichkeiten zur Einordnung und Gewichtung geöffneter Tabs nach Wichtigkeit oder bessere Möglichkeiten für die Entwicklung von Routinen bei der regelmäßigen Nutzung bestimmter Seiten. Für solche Anforderungen sind heutige Browser noch wenig entwickelt.
Im journalistischen Informations- sowie im Wissensbereich des Internets mangelt es meiner Meinung außerdem noch ziemlich an inhaltlichen Strukturen wie allgemeinen Wegweiser-Plattformen, allgemeinen Informationsübersichten über neue, alte und aktuellste Internetangebote zu den zu den verschiedendsten Themen. Es fehlt eine große Plattform für die Sammlung kommentierter Internetübersichten zu sämtlichen Themen. Die Wissensplattformen vor ca. 10 Jahren wie Meome waren hier ein guter Ansatz, sind in Deutschland aber leider eingegangen. Wikipedia ist leider weniger ein Internet-Wegweiser, sondern eine primär inhaltliche Wissensplattform. Auch im Journalismusbereich ist ein guter, aber relativ allein stehender Wegweiser für interessante Artikel im Internet wie der Perlentaucher allein viel zu wenig. Diese noch sehr wenig entwickelten inhaltlichen Internetstrukturen erschweren die Internetnutzung um ein weiteres.
Schirrmachers Ausführungen zur These des darwinistischen Wettlaufs zwischen Mensch und Maschine füllen den Bereich zwischen Binsenweisheit und neutraler Beliebigkeit. Alle Argumente sind hinsichtlich der Machtfrage umkehrbar. Eine neue Erkenntnis sucht man vergebens. Die objektbezogene Machtfrage hat seit jeher die Geschichte der technischen Zivilisation begleitet. Die Quantität der politisch und gesellschaftlich letztendlich signifikanten Information wird überschätzt. Die große Flut an Information rekrutiert sich aus Belanglosigkeit. Elektronische Informationsfilter machen aus Milliarden belangloser Daten lediglich statistisch abgesicherte Belanglosigkeiten. Das wirklich Konspirative und das Kreative gehen andere Wege - das war schon seit Erfindung der ersten Massenmedien nicht anders. Schon etwas lächerlich wirkt die Dämonisierung des Objekts. Ist etwa der Algorithmus schuld daran, dass sich der Autor von ihm verfolgt wähnt? Zur großen Erleichterung schließt Schirrmacher seine Ausführungen mit einem Happy End, wenngleich der Schlussatz für einen vernunftbegabten Leser eigentlich überflüssig ist.
Man kann es sehen wie man will: wir tollen Journalisten helfen den armen dummen Menschen durch die böse Welt - so sieht sich natürlich jeder Journalist gern. Oder umgedreht: unter dem Deckmantel des ehrlichen Journalismus beginnt die Zensur in den Redaktionsstuben - wer weiß, wer die bezahlt... .Zitat von Christian Stöcker
Der Artikel ist sichere eine gute Replik auf Schirrmacher, aber die Publizisten sollten in einer offenen Medienwelt mehr dafür tun, ihr eigenes Helfersyndrom zu bekämpfen. Mit Informationsblockade und -verdrehung ist auf Dauer kein Blumentopf zu gewinnen, man muss sich wie in allen Zeiten mit den Verhältnissen arrangieren. Also: Konzentration auf die wichtigen Dinge, die unwichtigen werden durch Bashing und Wiederkäuen viel zuviel popularisiert, bessere Argumentation, was warum wichtig ist und vor allem qualitativ bessere Berichterstattung, Kommentierung und Diskussion.
Es kann doch nicht gut sein, dass die dümmsten Jugendlichen mit lächerlichen oder traurigen - in jedem Fall unwichtigen- Skandalen die Seiten eins erreichen und wichtige Themen nicht mehr diskutiert werden. Das ist kein Problem der Jugendlichen und der häufigeren Skandale, sondern der fehlenden Fähigkeiten der leitenden Journalisten zur politischen Bewertung. Auch Boulevard, Quotenhascherei usw. ist Politik !
Guter Journalismus verkauft sich sicher nicht ganz allein, aber der Mief der ständigen Schleich- und Eigenwerbung und bestellten Berichterstattung sowie des gegenseitigen Abschreibens, der sich immer öfter breitmacht, ist tödlich für die Medien, die im Netz viel leichter vergleichbar sind als früher. Letztendlich sind die , die über den vielen Müll im Netz jammern , auch große Müllverursacher.
Und - wieso gibt hier eigentlich keine Stadtreinigung ?
So ganz unberechtigt sind die Ausdünstungen der politischen Alphatierchen wegen dem lieben Zwischennetz nicht; denn während es mühsam und lästig ist, einen Leserbrief auf dem Postweg der Zeitung oder dem Fernsehen seiner Wahl zukommen zu lassen, so ist so ein Kommentar im Zwischennetz schnell geschrieben und dies gerne auch während der Arbeitszeit, wenn keiner hinsieht oder da ist, wie bei der studentischen Nachtschicht: Arbeiten war die Vergangenheit, Zwischennetz ist die Gegenwart: Mit enormen volkswirtschaftlichen Schäden natürlich; die Weltwirtschaftskrise und die Eskapaden der Geldverleiher sind dagegen gar nichts...